Gynäkologie: Wie lange ist eine Frau fruchtbar? Wie lässt sich die Fruchtbarkeit abschätzen? Moderne protektive Methoden für den bewußten späten Kinderwunsch

Hallo Ihr Lieben!

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Auch wenn ich es jeder einzelnen meiner Patientinnen von Herzen gönnen würde und ich auch oft nicht so ganz verstehe, wieso die Natur es ,,wieder ´mal “ so kompliziert machen mußte!

Leider ist ein Baby kein Päckchen, das man dann bestellt, wann  es einem gerade in den Kram passt und es dann, nachdem man sich ein einziges Mal so richtig schön am Karibik-Strand vergnügt hat, exakt  9 Monate nach diesem ,,epochalen Ereignis“ und einer Bilderbuch-Schwangerschaft,  nach einer Orgasmus-gleichen, natürlich schmerzfreien, einmalig schönen Geburt, als ein herzallerliebstes Etwas mit  rosigen Bäckchen und nachts durchschlafend, in unseren Arm gelegt  bekommen! Nein, sorry so läuft das ganz und gar nicht! Den Preis für dieses ,,Wunder“ hat das Leben deutlich höher angesetzt!

Auch wenn es tatsächlich solche Fälle gibt – zumindest vom Hörensagen! So soll eine Kollegin tatsächlich einmal so eine Patientin gehabt haben, die nicht das klitzekleinste Problemchen bei ihrer Schwangerschaft hatte – vom schwanger werden bis hin zu einer schnellen, schmerzlosen Geburt – allerdings war das die heimliche Sensation auf der ,,Medizinischen  Woche“ in Baden Baden vor drei Jahren gewesen!

Ihr seht, hier und da zumindest ein wenig Diskomfort sind leider Realität! Grund genug, sich gut zu informieren, dass man Probleme zumindest da abwenden kann, wo sie abzuwenden sind!baby

Dazu gehört, sich bewußt zu machen, dass die Chance, ein schrumpeliges, schreiendes, herzallerliebstes Bündel nach Stunden oder Tagen ,,schwerer Arbeit“, in den Armen zu halten,  ab 35 rapide sinken!

Denn statistisch gesehen, liegt die Wahrscheinlichkeit , in einem Zyklus schwanger zu werden, bei einer 25-30 jährigen Frau bei 23% und sinkt bei einer 35-jährigen bereits auf 16% ab, während sie eine 40 jährige Frau nur noch bei 5% liegt! Das bedeutet, dass es zum Beispiel nur einer von 6 Frauen in Alter von 35 Jahren gelingt, in einem Zyklus schwanger zu werden. Hat eine Frau im Alter von 35 Jahren hingegen schon ein Jahr vergeblich versucht, schwanger zu werden, gelingt ihr das dann nur noch in 6% der Fälle pro Zyklus!

Deshalb sollte man sich im Klaren sein – und (fast) alle Mütter werden mir da beipflichten – das eine ,,normale Schwangerschaft“ heutzutage in der Realität oft bedeutet, dass bereits das Schwanger – werden etliche Versuche, Tage zählen  und viele ,,Mühen“ des ,,unromantischen Sex“ gekostet hat!

Nicht zu sprechen von der  Schwangerschaft selbst,  die man in er ersten Zeit oft über der Kloschüssel verbringt, dann aber auch stolz und tapfer seine ,,strampelnde Mutterkugel“ mit dicken Knöcheln durch die Gegend schleppt, bevor man nach etwa drei ,,Fehlalarmen“  die Geburt ,,außerhalb der geplanten Badewanne“ an den Rand des Möglichen bringt …

Bei Euch war´s dann doch nicht ganz so schlimm? Super, das freut mich wirklich für Euch, dann seit Ihr eindeutig über dem Durchschnitt! Oder aber, und das ist wahrscheinlicher, hat Euch der Oxytocin-Schub der Geburt alles vergessen und durch die rosarote Brille sehen lassen! Denn das hat die Natur dann doch wieder gnädig eingerichtet …

Aber genug der Polemik!  Natürlich gibt es in der Schwangerschaft auch viele wunderbare Momente und wenn das Baby da ist, ist das wirklich für viele der schönste Moment im Leben! Ganz zu schweigen von dem ,,Wunder des Lebens“ das sich für einen selbst immer ,,besonders“ anfühlt! Und es gibt kaum eine Mutter, die es jemals bereut hat, dieses kleine süße Bündel in die Welt gesetzt zu haben, das es so selbstverständlich schafft, einen völlig selbstlos auf Trab zu halten und sich dabei oft so glücklich zu fühlen!

Immer später bekommt eine Frau heute ihr erstes Kind! Die Presse macht es uns vor – auch mit weit über 40 ist es scheinbar noch problemlos möglich!

Leider sieht aber die Realität anders aus. Nicht selten sind diese ,,späten“ Kinder aufgrund einer Eizellspende geboren und  das täglich Brot der Gynäkologen ist die Behandlung bei unerfülltem Kinderwunsch. Deshalb wird ,,uns“ Frauenärzten empfohlen, die Frau um das 30. Lebensjahr, wenn sie noch keine Kinder hat, darauf aufmerksam zu machen, dass eine Schwangerschaft zu einem späteren Zeitpunkt eventuell problematisch werden könnte.

Um diese abzuschätzen, besteht die Möglichkeit der Prüfung der sogenannten  ,,ovariellen Reserve“ , die Aussage über den Stand der Fruchtbarkeit gibt. Je nach Ergebnis hat die Frau dann die Möglichkeit, ihren Lebensentwurf daran anzupassen.

 

Was im Körper passiert, wenn er unfruchtbar wird

Dem zugrunde liegt, dass die Zahl der Eizellen begrenzt ist und die Frau  jeden Monat ca. 1000 Follikel verliert. Aber nicht nur die Quantität, auch die Qualität sinkt mit dem Alter.

Auch gibt es eine große Schwankungsbreite des Verlustes der Fruchtbarkeit, die in Einzelfällen schon ab dem 23. Lebensjahr beginnt. Mit 51 Jahren sind dann nahezu alle Frauen unfruchtbar und nicht mehr in der Lage, spontan ein Kind zu gebären. Meist ist die Frau bereits ca. 10 Jahre vor Ausbleiben der Regel nahezu infertil. Natürlich bestätigen Ausnahmen  die Regel, allerdings war die älteste Frau, die mein Mann oder  ich in 20 Jahren ,,spontan schwanger“ erlebt haben, 48 Jahre alt und selbst das ist extrem selten!booties-2047596__340

Bereits ab dem Alter von 35 Jahren beginnt bei vielen Frauen das Progesteron signifikant abzunehmen. Das Follikel kann in der zweiten Hälfte nicht mehr richtig heranreifen und das Endometrium fängt bereits früher an, abzubluten, was sich in Schmier- und Zwischenblutungen zeigen kann (verkürzter Zyklus). Das sind oft erste Indizien, aber auch das sogenannte ,,Prämenstruelle Syndrom“ mit Kopfschmerzen, Brustspannen und Gereiztheit können die ersten Anzeichen eines Hormonmangels sein.

Etwas später nimmt auch das Östrogen ´ ab. Normalerweise steigt es in der ersten Zyklushälfte an und löst dann indirekt den Eisprung aus. Wird das Ei nun befruchtet, steigt es weiter an! Ansonsten fällt es wieder langsam ab. Besonders Frauen in den Wechseljahren kennen die Auswirkungen des Östrogenmangels wie Hitzewallungen,  Müdigkeit und auch Gereiztheit.  Zyklusunregelmäßigkeiten (verlängerter Zyklus) sind ein Hinweis auf  einen Mangel.So bedeutet ein verlängerter Zyklus, dass der Eisprung verspätet oder nicht mehr stattfindet.

 

Wodurch kommt es zu einem früher Verlust der Fertilität?

Dies kann durch folgende klinische Risiko-Faktoren bedingt sein:

  • Endometriose (Versprengung von Gebärmutterschleimhaut)
  • Polycystisches Ovar-Syndrom
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Magersucht
  • extremer Leistungssport.
  • operative Eingriffe an den Geschlechtsorganen, insbesondere der Eierstöcke/Eileiter
  • Chemotherapie bei malignen Erkrankungen  (,,Krebs“)
  • wiederholte Entzündungen der Eierstöcke
  • Rauchen (im Durchschnitt 4 Jahre früher Menopause)
  • Übergewicht
  • Pillen-Einnahme? (AMH-Wert sinkt)
  • Familiäre Disposition?

Achtung: Nur rund 50 % der Frauen mit dem Risiko  einer eingeschränkten ovariellen Reserve weisen auch klinische Risikofaktoren auf!

 

 

Bestimmung der Fruchtbarkeit

adult-18604_960_720Zur Beurteilung der Fruchtbarkeit spielt natürlich in erster Linie das Alter eine zentrale Rolle, wenn auch die Chancen auf eine späte Schwangerschaft  in letzter Zeit gewachsen sind. Dies liegt aber nicht nur daran, dass die Frau heutzutage biologisch oft jünger ist, sondern auch an den modernen medizinischen Möglichkeiten, angefangen von einer leichten hormonellen Unterstützung bis hin  zur Eizellspende oder gar Leihmutterschaft, die auch jenseits der 40 vielen Frauen dazu verhelfen, sich auch noch in späten Jahren den Traum vom Mutterglück erfüllen zu können!

Dennoch gilt leider, dass je älter eine Frau ist, umso schlechter die Qualität íhrer Eizellen ist und umso häufiger auch chromosomale Defekte und Fehlgeburten sind (25-29 Jahre: spontane Abortrate 11,9%, 40-44 Jahre 51%).

Natürlich wird der Gynäkologe die Patientin zunächst genau befragen (Anamnese), ob es Hinweise für Risikofaktoren einer frühen Menopause gibt (siehe oben). Dann folgt  eine körperliche Untersuchung mit Ultraschall sowie eine Laboruntersuchung mit einer  Überprüfung der allgemeinen Parameter wie z.B. kleines Blutbild und Elektrolyte,   aber auch der Hormonwerte wie z.B. Schilddrüsenwerte, denn auch eine Unterfunktion oder Überfunktion können sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken! Last not least bedarf es einer genauen Untersuchung der weiblichen Geschlechtshormone (z.B. LH, FSH, Östradiol, Progesteron, Testosteron, DHEA,… . ) In letzter Zeit hat man einige spezifische Laborparameter entdeckt, auf die ich im folgenden  genauer eingehen.

Spezifische Laborparameter in der Fruchtbarkeitsdiagnostik:

Das Anti-Müller-Hormon (AMH) spielt für den Zellwachtum eine wichtige Rolle und es verhindert die Rekrutierung ,,nicht dominanter Follikel“.  Es korreliert mit der sinkenden Anzahl nicht wachsender Follikel wird von den kleinen Follikeln bis 8 cm Größe gebildet, die den FSH-unabhängigen Eizellpool darstellen und sind ein Maß für die verbleibende Eizellreserve und kann unabhängig vom Zyklustag gemessen werden.  Ab dem Zeitpunkt des 25. Lebensjahres fällt er kontinuierlich ab. Je nach Testverfahren sprechen Werte unter 1 ng/ml, 0,7 ng/ml oder 00,55 ng/ml für eine eingeschränkte Reserve. Diese unterschiedlichen Referenzwerte sind zugleich die Crux dieses Verfahrens, deshalb ist bereits ein Test auf dem Markt, der eine Abschätzung der fertilen Phase mittlels Perzentilenkurven trifft (Ivory).

Das Follikel stimulierendes Hormon (FSH) ist ein Maß für die zyklusabhängige Reserve des Eierstockes und wird am zweiten bis fünften Zyklustag gemessen.Ein Anstieg des Wertes bedeutet dabei eine Abnahme der Fertilität und beginnt bereits etwa 10 Jahre vor dem Einsetzten der Menopause. Das Problem dabei sind stark schwankende Werte, die die Interpretation problematisch machen.

Das Antraler Follicle Count (AFC): Bei der Bestimmung diesen Wertes wird die Anzahl der 2-10 mm großen vorhandenen Eizellen  in den Eierstöcken  zwischen dem zweiten und fünften Menstruationstag mittels Ultraschall gemessen, allerdings ist das Ergebnis stark vom Untersucher und vom Gerät abhängig! Ab 12 Follikel wird die Diagnose Polycystisches Ovar (PCO) gestellt, allerdings wird die  Anhebung des Wertes auf 19 diskutiert. Allerdings ist diese Methode für Routinescreening noch nicht einheitlich genug geregelt.

Welche Möglichkeiten gibt es nun, wenn die Werte suboptimal sind, man aber erst später ein Kind möchte?

cot-1991826_960_720Natürlich hält die Wissenschaft hier mittlerweile Möglichkeiten bereit, die allerdings, zumindest heut noch, in Deutschland meist Krebs-Patientinnen vorenthalten bleiben!

Deshalb lautet meine eindeutige Empfehlung in diesem Fall der sich ankündigten eingeschränkten Fertilität, über eine Änderung seiner Lebensplanung nachzudenken! , Ansonsten trägt man das Risiko, auf seinen Kinderwunsch verzichten zu müssen!

Schon aufgrund dieses Konfliktes wird übrigens auch die Testung der ovariellen Reserve von manchen meiner Kollegen kontrovers diskutiert! Denn es kann sein, dass eine Frau aufgrund dieser,,hypothetischen Vorhersage“ ihre Lebensplanung ändert und dadurch in einen Konflikt gebracht wird, den man einfach durch Nicht-Testung hätte vermeiden können! Ein interessantes Thema, zu dem Ihr mir gerne eure Meinung schreiben könnt!

Aber reden wir nicht um den heißenBrei herum, sondern legen wir unser Augenmerk auf die

Protektiven Möglichkeiten bei ,,bewußtem“ späteren Kinderwunsch

 

Allen voran steht natürlich die aus der Yellow Press bekannten

  • Kryokonservierung von unbefruchteten oder imprägnierten Eizellen oder die
  • Kryokonservierung von Embryonen nach hormoneller Stimulation.

Im Falle einer Krebserkrankung kann man mittlerweile übrigens auch

  • Ovargewebe entnehmen, kryokonservieren und rück-transplantieren, während die
  • In-vitro-Reifung von Eizellen aus entnommenen und kryokonserviertem Ovargewebe, genau wie die
  • Uterustransplantation noch in den experimentellen Kinderschuhen steckt. Die
  • Eizellspende ist wie die
  • Leihmutterschaft in Deutschland aufgrund des Embryonenschutzgesetzes nicht möglich

Natürlich sind diese Methoden weder einfach noch billig noch mit hohen Erfolgsquoten versehen, können aber in Einzelfällen den Wunschtraum des eigenen Kindes doch noch erfüllen!

So, ich hoffe, für heute habe ich Euren Informationshunger gestillt! Demnächst folgt  in dieser Reihe eine umfassende Info über Fertilitätsbehandlungen, in denen ich aktuelle Methoden vorstelle, wenn es mit dem Wunschkind nicht auf Anhieb klappen sollte!

Allerdings bringe ich vorher noch Tipps für den Wunschtraum von langen Haaren …

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Alles Liebe bis bald, Eure Nessy

 

Weiterführende Literatur:

  • Just, Alexander: Weibliche Fertilität und Alter: Update zur Beurteilung der Eierstocksreserve, Gynäkologie +Geburtshilfe Nr. 5, S.24-26 10/2017
  • Goeckenjan, Maren, Glass, Katrin u.a.: Kinderwunsch bei Krebspatientinnen: Fertilitätsprotektion vor onkologischer Therapie, Gyn. + Geb. Nr.5 S.28-32 10/2017
  • Thomas Weiss: Ökonomische Bestimmungsgrößen der Fertilität in westlichen Industrieländern (= Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Sonderheft 5). Wiesbaden 1986, ISSN 0178-918X.
  • Ulla Rahn-Huber: Kursbuch Wechseljahre. 4. Auflage, Südwest-Verlag, München 2005, ISBN 3-517-06399-1.
  • Gerhard Thews, Peter Vaupel: Vegetative Physiologie. 5. Auflage, Springer, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-24070-5.
  • Rainer Wehrhahn; Verena Sandner Le Gall: Bevölkerungsgeographie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-15628-3, S. 26–36.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Philosophie / Tiere: Die bewegende Geschichte des ganz und gar nicht perfekten Miniponys Tarzan …

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Von draußen dringt die glockenhelle Stimme von Nessy, die zum Frühstück ruft, an mein Ohr. Verschlafen blinzle ich durch die offene Stall-Tür. Was sie wohl heute mitgebracht hat? Leckere Bio-Karöttchen. knusprige Baguettes, lauwarmes Porridge-Mash oder kerniges Müsli mit rote Beete und Apfelschnitzen? Oder doch nur ein Korb voll frisches, besonders aromatisches Gras, dass sie uns morgens an einer bestimmten Böschung, die nur sie kennt, pflückt?

Eine perfekte Welt! Ja, zugegeben, besser geht es kaum! Und  Ihr denkt jetzt sicher, Pony müsste man sein! Aber nee, Kinder, lasst mal, das kann auch ganz schön blöd sein, vor allem, wenn man mit der Geburt einen Stempel  bekommen hat: ,,Ausschuss“! Aber von vorne …

Wie ich zur Nessy gekommen bin? Kinder, fragt mich was leichteres!

Sie weiß nicht soviel über mich, und ich weiß es auch nicht mehr so genau … Wie so vieles im Leben! Meines jedenfalls hat in Holland begonnen. Nee, nicht wie Ihr denkt! Nix Käse, Windmühlen und Holzpantoffeln. Dort werden nämlich auch viele Pferde gezüchtet. Tolle Pferde! Große und schöne und kleine  und schöne … Und manchmal, ja manchmal ist auch eines dabei, das nicht ,,sooo schön“ geraten ist.

Sozusagen ,,Pony-Ausschuß-Ware“! So wie ich… Während meine Brüder und Schwestern unserem Züchter für tausende von Euro von verzückten ,,Mini-Pferde-Käufern“ aus den Händen gerissen wurden, fiel ich bei jeder ,,Prüfung auf Gesundheit“ schon von weitem durch.

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Lissy und Tarzan warten auf Spaziergänger mit Leckerlis

Mit meinen X-Beinen, meinem langen, oft juckenden Fell und meinem Auge, das sich gerne irgendwie verklebte, weil ich mich dort einmal verletzt hatte, wollte mich niemand haben. Ab und zu wurde versucht, mich etwas mehr zu pflegen, damit mich irgendjemand mitnehmen würde, aber die Händler ahnten natürlich immer sofort, dass ich sie mehr Mühe und Geld kosten, als Geld bringen würde. Irgendwann wurde ich dann einfach einem von ihnen, quasi als ,,Dreingabe“,  mitgegeben…  Glück im Unglück. Denn mit solchen ,,Ladenhütern“ wie ich einer war, wurde nicht lange gefackelt, die Pferdetransporte nach Belgien sind normalerweise die Option, die dann eintritt … Dort gibt´s noch eine letzte Chance auf einem Pferdemarkt und wenn dann keiner kauft, der dem Pferd doch noch eine Chance gibt, wird der Rest von … Schluck! Lassen wir das!

Mir blieb dieses Schicksal – Gott seis gedankt – erspart! Widerum als ,,Dreingabe“  landete ich in einem kleineren Reitstall, wo es eigentlich gar nicht mal so schlecht war. Immerhin gab es ordentlich Futter. Aber ich war einer von vielen und da ich weder besonders anhänglich noch hübsch, aber wenigstens brav war, sollte ich als ,,Geburtstagsfeier“ und Kinderpony herhalten. So kam es, dass viele Kinder, schreiend und hyperaktiv, wie sie eben waren, relativ ungebremst auf meinem nicht so starkem Rücken herumturnen durften. Eine Weile konnte ich das ganz gut erdulden, obwohl es sich oft schmerzhaft anfühlte. Ich bin ja nur etwa 80 cm ,,groß“ , da ist das Gewicht, das ich aushalte, recht rasch erreicht, aber das wissen ja die Kinder nicht! Mit der Zeit fiel es mir jedoch immer schwerer, zu tun, was von mir verlangt wurde, so sehr ich mich auch bemühte, mir nix anmerken zu lassen! Ich wußte ja, dass ich unbedingt funktionieren musste und niemand schien mein Leiden zu bemerken … So versuchte ich tapfer, meine ,,Arbeit“ ohne irgend jemand zu verletzen, weiter zu verrichten. Allerdings kam es  immer öfter vor, dass mein Rücken  so sehr schmerzte, dass ich nicht mehr gerade laufen konnte oder meine häufigen entzündeten Wunden sichtbar durch das Fell nässten, worauf ich, wenn die Eltern der kleinen Prinzessinnen und Prinzen, die so verrückt nach ,,dem Kleinen!“ waren, dies bemerkten, ärgerlich wieder einmal als ,,unbrauchbar“ in den Stall verfrachtet wurde.

 

Ob es ganz genau so war, weiß ich nicht mehr. Aber so ähnlich muss es sich zumindest abgespielt haben …

Ich fing an, nicht mehr so gut zu fressen, was aber wegen meinem dicken Fell nicht auffiel.  Allerdings fing mein Besitzer an, wegen der vielen ,,Mängel“, die ich nun einmal aufwies, über Konsequenzen ,,des Erlösens“ wie er es nannte, nachzudenken … Aber irgendwie brachte er das, wie er einmal zu seinem Kumpel meinte, auch ,, im Moment“ nicht übers Herz … So ging das Spiel jedesmal von vorne los … Kaum ging es etwas besser, wurde schon dem Drängen der schreienden Kinderschar, die regelmäßig in meinem Stall  einfielen, nachgegeben, gerade auf MIR sitzen zu wollen. Ich sein schließlich nicht so hoch und man können sich zur Not mit den Füßen abstützen… Au weiha! Wenn ich nur dran denke …

Eines Tages war eine Familienmesse in der nächsten größeren Stadt, wo auch mein Besitzer für seinen Reitstall einen Werbestand aufbauen würde.

Und weil ich wieder einmal ,,unpässlich“ war und ein wenig humpelte, hielt man es für eine klasse Idee, dass ich mich wenigstens als Ausstellungsstück nützlich machen könne, weil ich ja, dank meiner  Mini-Größe, irgendwie schon ganz niedlich  aussah.

Am Anfang fand ich auch die Aufmerksamkeit der Kinder ganz schön, die mit glänzenden Augen, sobald sie mich erblickten, zu meinem Paddock kamen, ihre  Händchen nach mir ausstreckten und mich erhaschen wollten, um mich zu streicheln. Aber sie hörten einfach nicht auf! Stunde um Stunde, den ganzen Tag lang, tatschten sie mich ohne Unterbrechung durch das Gitter an und fassten mir dabei oft in die Augen oder an meine entzündeten Stellen, die unter dem Fell versteckt waren!  Autsch! Das konnte ganz schön wehtun! Und da geschah es! Ehrlich Leute, heute noch schäme ich mich dafür! Denn was ich jetzt tat, macht man nicht! Auch nicht in Notwehr! Das verbietet der Pony-Ehrenkodex unter allen Umständen!

Okay, ich spreche es aus! Gerade hatte ein etwa siebenjähriges Mädchen mit ihren Fingernägeln mein linkes Auge recht unsanft gestreift und war nun dabei, nach meinen Schopf zu krallen. Aus den Augenwinkeln sah ich ihre Hand direkt über mir … Da geschah es!  Ich schnappte nach ihr!  Uhh! Das hatte ich noch nie getan! Ehrlich! Ich kann einfach nicht sagen, warum und wieso ich das damals tat!  Schließlich hätte ich das nie von mir gedacht oder es gewollt. Es war wirklich absolut schrecklich! Sie schrie und schluchzte, obwohl ich eigentlich nicht wirklich zugebissen hatte, sondern eben nur – geschnappt!  Das konnte doch unmöglich soo weh getan haben! Oder doch? Was hatte ich getan? Am liebsten wäre ich im Boden versunken! Ich machte mich auf ein kräftiges Donnerwetter gefasst, aber natürlich galt die Aufmerksamkeit meines Besitzers  in diesem Moment allein der kleinen Schreierin, die  – Gott seis gedankt –  tatsächlich nur mit einen Schrecken davongekommen war.  Danach wies er, zu ihrer Mutter gewandt, auf das Schild, auf dem unmissverständlich stand, dass das ,,Berühren des Ponys“ eigentlich verboten gewesen war!

Als die beiden wieder weg waren,  hoffte ich fast, dass  mir mein Besitzer nun seine Meinung über meinen ,,Biss“ unmißverständlich mitteilen würde – aber – nicht einmal das schien ich ihm noch wert zu sein! Ich stand ich nur noch da, wie ein Häufchen Elend, enttäuscht über mich selbst! Ich war wirklich  am absoluten Tiefpunkt angelangt. Meine letzte Trumpfkarte, nämlich die, wenigstens ,,ein ganz Braver“  zu sein, hatte ich hiermit verspielt. Mich würde niemand mehr wollen …

Bis jetzt hatte ich noch alles um mich herum mit einer gewissen Neugier beobachtet, aber nun war ich so traurig und erschöpft von dem ganzen Stress, dass ich meine Umwelt kaum noch wahrnahm. Sollten sie doch auf mir herumtatschen!  Das würde, wenn überhaupt, meine letzte Chance sein, zu zeigen, dass ich auch das aushalten konnte, wenn es unbedingt sein mußte. Nein, das Leben ist nun einmal kein Ponyhof, obwohl, besonders ich, mir das immer gewünscht hatte!

So bemerkte ich auch nicht, dass unter den ,,Zuschauern“ zwei waren, die mich prüfend beobachteten und dann mit meinem ,,Chef“ ein Schwätzchen hielten… Zwei, durch die sich mein Leben komplett verändern würde!

Es war eine Frau mit einem jener kleinen Kinder, von denen mir viele in der Vergangenheit oft so zugesetzt hatten. Ich wußte auch noch nicht, dass dieses Kind ganz anders war und dies niemals tun würde, sondern mich stets liebevoll und mit Ehrfurcht behandeln würde! Natürlich wisst Ihr, wen ich meine, denn Ihr kennt sie auch!  … Nessy, die  mit ihrem kleinen Sohn vorbeikam und die, wie ich später noch merken sollte, bekanntermaßen auf alles fliegt, was vier Beine hat! Natürlich entgingen ihren seit früher Kindheit pferdisch geschulten Augen solche versteckten Mißstände nicht!

Zunächst merkte ich, dass ich, was ich nach meinem schrecklichen Verhalten schon befürchtet hatte, nach Ende der Messe tatsächlich nicht mehr zu dem kleinen Reitstall zurückkehrte. Wenn auch nicht allzu lange, so war er doch meine Heimat mit Freunden geworden. Nun war es also ,,vorbei“!

 

Als wir an dem fremden Ort, von dem ich Schreckliches erwartete, angekommen waren und ich ausgeladen wurde, sah ich – oh Wunder –  zuerst zwei dieser unendlich gut gepflegten, stolzen Miniponys mit langer Mähne und seidigem Fell, die mich an meine erste Heimat und meine Brüder und Schwester erinnerten. Hatte sie etwa das gleiche Schicksal ereilt? Was war geschehen? Auch mein Besitzer, der mich an einem alten Strick hielt, der nichts mit den Lederhalftern der beiden Schönheiten gemein hatte,  schien überaus erstaunt! Er blickte sie mit offenen Mund an und stammelte: ,,Wow, die sind die aber wirklich ma gepflegt! Kumpel, du hast es gut getroffen!“  Dann gab er mir einen Klaps, nahm die wohl sehr gute Bezahlung in Empfang und rauschte mit seinem klapprigen Hänger vom Hof.

Was würde mich denn nun erwarten? Ich war ziemlich verwirrt! Nessy, die ich damals ja noch nicht kannte, redete  freundlich mit mir und wollte mir eine Möhre geben, die ich aber vor lauter Aufregung und Angst nicht fressen wollte. Zu Recht! Denn dann wurde ich zu einem Waschplatz gebracht und  zum ersten Mal in meinem Leben gewaschen! Zuerst war das Wasser im Schlauch ja noch warm, aber dann wurde es eiskalt! Brrr! Aber, oh Wunder! Sie rieb mich im Anschluß mit einer Tinktur ein, die mein Jucken, an dass ich schon fast nicht mehr gedacht hatte, tatsächlich fast sofort stoppte! Zudem trocknete mich die warme Sonne und der kleine Sohn von Nessy nahm meinen Stick und führte mich zu saftigem Gras!  Das war herrlich! Danach durfte ich n´mich in eine große Box voller Sägespäne, Heu und Äpfel ausruhen.

Und erst jetzt begriff ich es richtig! Ich würde nicht … Ihr wisst schon! Diese Menschen, die wohl meine neuen Besitzer waren, schienen tatsächlich lieb zu sein! Mit fiel ein Stein, nein, ein richtiger Felsen vom Herz, denn für mich würde nun ein neues Leben beginnen! Nicht nur, dass ich erst einmal nicht ,,arbeiten“ musste und es hier viel zu entdecken gab! Es gab ja auch Kumpels wie mich! Allerdings machten sie mir ganz schön Angst, weshalb ich mich lieber an Nessy und deren großen, aber sehr sanften Wallach Ernie hielt! Denn ich bin schließlich jemand, für den es auf die inneren Werte ankommt und  Äußerlichkeiten wie Körpergröße oder Schönheit keine Rolle spielen!

Damit ich  auch schlechtem Wetter toben konnte, gab es eine überdachten Reithalle und mein neuer Pferdekumpel Ernie half mir, wenn die anderen mir was anhaben wollten! Jeden dritten Tag wurden meine Wunden gespült und das Fell eingesalbt … Anfangs fand ich das alles noch ziemlich  lästig, doch Nessy ließ sich davon nicht beirren! Liebevoll pflegte sie mich und ihr kleiner Sohn (mein neuer, offizieller Besitzer) schaute mich meist mit großen Augen bewundernd an!  Obwohl mein Rücken voll sichtbarer Wunden war, nachdem Nessy die Krusten gelöst und den Eiter abgewaschen hatte, nannte er mich ,,ein wunderschönes Pferd“. Mich! Wow! Ich fühlte mich zusehends wohler. Bald waren meine Wunden verheilt.

Und siehe da -mit einem passenden Sattel und einem dicken Polster tat mir nix mehr weh und ich ließ ich den kleinen Sohn von Nessy fröhlich auf mir reiten! Beide hatten wir viel Spaß und sogar kleine Hindernisse konnte ich überspringen! Einmal gewannen wir sogar den dritten Preis in einem Reiterwettbewerb! Tja Freunde! Auch mit X-Beinen geht das!

Aber irgendwann war ,,Sohnemann“, wie Nessy ihn nannte, zu schwer, und zugegeben war mir in dieser Zeit schon manchmal etwas langweilig, obwohl ich eine ,,Nanny“ hatte, die mich immer mitnahm, wenn sie mit ihren Kindern spazieren ging und manchmal ein Junge zu mir kam, der vorhatte, ein Zirkuspony aus mir zu machen … wegen meiner schnellen Auffassungsgabe! Tja, da staunt ihr, oder?  Zwar wurde ich einmal am Tag nach draußen gelassen, aber so richtig ausgelastet war ich nicht! Denn was sind 3 oder 4 Stunden auf der Koppel eine Stunde im Wald, wenn man den Rest vom Tag in einer 6×3 Meter großen Box steht? Na ja, nix ist perfekt und sonst war ja auch alles okay…

 

Aber dann kam tatsächlich eines Tages noch eine Überraschung! Bei einem Spaziergang, fiel mir auf, dass Nessy ungewöhnlich aufgeregt war. Wir machten Halt an einer riesigen Weide mit Boxen und einem Unterstand. Schon vorher hatte mich Nessy ein paarmal hierhergebracht und so dachte ich mir nix dabei. Nur wunderte mich, dass auch die anderen Pferde von Nessy, allen voraus mein Kumpel Ernie, da waren! Und an diesem Abend brachte sie mich nicht mehr in meine alte Box…

Und seitdem leben wir auf einem richtig großen Grundstück am Waldrand,  auf dem wir  immer draußen sein dürfen, wenn wir wollen!

Ich hatte übrigens als erster das besondere Privileg, mich völlig frei bewegen zu können, weil ich so klein bin, dass ich unter allen Zäunen durchschlupfen kann, wenn ich den kurzen Stromschlag aushalte, den ich dann manchmal abbekomme.

 

Und heute?  Bin ich ein kleiner Opa … Nee, noch nicht wirklich. Aber meine Knochen sind doch schon ein wenig abgenutzt! Ihr wisst ja – ich habe X-Beine, da geht das mit der Abnutzung leider noch schneller! Manchmal, vor allem morgens, wie jetzt, tun sie doch ein bisschen weh und es braucht eine Zeit, bis ich in die Gänge komme! Aber dann strecke ich mich und dehne mich, stakse ich erst ein wenig herum und plötzlich sind die Schmerzen wie weggeblasen, vor allem wenn Nessy, wie jetzt, mit dem Frühstück kommt!

So come on!  What shalls?  Ich liebe ich mein Leben! Besonders mag ich Leckerli und Spaziergänge. Und Schmusen mit meiner manchmal auch zickigen Freundin Lissy ist auch toll! Der Ernie wurde ja leider verkauft … wie das Leben so spielt. Allerdings hat mir Nessy gesagt, dass auch er es auch sehr gut hätte. Er hat jetzt gleich vier Freundinnen (dieser alte Macho!) Aber ,,meine“ Lissy ist auch eine Lustige, kann ich Euch sagen! Immer für einen Schabernack gut. Soll ich Euch erzählen, wie wir zusammen ausgebüchst sind? Naja, ein andermal vielleicht! Denn jetzt muß ich endlich schauen, was die Nessy so mitgebracht hat! Es sieht aus, als wäre es  – tatsächlich! Getrockneter Kranzkuchen! Mein absolutes Lieblingsgebäck! Ach, eins noch!

Lissy  hat nämlich den Vorteil, wunderschön zu sein.  Jeder verliebt sich sofort in dieses braun-schwarze, edle Pferd mit der gleichmäßigen Blässe … Aber soll ich Euch was verraten? Wenn ihr ganz genau hinschaut, sehr Ihr, dass ihr eines Bein  ein wenig nach innen verdreht ist… Nur ganz leicht, einen Hauch, sozusagen. Aber Nessy ist sogar froh darüber! Glaubt Ihr nicht? Oh doch! Es ist nämlich so: Nie hätte sie so ein Pferd kaufen können, wenn, ja, wenn es nicht vom Züchter als junges, ungerittenes Pferd relativ günstig abgegeben worden wäre. Denn man hatte schließlich nicht wissen können, ob sie ,,für den Sport taugt“  – mit diesem Bein! Und so konnte Nessy dieses Pferd kaufen, was sicher nicht geklappt hätte, wenn der Fuß nicht diesen kleinen Makel gehabt hätte…. und ich hätte heute keine ,,beste Freundin“, die, wie ich, einmal  (fast) ,,Ausschuss“ war!

 

Denn wenig  ist perfekt in unserer Welt! Ich frage mich immer öfters, warum die Menschen denken, dass es das immer unbedingt sein müsste! Sobald sie einen noch so kleine Makel an etwas entdecken, muss sofort das Ganze eliminiert  und durch etwas Perfektes ersetzt werden! Dabei kommt es in oft auf etwas ganz anderes, als auf den vermeintlichen Makel an!

Wäre es in vielen Fällen nicht mindestens genauso gut, die Perfektion darin zu finden, auch nicht perfekte Dinge einfach anzunehmen und so zu händeln, dass man gerade darin das Glück findet, etwas ,,daraus gemacht“ zu haben? Liegt ,,Perfektion“ nicht oft sowieso nur im Auge des Betrachters?

In diesem Sinne grüßt Euch ganz herzlich,

Euer nicht ganz so perfektes Minipony Tarzan!

 

 

Medizin: Zecken – Jahr 2018 – News und Fakten zum eigenen Schutz!

Hallo Ihr Lieben!

,,Mist!“ dachte ich gestern, als ich die Bescherung sah, als Svea zu mir kam. Seit drei Tagen fühlte sie sich so richtig schlapp, hatte Kopfschmerzen und schaffte es nicht einmal mehr, mit dem Hund mehr als zehn Minuten Gassi zu gehen!

Version 5

Als ich sie untersuchte, war mir die Diagnose sofort klar. So klassisch und einfach ist es wirklich selten. Der Zeckenkopf steckte an einer nicht ganz jugendfreien Stelle sogar noch. Aber es hatte sich bereits eine ordentliche Schwellung und Rötung gebildet, die sich  in typischer Weise ausbreitete, der ,,Borreliose – Halo“… Die Diagnose war klar! Sie hatte sich eine Infektion  der häufigsten durch Zecken übertragbare Erkrankung in Deutschland eingefangen! Zwar konnte sie sie nicht einmal mehr an einen Zeckenbiß erinnern, aber auch das ist nicht ungewöhnlich. Eine ungestörte Zecke kann wochenlang saugen und sich dann irgendwann von selbst vom Acker machen oder durch Kleidung oder unbewußt im Schlaf abgestreift werden, was bei Svea wahrscheinlicher war!

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Sveas Befund mit der sogenannten Wanderröte, fachsprachlich als Erythema migrans  bezeichnet!

Übrigens können Zecken  nicht nur  Überträger der sogenannten Lyme Borreliose sein, sondern auch die Frühsommermeningoenzephalitis und bei Menschen seltener die Babesiose, Ehlichiose und Anaplasmose übertragen.

Dabei möchte ich kurz auf die gefährliche

FSME (Frühsommermeningo-enzephalitits)

eingehen! Denn neu ist in der Tat, dass sie sich nicht mehr nur auf Risikogebiete des Südens Deutschlands beschränkt, sondern dieses Jahr in fast allen Bundesländern Fälle entdeckt wurden! Insofern ist ein Schutz umso wichtiger! Für Hochrisikopersonen, die sich viel im Wald und auch Wiesen aufhalten, kann eine FSME Schutzimpfung auch in manchen nördlicheren Gebieten sinnvoll sein!

Verlauf: Nur bei 10-30% der Infizierten bilden sich Symptome aus!

Stadium 1: 2-20 Tage nach Infektion
anfängliche Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, evtl. ist damit alles überstanden.

Stadium 2Bei 70% kommt es nach einer Woche zu einem zweiten Fiebergipfel mit Kopfschmerzen und Erbrechen, bei neurologischer Mitbeteiligung des zentralen Nervensystems Hirnhautentzündungszeichen mit sehr starke Kopfschmerzen, steifer Nacken, Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, psychischen Veränderungen , Lähmungen am Körper,…

Diese schweren Formen heilen selten und meist nur unvollständig aus. Kinder und Jugendliche haben insgesamt eine bessere Prognose als Erwachsene.

Behandlung: Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht! Es muß also symptomatisch behandelt werden!

Lyme Borreliose:

Je nah Gebiet sind bis 35 Prozent aller Zecken von Borrelienbakterien befallen, dabei kommt es nach einem Zeckenbiss bei 1,5 bis 6 Prozent der Betroffenen zu einer Infektion durch die Borrelien!

Verlauf: Stadium 1: Nach Tagen bis Wochen

Wanderröte

  • Schwäche
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Fieber
  • Lymphknotenschwellungen
  • Bindehautentzündung

Stadium 2: wenige Monate nach dem Zeckenbiss

  •  grippeähnliche Symptome und/oder
  •  Neuroborreliose.
  • Hirnhaut- und Nervenwurzelentzündung mit
  • Schmerzen,
  • Lähmungen und
  • neurologische Ausfälle
  • Entzündung einzelner Körpernerven, sog. periphere Neuropathie, Bsp.  Gesichtsnerv lähmen (sog. Fazialisparese) mit einseitig herabhängenden Mundwinkel
  • Befall des Herzens (Herzmuskel- / Herzbeutelentzündung)
  • Befall der Augen können sich entzünden, etwa die mittlere Augenhaut (sog. Uveitis).
  •  Hauterscheinung (Lymphadenosis cutis benigna). Anschwellen der Haut, sie bildet mehrere zentimetergroße, rot-bläuliche Flecken (v.a. an Ohrläppchen, den Brustwarzen und am Hodensack)

Stadium 3: Monate bis Jahre nach dem Zeckenbiss

  • Lyme-Arthritis schubweise oder chronisch verlaufende Gelenkentzündung – dabei können ein einzelnes Gelenk (Monoarthritis) oder gleichzeitig mehrere Gelenke betroffen sein (Oligoarthritis). (v.a. Kniegelenke)
  • Schmerzen der Sehnen und Muskeln
  • manchmal wird Haut an den Händen und Füßen sehr dünn und bläulich (sog. Acrodermatitis atrophicans Herxheimer)
  • manchmal zusätzliche Beteiligung des Nervensystems
  • Selten Lähmung Teile des Körpers (Paresen)

Behandlung:

Antibiotisch, Stadium 1 oral mit

  • Doxycyclin,
  • Amoxicillin oder
  • Cefuroxim.In fortgeschrittenen Stadien: Intravenöse  Antibiose über 3-4 Wochen mit Cephalosporinen (z.B. die Wirkstoffe Ceftriaxon, Cefotaxim)

Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, können also sehr ernst verlaufen!

Zecke, Blutsauger, Vollgesaugt

Grund genug, sich näher mit den winzigen Krabbeltierchen zu beschäftigen, die seltsamerweise bei uns wesentlich weniger Ekel auslösen, als die für uns in unseren Breiten meist ungefählicheren Spinnen. Aber schließlich ist es lebenswichtig, diese ,,Viecher“ zu entfernen und mit einer Panikattacke würde man sich da doch etwas im Weg stehen …!

Deshalb habe ich in Folgenden die wichtigsten Fakten aufgeschrieben, die es Euch ermöglich, Euch richtig zu schützen und im ,,Fall der Fälle“ eines Zeckenstiches richtig zu handeln!

1. Wann und wie muss ich mich vor einem Zeckenstich schützen?

Da die Zecken umso aktiver sind, je wärmer und je feuchter es ist, ist

  • ein Schutz bei jedem Gang in die Natur wichtig! Auch in Stadtparks lauern die kleinen Biester! 

Am besten zieht man

  • festes Schuhwerk und Strümpfe an, in hohem Gras auch lange Hosen,

wobei sich hierüber die Fachleute streiten. Denn geschützt von der Dunkelheit können die Krabbler nach oben klettern, um sich das schönste Plätzchen zu suchen. Für Zecken sind das Stellen mit dünner, etwas feuchter Haut, wie Leistenbeugen, Kniekehlen, Achselbeugen oder hinter den Ohren. Übrigens sind Zecken diesbezüglich wählerisch und krabbeln oft stundenlang herum, bevor sie ,,den schönsten Ort“ finden.

EntsprechendeSchutzlotionen und – sprays

bieten außerdem einen guten Schutz. Dieser wurde von der Stiftung Warentest für 14 verschiedene Produkte untersucht. Am besten schnitten Stoffe mit dem Wirkstoff Ircardin ab (Autan, Anti Brumm, Zeckito classic und andere) ab, am schlechtesten die,  deren Wirkung auf Eukalyptusöl beruhten. Da die wirksamen Mittel auch Nebenwirkungen bis hin zu Nervenschäden haben, sollten sie nur gezielt eingesetzt werden.

Autan familiy Care  mit Aloe vera enthält Ircardin in nicht ganz so hoher Dosierung und muss deshalb auch schon nach 3-4 Stunden erneuert werden, während das normale Autan 6-8 Stunden wirksam ist. Allerdings ist es für empfindliche Haut besser geeignet, da es zusätzlich pflegt und Feuchtigkeit spendet!

für mehr info hier klicken (Produktlink/Werbung)

Am wichtigsten sind der Schutz der Arme und Beine, wenn man sich ins Gras setzt. Aber auch die andere Stellen wie Leisten und Brustfalten nicht aussparen. Allerdings darf man diese Mittel auch nicht mit Schleimhäuten in Berührung bringen!

Hilft der Verzehr von Knoblauch gegen Zecken und anderen Insekten? Nein, Untersuchungen haben kaum Wirkung gezeigt!

2. Zeckenentfernung! Wie gehe ich vor?

  • Ein Zeckenstich sollte möglichst frühzeitig erkannt werden!

Denn je früher man eine Zecke entfernt, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Keimübertragung. Allerdings ist eine frühe Entfernung der Zecke keine Garantie, dass es nicht zu einer Infektion kommt!

Deshalb ist es wichtig,

  • sich nach jedem Aufenthalt in der Natur nach ihnen abzusuchen,

um die Zecken zeitnah entfernen zu können!

  • Ein geeignetes Mittel zur Entfernung sollte in jedem Haushalt parat liegen.

Dies können  spezielle Pinzetten, Zeckenkarten (ähnlich einer Kreditkarte mit einer entsprechenden Einkerbung), Zeckenhaken oder ähnliche Gerätschaften sein. Für weitere Infos einfach draufklicken (Produktlinks/Werbung).


Wichtig dabei ist,

  • die Zecke möglichst nah an der Haut zu greifen.

Da die Zecke kein Gewinde hat, steht überall geschrieben, dass man sie auch nicht drehen muß. Beim Greifen der Zecke sollte man sie nicht unnötig lange quetschen oder reizen, da sie sonst vermehrt infizierten Speichel abgeben kann!

Die Zecke sollte in einer verschlossenen Plastiktüte in der Gefriertruhe aufgehoben werden, damit man bei einer späteren Infektion eventuell feststellen kann, ob die Zecke infiziert war.

Allerdings führt die Untersuchung der Zecke vielleicht zu einer Erhöhung  der Indizien, allerdings kann es auch gut sein, dass, wenn diese Zecke keine Keime enthält, eine andere unbemerkte Zecke diese enthalten und übertragen hat und andererseits muss eine infizierte Zecke nicht zwangsläufig auch eine Krankheit übertragen !

3. Was mache ich, wenn der ,,Kopf“ noch steckt?

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Shootings in der Natur bergen immer das Risiko unerwünschter Gäste in den Klamotten

Bereits in der Überschrift ist ein kleiner Irrtum eingebaut! Denn die Zecke hat gar keinen richtigen Kopf, sondern das, was wir meinen, sitzt am sogenannten Capitulum  und es handelt sich um die Mundwerkzeuge. Außen sitzen zwei Sinnesorgane, die viergliedrige Taster (Palpen) Zentral sitzt der Stechrüssel, Hypostom genannt und auf dessen Oberseite sitzen die beiden Cheliceren, die die Haut des Opfers aufritzen, bevor der Saugrüssel mit seienn Widerhaken eingestochen wird!

Es kommt trotz größter Sorgfalt vor, dass das Hypostom bei einem Entfernungsversuch  stecken bleibt. Eigentlich muss man dann gar nichts getan werden. Denn die Zecke ist tot und bevor man lange herumfummelt und die Haut dabei noch mehr verletzt, benetzt man das Ganze mit etwas Desinfektionsspray und wartet darauf, dass sich die Zeckenreste von selbst verabschieden, was nach ein paar Tagen der Fall sein dürfte.

4. Muss ich zum Arzt?

Jein. Wer die Zecke entfernt hat und keinerlei Entzündungsreaktion zeigt, muß

  • nicht unbedingt zum Arzt. Wenn sich aber eine
  • deutliche Rötung an der Einstichstelle zeigt (bevor man daran herummanipuliert hat), oder
  • Symptome wie deutliche Absgeschlagenheit, Fieber, Konjunktivitis oder ähnliches auftreten, sollte zur Sicherheit den Arzt aufsuchen.

Dieser wird ggf. einen Bluttest durchführen und eine Antibiose anraten, im Annschluss oder auch schon währenddessen empfielt sich eine Symbioselenkung mir einer erneuten Keimansiedlung, damit die Abwehr im Darm gestärkt bleibt!

Falls Unsicherheiten auftreten, kann ggf. auch die Zecke untersucht werden. Allerdings habe ich das erst einmal erlebt, denn, egal, wie das Ergebnis ausfällt, Sicherheit hat man dadurch nicht

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Auch m Wald und auf hohen Wiesen fühlen sich Zecken natürlich besonders wohl! eine Beschriftung ein

5. Kann man gegen Zecken impfen?

Nein, das klappt nicht! Man kann aber gegen die sogenannte Frühsommermenigoenzephalitis , eine virale Erkrankung, impfen, die ja vom Verlauf sehr schwer sein kann! Dies sollte man, wenn man gefährdet ist, unbedingt tun. Es gibt nur wenige Gebiete in Deutschland, in denen der Erreger nioch nicht in Zecken gefunden wurde. Am besten fragt ihr Euren Arzt, ob eine Impfung für eEuch sinnvoll ist, oder ob Euer Gebiet (noch) verschont ist, worauf ich mich allerdings nicht unbedingt verlassen würde. Ich glaube nicht, dass sich Zecken an Grenzverläufe halten!

So, das waren die wichtigsten Facts rund um die kleine Krabbelviecher! Diesmal wünsche ich mir, dass Ihr die Tipps wirklich nie braucht!

Wenn Ihr trotzdem noch Fragen habet, fühlt Euch freu mir zu schreibenj

Und jetzt wünsche ich Euch einen wirklich wunderschönen ersten Mai und bei einer zunftigen Maiwanderung keine kleinen Krabbelviecher…

Alles Liebe, Eure Dr. Nessy

Fitness, Frühling, Freude! Shortstory über Motivation und mehr…

Hallo Ihr Lieben!

fullsizeoutput_a3fDie ersten Sonnen-Tage lassen unser Herz aufgehen,  zeigen aber auch gnadenlos jedes Staubkorn, das durch die Wohnung schwebt – und das sind zugegeben Tausende, die den Sonnenstrahl, der durch´s Küchenfenster kommt, mit einem Schwebetanz begrüßen… Eindeutig Zeit für den Frühjahrsputz!

Aber auch die Schaufenster in der Stadt locken schon mit zarten Farben und raffinierten, neuen Schnitten. Sicher ist es noch ein wenig früh, andererseits ist JETZT noch alles in allen Größen da – und – wie heißt es so schön? Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Deshalb dachte ich mir letzte Woche, als ich zufällig seit langem einmal wieder durch die Stadt schlenderte und in einem Schaufenster tolle Frühjahrs-Klamotten entdeckte: ,,Nichts wie rein in den Laden und ab mit den schicken Fummel in die Umkleidekabine!“

Gesagt -getan! Als erstes fiel mir allerdings auf, dass in diesen Kaufhäusern doch zunehmend gespart wird. Denn die Lichtverhältnisse waren wirklich mehr als ungünstig! Anstatt meiner durchtrainierten, leicht gebräunten Reiter-Beine sah ich nur bleiche Wabbel-Schwabbel-Stämme! Zudem schienen diese  Spiegel seltsam gewölbte Oberflächen zu haben, die tatsächlich Röllchen an den Hüften projezieren konnten! Denn, bei aller Liebe, dass da war ganz und gar nicht ,,ICH“! Kommt, Ihr kennt mich! Ich bin doch kein Walross, oder vielleicht doch?

Nun ja,  ich wollte jetzt auch nicht mit meiner Kritik am Kaufhaus-Equipment übertreiben! Am liebsten hätte ich mich nämlich sofort angezogen und den Chef des Ladens aufgesucht, um ihm einmal etwas über ordentliche Beleuchtung und hochqualitative Spiegel und so zu erzählen …

Aber ich bin nun ´mal ein feiner Mensch, auch in Krisen-Situationen. Lacht nicht! Is so! Manchmal jedenfalls! Das hatte also Zeit bis nachher. Aber tun mußte ich es. Er würde mir schließlich sicher dankbar sein! Solche Missstände gehen doch schließlich gar nicht…

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Jedenfalls entschloss ich mich, zuerst noch kurz das feine Stöffchen überzuziehen, wozu ich mich schließlich in dieses Mini-Quadrat hier begeben hatte! ,,Autsch!“ Schon hatte ich meinen vor kurzem verletzten Arm angestoßen! Das war aber auch viel zu eng hier… Noch  so ein Punkt…  Nein, versteht mich nicht falsch! ich bin kein motziger Mensch! Nur eine genaue Beobachterin, der Mißstände sofort ins Auge fallen!

Und abgesehen davon, war mein Unterbewusstsein, das aus unerfindlichen Gründen annahm, dass diese Röllchen tatsächlich vorhanden sein könnten, nicht mehr ganz so  gut gelaunt!  Das war natürlich blöd, wo ich mich doch grad so über den Frühling freute!

Aber so toll der Fummel auch an der Schaufensterpuppe aussah… ich bekam das Teil nur mit einer Mischung aus Mongolentanz und einer extremen Prüfung der Dehnbarkeit des Stoffes (den dieser leider nicht bestand) und dem Ausstoßen rhythmischer unflätiger Laute über meinen Kopf.

,,Hoffentlich sind keine meiner Patienten hier!“…dachte ich noch. Zu spät! ,,Kann ich ihnen helfen?“ Strahlend riss die Verkäuferin, Frau X, die mich letzte Woche in meiner Praxis aufgesucht hatte, den Vorhang der Kabine auf. ,,Tja“, grinste sie, ,,Frau Doktor, diese Kleider-Größen werden auch immer kleiner, finden sie nicht? Besonders nach Weihnachten!“ und dabei zwinkerte sie verschwörerisch mit einem Auge. Grrr…. Das ist der Nachteil als Ärztin. Natürlich lag mir die richtige Antwort auf der Zunge, aber diese Art von Schlagfertigkeit geht leider in unserem Beruf gar nicht…

Wobei sie natürlich recht hatte. Auch mir war mittlerweile  klargeworden, dass Größe 36 gestern war und sogar 38 ziemlich spack saß! Schließlich bin ich jemand, der nicht dauernd Ausreden für seine eigenen Mißstände sucht, sondern der Realität ins Auge blickt und die Verantwortung für seine Verfehlungen auch übernimmt! Ehrlich gesagt finde ich Leute ziemlich krude, die sich dauernd vor der Realität drücken wollen..

 

Und das geht schließlich gar nicht! Training war angesagt! Und zwar täglich! Gewichtskontrolle, Diät, Hometrainer – die ganze Palette! Schließlich weiß ich, als Vielfach-Expertin für fast alles, genau, wie´s geht. Nööö, liebe Leute! Die ,,Wunderpille“ ist noch nicht erfunden! Leider nicht … Ein wenig Disziplin müsst Ihr für Euren Traumbody schon aufbringen! Von nix kommt nix! Glaubt Ihr denn, dass Heidi Klum ihren Traumbody auf der Kirmes gewonnen hat? Nee, nee! Die hat ihren ,,Privatcoach“ , der sie dreimal pro Woche im Viereck herumscheucht. Da ist nix mit Hamburger essen! Die werden sofort nach dem Instagram-Post entsorgt!

Und quasi so  – ist das auch bei mir! Denn wenn ich eins kann, dann das! Durchziehen, was ich mir vorgenommen habe! Immer! Konsequent! Meistens jedenfalls… Naja, manchmal… Aber manchmal ehrlich!

Die Waage hatte zugegeben  schon lange keine Batterien mehr und über Weihnachten und Silvester hatte sich auch niemand darauf gestört… Weil sowieso niemand Lust hatte, sich darauf zu stellen … Hätte ja vielleicht die Laune verderben können! Doch das sollte jetzt anders werden! Ohne sich zu wiegen kann man schließlich nicht objektiv abnehmen, oder?

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atmungsaktive Stoffe sind das A und O beim Training

So kaufte ich auf dem Heimweg, voller guter Vorsätze, zunächst schon einmal Batterien für das gut Stück! Immerhin ein Anfang! Doch als ich sie dann, voller Spannung, fachgerecht installiert hatte,  würde mein Enthusiasmus jäh gebremst. Das Ding musste noch irgendwie anders kaputt sein! Schade… Oder könnt Ihr Euch etwa erklären, warum ich plötzlich DREI KOMMA SECHS !!! Kilogramm mehr wiegen sollte, als noch im Oktober ? Nun gut, die Winter-Unterwäsche ist natürlich auch besonders schwer… Hmm….  Ich brauchte eine Referenz-Person! Seltsamerweise war bei meinem Mann das Gewicht aber konstant geblieben! Konnte das vielleicht sogar tatsächlich stimmen? Auszuschließen war es jedenfalls nicht… Dennoch werde ich die Waage überprüfen lassen! Sicherheitshalber! Auch wenn ich wahrscheinlich – ich geb´s ja zu – doch  ganz gut zugenommen hatte! Schließlich ritt ich auch schon 3 Wochen nicht mehr, weil ich mir, wie ihr ja vielleicht noch wisst, meinen Arm angebrochen hatte. Da kann sowas dann schon einmal vorkommen

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So galt meine zweite Frühjahr-Fitness-Aktion dem Hometrainer, um den ich den ganzen Winter über fein säuberlich herumgewischt hatte. Eigentlich wollte  mein Mann ihn mehrere Male in den Keller räumen. Natürlich konnte ich das aber, als fitnessbegeisterte ,,Sportaholic“, die ich nun einmal, bei aller Bescheidenheit, hüstel, bin, nicht zulassen! Es hätte ja sein können, dass ,,man“ plötzlich Lust bekommen hätte, dieses High-End-Gerät tatsächlich zu benutzen! Schließlich konnte es auf Knopfdruck (fast) alles ausrechnen: Kilometerzahl, Kalorienverbrauch und sonstige exotische Dinge … und … -fast hätte ichs vergessen –  auf sein Smartphone könnte man, wenn man kapieren würde, wie man das macht, es denn wollte, auch noch alles draufladen… Schon ein ausgefuchstes Supergerät, mit dem man quasi im Schlaf abnimmt, oder? Deshalb musste ich es ja auch seinerzeit nach der Geburt meines  mittlerweile zwölfjährigen Sohnes unbedingt haben! Abgesehen davon, ist es ja quasi noch wie neu, weil ich es, nun ja, sagen wir einmal,  sehr schonend behandelt habe …

Version 2

Und da mein Mann schließlich seiner ,,fitnessbegeisterten Frau“ niemals im Wege stehen wollte, feierten wir also vergangenes  Jahr an Weihnachten und Silvester um das zugegeben sehr sportlich wirkende Gerät drumherum. Ging auch! Man musste nur den Weihnachtsbaum ein wenig mehr in die Ecke rücken, sodaß er hinter dem Fitnessgerät Platz fand, welches natürlich seine ausgeklügelte Standposition nicht verändern durfte… Hatte sich aber fast niemand dran gestört und aus den stimmungsvollen Weihnachtsbildern wurde es einfach wegretuschiert – das aber nur nebenbei! Macht Euch nicht lustig! Denn, wie ich es voraus gesagt hatte, wurde es tatsächlich auch EINMAL benutzt. Und das kam so: Als wir das Haus an Weihnachten voller Gäste hatten, setzte sich jemand, der besonders Sportliches sein wollte, darauf, um  unter den bewundernden Blicken der  Anwesenden zwei Kalorien des opulenten Weihnachtsessens mit großer Geste mit Fünf ganzen Umdrehungen der Pedale wieder ,,abzutrainieren“! Ihr seht also, meine weise Voraussicht war durchaus angebracht!

Natürlich  machte ich mich trotzdem, vor meinem ersten geplanten Gebrauch, daran, auch dieses gute Stück wieder richtig  ,,startklar“ zu machen. Eigentlich wollte ich ja, bevor ich auf dem Sattel platznahe, nur ein bißchen drüberwischen – Von wegen Mikrostaub und so. Kennt man ja. Sehr gefährlich! Nicht, dass ich beim ersten Training eine Staublunge davon tragen würde…Nach 45 Minuten akribischen Putzens jedoch fühlte ich bereits leichte Ermüdungserscheinungen. Nun ja, Putzen ist ja quasi auch eine Art Sport. Außerdem soll man es am ersten Tag auch nicht gleich übertreiben, oder? So ließ ich es für den Tag gut sein!

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Am nächsten Tag meines ausgeklügelten Fitnessprogrammes, es war schon abends, wollte ich mich gerade auf den Sattel setzen, da fiel mir auf, dass ich mit Jeans und Sweatshirt sehr unpassend für solch eine sportliche Betätigung gekleidet war!  I

Glücklicherweise erinnerte ich mich, dass ich just auf der Fashion Week im Januar von der Firma Fablethics mit gar schicken und atmungsaktiven Klamotten ausgestattet worden war.  I

ch hatte dem gutaussehenden Mann, der mich so nett beraten hatte, doch versprochen, etwas damit zu posten! Klar, dass ich mein Wort halten mußte. Nein, so etwas schiebt man schließlich nicht auf die lange Bank! Ob das abgesprochen war und  ich dafür Geld bekommen würde? Nein, das natürlich nicht, aber trotzdem! Wenn mir was gefällt, darf ich es doch trotzdem posten, oder? Also! So probierte ich diese Klamotten gleich einmal aus! Und tatsächlich passten sie wie angegossen! Kein Drücken oder Kneifen, einfach nur gut. Naja, okay,  bei dem Pulli waren die Ärmel unten doch ein wenig eng … aber sind wir ´mal nicht so, das war wahrscheinlich Absicht, dass sie nicht nach oben rutschten, oder nicht? Keine Ahnung… Ansonsten waren sie jedenfalls supi!

Lange Rede, kurzer Sinn, wie das aussah könnt Ihr ja sehen! Okay, es war schon Abend, tagsüber wäre das Licht vielleicht etwas besser gewesen! Aber nun wisst Ihr ja auch, wieso ich nur da Zeit hatte -weil ich sonst hätte trainieren müssen, hihi!

Aber am nächsten Tag würde ich wirklich trainieren! Ehrlich! Ihr kennt mich! Wenn ich etwas sage, mache ich das auch! Konsequent!

Also.. setzte ich mich lässig in Pose … tippte ein wenig an dem Display herum und –  siehe da – unter einiger Kraftanstrengung zwar, aber immerhin! … hielt ich das Ganze gefühlte 30 Minuten durch, bevor ich, mit puterrotem Kopf und leicht bläulichen Lippen, pumpend wie ein Marienkäfer vor seinem ersten Flug, erschöpft auf dem Lenker zusammenbrach! Als ich halbwegs wieder Luft zum Atmen hatte, schaute ich neugierig auf das Display… und glaubte meinen Augen nicht! Laut Egometer-Computer hätte ich nur ganze sieben Minuten durchgehalten und lediglich sechzehn Kalorien verbraucht!  Was für ein Nonsens! Wahrscheinlich war dieses Teil doch so ein Chinaimport. Ob die Garantie noch hielt? Fast neu und schon wieder kaputt!

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In diesem Sinne wünsch ich Euch viel Spaß und tolle Ergebnisse bei Eurem Frühjahrs – Workout!

Bis bald, alles Liebe, Eure Nessy

 

 

Die 12 wichtigsten Patientenfragen zum Thema Zucker mit Tipps und Hintergrundwissen …

Hallo Ihr Lieben!

unnamed (96)Natürlich kennt Ihr Zucker, werdet Ihr denken. Schließlich hat ihn ein jeder von uns schon mit der Muttermilch aufgesogen und seit der Verinnerlichung des erhobenen Zeigefingers der Frau Mama bei übermäßigem Zuckerkonsum ist die vermeintliche Schädlichkeit des Zuckers für niemanden mehr etwas neues.

Andererseits empfinden wir Zucker aber auch ,,für viele Gelegenheiten“ als  probates Trostpflaster ….

Ein Dopaminschub, durch Zucker ausgelöst und schon sieht die Welt wieder rosig aus, wenn wir gerade ´mal ,,mies drauf“ waren!

Für solche Belange ist der reine Zucker in manche Situationen, in denen es auf schnelle Energiebereitstellung geht, auch da!

So fühlen wir uns  schon innerhalb weniger Minuten nach Aufnahme leistungsfähig, positiv gestimmt und das Gehirn kann super denken. Nicht selten sieht man bei Prüfungen die Probanden ein Traubenzuckerstückchen nach dem anderen in den Mund schieben … Dass dies möglicherweise zu Übelkeit  führen kann, wird in Situationen, in denen es sofort auf eine optimale Leistung ankommt,  in Kauf genommen …

Eine tolle Sache, oder? Aber wie immer im Leben ist nichts einfach, was auch kompliziert sein kann….

Deshalb finde ich es wichtig, diesem ,,Zucker – Dilemma, was es leider nun einmal ist, einmal etwas genauer zu betrachten …

Eines gleich vorneweg: Alle Zucker gehören zu den Kohlenhydraten. Das sind chemische Einfach- oder Mehrfach-Verbindungen aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff.

1. Welche Arten von Zucker gibt es?

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Raffinierter Zucker mir hohem Gyx Index

Die meisten Zucker, die wir zu uns nehmen, sind eine Mischung aus den drei Basiszucker Glucose, Fructose und Galactose.  Alle anderen Zuckerarten wie Saccharose oder Lactose basieren auf der Zusammensetzungen dieser dreier Einfachzucker. Den Blutzuckerspiegel erhöhen  allerdings alle Zuckerarten (außer Fructose).

  1. Zu den Einfachzuckern gehören Traubenzucker (Glucose) und  Fruchtzucker (Fruktose),
  2. Zweifachzucker sind  Kristallzucker (Saccharose)und Mischzucker (Laktose)
  3. und Mehrfachzucker sind z.B. Stärke und Zellulose!

2. Welche Bedeutung von Glucose in unserem Körper?

Glucose, die auch als Traubenzucker bezeichnet wird, ist der ,,Treibstoff“ unseres Körpers, ohne den gar nix läuft. Überall liest man, dass alleine das Gehirn am Tag 140 g davon benötigt. Allerdings kann der Körper durch die sogenannte ,,Gluconeogenese“ auch aus kohlenhydratreichen Lebensmittel wie Brot Kartoffeln und Obst, ja auch aus Fett und Eiweiß Glucose selbst bilden!

3. Wie werden Zucker/Kohlenhydrate aufgenommen und verarbeitet? Die Gummibächen-Band zeigt Euch den Weg…

Das Ganze habe ich im Folgenden in eine kleine Geschichte zum besseren Verständnis verpackt, wer es lieber pur mag, liest unten weiter…

Die Sugarboy Group….

Man muss sich das so vorstellen: Der Körper freut sich über einfache Zucker wie ein Veranstalter über eine Boy Band! Denn diese haben viele Fans, machen nicht viel Arbeit, müssen nicht aufwendig vorgestellt und aufbereitet werden, um eingelassen zu werden und liefert schnelle Energie, wie eben eine Band, die viele Klicks im Internet bekommt und der auf der Bühne alle zujubeln und (fast) ein jeder fühlt sich in  ihrer Gegenwart gut, weil sie ja sooo toll sind. Wobei auch die Boyband, ähnlich unseres Einfach-Zucker, nicht immer soo toll ist, wie man sich das anfangs vorstellt. Aber dazu später! Lassen wir sie erst einmal hereinkommen!

Da kommt sie also , die Shugar-Boy-Group in unserern Mund in  einer gut zu händelnden Zahl, sprich in dem kaugerechten Häppchen an. Noch 2-3 Autogramme äh Bissen – und das Publikum, also die Zunge, nimmt schon den süßen Geruch ihres Parfüms wahr und die Security sendet die Info an die Zentrale, das Gehirn, dass die Stars, also, die Leckerbissen im Anmarsch sind. Sofort wird die Info an den Magen weitergegeben: ,, Alles Supi, gleich kommen ein paar lecker Bübchen, äh Häppchen, mach´Dir keine Arbeit mit Formalitäten, lass sie ´rein in die ,,Veranstaltung des Körpers“, sie bringen uns viel Spaß!

Natürlich setzt der Produzent, auch genannt ,the brain“ das Gehirn, bei dem delikaten, süßen Geschmack und der frohen Erwartung  sofort Glückshormone frei und gibt  die Info an die Security im Foyer, dem Magen weiter, was da zu erwarten sei… Unsere Sugar-Boys kommt also, mit ihrem einzigen Kohlenhydrat, zügig ohne lange Wartezeiten ,,auf dem roten Teppich ohne große Formalitäten“ vorbei an den wartenden Fans, die auch zur Spezies der eher langsam verwertbaren Kohlenhydrate gehören, durch die Magenwand ins Blut. Dies wird sofort vom Produktionsbüro, äh, der,,zentralen Kohlenhydrat-Überwachungseinheit im Körper“, sprich, der Bachspeichedrüse registriert, die ständig dauf dem Schirm der Überwacheungskameras danach schaut, wo ihre VIP-Group sich gerade aufhält. Schließlich müssen die ,,Türöffner der Zellen„, die Insulin-Hormonmännchen in großer Anzahl rechzeitig vor Ort am Konzertsaaleingang sein, sprich an den Zellen sein, damit die Fans zurückgehalten werden und das die Sugar -Group möglichst schnell auf die Bühne äh, in die Zelle, kommt, damit sie dort ihre Energie loswerden und ein grandiosen Konzert hinlegen kann! Dadurch läuft das Geschäft natürlich supi, denn neue Investitionen können getätigt werden und die ganze Firma , äh unser Organismus am Laufen gehalten werden. Aber, nachdem ,,the brain“ das Gehirn alles abgecheckt hat, kommt ein wenig von dem Schotter, sprich der Energie des Zuckers  gleich nach Luxemburg, ähm, in die Leber, um dort für ,,schlechte Zeiten“ eingelagert zu werden

…und die ,,Normalo-Vollkorn-Bühnenarbeiter“

Kommen wir nun zu den  ,,Normalo“ Mehrfach-Kohlenhydraten, die mit der Nahrung als zum Beispiel als ein Gruppe Schicht-Arbeiter, z.B. Vollkorn-Schnittchen an den Eingang, äh zum Mund, kommen. Hier werden sie erst einmal ordentlich kontrolliert, äh,  gekaut, bevor sie auch nur in das Foyer, bzw. den Magen dürfen. Dann müssen sie sich erst einmal von ihren Straßenkleider trennen bzw. bleiben die  unverdaulichen Stoffe im Magen-Darmtrakt, bevor  bevor unsere Kohlenhydrat-Arbeiter, nach ihrer Arbeits- Bereichs-Karten aufgeteilt (aufgespalten nach Nährstoffen) werden, um sich erst dann durch die richtige Tür (dem richtigen Transportmechanismus durch die Magenwandwand) auf den Weg (der Blutbahn) zum Konzertsaal (zur Zelle) zu machen.  

Auch hier wartet nun von der Zentrale (der Bauchspeicheldrüse) abgestellte Insulin-Tür- Kontrolle-Männchen, um erst einzeln die Karten zu kontrollieren, bevor unseren Kohlenhydrat-Arbeitern die Tür geöffnet wird, um im Konzertsaal (in der Zelle) ihre Arbeit zu verrichten, sprich Energie abzugeben. Dabei kommt bei den Kohlehydrat-Schicht-Arbeitern natürlich nicht soviel auf einmal heraus und die Prozesse gehen langsamer vonstatten, wie bei der Sugar-Boy Group, aber dafür kommen sie ja auch jeden Tag und verrichten ihre Arbeit konstant und nicht nur einmal! 

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komplexere Kohlenhydrate in Haferflocken

So, alles Klar? Das Ganze nocheinmal in Kurzform: Die Komplexen Kohlenhydrate werden also im Mund zerkleinert, im Magen-Darm-Trakt gespalten und dann durch spezielle aktive und passive Transportmechanismen ins Blut abgegeben, um zu Zelle zu gelangen! Werden Kohlenhydrate bereits, wie oben beschrieben, als Einfach-Zucker verspeist, müssen sie nicht erst zerlegt  werden, was einen schnellen Anstieg des Blutzuckers verursacht. Dann wird das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet damit es den Zucker in die Zellen schleusen kann! Viel Zucker in kurzer Zeit sorgt, im Gegenteil zu langsamer verwertbaren Kohlenhydraten, für viel Insulin, das ausgeschüttet wird.Dieses führt dann zu einer rasche Aufnahme des Zuckers in die Zelle, wo es verarbeitet wird und der Zucker als wichtiger Energielieferant für verschiedenste Zellprozesse dient.

Übrigens nehmen die Zellen der Leber einen Großteil des Zuckers auf. Sie bauen damit Zuckerspeicher für ,,schlechte Zeiten“. Diese können durch Glukagon wieder abgebaut werden. Darüber hinaus kann die Leber aber auch selbst Zucker herstellen.

Zucker wird zwar in den Nieren gefiltert, aber wieder vollständig zurück ins Blut aufgenommen, sodass der Harn normalerweise zuckerfrei ist.

Allerdings ist die primär gesteigerte Energie nach Glucose-Aufnahmen z.B. des Gehirns nur von  kurzer Dauer, dann sinkt die Konzentration ebenso rasch wieder ab… und das ist das eigentlich Blöde an der Sache  …

4. Was passiert, wenn der Blutzucker wieder abfällt?

Ist der Blutzucker (BZ) dann wieder niedrig – oft niedriger als vorher durch hohe Geldausgaben Insulinausschüttung bei raschen BZ-Anstieg –  schallt nun der Ruf durch den Körper – ,, Achtung, Energiemangel. Blutzucker niedrig“! . aktuell keine VIP-Veranstalungen mehr und dadurch fehlende Einnahmen, wird sich dran erinnert, dass ja noch in der Leber-Lounge ein paar DSDS-Mehrfach-Kandidaten, äh, Kohlenhydrate herumhängen, die man ja noch auf die Bühne zerren könnte, da sie ihren Vertrag noch nicht erfüllt haben! . Sofort schicht das Produktionsbüro der Bauchspeicheldrüse wird  der Gegenspieler des Insulins, die Glucagon -Türöffner, vom Produktionsbüro (der Bauchspeicheldrüse) nach draußen, um diese Kerlchen (Energieeinheiten) zur Produktion von Energie bereitzustellen…

Durch Glucagon kommt es so zur Neubildung von Glucose (Gluconeogenese). Dabei kann der Organismus Glucose aus anderen Stoffwechselprodukten (Lactat oder bestimmten Aminosäuren) unter Energieverbrauch aufbauen (bis zu 250 g Glucose am Tag in der Leber / Tubuluszellen der Nieren) . Zucker wird so aus  den vorhandenen Reserven mobilisiert . Gleichzeitig bekommt man aber, je nach werten auch Heiß-Hunger nach mehr Süßem …

Greift deshalb lieber zu gesunden Nahrungsmitteln mit komplexen Kohlenhydraten, die werden nur sehr langsam zu Zucker abgebaut und halten länger satt!

Ein Maß hierfür ist der sogenannte ,,glykämische Index“.

5. Was bedeutet der ,,Glykämische Index „(GI)?

Er gibt an, wie schnell und wie stark ein Lebensmittel den Blutzucker ansteigen lässt. Richtwert ist dabei Traubenzucker, der den stärksten Blutzuckeranstieg unter allen Lebensmitteln verursacht.

In unsererm kleinen Beispiel also, wie schnell und wie viele Fans unser Star zur Bühne bringt und so zu Gewinn umwandeln kann!

Enthalten Lebensmittel (z.B. Zucker, Weißmehlprodukte…)  viele schnell verwertbare Kohlenhydrate und  sind sie stärker verarbeitet, ist auch ihr GI höher. Auch die Zubereitungsart hat also Einfluss auf den GI. So haben Kartoffeln gekocht einen höheren Wert als roh.  Am schnellsten gehen die Kohlenhydrate aus Kartoffelbrei ins Blut über.

Generell kommt es bei Lebensmitteln mit komplexeren Kohlenhydraten , die länger zum Abbau benötigen, zu einer langsameren Ausschüttung  von Insulin mit konstanteren Blutzucker- und Insulinspiegeln. Ihr GI ist also niedriger.   

Das sind vor allem Lebnsmittel mit einem hohen  Ballaststoffanteil, wie Vollkornprodukte, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Hirse- und Lupinen-Flocken, generell Gemüse aller Art, besonders Kohl und Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen und auch nicht zu süßes Obst, aber auch Lebensmittel , die viel Fett oder Eiweiß, enthalten!

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Leinsamen ist ein guter KH Lieferant, allerdings sollte es gequetscht sein, sonst  kann es schlecht aufgenommen werden.

Tipps gegen unerwünschte Nebenwirkungen wie Blähungen …

Allerdings vertragen manche bei einer plötzlichen Umstellung  die geballte Ladung an Ballaststoffen nicht. Gar plötzlich kommt es zur Bildung unerwünschter Nebel und Hochdruckgebiete, wo sie nicht sein sollten…

Damit man dem entgegenwirkt, habe ich Euch ein paar Tipps zusammengestellt:

Wichtig sind z.B. bei Hülsenfruchten und Kohlsorten genügend lange Garzeiten. Vielleicht sollte auch allzu blähennde Speisen bei Problemen anfangs gemieden werden, wenn einen Neigung zu Blähungen besteht. Außerdem sollte man langsam essen und sorfältig kauen, den übermäßigen Konsum kohlensäurehaltiger Getränke meiden und auch, wenn möglich Zuckerersatzstoffe wie Sorbit, Mannit und Xylit vermeiden. Bei starken, wiederkehrenden Blähungen kann man mit Simeticon-haltigen Produkten aus der Apotheke Linderung erfahren. Außerdem sollte man sich an seinen Arzt bezüglich einer Symbioselenkung  des Darmes wenden …

 

(Eine gute Tabelle mit sehr vielen Lebensmitteln habe ich hier gefunden, ohne Gewähr)

6. Wie geht der Abbau von Glucose im Körper vonstatten?

Das Ziel beim Abbau von Glucose (Glycolyse) ist die Energiegewinnung der Zelle. Je nach Abbauweg wird unterschiedlich viel Energie freigesetzt.

Die Glykolyse ist ein kataboler (abbauender), energieliefernder Stoffwechselweg, dessen Enzyme im Inneren der Zelle (Zytosol) vorkommt. Die Funktion ist der Gewinn von Energie durch den Abbau von Glucose zu Pyruvat. Dabei wird ein Molekül Glucose zu zwei Molekülen Pyruvat abgebaut. Die freiwerdende Energie (Oxidationsenergie ) wird durch die Bildung von ATP und von NADH gespeichert, da dies energiereiche Verbindungen sind, die Ihre Energie bei Bedarf abgeben können!

Der folgende kursiv gedruckte Abschnitt ist für die Bio-Chemie-Cracks unter Euch gedacht. Die anderen dürfen ihn getrost überspringen!)

Weiter geht es 

Je nach Schicksal des Pyruvats :

Über die Glycolyse, die oxidative Decarboxylierung, den Citratzyklus und die Atmungskette wird der Zucker entweder vollständig (aerob) zu Wasser und Kohlenstoffdioxid abgebaut, dabei wird Pyruvat wird in Acetyl-CoA umgewandelt, dieses wird im Citratzyklus zu CO2 und H2O oxidiert; NADH gibt seine Elektronen an die Atmungskette ab, an deren Ende die Reduktion von O2 und die ATP-Synthese stehen

(Der MetabolitAcetyl-CoA von Glucose wird bei einem Überangebot übrigens auch zur Fettsäuresynthese (Herstellung von Fett) genutzt.)

oder

  • anaerobe Glykolyse: Pyruvat wird von der Lactatdehydrogenase unter Oxidation von NADH + H+ zu Lactat reduziert, die Glucose wird dabei anaerob (ohne Sauerstoff ) zu Lactat durch Milchsäuregärung umgewandelt, setzt aber dabei weniger Energie frei.

Dabei werden die Glykogen-Speichers im Körper (v.a. in Leber und Skelettmuskulatur) aufgefüllt.

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7. Was kann den Blutzuckerspiegel außer, wenn man Zucker isst oder trinkt, noch beeinflussen?

1. Stress/Aufregung:Auch Dawn Phänomen genannt – Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol sorgen für einen raschen Anstieg! Klar, dass wir Energie brauchen, um in Gefahrensituationen schnell flüchten zu können. Denkt an die Spinne, die übers Bettlaken krabbelt. Wer möchte da nicht schnell aus dem Bett kommen? Dummerweise kann der Körper nicht abschätzen, ob wir gleich wirklich flüchten oder uns nur aufregen, weil uns jemand zum Beispiel furchtbar nervt … Flüchten wir aber nicht, muß der Körper die bereitgestellten ,,Fluchthelfer“ wieder  abbauen …

2. Medikamente, die den BZ beeinflussen, sind Betablocker und Diuretika, aber auch Antipsychotika, Phenytoin, Thiazid-Diuretika, Tacrolimus, Terbutalin und Cyclosporin.

3. Koffein: Kaffee, Cola, Energy Drinks verhindern vermutlich durch Koffein den Abtransport von Glukose aus dem Blut. Eventuell wirken sie auch über die Freisetzung von Stresshormonen (Cortisol, Adrenalin) blutzuckkersteigernd.

4. Infekte/Fieber: Auch dabei setzt der Köper Stresshormone frei.

5. Fett und Eiweiß: Diese können auch  zu Glukose umgewandelt werden. Zu einer Erhöhung des BZ-Spiegels kommt es 3-5 Stunden nach einer Mahlzeit.

6. Schlafmangel: Erhöht die Glucosetoleranz von gesunden Menschen

8. Schmerzen: z.B. Zahnschmerzen erzeugen Stress und erhöhen somit auch den BZ

9- Hitze: Wenn es heißer wird, wirkt Insulin generell schneller. Daher haben insulinpflichtige Diabetiker im Sommer öfter einen geringeren Insulinbedarf. Aber Vorsicht: Durch die große Hitze kann der Körper auch leicht austrocknen, und das führt wiederrum eventuell zu einem Blutzuckeranstieg.

10. Alkohol:  Bei mehreren Gläschen Wein oder einem 5er – Bierchen  kann es tatsächlich zur Unterzuckerung kommen! Der Grund dafür ist, dass in der Leber zuerst  Alkohol abgebaut wird und erst danach Traubenzucker ins Blut gelangt.

IMG_20858. Was passiert bei einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel?

Dadurch wird verstärkt Insulin ausgeschüttet, um den Spiegel wieder zu senken. Das

  • begünstigt zum einen die Bildung von Fettdepots und
  • kann zum anderen zu Heißhungerattacken führen und das Drama beginnt von vorne. Langfristig kommt es zu
  • Schädigung von Gefäßen und Nerven, dadurch Folgeerkrankungen wie
  • diabetischem Fuß,
  • Nierenschaden,
  • Herzinfarkt oder
  • Schlaganfall
  • bereits kurzfristige starke Ausschläge nach den Mahlzeiten beschädigen die Innenwände der Blutgefäße.
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Ein Törtchen aus Eischnee, Mandel und Träuble ist bezüglich seines Glyx.Index relativ günstig

9.Führt übermäßiger Zuckerkonsum zu Diabetes Mellitus?

Bisher konnte noch keine Studie eine Verbindung zwischen hohem Zuckerkonsum und Diabetes nachgewiesen werden. Dass Zucker also direkt für Diabetes verantwortlich ist, stimmt so nicht. Vielmehr konnte nachgewiesen werden, dass Fettleibigkeit (Adipositas) zu Diabetes führen kann. Allerdings enthält Zucker sehr viele Kalorien und kann so bei falscher Ernährung zu Übergewicht und dadurch zu einem erhöhten Diabetes-Risiko führen.

10. Was passiert bei Diabetes mellitus?

Dabei besteht ein Mangel an Insulin oder die Wirkung des Insulins an den Körperzellen ist eingeschränkt (Insulinresistenz).

Die Ursachen sind zum einen erblich (bei Typ I-Diabetes, der im Jugendalter beginnt) zum andern sind die Ursachen aber noch nich abschließend geklärt, dies gilt  bei Insulinresistenz (mangelndes Ansprechen der Zellen auf Insulin, d.h. Glucose wird nicht so leicht in die Zellen aufgenommen) bzw. dem Typ II-Diabetes, der sich nicht selten aus einer Insulinresistenz entwickelt und meist erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter auftritt. Allerdings können bestimmte Lebensgewohnheiten das Risiko für diese Entwicklungen erhöhen. Dazu gehören:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • unausgewogene, fettreiche Ernährung

Die Folgen dieser ,,Missstände des Körpers“ sind ein erhöhter Blutzuckerspiegel und Zucker im Urin. Kompensatorisch  produziert die Bauchspeicheldrüse zunächst vermehrt Insulin. Die Blutzuckerwerte sind zwar noch normal, allerdings ist der Insulinanteil im Blut außergewöhnlich hoch (gemessen am HBA1c-Wert, normal bis 6). Oftmals besteht dieser Zustand über Jahre, bis die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin produzieren können. Aufgrund der Überlastung werden sie funktionsunfähig. Die Folge sind ein chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) und somit die Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2.

 (Literatur zur Insulinresistenz: 

11. Welches sind die wichtigsten  Möglichkeiten zur Diagnostik von Störungen des Blutzucker-Spiegels als Hinweise für eine Insulin-Resistenz oder Diabetes Mellitus?

Basis – Labordiagnostik: Blutzuckerwert im Blut und Urin,                                                                                                                                                                                                                                Blutzuckertagesprofil

Hinweisen auf  Diabetes

  • starker Durst,
  • vermehrte Ausscheidung
  • dauernde Müdigkeit
  • Gewichtsabnahme

Glukose-Toleranztest zur Diagnosefindung

Kann der Körper den zugeführten Zucker innerhalb eines bestimmten Zeitraums abbauen?.

 Durchführung:

  1. Blutprobe  für den Nüchtern- Glukosewert
  2. Trinken einer glukosehaltige Flüssigkeit
  3. nach etwa zwei Stunden erneut  Blutprobe

Sind die Glukosewerte im Vergleich zum Normalwert wesentlich erhöht, liegt eine gestörte Glukosetoleranz vor. Das bedeutet, dass der Zucker im Blut nicht ausreichend abgebaut werden kann.

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Ein Kompromiß: gebackene Bananen haben etwa einen Gyx-Index von 50 …

Insulin-Toleranztest:

  1. Blutprobe bei nüchternem Magen.
  2. Insulin wird in die Vene injiziert.
  3. Nach einer halben Stunde wird der Insulinanteil im Blut gemessen.

Beträgt der Anteil noch über 80 Prozent der injizierten Menge, liegt eine Insulinresistenz vor.

12. Wie kann man einer Zuckerkrankheit vorbeugen?

Eine Vorbeugung bzw. auch die (anfängliche) Therapie der Insulinresistenz bzw. eines Diabetes Mellitus erreicht man durch Umstellung der Lebensweise!

  •  Übergewicht abbauen
  • Bewegung – regelmäßig
  • Ernährungsberatung – ausgewogene Ernährung (s.o)
  •  das Rauchen /Alkohol soweit wie möglich vermindern
  • Verlauf: Insulinresistenz ist Vorstufe von Diabetes – regelmäßige Kontrollen

Wird die Lebensweise konsequent verändert, kann die Insulinresistenz meist erheblich abgeschwächt werden. Insbesondere zur Vermeidung von Diabetes mellitus Typ 2 ist dies von Bedeutung. Die Insulinresistenz ist eine Vorstufe von Diabetes. Wird ihr nicht entgegengewirkt, ist die Wahrscheinlichkeit einen Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln, stark erhöht.

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Vielfältige relativ gesunde Möglichkeiten gibtß´s auch für Naschkatzen, wenn man sich bei den Weintrauben, die sehr süß sind, etwas zurückhält …

 

So, das Wichtigste dürftet Ihr nun wissen! Ich hoffe, trotz des etwas trockenen Themas war es nicht zu langweilig! Wenn Ihr noch Fragen, Anregungen , Wünsche oder Kritik  habt, könnt Ihr die natürlich gerne in den Kommentaren loswerden, ich freu mich immer über Euer Interesse! 

Wie immer ersetzen meine medizinischen Artikel keine ärztliche Beratung , Untersuchung oder Therapie und eine Verantwortung für die Inhalte übernehme ich auch nicht, da sich die Wissenschaftlichen Erkenntnisse und Empfehlungen  erstens oft ändern und ich zweitens auch nicht weiß, ob die Aussagen aus Büchern immer richtig sind. Ein wichtiges Maß ist deshalb für mich trotz allem auch der gesunde Menschenverstand…

Und was geht hier so in Zukunft ab?

 

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Die andere Möglichkeit, ungünstige Schwankungen des Blutzuckers zu vermeiden ist nach einer kleinen Nasch-Sünde. der sofortige Verbrauch durch Bewegung…

Also, …bald kommt der zweite Teil der Fashion-Week-Story und medizinisch ein Artikel über Fructose – Unverträglichkeit, die immerhin ein Drittel der Menscheit mehr oder weniger betreffen soll …

In diesem Sinne, alles Liebe, bleibt gesund,

Eure Nessy

 

 

Interessante Fremd-Literatur:

  1. Schmidt, Lang: Physiologie des Menschen, 30. Auflage. Springer Verlag, 2007, S. 907.
  2. T. Dandekar, S. Schuster, B. Snel, M. Huynen, P. Bork: Pathway alignment: application to the comparative analysis of glycolytic enzymes. In: Biochem. J. 343 Pt 1, 1999, S. 115–124 (PMID 10493919; PMC 1220531 (freier Volltext)).
  3. W. A. Scherbaum, B. M. Lobnig, In: Hans-Peter Wolff, Thomas R. Weihrauch: Internistische Therapie 2006, 2007. 16. Auflage. Elsevier, München 2006, ISBN 3-437-23182-0, S. 927, 985.
  4. Manfred Hesse, Herbert Meier, Bernd Zeeh, Stefan Bienz, Laurent Bigler, Thomas Fox: Spektroskopische Methoden in der organischen Chemie. 8., überarb. Auflage. Georg Thieme, 2011, ISBN 978-3-13-160038-7, S. 34.
  5. P. Trinder: Determination of glucose in blood using glucose oxidase with an alternative oxygen acceptor. In: Annals of Clinical Biochemistry. 6, 1969, S. 24–27. doi:10.1177/000456326900600108
  6. Herold: Innere Medizin 2016

 

 

 

Medizin/ Anti Aging: Chronobiologie – Warum der Takt der inneren Uhr für uns so wichtig ist!

 

Am Morgen
Wake up like this…

Wer kennt das nicht? Im Wir kommen aus einem schönen Urlaub in der Karibik oder den Vereinigten Staaten heim und dann, wenn unser Arbeitsalltag eigentlich wieder mit frischem Mut und gut erholt beginnen sollte, fällt es uns morgens verdammt schwer, aus den Federn zu kommen! Ja wir würden am liebsten den ganzen Tag die Decke über die Ohren ziehen und uns ,,ausruhen“. Nur mit Mühe ,,krabbeln“ wir aus dem Bett und brauchen eine heiße Dusche und mindestens zwei Tassen Kaffee, um auf ,,Betriebstemperatur“ zu kommen… Unsere innere Uhr ist eindeutig aus dem Takt! der sogenannte ,,zirkandiane“ (tageszeitliche) Rhythmus ist gestört! Das Wort kommt übrigens aus dem  Lateinischen: circa – ringsum, umher; dies – Tag. Manchmal liest man auch die englische Version: circandian. Damit sind Schwankungen von Körperfunktionen gemeint, die durch exogene (Tag-Nacht-Wechsel) oder endogene (Hormone) Einflüsse gesteuert werden.

Allerdings geht die Umstellung doch ein wenig leichter, wenn uns die Sonnenstrahlen vor dem Aufstehen an der Nasenspitze kitzeln… Das ist doch noch allemal besser,  wie wenn es draußen, wie im Winter, stockfinster ist.

 

Die ,,Innere Uhr“

 

Abends

Bei einer gut funktionierenden inneren Uhr wäre es natürlich so, dass morgens alle physiologischen Prozesse angestoßen werden, die den Körper in Aktivität versetzen und abends diese Prozesse langsamer werden, damit der Körper zur Ruhe kommen kann! Man braucht kein Forscher zu sein, um diese Zusammenhänge zu erkennen!

Unsere ,,inneren Uhren“ steuern  nicht nur unseren Schlaf-Wachrhythmus, sondern auch andere Dinge unseres Lebens,

wie

  • Ernährung,
  • Verdauung,
  • Blutdruck,
  • Körpertemperatur,
  • Leistungsfähigkeit,
  • Immunsystem und
  • Hormone

Das Leben läuft in vielen Bereichen in Zyklen ab!

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20 Prozent unserer Gene  sind chronobiologisch bestimmt. Sie steuern Abläufe die auf den ersten Blick gar nicht als Sekunden- (z.B, Herzschläge), Tages-, Monats- -oder gar Jahresyklus erkennbar sind. Ja, es gibt sogar weit längere Zyklen, wie bei dem Mensch der Haar-Wachstumszyklus oder denken wir in der Tierwelt  an manche Käferarten, die nur alle Paar Jahre gehäuft schlüpfen, wie Maikäfer!

Im Tagesverlauf völlig unterschiedliche Konzentrationen weist z.B. der Cortisolspiegel auf, während die weiblichen Geschlechtshormone,  sich im monatlichen Zyklus phasenhaft verändern. Aber auch jahreszeitlich gibt es solche Schwankungen, der in Tierversuchen auch unter konstant bleibenden Bedingungen erhalten bleibt. Spezies mit genetisch programmierten Jahresrhythmen gibt es weltweit, von hohen Breiten bis zum Äquator und selbst in scheinbar konstanten Umgebungen wie der Tiefsee!
Die für Wintermonate typischen kurzen Tage zum Beispiel aktivierten bei vielen Arten das Immunsystem – damit werde den für zahlreiche Infektionen erhöhten Risiken Rechnung getragen.Klar, dass auch die Regeneration des Organismus und natürlich auch der Haut, nur suboptimal vonstatten gehen kann. Denn das ist der eigentliche Zweck dieser Uhr: Zeiten für die vielen kleinen und großen Reparaturmechanismen zu schaffen, mit denen unser Wunderwerk Körper ausgestattet ist… Fehlt diese Zeit, schreitet auch der Alterungsprozess unwiederbringlich fort… Denn mit der Zeit summieren sich die Schäden …

Welche Bedeutungen haben die innere Uhren noch für den Menschen?

  • Es dauert einige Tage, bis sich die ,,innere Uhr“ angepasst hat! in Zeiten von Dissonanzen zwischen der inneren und äußeren Uhr hat der Organismus ein schwächere Immunsystem. Zusätzliche Belastungen sollten dann vermieden werden!
  • Rund 20 Prozent aller Gene sind rhythmisch aktiv, das sollten Mediziner beachten (vor allem bei Stoffwechselprozessen)
  • Ursache von vielen Volkskrankheiten ist auf ein Auseinanderdriften von Innenzeit und Außenzeit zurückzuführen, vor allem das Auftreten von Übergewicht und Diabetes.
  • Berücksichtigung der Chronobiologie bei der Einnahme von Medikamenten
  • Diese auch bei Klinische Studien berücksichtigen, sonst werden diese falsch interpretiert
  • Es ist bereits ein Bluttest zum Patent angemeldet, mit dem sich der Chronotyp eines Menschen bestimmen lässt (wird in etwa zwei Jahren erwartet)

In Bezug auf die Schlafmuster wurden übrigens

zwei Arten von „Chronotypen“

unterschieden:
Die „Nachteulen“ oder Langschläfer gehen spät zu Bett und stehen entsprechend später auf  ,
die „Lerchen“ oder Frühaufsteher gehen früh zu Bett gehen und stehen früher auf.

Die Bedeutung des Lichtes

Diese Unterschiede sind durch genetische Prädisposition zustande gekommen, deshalb ist ein „Umerziehen“ so gut wie ausgeschlossen. Allerdings weicht der Lebensstil der Menschen in westlichen Kulturkreisen immer mehr von den Rahmenbedingungen, die die biologische Uhr vorgibt, ab (Schichtarbeit, reisen über verschiedene Zeitzonen,…). Damit verbunden ist häufig ein Lichtdefizit, dass diese innere Uhr maßgeblich mit steuert. unnamed (3)
So liegt Lichteinstrahlung in Innenräumen selten höher als 500 Lux. Im Freien beträgt die Lichtstärke 8.000 Lux bei bedecktem Himmel und bis zu 100.000 Lux an einem Sonnentag. Davon betroffen sind vor allem Menschen mit vorwiegend Innenraumtätigkeiten, das Leben in den Wintermonaten und in nördlichen Ländern (z. B. Norwegen). Ein weiteres Problem sind LED Beleuchtungen, auch durch die Benutzung der Computer in den Abendstunden geworden, die die innere Uhr deutlich durcheinander bringen können.
Dabei drohen

Schäden durch Störung der inneren Uhr und falscher Lichtverhältnisse

wie

  • Leistungseinbußen,
  • Schlaf- und Essstörungen,
  • Energielosigkeit bis hin zu
  • schweren Depressionen und ein
  • eingeschränktes Immunsystem.
  • Krankheiten wie Diabetes und Krebs
  • vorzeitige Alterung
  • Verhaltensänderungen

 

Zusammenhänge zwischen Chronobiologie und Ernährung – Das Henne-Ei Problem

  • Essen zur falschen Zeit erhöht das Risiko für Stoffwechselkrankheiten, da
    der Abbau von ungünstigen Fetten und Zucker am Abend dreimal langsamer vonstattengeht wie am Morgen, also:
  • zu viele Kohlenhydrate und Fette sollten also am Abend vermieden werden, denn das führt zu Übergewicht und dazu, dass die innere Uhr nicht mehr richtig funktioniert. Eine nicht mehr synchron zum Tag-Nacht-Verlauf tickende Uhr fördert dann wiederum das Übergewicht. Ein Teufelskreislauf.

Der zwischenzeitlich hart kritisierte Ernährungsspruch: ,,Morgens wie ein Kaiser und abends wie ein Bettler“ ist doch richtig

Möglichkeiten der Einflussnahme des Lichtes

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Eine Salzkristall-Lampe strahlt ein angenehmes, warmes Licht aus… Ein erfekter Frbton, um den Abend ausklingen zu lassen….

wenn man nun über diese Zusammenhänge Bescheid weiß, ist es klar, dass man

  • die unterschiedlichen Lichtverhältnisse im täglichen Leben berücksichtigen muss und eventuell sogar beeinflussen sollte. Beispielsweise kann es bei Blinden deshalb schwieriger sein, eine einmal verstellte Uhr, z.B. nach einer Reise durch verschiedene Zeitzonen wieder in den richtigen Takt zu bringen.

Auch  kann man mit diesem Wissen

  • für eine vernünftige Beleuchtung sorgen! Der Einsatz von Tageslichtlampen, die Dimmfunktionen von Lichtern und Computern, das Verwenden von möglichst warmen Licht und lichtschwachen Lampen in den Abendstunden sind einige Möglichkeiten, die man gezielt einsetzen kann.
  • Außerdem gibt es viele Möglichkeiten (hierzu kommt nächste Woche ein ausführlicher Beitrag  mit vielen Schlaf-Tipps), um seinem Körper Ruhephasen zu suggerieren.

Nobelpreis im  für die Entdeckung der Proteine, die die innere Uhr der Zellen steuern

Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young haben nun diese molekularen Mechanismen, die die so genannten zirkadianen Rhythmen kontrollieren, erforscht und sind dafür mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt worden.

Die künftigen Träger des Medizin-Nobelpreises, die US-Genetiker Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young, präsentiert bei der Verkündigung in Stockholm.
Nobelpreisverleihung in Stockholm. Quelle:dpa

Die Wissenschaftler stießen auf ein Protein, PER, das von „period“ kodiert wird, in der Nacht ansteigt und am Tag abnimmt, außerdem auf eine Reihe von weiteren Proteinen, die die innere Uhr der Zellen steuern, darunter auch die Proteine mit den Bezeichnungen TIM und DBT.
Einige der Proteine wirken aktivierend, andere wiederum hemmend. So bilden sie einen eigenen Zyklus.

Was daraus entsteht, ist die oben beschriebene innere Uhr, die selbst den Rhythmus vorgibt und dem Körper auch noch sagt, auf was er sich vorbereiten muss.

So, damit wäre ich auch am Ende angelangt! In einer Woche habe ich für Euch  ein großes Schlaf-Special vorbereitet, bei dem hauptsächlich  um viele praktische Tipps rund ums Schafen geht. An Bord sind natürlich, wie von mir gewohnt, wieder einige neue Erkenntnisse.

So, dann schlaft gut und habt eine tolle Woche!

Alles Liebe,

Eure Nessy

Beauty: Microblading – ein neues Verfahren für die perfekten Augenbrauen erobert die Kosmetik – Szene!

 

Zwei Dinge vorneweg: 

Danke an Ruzica Tiefenbacher des Kosmetik Instituts  RT Tiefenbacher in Wien für die Unterstützung und die Überlassung des Bildmaterials. Aufgrund dessen bezeichne ich diesen Artikel als Werbung!

Die Bilder von meiner Tochter und mir zeigen übrigens natürliche Augenbrauen. 

Hallo Ihr Lieben!

Vor kurzem habe ich hier einen langen Artikel zum Thema Haarausfall geschrieben.  Danke für Euer großes Feed-Back! Was mir selbst gar nicht so bewußt war, ist die Tatsache, dass auch die Augenbrauen häufig von dem Problem des mangelnden Haarwachstums betroffen sind.

Schöne Augenbrauen – wichtig für einen harmonischen Gesamteindruck!

Medizinisch ist das natürlich keinesfalls gravierend, aber insgeheim leiden doch viele Frauen unter einer – in ihrem Empfinden – eingeschränkten Optik.

Und in der Tat kann man vor dem Spiegel leicht überprüfen, dass die Augenbrauen für die Wirkung des Gesichtes tatsächlich sehr wichtig sind! Denn lässt die Form oder Fülle dieser Ansammlung von Härchen zu  wünschen übrig, kann die Symmetrie und der Gesamteindruck des Gesichtes dadurch nachhaltig beeinträchtigt werden.

Tatsächlich kann dies wiederum dazu führen, dass das Selbstbewußtsein leidet ... Eine Tatsache, die  traurig ist, denn tatsächlich gibt es mittlerweile einfache Mittel und Wege, bei dieser kleinen Störung Abhilfe zu schaffen!

Microblading in Wien 

Veränderung des Gesamteindruckes durch korrigierte Augenbrauen! 

Bei mangelnder Fülle kann man einfach nachhelfen!

Ich habe mich ein wenig umgesehen, was für verschiedene Techniken hier in Frage kommen und wer Erfahrung damit hat. Denn gerade bei optischen Auffüll-Verfahren ist es wichtig, dass nach den neuesten Methoden der Wissenschaft und mit verträglichen, erprobten und hochwertigen Materialien gearbeitet wird.

So bin ich auf das Kosmetikstudio  Microblading Wien  gestoßen, dass sich genau darauf spezialisiert hat. Ruzica Tiefenbacher ist eine ausgewiesene Expertin in der Microbladingtechnik und verfügt über jahrelange Erfahrung auf diesem Gebiet.  Zudem bildet sie auch Kosmetikerinnen zu diesem Verfahren aus. Für mich also die beste Adresse, um mich über die neuesten Verfahren zu informieren.  Danke an dieser Stelle nach Wien!

Microblading-Verfahren – Wie funktioniert das?

Das sogenannte Microblading (von engl. blade – Klinge, Skalpell) ist eine unsprünglich aus Asien stammende Form des Permanent Make Ups für die Augenbrauen.

Dabei wird nicht, wie sonst üblich, mit einer Tätowiernadel gestochen, sondern nach Aufzeichnen der idealen Form und Auftragen einer betäubenden Creme mit einer Art Skalpell, an dessen Spitze aneinandergereihte, feine Nadeln sitzen, Linien in die Haut geritzt und diese dann mit Pigmenten gefüllt.

Dabei wird die Wuchsrichtung so an die noch vorhandenen Haare angepasst, das ein sehr natürliches Aussehen entsteht. Laut Erfahrungsberichten ist das Verfahren zwar manchmal etwas unangenehm, insgesamt jedoch gut auszuhalten und dauert etwa zwei Stunden bei der Erstanwendung.

Im Gegensatz dazu wird übrigens beim sogenannten ,,Shading“  die Augenbrauenregion insgesamt schattiert, während beim reinen Microblading, wie beschrieben,  nur die Härchen sehr fein aufgezeichnet werden.

Neben dem Aufzeichnen einzelner Haare besteht allerdings auch die Möglichkeit, mit so einer zusätzlichen Schattierung die Braue noch ebenmäßiger wirken zu lassen, also Microblading und Shading zu kombinieren. Man kann sich vorstellen, wie wichtig hierbei exaktes Arbeiten und ein ästhetisches Empfinden ist!

Microblading Augenbrauen in Wien

Einzelne Schritte des Microbladings. Erstaunlich, wie fein und natürlich die Härchen wirken! 

Warum ist eine fundierte Ausbildung des ausführenden Make Up Artists so wichtig?

,,Was soll denn daran so schwierig sein?“ mag sich manch eine von Euch fragen, ,, ich schminke mich doch auch jeden Tag…“

Aber abgesehen davon, dass man ein ruhiges Händchen braucht, sind für solche Eingriffe, deren Ergebnisse bis zu fünf Jahren bestehen bleiben, noch weit mehr Dinge wichtig, als man im ersten Moment denkt…

So müssen die Formen, Farben und Proportionen genau aufeinander abgestimmt werden, damit ein harmonischer und natürlicher Gesamteindruck entsteht. Außerdem gibt es natürlich viele Qualitäts- und Preisunterschiede der Materialien, die man kennen muss, damit das Ergebnis einerseits haltbar ist, andererseits aber auch keine Unverträglichkeiten oder gar Infektionen  entstehen können!

Wie bei einem schlechten Tattoo können sich die Farben bei minderer Qualität verändern oder irreversible Vernarbungen bei zu tiefem Stechen entstehen. Dinge, die wenn irgend möglich, vermieden werden sollten!

Cover Up Microblading

Korrektur einer unnatürlich wirkenden Arbeit eines Fremdinstitutes mit harmonischem Ergebnis.Aber auch das ,,Drumherum“ ist wichtig!  Dazu gehören eine ruhige Atmosphäre, die optimale Vorbereitung der Haut, um die Prozedur so angenehm wie möglich zu machen sowie die Besprechung der entsprechenden Pflege nach dem Eingriff .

Was muss man nach so einer Behandlung beachten?

  • Sofort nach der Behandlung ist die Farbe noch etwas intensiv und meist ist die Braue noch gerötet. Diese Veränderungen und eventuelle leichten Verfärbungen verschwinden in der Regel binnen weniger Tage.
  • Während der ersten sieben Tage darf man zur Pflege nur besonders verträgliche  Spezialprodukte verwenden und Tätigkeiten, die übermäßiges Schwitzen verursachen, sollten in dieser Zeit vermieden werden!
  • In den nächsten 30 Tagen muss man mit Sonneneinstrahlung und jede Belastung der Haut ( chemische Peelings, Cremen die regenerierende Inhaltsstoffe…) noch vorsichtig sein. Im Zweifelsfall sollte man Rücksprache mit dem Institut halten. .
  • Die Augenbrauen sollten bis zum Ablauf der ersten 30 Tage mit einem Sonnenschutzprodukt geschützt werden.

Für welche Indikationen ist das Verfahren geeignet?

  • bei Haarausfall
  • bei sehr dünnen Augenbrauen
  • bei mangelnde Dichte
  • Asymmetrie
  • bei Lücken
  • nach starkem Zupfen
  • nach Chemotherapie
  • zur Perfektionierung
  • zum Einsparen des Schminkrituals

Für wen eignet es sich nicht?

  • Diabetiker
  • Allergiker
  • Personen, die viele Rot-Pigmente in der Haut haben,(Neigung zu einem Rot-Stich)
  • Schwangere
  • stillende Frauen
  • nach Botox-Behandlungen
  • Personen mit einer gestörten Wundheilung
  • bei Einnahme spezieller Medikamente (z.B. Gerinnungehemmer)

 

Wie lange hält das Microblading?

Man geht von einer Haltbarkeit von etwa zwei bis fünf Jahren aus, allerdings ist es je nach Hauttyp, verwendete Produkte und Verfahren unterschiedlich, wie lange die Pigmente in der Haut verbleiben, bevor sie abgebaut werden. Je nach Institut wird nach 4 Wochen bzw. 6 Monaten eine Überprüfung und gegebenenfalls Nachbehandlung empfohlen, die in der Regel von den Instituten kostengünstig angeboten wird oder bereits im Preis enthalten ist.

Last not least: Was kostet dieses Verfahren?

Je nach Institut und Ausmaß der Behandlung, muß man, inklusive Nachbehandlung und eventuell Pflegeprodukten etwa 450-750 Euro bezahlen. Wichtig für die Auswahl des Institutes aber neben dem Preis aber auch genügend Erfahrung und eine fundierte Ausbildung der Mitarbeiter! Im Internet bekommt man häufig schon eine ersten Eindruck. Ansonsten kann man ruhig auch einmal nachfragen, welche Ausbildung denn absolviert wurde und wie viele Frauen denn so im Monat mit diesem Verfahren behandelt werden. Ein seriöses Institut wird mit stolz Auskunft auf diese Fragen geben…

Und mit Beantwortung der Preisfrage bin ich nun auch am Ende dieses Themas angekommen! Ich hoffe, dieses Thema war für Euch genau so interessant wie für mich!

Falls Ihr Euch für dieses Verfahren interessiert, wünsche ich Euch natürlich, dass sich Eure Anforderungen daran aufs Schönste erfüllen! Sucht Euch ein wirklich gutes Institut aus, auch wenn es etwas teurer ist, denn bei dieser Sache würde ich keine Experimente machen! 

Bleibt mir noch, Euch allen eine schöne, stressfreie  Weihnachtszeit und alles Gute zu wünschen! Das Glück liegt meistens in einem selbst…

Alles Liebe, Eure Nessy

 

 

 

Mode /Fashion /Familie: Buntes Outfit im bunten Treiben der Familie ! Stehen Kinder in der Schuld ihrer Eltern oder umgekehrt?

Hallo Ihr Lieben!

Nachdem mein Blog in letzter Zeit zugegeben ein wenig ,,medizinlastig“ war, kommt heute wieder einmal ein Modepost. Fotografin war die beste Tochter von allen, Helly, die mich die letzten Tage sehr stolz gemacht hat!Kennt Ihr das Glücksgefühl, wenn Eure Brut geglänzt hat? Klar, man freut sich, dass es damit ein Stückchen weiter in die richtige Richtung geht… Und man freut sich, weil sie sich freut… Dann freut man sich aber auch ein ganz klein wenig, weil man vielleicht das Gefühl hat, nicht alles falsch gemacht zu haben.

Okay, ja, natürlich habt Ihr recht, wenn Ihr nun einwerft, dass es schlicht und ergreifend die verdammte Pflicht jeder Mutter ist, sich zumindest anzustrengen, denn unsere Eltern haben uns schließlich  schon mit all dem versorgt, was wir nun nicht nur fähig, sondern auch verpflichtet sind , an unsere Kinder oder vielleicht auch einfach nur Mitmenschen weiterzugeben!

Nein, unsere Kinder schulden uns nichts! Obwohl sie uns, wenn auch eher unbewußt, sind wir ehrlich,  einiges geben …

 

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Trotzdem merke ich von Zeit zu Zeit,, wie ich durch meine Kinder meine Jugend Revue passieren lasse und – natürlich – vergleiche…

Fehler, die vielleicht bei einem selbst gemacht wurden (wenn auch sicher ohne böse Absicht) sollen sich tunlichst nicht wiederholen und dann ertappt man sich doch dabei, wie man es genauso wie seine Eltern  macht! Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm!

Auf der anderen Seite lässt man seinem Kind natürlich auch genau das gerne zukommen,  was man sich selbst immer sehnlichst gewünscht hat, auch, wenn es vielleicht gar nicht seinem Herzenswunsch entspricht … Da sollte man vielleicht doch manchmal innehalten und dem Kind sie Chance geben,seine eigenen Stärken herauszufinden und weiterzuentwickeln, obwohl wir selbst damit vielleicht nicht ganz

so viel anfangen können…

 

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Fröhlicher ,,Boho“ Style, lässig-locker mit Layering-Komponente, die Frisur im ,,undone“ Look … das Make up ist dezent, wobei es ja immer so ist, dass von der Fotografiererei  viel  verschluckt wird…

So verbringt Sohnemann seine Zeit nicht so gerne auf dem Pferderücken wie Mami, und auch die Themenwahl beim Videodreh (Kanal Jean-Luc) ist doch ein wenig anders als bei mir. Aber mittlerweile hat er immerhin einen florierenden Kanal, im Gegensatz zu seiner Mutter und er dreht so ein Video in 1-2 Stunden… Manchmal kann man sich auch eine  Scheibe Unbekümmertheit von den Jungen  abschneiden…

 

Außerdem  wäre es ja langweilig, wenn nicht jedes neue Menschlein, das geboren wird, etwas ganz eigenes, Unverwechelbares mitbringt, was eben nicht geerbt wurde! Man nennt es auch ,,Individualität“!IMG_5422

So wird mein Töchterlein keine Internistin, Gynäkologin, Notärztin, Reitlehrerin oder Bloggerin, sondern… darf ich es Euch verraten? Nein, natürlich nicht! Nur soviel: Sie hat Ihre Wahl getroffen!  Wobei… Man kann ja auch zwei oder mehr Dinge tun ;-). Aber bei einer Sache bin ich mir sicher! Dass  sie ihre Kinder eines Tages genauso lieben wird wie ich die meinen!

Wie ist das bei Euch? Gibt es Fehler, die Eure Eltern gemacht haben, die Ihr nie machen würdet oder habt Ihr manchen Eigenschaften einfach übernommen, ob Ihr wolltet oder nicht?

Schreibt mir gerne, auch natürlich über mein heute besonders lässige und bunte Outfit,

Alles Liebe, Eure Nessy

 

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Mode / Fashion im Winter – Beanies, Mützen, Hüte, Caps … Fünf Gründe, warum ich bei Kälte nicht ,,Ohne“ gehe!

 

Hallo Ihr Lieben,

Novemberwetter mit Regen, Matsch und Kälte …  Schön, wenn man es sich gemütlich machen kann! Denn drinnen, in kuscheliger Atmosphäre ist´s gleich nochmal so schön!

Aber  doch zieht es uns immer wieder nach draußen, um den Anblick der letzten, schon etwas traurig anmutenden  goldenen Blätter in uns festzuhalten, bevor wir sie im nächsten Moment schon auf den Boden fallen sehen, wo sie den Weg alles Irdischen gehen … Zurück bleibt der nackte Baum, um sich erst einmal von seinen ehemals sonnentankenden kleinen Weg-Gefährten zu erholen, die ihm den Sommer über so prächtig  zu Gesichte gestanden haben, um im neuen Jahr wieder zarte, kleine Blätterknospen hervorbringen zu können…

Die Gedanken, die der Herbstwald in uns auslöst, sind bei jedem Menschen anders, obwohl es eigentlich der gleiche Wald für alle ist! Bei wie vielem nur ist das so  – findet Ihr nicht?

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FASHION / BEAUTY / LIFESTYLE: MERCEDES BENZ FASHION WEEK BERLIN 2017 / 2018 , TEIL 7: Rückblick über meine ,,Happy Week“, Fünftes Video online!

Hallo Ihr Lieben!IMG_4184 (3)

Nun ist es schon über einen Monat her, dass ich wieder von Berlin in Saarbrücken gelandet bin und ich kann nur sagen, es war für mich wieder ein echtes Erlebnis, dort ,,in der Berliner Welt“  dabei zu sein und all  die interessanten Menschen kennenlernen oder wiedertreffen zu dürfen, die man sonst oft nur aus Film, Fernsehen oder auch von anderen Blogs kennt!

Aber auch die ,,Normalos“, die sich auf der Fashion Week  eingefunden haben, sind oft  ,,etwas  andere“ Menschen… Es sind  die Fotografen, die Einkäufer von kleinen Boutiquen oder großer Kaufhausketten,  16 jährige Mode-Blogger-Mädels oder Insta-Girls, die es oft in Kauf genommen haben, wochenlang etliche Mails und Telefonate zu führen, nur, um einige ,,perfekte“ Stunden oder, im besten Fall Tage, erleben zu können! Und die Mischung macht´s, dass diese unvergleichliche Atmosphäre zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Kunst und Kommerz  und nicht zuletzt zwischen hochwertiger Mode und billiger Massenware zustandekommt! Die  Treffen sind  kurz und oberflächlich und dennoch von einer Intensität, die einen gerade diese Momente, wenn man kurz mit einem Matthias Schweighöfer oder einer elena Carrière  ein paar Worte wechselt , unvergessen machen!IMG_4330

Vordergründig gekommen sind natürlich alle um der schönsten ,,Nebensache“ der Welt – der Mode – zu frönen… Für mache ist dieser Aspekt  natürlich, zumindest an diesen Tagen, die Hauptsache, was ich persönlich eigentlich schon fast schade finde! Aber natürlich bin auch ich eine ,,Fashionista“, die der Kleiderschrank, oder besser, die Kleiderschränke, weit mehr bedeuten, als Schutz vor Kälte und ,,sozial konform gekleidet“ zu sein. Mode ist für mich die Spielwiese, mein Selbst auszudrücken, zu schwelgen in Farben und Formen, wobei ich mich -shame on me – manchmal wirklich vergessen kann und mich unsagbar wohl fühle, wenn ich ein besonders tolles Stück sehe und es dann auch bekommen. Nein, diese Verhalten ist eigentlich mit Logik nicht zu begründen. Es ist so. Ein ureigener Instinkt der Frau und auch einiger Männer. Man kann dagegen mit Vernunft ankämpfen – tu ich auch meistens – manchmal aber eben auch nicht…

Wie auch immer, zur Fashion Week ist es Ehrensache, dass man sich der Schönheit und der Individualität mancher, besonders schöner Designerstücke  und deren ausgesucht schöner Präsentation einfach hingibt! Und vielleicht passiert sogar das fast Unmögliche, dass man tatsächlich in den Genuß kommt, eines dieser Prätiosen  früher oder später zu besitzen. Das war übrigens  auch eine kleine Besonderheit dieses Jahr! Um diesem Wunsch nachzukommen, konnte man am Hauptort der Modeschauen, dem Kaufhaus Jandorf, in einem kleinen Shop bereits ausgewählte Stücke der Shows erstehen!

IMG_4324Auch ich habe mir tatsächlich ein kleines, aber feines Designerstück geleistet, was seit dem Erstehen  in meinem täglichen Gebrauch ist und mich immer wieder freut! Nein, keine Klamotte… So viel Geld, wie ein echtes Designerteil kostet, gebe ich niemals spntan aus, den so reich und verrückt bin ich dann doch auch wieder nicht…

Aber in kleines, feines  Teil aus Leder durfte es dann doch sein.  Okay, es war zwar schon ein wenig überteuert, trotzdem erschwinglich und zudem wunderschön von der Firma Pericosa (nein, dies ist KEINE Kooperation, ich habe das Teil ehrlich bezahlt!). Was das besondere daran ist? Es ist ein Lederetui, das an einer Schlaufe  befestigt ist, die  man an einer Handtasche anbringen kann! Soweit ja nix besonderes, werdet Ihr sagen. Aber jetzt kommt´s: In das Etui passt genau ein Desifektionsfläschchen hinein, welches man, ohne dass man es aus der Halterung nimmt, öffnen und schließen kann. So hat man es quasi immer und überall parat, wenn man unterwegs ist, ohne die Handtasche auch nur öffnen zu müssen! Solche Erfindungen finde ich genial! Kosten? Okay, nicht wirklich billig. Um die 40 Euronen kostet das Lederstück im ausgefallenen Punkte Design. Aber ich liebe meinen ,,Pericosa“…

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Und jetzt ist es auch schon wieder soweit, Abschied zu nehmen von der diesjährgen Fashion Week. Ob es stressig war? Nein… ein Privileg, aber keine Sekunde stressig! Nur einmal hatte ich das Gefühl, in dieser Ansammlung an Kommerz und Konsum nicht mehr sein zu wollen! Da bin ich einfach nach draußen gegangen und habe mich von einem Velofahrer durch die Stadt und den Park am Tiergarten fahren lassen… Denn auch das ist Berlin und die Fashion Week! Alles kann, nichts muß!

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Aber es ist doch noch nicht ganz vorbei… Wenn Ihr Lust habt, lade ich Euch ein,  noch einmal mit mir nach Berlin zu reisen, um im 5. und letzte Video der diesjährigen Fashion Week Berlin meine letzten Erlebnisse noch einmal  Revue passieren zu lassen und Euch von der besonderen Atmosphäre verzaubern zu lassen …  was Euch erwartet? Leck´mich am Hashtag Blogger-Brunch, Velofahrt durch Berlin, Premium-Messe, Hashmag Blogger Lounge,… Die Dauer ist wieder etwa 10 Minuten.

Und nun viel Spaß beim Sehen, klickt einfach hier, dann kommt Ihr direkt auf das Video!

 

Euch allen wünsche ich ein wunderschönes Wochenende und genießt das, was das Leben Gutes für euch bereit hält, den jeder (schöne) Tag des Lebens ist ein Geschenk und eine Chance, die nie mehr wiederkommt!

Alles Liebe, Eure Nessy.