Spermidin – Der neue Anti Aging-Star?

Das Polyamin Spermidin alias C7H19N3 gilt als der neue ,,Rising Star“ am Anti-Aging Himmel. Die Konsumenten erhoffen sich eine Verbesserung der Fähigkeiten des Gehirns, ja vielleicht sogar eine Verjüngung und Verlängerung der Lebensspanne infolge einer protektiven Wirkung auf den gesamten Organismus von dieser ungewöhnlichen Substanz, die vor allem aus dem Kern des Weizenkornes gewonnen wird, aber auch in zahlreichen Nahrungsmitteln vorhanden ist.

Aber diese Hoffnungen beruhen nicht nur auf Hören-Sagen von Sekundär-Medizinern. Denn auch in der medizinischen Fachwelt wurden bereits Hinweise auf die besonderen Eigenschaften dieser Substanz gefunden.

So wurde sie auch im aktuellen Kampf gegen SARS-CoV-2 genauer unter die Lupe genommen und in diesem Zusammenhang tatsächlich eine hemmende Wirkung durch sehr hohe Dosen Spermidin auf mit COVID-19 infizierten Lungenzellen in vitro beobachtet (1).

Auch die Forschungsergebnisse des internationalen Teams des Forschungszentrums VASCage (Research Centre on Vascular Ageing and Stroke) erregten Aufsehen (2,3). Unter Leitung von Stefan Kiechl, wissenschaftlicher Leiter der Medizinischen Universität Innsbruck, wurde die Ernährung von über 800 Probanden über 20 Jahre unter die Lupe genommen und dabei beobachtet, wie sich eine Spermidin-reiche Ernährung positiv auf die Lebensspanne und auf verschiedene Prozesse des menschlichen Organismus, wie beispielsweise Entzündungsprozesse oder auf die kognitiven und kardialen Funktionen, auswirkt.

Auch in einer ersten kleineren Humanstudie (pre Smart Age), bei der Spermidin supplementiert worden war, konnten positive Effekte von Spermidin auf die Gehirnleistung beobachtet werden. Die Folge-Studie ist noch am Laufen.

Zusätzlich war in vielen Studien beobachtet worden, dass Spermidin im Tier-oder Zellversuch positive Effekte auf den Organismus, so auch auf Blutdruck und Gefäße, Entzündungen auch des Darmes und auf die Regeneration hatte.

Da aber heutzutage eine ausreichende Ernährung im Sinne der Versorgung mit Nährstoffen (nicht mit Kalorien) nur schwer realisierbar ist, stellt sich die Frage, ob und wann eine Substitution mit Spermidin sinnvoll sein kann. Deshalb wurden Beispiel-Produkte aus dem Netz verglichen und Qualitätsunterschiede beleuchtet. Außerdem wurde auf die Dosierungen eingegangen, wie sie beispielsweise in Studien und in der Laienanwendung praktiziert werden.

Die wichtigsten Eigenschaften

Das Polyamin Spermidin (3)

  • kommt in jeder menschlichen Zelle vor.
  • befindet sich in hoher Konzentration in der männlichen Samenflüssigkeit.
  • wird auch von bestimmten Darmbakterien produziert.
  • ist normalerweise in einer ,,gesunden“ Ernährung enthalten.
  • unterstützt den Körper dabei, Autophagie zu betreiben (siehe auch Kapitel ,,Autophagie“).
  • hat eine Wirkung beim Aufbau von Zellen (Nukleinsäuren / Proteinen /Membranstabilisierung), die noch nicht genau geklärt ist.
  • ist, wenn es verabreicht wird, mit einem erhöhten Überleben von Hefen, Würmern und menschlichen Immunzellen vergesellschaftet.
  • kann in sehr hohen Konzentrationen das Altern der Zellen verhindern und Keimzelllinien ein langfristiges Überleben verleihen.

Nimmt ab (1)

  • bei einer Verlangsamung des Stoffwechsels.
  • im Lauf des Lebens (bei sehr alten Menschen kann es wieder leicht ansteigen).
  • bei Infektionen wie beispielsweise bei SARS-CoV-2.

Steigt

  • bei einer Beschleunigung des Stoffwechsels.
  • bei der Reparatur von Muskelzellen nach starker sportlicher Anstrengung.
  • bei Regenerierung der Erythrozyten, nach Blutverlust bzw. -armut oder
  • nach längeren Höhenaufenthalten.
  • Bei chronischen Entzündungen (z.B. Gelenkrheumatismus, Hepatitis, Colitis, Ekzeme, Psoriasis). 

… und damit Beeinflussung des Trägers der Erbinformation aller Lebewesen und aller DNA-Viren, welche durch die Abfolge der Nukleotide bestimmt wird. Diese muß bei der Teilung auf mRNA übertagen werden (Transkription), bevor neue Proteine (z.B. Zellorganellen) nach derern Bauanleitung (Abfolge der Nukleinbasen) hergestellt werden können (Translation) (6).

Positive Wirkung auf den Organismus durch Aktivierung der Autophagie

Als ein wesentlicher Faktor, wenn es um die positiven Eigenschaften von Spermidin geht, wird die Induktion/Steigerung der Autophagie bzw. die Aufhebung der Hemmung derselben genannt. Es gehört zu den sogenannten Caloric RestrictionMimetics, die die Effekte der Kalorienrestriktion nachahmen, so auch die Induktion der Autophagie (9).

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Abb. 1Spermidin- und Kalorienrestriktion führen beide zu einer Histon-Deacetylierung mit Chromatin-Stummschaltung.
Eine Kalorienrestriktion fördert dabei die Sirtuin-vermittelte Aktivierung von Histondeacetylasen, während Spermidin die Histonacyltransferase hemmt. Dabei fördert Spermidin im Cytosol und auf Zellebene die Autophagie und wirkt dadurch lebensverlängernd. Es stört außerdem den Lipidstoffwechsel und wirkt anti-inflammatorisch, senkt den Blutdruck, wirkt kardioprotektiv und bewirkt eine Thrombozytenaggregationshemmung (3).

Um diese Wirkungen von Spermidin besser zu verstehen, wird im folgenden Text kurz auf den Begriff der Autophagie eingegangen.

Was ist Autophagie?

Sie bezeichnet den Selbstreinigungs-Prozess der Zelle. Dabei werden zell-eigenen Bestandteile, wenn sie nicht (mehr) adäquat funktionieren, abgebaut und die brauchbaren Reste recycelt, wie zum Beispiel nicht mehr benötigte Mitochondrien und falsch gefaltete Eiweißketten. So kommt es durch sie zum Ab- und Umbau von Proteinen und Lipiden und zur Bereitstellung von Aminosäuren.

In den jüngeren Jahren kommt es durch die Autophagie bei vielen Zellarten zu einem ständigen Ab-und Aufbau der Zellorganellen und auch der Zellen selbst, wodurch der Zellpool funktionsfähig bleibt. Allerdings nimmt die Autophagie im Alter mit der Verlangsamung des Stoffwechsels ab, wodurch wiederum der Abbau und Alterungsprozess immer schneller voranschreitet. Da die Abfallstoffe der Zellen nicht mehr adäquat abtransportiert werden, kommt es zu Ablagerungen, die den Prozessen des Alterns weiter triggern. Dadurch würden sich auch die (Alters-) Erkrankungen, die oben beschrieben wurden („Wenn die Autophagie nicht mehr klappt …“) erklären. Allerdings kann die Autophagie durch Fasten aktiviert werden, wobei der ursprüngliche Sinn davon ist, dass sich durch das Recycling in den Zellen die Energieversorgung- optimiert.

Die Erforschung der Autophagie

1974 erhielt Christian de Duve 1974 den Nobelpreis für Medizin, da er in den Lysosomen große Teile des zellulären Inhaltes, manchmal sogar ganze Organellen gefunden hatte. Zudem hatte sich herausgestellt, dass es Transportwege zu diesen Lysosomen gab, um ,,Zellabfall“ dort hinzutransportieren. Autophagie wurde seinerzeit als „self-eating“ definiert. Der japanische Zellbiologe Yoshinori Ōhsumi entwickelte diese Theorien weiter und erklärte den genauen Mechanismus der Autophagie. Dafür erhielt auch er 2016 den Medizin-Nobelpreis (10, 11).

Funktionen der Autophagie

  • Kontrolle wichtiger physiologischer Funktionen,
  • Elimination von Krankheitserregern,
  • Entsorgung unbrauchbar gewordenen Zellbestandteilen,
  • Erneuerung von Zellen und Zellorganellen,
  • Energiegewinnung durch Recycling.

Auslöser der Autophagie

Die Autophagie findet ständig in geringem Ausmaß bei allen Zellen statt. In größerem Rahmen wird sie allerdings bei verringerter oder bei (teilweiser) Enthaltung der Nahrungszufuhr eingeleitet (Fasten) und zwar dann, wenn die Glykogenspeicher in der Leber aufgebraucht sind. Je nach Muskelmasse ist dies nach 11 bis 14 Stunden der Fall, was auch den positiven Effekt des Intervallfastens erklärt. Auch Stress kann diesen Prozess verstärken, wobei die Ursachen metabolischer, toxischer, infektiöser oder hypoxischer Art sein können. So erhöht sich ihr Level auch durch Sport, Schwangerschaft und akute Infektionen. Aber auch die bereits erwähnten ,,Caloric Restriction Mimetics“, wie Spermidin können durch Nachahmung des Effektes der Kalorienrestriktion Autophagie auslösen (12, 13, 14).

Wenn die Autophagie nicht mehr richtig klappt …

… können sich die Zellen nicht mehr adäquat erneuern und es kommt zu vermehrten Ablagerungen in den Zellen, die diese regelrecht krank machen können.

Folgen verminderter Autophagie

In der Literatur werden verschiedene Krankheiten mit einer verminderten Autophagie in Verbindung gebracht. Beispiele hierfür sind:

  • Metastasierung von Tumoren (15),
  • Entstehung von amyotropher Lateralsklerose,
  • Morbus Alzheimer (16),
  • Chorea Huntington, 
  • SENDA (static encephalopathy of childhood with neurodegeneration in adulthood),
  • multipler Sklerose, 
  • Morbus Crohn und
  • Systemischem Lupus Erythematodes (SLE) (17).
  • Voranschreiten des Alterungsprozesses (siehe unten)

Wenn man bedenkt, dass Spermidin den Prozess der Autophagie induzieren, verstärken oder wiederherstellen kann ,wird auch klar, welche Chancen in dieser Substanz bei der Behandlung dieser Erkrankungen schlummern könnten …

Studienlage

Folgende Einflüsse von Spermidin wurden beobachtet:

  • Gefäßerkrankungen – Recycling von geschädigtem und potenziell schädlichem Zellmaterial durch Sequestrierung innerhalb der Autophagosomen und lysosomale Verdauung (18) 
  • Erhöhung der Resistenz von Zellen gegen Stressbedingungen,
  • Beseitigung dysfunktionelle Mitochondrien,
  • Verringerung von Entzündungen,
  • Wiederherstellung der Bioverfügbarkeit von Stickoxid (19),
  • Verringert arterielle Ablagerung fortgeschrittener Glykations-Endprodukte bei Mäusen,
  • Die Thrombozyten-Aggregation hemmende Wirkungen von Spermidin bei Kaninchen (20),
  • mögliche Rollen bei der antioxidativen Abwehr in menschlichen Endothelzellen (21) und beim
  • Lipidstoffwechsel (22)
  • Blutdrucksenkung und kardioprotektive Wirkung bei Mäusen und Ratten (möglicherweise durch eine verbesserte globale Bioverfügbarkeit von Arginin und eine verbesserte Herzautophagie und Mitophagie) (23, 24),
  • Hemmung des Abbaus von Nervenzellen (24)
  • Schutz vor Übergewicht (bei fetter,hochkalorischer Ernährung  führte die Spermidin-Gabe zu einer verringerten Gewichtszunahme )(25)
  • Verzögerte Entwicklung einer hypertensiven Herzerkrankung,
  • Schutz vor Bluthochdruck-assoziierten Nierenschäden.
  • Bei malignen Erkrankungen kann es durch die tumorsuppressiven Wirkungen der Autophagie zu einer
    • genomischen Stabilisierung,
    • Begrenzung der Entzündung,
    • Erleichterung einer angemessener Immunantworten gegen Krebszellen (18);
    • CAVE:  Im Tiermodell ergaben sich Hinweise, dass die Amplifikation der Polyaminsynthese die Karzinogenese fördern kann (18)
    • Aber: Aktuelle Forschungen an gealterten Mäusen zeigten jedoch kein erhöhtes Krebsrisiko bei Spermidinfütterung,
    • Es zeigten sich sogar niedrigere Raten bei einigen Tumoren (26, 27,28),so
    • Ein Besseres Ansprechen einer Chemotherapie bei Mäusen mit Lungenkrebs, wenn sie gleichzeitig Spermidin erhielten (28)
    • Eine Verbesserung des Risikos von postmenopausalen Frauen, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken (29)
  • Schutz vor einer niedrig-gradigen Entzündung im Dickdarm durch Polyaminproduktion von Mikrobiota (30),
  • Schutz vor altersabhängiger Gedächtnisstörung bei Mäusen (31,32) und die
  • Linderung der experimentellen Autoimmunenzephalitis für Multiple Sklerose (33).

Lebensverlängerung durch Spermidin-reiche Ernährung?

Prof. Frank Madeo, einem Biochemiker von der Universität Graz, fand mit seinem Team heraus, dass Spermidin der einzige natürliche Stoff ist, der die Autophagie aktivieren kann. Weitere Studien belegen, dass die durch Spermidin intensivierte Autophagie bei vielen Lebewesen lebensverlängert wirkt und eine demenz-protektive Wirkung hat. Für diese Forschungsarbeiten erhielt Prof. Madeo 2019 die SENECA-Medaille für Altersforschung (35).

Multicenter-Projekt VASCage (37; 9) – Bruneck-Studie

Epidemiologische Hinweise für lebensverlängernden Effekt im Menschen

In diesem Forschungszentrum der Universität Innsbruck wurde eine epidemiologische Ernährungs-Langzeitstudie (Bruneck-Studie) über 20 Jahre überwacht, bei der der Einfluss der Ernährung auf unterschiedliche Parameter, so auch der Einfluss einer Spermidin-reichen Ernährung auf die Lebensspanne unter der Leitung von Herbert Tilg, untersucht wurde (36, 37, 38).

Studienaufbau

Die Nahrungsaufnahme von 829 (45-84 Jahre, 49,9% männlich) ProbandInnen wurde mit Hilfe von spezifischen, vom Ernährungsberatern validierten Diätfragebögen, über einen 20-jährigen Beobachtungszeitraum berechnet.

Die Ernährung wurde 1995, 2000, 2005 und 2010 durch wiederholte Befragungen über die Häufigkeit der Aufnahme von bestimmten Nahrungsmitteln (2540 Bewertungen) untersucht.

Ergebnisse

Todesfälle

Während 13.019 gefährdeten Personenjahren wurden 341 Todesfälle registriert (mittlere Zeit bis zum Tod: 9,8 Jahre). Davon starben

  • 137 aufgrund von Gefäßerkrankungen,
  • 94 aufgrund von Krebs und
  • 110 aufgrund anderer Ursachen.

 Die Gesamtmortalität (Todesfälle pro 1000 Personenjahre) verringerte sich mit steigenden Spermidinaufnahme im Durchschnitt von 40,5 (36,1, 44,7), 23,7 (20,0, 27,0) auf 15,1 (12,6, 17,8) im Beobachtungszeitraum, entsprechend einem alters-, geschlechts- und kalorienaufnahmebereinigte 20-jährige kumulative Todesinzidenz von 0,48 (0,5, 0,51), 0,41 (0,38, 0,45) und 0,38 (0,34, 0,41).       

 Der Unterschied im Mortalitätsrisiko zwischen dem oberen und unteren Drittel der Spermidinaufnahme war ähnlich wie bei einem 5,7-jährigen (95% CI: 3,6, 8,1 Jahre) jüngeren Alter.

 Wenn über die Ernährung mindestens 80 µmol Spermidin pro Tag zugeführt wurde, sank das Risiko deutlich, im 20-jährigen Beobachtungszeitraum zu versterben. Der Überlebensvorteil gegenüber Spermidin-armer Ernährung (<60 µmol pro Tag) betrug dabei rund fünf Jahre.

,,Wenn man also beispielsweise täglich zwei Portionen Vollkornbrot, zweimal Salat und einem Apfel isst, wird man sich laut dieser Ergebnisse im oberen Drittel der Spermidin-Einnahme wiederfinden (21, 23, 36).“

Die Wirkung einer Spermidin-reicher Ernährung auf altersbedingte Prozesse konnte in dieser Studie bestätigt und Spermidin als unabhängige Einflussgröße auf die Lebensspanne auch beim Menschen untermauert werden.

Fazit

Ohne Zweifel ist Spermidin eine für den menschlichen Organismus sehr wichtige Substanz, die als kalorienrestriktives Mimetikum die Stoffwechsellage der Autophagie nachahmt, die sich normalerweise nur dann einstellt, wenn der Organismus fastet. Dabei findet sich Spermidin in allen lebenden Organismen und in vielen Lebensmitteln.

Nun konnte gezeigt werden, dass sich das Leben durch eine gesunde, spermidinreiche Ernährung im Durchschnitt deutlich verlängert. In Tier- und Zellversuchen zeigten sich, dass Spermidin mit vielen positive Effekten auf den Organismus, wie Hemmung von Entzündungsprozessen und Alterserkrankungen, Kardioprotektion, positive Wirkung auf die Darmgesundheit, Thrombozytenaggregationshemmung, Blutdrucksenkung und sogar mit einer Bedeutung bei der Entstehung und Behandlung von Tumoren aufwarten kann.

Ein Problem bei der Anwendung von Spermidin scheint allerdings seine Bioverfügbarkeit im menschlichen Organismus zu sein. In einer Studie, die sich mit der Aufnahme von Polyaminen allgemein beschäftigt hatte, war entdeckt worden, dass der Hauptteil des zugeführten Spermidins nicht durch die Darmschranke gelangen kann. (60). In der Studie von Soda und Mitarbeitern konnte gezeigt werden, dass der tägliche Verzehr von Spermidin-reichen Lebensmitteln über zwei Monate keinen Einfluss auf die Spermidin-Konzentration im Blut hatte. (26)

Das könnte natürlich damit zusammenhängen (35), dass der Körper dieses Polyamin auch selbst herstellen kann und damit zumindest teilweise, unabhängig von einer Zufuhr von außen ist, solange es über genug Ausgangssubstanzen (Arginin und Methionin) verfügt.

Im November 2019 haben führende Autophagie-Experten und Mediziner eine Sitzung zum therapeutischen Potential von Spermidin abgehalten, in der sie über mögliche Einsatzgebiete diskutierten (61).

Es wurde überlegt, für welche Indikationen Spermidin sinnvoll sein könnte, wobei auch von einer Spermidin-Supplementation im mittleren Alter gesprochen wurde, damit der präventive Effekt auf Alterserkrankungen über einen gewissen Zeitraum zum Tragen kommen könnte.

Tatsächlich hatte die Gabe des spermidinreichen Weizenkeimextraktes zu einer Verbesserung der kognitiven Leistungen geführt. Hier sind die Ergebnisse der noch laufenden Smart Studie abzuwarten, bei der die Auswirkungen von einer Spermidingabe auf ein größeres Kollektiv mit differenzierteren Untersuchungen, auch auf zugrunde liegende biologische Mechanismen im Focus stehen.

 Bevor diese weiteren konkrete Ergebnisse vorliegen, sollte noch nicht über einen Einsatz in der Medizin nachgedacht werden.  

Dennoch scheint Spermidin alle Fälle eine für den Körper sehr wichtige Substanz bei der Regulation der Autophagie zu sein. Bei der Wirkung auf SARS CoV-2 war Spermidin mit einer Reduktion der Viruslast bis zu 85% erfolgreich. Jedoch bleibt das Dosierungsproblem, das vor einem Einsatz gelöst werden müsste.

Oben beschriebene Untersuchungen zeigen viel Potential. Denkbar wären, wie angedeutet, Einsätze in der Prävention von Alterserkrankungen, beispielsweise bei der Verbesserung der Herz- und Gehirnfunktion, oder auch die bislang allerdings weniger gut erforschte, Unterstützung des Immunsystems und der Muskelfunktion.

Wie hoch die Tagesdosis sein sollte, wenn man sich für eine zusätzliche Einnahme entscheiden sollte, ist auch noch nicht abschließend geklärt. Die Dosierung, wie sie bei ausgewogener Ernährung aufgenommen wird, beträgt bis 25mg (23), eine Dosierung von 1,2 mg wurde als unbedenklich eingestuft (41, 42). Bei den erhältlichen Weizenkeim-Supplemente werden Tagesdosierungen zwischen 0,5 und 5 mg empfohlen. Die erlaubte Höchstmenge an Spermidin liegt bei 6 mg pro Tag.

Wünschenswert wäre, dass hierzu genauere Tagesbedarfsmengen erarbeitet würden. Auffällig ist, dass die aktuell empfohlenen Dosen in Verkaufsprodukten nicht nur unter denen der normalerweise mit dem Essen aufgenommenen Spermidin liegen, sondern auch weit unter denen, die benötigt würden, um eine Wirkung beispielsweise auf Viren zu erzielen. Deshalb könnte man überlegen, ob vielleicht zu medizinischen Zwecken auch höhere Dosen verabreicht werden könnten, wobei dann auch negative Aspekte wie das Triggern von Tumoren durch Spermidin die Überlegungen mit einbezogen werden müssten. Allerdings ist zu diesem Thema insgesamt eine doch etwas widersprüchliche Datenlage zu finden (26-29, 63).

Unter Einbeziehung der aktuellen Studien, die viele positive Effekte von Spermidin auf die Gesundheit gezeigt haben, allen voran, dass eine spermidinreiche Ernährung lebensverlängernd wirken kann, ist es auf alle Fälle sinnvoll, mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, eventuell auch mitbesonders spermidinreicher Nahrungsmitteln, auf eine ausreichende Spermidinzufuhr zu achten.

Wenn diese Teil eines umfassenden Lebenskonzeptes ist, dass neben einer optimalen, gesunden Ernährung auch eine fröhliche, von nicht allzuvielen Sorgen geplagte Lebensführung mit ausreichend Bewegung und eine allgemeine Achtung des Körpers und der Seele beinhaltet, ist es sicher nicht ganz falsch, wenn auch etwas provokant, von Spermidin als ,,Jungbrunnen“ zu sprechen Allerdings ist noch nicht ganz klar, welche Rolle eine Zufuhr von außen dabei spielt,…

Um dieses Thema geht es im nächsten Beitrag, der nächste Woche hier erscheint!

Literatur zu Spermidin

(1) Gassen NC, Drosten C et. al.: Analysis of SARS-CoV-2-controlled autophagy reveals spermidine, MK-2206, and niclosamide as putative antiviral therapeutics. In: BioRxiv. 15. April 2020, bioRxiv: 10.1101/2020.04.15.997254v1 (Preprint-Volltext).

(2) Heidegger D; Neue Studie: Spermidinreiche Ernährung hält den Menschen länger jung https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/719834.html

(3) Kiechl ,S R, Pechlaner, P. Willeit et al.: Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study. In: The American Journal of Clinical Nutrition. Band 108, Nr. 2, 1. August 2018, S. 371–380

(4) Schreiner, Philipp : Ueber eine neue organische Basis in thierischen Organismen. 1878, Auf: chemistry-europe.onlinelibrary.wiley.com.

(5) Beligni MV, Lamattina L: Nitric oxide in plants: the history is just beginning. In: Plant, Cell and Environment. 24, 2001, S. 267–278, doi:10.1046/j.1365-3040.2001.00672.x.
(6) AncestryDNA®–Wissensdatenbank; https://www.ancestry.de/lp/dna-discovery
(7) Datenblatt Spermidine bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 23. April 2011 (PDF).
(8) Hettinger T, Hollmann W: Sportmedizin, Grundlagen für Arbeit, Training und Präventivmedizin. 4. Auflage. Stuttgart 2000, ISBN 3-7945-1672-9, S. 62.
(9) Dingermann T; Gesund altern – Kalorienreduktion ohne Kalorienreduzierung; Pharmazeutische Zeitung, 10/2019 DOI: 10.1111/acel.13038 DOI: 10.15252/emmm.201910469.

(10) The Nobel Prize in Physiology or medicine in 2016. Press Release.

(11) Mortens S, Medizin-Nobelpreis 2016: Warum sich Zellen selbst fressen. Medienportal der Universität Wien, 4. 10. 2016

(12) Wilhelmi de Toledo F, s Michalsen A et al., Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects. In: PLOS ONE. Band 14, Nr. 1, 2. Januar 2019, ISSN1932-6203, S. e0209353, doi:10.1371/journal.pone.0209353, PMID 30601864, PMC 6314618 (freier Volltext) – (plos.org [abgerufen am 30. Januar 2019]).

(13) N. Dupont, P. Codogno: Autophagy transduces physical constraints into biological responses. In: The international journal of biochemistry & cell biology. [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck] August 2016, doi:10.1016/j.biocel.2016.08.021, PMID 27566364.

(14) O. Shatz, P. Holland u. a.: Complex Relations Between Phospholipids, Autophagy, and Neutral Lipids. In: Trends in biochemical sciences. Band 41, Nummer 11, 11 2016, S. 907–923, doi:10.1016/j.tibs.2016.08.001, PMID 27595473 (Review).

(15) E. E. Mowers EE, M. N. Sharifi MN et al. Autophagy in cancer metastasis. In: Oncogene. [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck] September 2016, doi:10.1038/onc.2016.333, PMID 27593926.

(16) Y. Kiriyama, H. Nochi: The Function of Autophagy in Neurodegenerative Diseases. In: International journal of molecular sciences. Band 16, Nummer 11, 2015, S. 26797–26812, doi:10.3390/ijms161125990, PMID 26569220, PMC 4661849.

(17) X. Liu, H. Qin, J. Xu: The role of autophagy in the pathogenesis of systemic lupus erythematosus. In: International immunopharmacolog. [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck] September 2016, doi:10.1016/j.intimp.2016.09.017, PMID 27673477.

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(36) NDRPodcast Prof. Drosten https://www.ndr.de/nachrichten/info/36-Die-Rolle-von-Kindern-ist-nicht-geklaert, audio674236.html(Episode 36, ab Minute 32).

(37) K-Projekt VASCage https://www.i-med.ac.at/vascage/index.html.de S. Kiechl, R. Pechlaner, P. Willeit et al.: Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study. In: The American Journal of Clinical Nutrition. Band 108, Nr. 2, 1. August 2018, S. 371–380 http://www.clinicaltrials.gov NCT03378843.

(38) Medizinische Universität Innsbruck, Neue Studie: Spermidinreiche Ernährung hält den Menschen länger jung

(39) Univ.-Klinik für Neurologie https://www.i-med.ac.at/neurologie/.

(40) Guilhermina M. Carriche, Luís Almeida, Regulating T-cell differentiation through the polyamine spermidine; „Journal of Allergy and Clinical Immunology; Open Access Published:May 11, 2020; https://doi.org/10.1016/j.jaci.2020.04.037

(41) Wirth M,Benson G; Behavioural NeurologyThe effect of spermidine on memory performance in older adults at risk for dementia: A randomized controlled trial; Cortex; Volume 109, December 2018, Pages 181-188DOI:

(42) Jessen, F., Wolfsgruber, S., Wiese et al. German Study on Aging, C., Dementia in Primary Care, P. 2014. AD dementia risk in late MCI, in early MCI, and in subjective memory impairment. Alzheimers Dement 10(1), 76–83. doi:10.1016/j.jalz.2012.09.017.

(43) Hohmann-Jeddi, Spermidin als Autophagie-Induktor, Pharmazeutische Zeitung, 04.03.2020, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/spermidin-als-autophagie-induktor-115977/

(44) C. Schwarz, S. Stekovic u. a.: Safety and tolerability of spermidine supplementation in mice and older adults with subjective cognitive decline. In: Aging. Band 10, Nr. 1, Januar 2018, S. 19–33, doi:10.18632/aging.101354, PMID 29315079, PMC 5807086 (freier Volltext).

(45) E. Morselli, G. Mariño u. a.: Spermidine and resveratrol induce autophagy by distinct pathways converging on the acetylproteome. In: Journal of Cell Biology. Band 192, Nr. 4, Februar 2011, S. 615–629, doi:10.1083/jcb.201008167, PMID 21339330, PMC 3044119 (freier Volltext).

(46) Eisenberg et al., Induction of autophagy by spermidine promotes longevity. Nat. Cell Biol. 11, 1305–1314 (2009). https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19801973/

(47) Durchführungsverordnung (EU) 2020/443 der Kommission vom 25.03.2020 zur Genehmigung der Änderung der Spezifikationen des neuartigen Lebensmittels Weizenkeimextrakt (Triticum aestivum) mit hohem Spermidingehalt

(48) C. Schwarz, S. Stekovic u. a.: Safety and tolerability of spermidine supplementation in mice and older adults with subjective cognitive decline. In: Aging. Band 10, Nr. 1, Januar 2018, S. 19–33, doi:10.18632/aging.101354, PMID 29315079, PMC 5807086 (freier Volltext).

(49) Muñoz-Esparza et al., Polyamines in Food, Nutr. (2019)

(50) Kiechl et al., Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study, Am J Clin Nutr. (2018)

(51) Esatbeyoglu et al., Quantitative Determination of Spermidine in 50 German Cheese Samples on a Core–Shell Column by High-Performance Liquid Chromatography with a Photodiode Array Detector Using a Fully Validated Method, Agric. Food Chem. (2016)

(52) https://schaetzeausoesterreich.at/magazin/mensch–natur/gesund-alt-werden/spermidin-lebensmittel.html
(53) spermidin.health

(54) https://www.netdoktor.at/magazin/spermidin-7597351

(55) Jungbleiben mit Spermidin? 21. September 2020, abgerufen am 7. November 2020. Abgerufen am 11. Mai 2020

(56) Lenzen-Schulte, M.; Zylka-Menhorn, V. (2016): Autophagie: „Selbstverstümmelung als Überlebensstrategie. Dtsch Arztebl 113(40): A-1740 / B-1469 / C-146.

(57) Arznei-Telegramm (2020): ANTI-AGING MIT SPERMIDIN? a-t 2020; 51: 38-9

(58) Charité-Studie: Mit Spermidin gegen COVID-19. Ernährungsmedizin-Blog

(59) Neuwirth, N Blogeintrag: Spermidin: Fasten ohne Verzicht?

(60) Milovic, V; Polyamines in the gut lumen: bioavailability and biodistribution Eur J Gastroenterol Hepatol; 2001 Sep;13(9):1021-5. PMID: 11564949; DOI
(61) Expertenboard Autophagie-Induzierer „Spermidin und Fasten“. In: spermidin.health.

(62) Atiya Ali M, Poortvliet E, Strömberg R, Yngve A. Polyamines in foods: development of a food database. Food Nutr Res. 2011 Jan 14;55. doi: 10.3402/fnr.v55i0.5572.PMID: 21249159

(63) Vargas AJ, Wertheim BC,Dietary polyamine intake and risk of colorectal adenomatous polyps. .Am J Clin Nutr. 2012 Jul;96(1):133-41. doi: 10.3945/ajcn.111.030353. Epub 2012 May 30.PMID: 22648715

(64) Zufällig im Internet ausgewählte Spermidin-Produkte (eine Verbindung zwischen der Autorin und diesen Anbietern besteht nicht, die Präparate wurden zufällig ausgewählt). Die Preise sind von Februar 2021. In der Tabelle (Abb.5) vorgestellte Präparate: Präparat A: Spermidine life Kapseln (Infectopharm); Präparat B: Spermidin 1 mg Kapseln (Sino Pla San AG), Präparat C: Spermidin Spirucell Kapseln (Unimedica), Präparat D RAAB Spermidin Kapseln und Pulver (RAAB Vitalfood GmbH).

Wie Darmbakterien unsere Ess- und Denkgewohnheiten manipulieren und uns sogar süchtig machen können!

Erst in jüngster Zeit hat man begonnen, die Aufgabe des Mikrobioms, d.h. der Gesamtheit der Bakterien, Viren, Bakteriophagen und Pilze, die in und auf uns Menschen leben, zu verstehen. Nun stellt sich die Frage, wie unser Verhalten von ihnen beeinflusst werden kann und ob es möglich ist, die Zusammensetzung unseres Keim-Pools selbst zu steuern, sodass man beispielsweise Süchte durch spezielle Keime in den Griff bekommen könnte.

Hier geht es zum obigen Artikel auf meinem Gesundheitsblog ,,Gesundheitsmagazin-online.“
Dort findet Ihr noch viele weitere Artikel zu wichtigen, aktuellen Erkenntnissen aus der Medizin, die so geschrieben sind, dass sie auch Laien verstehen! Welche? Ihr könnt einfach das Inhaltsverzeichnis (auf der Startseite der Webseite oben) durchschmökern und Euch heraussuchen, was für Euch wichtig ist! Damit Ihr Euch schon einmal informieri

Fashion: Kuscheldecke zum Anziehen! Perfekt für kalte Tage! / Bonus: Herbstlyrik zum Träumen …

Die Schatten werden länger und im Mauseloch wartet schon der Winter, um die Natur zu einer Rast zu zwingen … Wenn man vom einem ,,coolen“ Shooting (im wahrsten Sinne des Wortes) nach Hause kommt, möchte man sich am liebsten mit einer Tasse Chai auf dem Sofa einkuscheln und ein wenig träumen!

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Style-Challenge ,,New Grunge“ – Lebenseinstellung durch Klamotten zeigen, wie geht das eigentlich?

Hallo Ihr Lieben!

,,New Grunge“ erlebt diesen Herbst ein echtes Revival: Auf den ersten Blick oft ,,undone“ birgt der Look doch eine Menge Möglichkeiten, eine locker-entspannte Weltanschauung zu zeigen, mit der man sich auch innerlich wohlfühlen kann … und das, ohne sich wirklich krummlegen zu müssen, denn: Alles, was halbwegs anständig ist und keinem anderen Look zuzuordnen ist, ist bei dieser Stilrichtung erlaubt! Also, … fast. Denn was diesen Look so stylisch (und so beliebt) macht, ist eben, dass man sich nicht an feste Regeln halten muss,…

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Corona : Gefahr durch verschärfte Masken – Pflicht in Schulen? Fakten und Tipps

Maskenpflicht nur ein Faktor bei der Verringerung der Ansteckungsgefahr

In jüngster Zeit hat eine Verschärfung der Maskenpflicht im Unterricht wegen Verbreitung des Covid-19 Virus (,,Corona“) zu zunehmenden Diskussionen in der Presse geführt. Allerdings gelangen dabei die Auswirkungen, die diese auf die Schüler-Gesundheit nehmen kann, immer weniger im Focus. Denn die Maskenpflicht, wie sie aktuell ab Klasse 10 vorgeschrieben ist, kann allenfalls eine vorübergehende Maßnahme bedeuten, da die gesundheitlichen Gefahren für die Schüler noch nicht hinreichend bekannt sind.

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Nessys ,,Fäschn“ (MODE) -Kolumne: Wie geht eigentlich der modische Wow – Effekt ?

 

Es gibt Mode , die sehen wir – und finden sie einfach ,,wow“. Es ist schwer zu beschreiben, warum Mode bei manchen einfach nur total angesagt und hip wirkt, bei anderen einfach schal, langweilig oder abgehoben und geschmacklos. „Nessys ,,Fäschn“ (MODE) -Kolumne: Wie geht eigentlich der modische Wow – Effekt ?“ weiterlesen

Special Hitze: DIY – einfacher Bau einer ,,Klima-Anlage“, Tipps, um Tiere zu retten / Short Story: Zwei Amseln und ich!

Hallo Ihr Lieben!

Ganz Deutschland ächzt unter der Hitze, die noch einige Tage andauern wird! Aber nicht nur für uns Menschen, auch für die Tiere werden die Temperaturen über 30°C zur Tortur. „Special Hitze: DIY – einfacher Bau einer ,,Klima-Anlage“, Tipps, um Tiere zu retten / Short Story: Zwei Amseln und ich!“ weiterlesen

Das leckerste Käsekuchenrezept!

Hallo Ihr Lieben!

Heute zeige ich Euch meine kleine Schwäche, die sicherlich für einige unerwünschte Pfunde in meinem Leben verantwortlich ist! Wenn ein wirklich, wirklich perfekter Käsekuchen nicht so unfassbar lecker wäre, würde ich diese Sünde, die, wenn man dann mit 2 Stücken zuschlägt (unter dem geht´s einfach nicht, wenn er bei mir in der Küche ´rumsteht…) mindestens 2 Stunden Sport Abbitte fordert, niemals antun…

Dieses hat sich über die Jahre als schnellstes, leckerstes Rezept herauskristallisiert und ich zeige Euch auch noch ein paar Variationen!  Wenn man etwas Übung hat, dauert die Vorbereitung wirklich nur 10 min, bis das verführerische Kunststück im Ofen seiner Vollendung entgegensteuert…

Da ihm das am nächsten kommt, bezeichne ich ihn einmal, bescheiden, wie ich eben bin, alsDSCN0206

Nessy´s Wow –  Cheese Cake

Der Käsekuchen schmeckt himmlisch, ich habe ihn in Chicago zum ersten Mal gegessen und seitdem lange Zeit mit  Experimentieren verbracht, bis ich ihn so hingekriegt habe… Viele verschiedenen Milchprodukte in ihren verschieden Zusammensetzungen habe ich ausprobiert, auch die Creme mit und ohne Stärke und/oder Pudding-Pulver zubereitet, Eier getrennt, zu Eischnee verarbeitet,  aber nie habe ich diese besondere Cremigkeit auf der Zunge gehabt! Ich habe verschiedenste Rezepte aus dem Internet nachgebacken, versierte Tortenbäckerinnen befragt… Nie war´s das gleiche wie in Chicago! Drei Dinge brachten den Durchbruch: Creme fraiche, Puddingpulver und die lange Backzeit bei niederer Temperatur!

Voilà, da war es endlich, dieses unbeschreibliche Gefühl auf der Zunge!

Die Knusprigkeit und Buttrigkeit des Bodens hingegen war mit den schottischen Shortbread-Keksen als Brösel-Grundmasse relativ schnell gefunden.  In Deutschland gibt es den Wow-Käsekuchen übrigens mittlerweile bei „Starbucks“. Ein Kuchenstückchen kostet dort mindestens  3,40 Euro (letzter Stand vor zwei Jahren). Dafür braucht Ihr aber auch in den nächsten Stunden nichts anderes mehr essen… Aber ich spanne Euch nicht länger auf die Folter!

Zutaten für Käsecreme:

1 ausgekratztes Mark einer Vanilleschote oder 1 Päckchen Vanille-Zucker

100g Zucker (ich mag´s nicht so süß, wenn Ihr die „Zucker Dröhnung“ wollt, nehmt bis 150g)

3 Eier

2/3 Päckchen Vanille Pudding-Pulver

300g Doppelrahmfrischkäse (die Puristen unter Euch nehmen Magerquark)

400g (2 Becher) Creme fraiche 30%( oder Sauerrahm oder Crème, das ist die französische dickere Sahne)

Variation: Wer mag, kann eine kleine oder 1/2 größere Zitrone ausdrücken und den Saft zufügen (ich drücke sie direkt über der sauberen! Hand aus und fange so die Kerne auf!)

Varation: Obst (sauber, aber nicht zu feucht und entkernt!) auf den Boden geben, bevor die Creme darüber kommt

Variation: Himbeer- oder anderes Fruchtmark oder Marmelade ca 50g zum Verzieren

Variation: flüssige Kuvertüre, oder Kakao-Pulver

Variation: 3 Eßl Lavendelblüten, nur 200ml Creme fraiche und dafür 200ml Sahne

Zutaten für Boden:

100-150g Scottish Shortbread (je nach Form), Ihr könnt auch normale Butterkekse oder Schokokekse nehmen

60-100g Butter (je nach Keksmenge)

Vorgehen:

1. Vorheizen des Backofen auf 165 Grad,

Variation: für die totale Cremigkeit  150 Grad, dann verlängert sich die Backzeit aber je nach Ofen um ca 15-20 min.

2. Eine längliche Backform mit Backpapier auskleiden, Butter hinein, 1 min bei 800 W  Mikrowelle schmelzen lassen (bei Silikon-Backform, wenn Form aus Metall ist,´bitte Butter in einem extra Gefäß schmelzen

Variation: Man kann natürlich auch eine runde Form nehmen, dann braucht Ihr etwas mehr Boden!

3. Kekse hinein, mit dem Mörser zerdrücken, glattdrücken

Variation: vorbereitete Früchte auf den Boden geben

4. Zutaten für Creme außer Fruchtmark in Schüssel verrühren

Variation: Die Hälfte mit Kakao – Pulver (ca 3 Eßlöffel) vermischen

Variation: Anstatt einer Creme fraiche eine süße Sahne nehmen, diese erhitzen, aber nicht kochen. 2 Eßlöffel Lavendelblüten dazu geben, ausstellen,  ca 15min ziehen lassen. Danach Sahne durch ein Sieb geben, zur Creme geben. Wer möchte, kann noch einige Blüten zur Deko verwenden,

5. Creme in  Backform füllen

Variation: Fruchtmark oder Marmelade erhitzen, bis es flüssig ist  – vorsichtig in „Fäden“ auf Kuchen gießen, mit Gabel  senkrecht dazu Muster ziehen, ganz wie es Euch gefällt

Variation: Warme Kuvertüre über den Teig tropfen lassen (sinkt teilweise ein)

6. Das Ganze 45-55 min bei 165 Grad im auf unterster Schiene backen (je nach Backofen). Er darf in der Mitte nicht mehr wabbelig sein und muß schön hochgegangen sein. Dabei kaum bräunen lassen, sonst verliert er die Cremigkeit!

Variation: Oben drauf kann man nach ca. 45 min auch ca. 50-100 ml Kondensmilch oder flüssige Sahne mit ca 2-4 Eßlöffel Puderzucker verrühren und aufstreichen, danach noch ca 10 min fertigbacken.

Ich wünsch´ Euch einen wunderschönen Tag, Eure Nessy!

Osterimpressionen

Hallo Ihr Lieben!Bildschirmfoto 2020-04-10 um 20.11.12

Immer wieder höre ich … trotz Corona …  Aber ehrlich gessagt, geht es vielen von uns, die wir (noch) gesund sind, eigentlich recht gut. Sehr gut sogar. Einige müssen nicht einmal arbeiten. Übrigens auch unsere Alltagshelden wie Verkäufer/innen, Ärzt/innen, Alten- und Krankenpfleger/innen arbeiten aktuell oft weniger als normal , weil vielerorts Schichtdienst eingeführt wurde, damit bei Erkrankung/Kontakt eines Teams zumindest das andere noch agieren kann! Also beschränkt sich das Heldentum auf die Gefahr, sich eventuell anzustecken, was natürlich schon Heldentum genug ist.

Nicht einmal die Gefahr an sich ist es, die sie zu ,,Alltagshelden“ macht, sondern die Angst, mit der unsere Helden leben müssen. Mit dem Gefühl, sich anstecken zu können und zu den 0,01-5% von ? zu gehören, bei denen die Erkrankung nicht harmlos verläuft.

Klar ist vieles blöd. Allen voran die Wirtschaft, die so langsam den Bach ,,nach unten fließt“. Aber das volle Ausmaß werden wir erst später spüren. Wenn die Soforthilfen aufgebraucht sind und das Gelddrucken seine Inflations-Spuren hinterlassen hat. Wenn wir vielleicht arbeitslos geworden sind und keinen neuen Arbeitsplatz mehr finden, der uns so richtig zusagt und wenn es vielleicht wirklich Nahrungsmittelengpässe gibt …Bildschirmfoto 2020-04-10 um 19.11.22

Aber dennoch bin ich zuversichtlich, auch wenn es Dinge gibt, die mir ab und zu auch einmal so richtig ,,stinken“! Aber unser Leben ist nun mal kein immerwährender ,,Ponyhof“.

Also bin ich  jeden Morgen dankbar, wie gut es mir eigentlich geht. Das klingt kitschig und abgedroschen, aber es ist so. Ich bemerke jeden Tag aufs Neue, was mir das Leben ,,trotz“ Krise bereithält und das ist ganz schön viel! In Deutschland wird, so sieht es aktuell aus, niemand wegen dieser Krise Hunger leiden müssen, alle Menschen rücken ,,mental“ zusammen, helfen sich, entdecken neue Seiten an sich, genießen die ,,Zwangs“-Entschleunigung …

Die Dinge werden sich höchstwahrscheinlich irgendwie wieder richten und wir werden dafür etwas tun müssen. Aber ist dafür nicht höchste Zeit, in einer Zeit, in der Über-Konsum und Ressourcen-Wegwerfen und ,,Leben wie die Made im Speck“ selbstverständlich waren? Jetzt haben wir Zeit, einmal darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist und das Leben ,,ein wenig neu zu ordnen“! Denn Achtsamkeit ist das neue Zauberwort und ein wenig der Demut, die uns ,,Corona“ lehrt, tut uns vielleicht auch einmal ganz gut! Versteht mich nicht falsch! Ich gönne jedem, was er hat und finde es blöd, wenn man sich, anders wie beispielsweise in den USA, nicht freuen darf über das, was man geschafft hat, weil man sonst gleich als ,,Angeber“ und ,,geltungsbedürftig“ abgestempelt wird. Aber darum geht es eben auch. Wir müssen wieder lernen, uns über das zu freuen, was wir haben, es auskosten und genießen anstatt immer unzufrieden zu sein und nie zufrieden zu sein!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen, dass Ihr die Krise gut und gesund übersteht und wünsche allen von Herzen, das Ihr gut mit Euren Verlusten, die wir sicher alle mehr oder weniger einstecken müssen, möglichst gut klarkommt und das Beste daraus macht! Ihr werdet es schaffen! Bleibt dran, bereitet Euch jetzt schon vor auf das, was danach sein wird! Holt Euch Kraft, von allem, was Ihr als schön empfindet, sehr es als Chance für Euch und betrachtet die Vergangenheit nicht als ,,Normalität“, sondern als Geschenk! denn nie in der Geschichte der Menschheit waren wir mit soviel Überfluss und Luxus ausgestattet wie in der heutigen Zeit in Deutschland!

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein wunderschönes Osterfest ganz im Zeichen der Hoffnung und zeige ein paar meiner schönen März/April-Bilder …

Big Hugs (schriftlich darf man ja…) Eure Nessy

Als Dia-Show …

Diese Diashow benötigt JavaScript.

oder so …

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Garant für Glückshormone und Anti Aging: Echtes Lachen!

Hallo Ihr Lieben

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In einem Versuch wurden Probanden Karten mit Gesichtern vorgelegt. Eine große Reihe an Merkmalen wurde abgefragt unter anderem auch, wie sympathisch und jung das Gesicht wirken würde. Es waren sehr viele Gesichter, die der Proband da in kurzer Zeit vorgelegt bekam. Und was kam heraus? Die gleichen Gesichter, die lachten, wurden wesentlich jünger geschätzt als ihr ,,normales“ Konterfei, von erhöhten Sympathiepunkten ganz zu schweigen!

Wenn ich also von Patientinnen gefragt werde, was man tun kann, um wirklich ,,jung“ auszusehen, ist immer die erste und wichtigste Antwort, die mir dabei einfällt, zu lächeln, lachen, sich die Schenkel vor Lachen klopfen, schmunzeln, grinsen, …! Bildschirmfoto 2020-03-11 um 21.17.42Denn nichts wirkt so jung und sympathisch wie ein echtes, warmes, herzliches Lachen! Ein positiver Nebeneffekt: Echtes Lachen, auch, wenn wir nur Lachen um des Lachens Willen, setzt Glückshormone frei und bringt uns selbst in eine gute Laune! Wenn das kein Grund ist, ab und zu einfach einmal die Mundwinkel nach oben zu ziehen …

Dabei meine ich allerdings nicht dieses doofe Dauergegrinse, das manchmal Verkäuferinnen an den Tag legen, denen man sofort ansieht, dass sie trotz Mundwinkelgymnastik  am liebsten ganz wo anders wären. Wenn ich so ein gekünsteltes Lachen sehe, ohne jegliche Augenbeteiligung, macht mich persönlich das eher traurig, auch wenn mir das zugegeben noch lieber ist als mürrisches, motziges Auftreten oder Ignoranz …

Lachen ,,lernen“

Also, erster Tipp: Ab vor den Spiegel und sich beobachten, wie man freundlich lacht. Geht nicht so einfach, das Leben ist schließlich gerade richtig, richtig hart, weil der kleine Fingernagel just in diesem Moment durch das Tippen der Laptoptasten abgebrochen ist!Bildschirmfoto 2020-03-11 um 21.18.01

So etwas ist natürlich schon, zugegeben, echt blöd! Aber genau dann kommt es auf unsere Kreativität an! Wie war das noch gleich mit dem ersten Kuss oder dem Hund, der sich klammheimlich mit der Weihnachtsgans davonschlich? Versucht einmal kurz, den Ärger über den abgebrochenenFingernagel auszublenden, in dem Ihr in so  einem Moment an etwas richtig, richtig Schönes oder auch an etwas echt Komisches denkt, wie zum Beispiel daran, sich den kleinen Fingernagel am Laptop abzubrechen, was uns automatisch ein schelmisches Grinsen um die Mundwinkel beschert, das umwerfend wirken kann!

Arten des Lachens

Es gibt verschiedene Arten von Lachen – mit jeweils unterschiedlicher Wirkung auf den Gegenüber und auch auf uns selbst! Kommen  wir also zum ,,Fein-Tuning“…Bildschirmfoto 2020-03-11 um 21.17.00

Ihr schafft es, trotz widriger, vielleicht sehr trauriger Umstände ein süffisantes Lächeln auf Euer Gesicht zu zaubern, wenn ihr daran zurückdenkt, wie Euer liebster Fiesling-Feind damals in der Schule, der Länge nach im Matsch lag? Supi! Wobei wir schon beim Punkt wären. Denn dieses Lächeln ist beispielsweise nicht geeignet, um seinen Gegenüber aufmunterndes Mitgefühl und Verständnis, zum Beispiel im Falle einer Erkrankung oder einer anderen negativen Schicksalsfügung zu zeigen. In so einer Situation ist es dann doch hilfreicher, an die süßen, flauschigen Kätzchen von Tante Emilia zu denken. Vielleicht reicht aber auch einfach der echte Wunsch, helfen zu wollen… muss sich die verschiedensten Nuancen des Lächelns klarmachen und wenn man zu den Menschen gehört, die bisher eher mit ernster Miene durchs Leben liefen und sich damit vielleicht schon die ein oder andere Chance haben entgehen lassen, anfangen, das Lächeln in sein Leben zu lassen!  Und denkt daran! Dauergrinsen ist out! Nur wer auch Trauer und Ernsthaftigkeit zulassen kann, kann auch echte Fröhlichkeit ausstrahlen – und empfinden!

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Nun wünsche ich Euch eine wunderschöne Woche mit vielen fröhlichen Momenten! Passt auf Euch auf,

Big Hugs,

Eure Nessy