Über Falten, Schönheit und was im Leben wichtig ist!

Hallo Ihr Lieben! „Hi Nessy-Ungeheuer, ich fass´ es nicht! Was geht ab bei Dir?“ Huch, wer sprach mich denn da von hinten an? Als ich mich umdrehte, strahlte mich eine mir völlig unbekannte, etwas ältere Frau in modischem T-Shirt, Shorts und langer Weste an. Die Haut war gebräunt und von „Lebenslinien“ gezeichnet, die von einem aufregenden Leben voller Abenteuer erzählten. Erst nach einigen Momenten dämmerte es mir, wer da vor mir stand… „Natalie!“. na9 (4) Sie war bis zur 10. Klasse meine enge, herzliche, lustige und wunderschöne Schulfreundin gewesen. Danach ging sie vom Gymnasium ab, weil sie schließlich das Leben nicht mit Lernen, das ihr nicht so lag, vergeuden, sondern „endlich leben“ wollte, wie sie sich ausdrückte. Abgesehen davon hatte es wohl auch  mit den Noten nicht so ganz hingehauen. Sie allerdings hat mich damals viel gelehrt. Mehr als mancher Lehrer…  Nie mehr habe ich einen so von innen heraus fröhlichen Menschen erlebt, der jede negative Laune des Schicksals mit einer Handbewegung scheinbar wegwischen konnte.  Sie lebte vor, dass man sich nicht alles so zu Herzen nehmen musste, es würde schon alles werden, frei nach dem Bibelspruch: Sehr Ihr die Vöglein auf dem Felde, sie sähen nicht, sie ernten nicht  und haben doch immer zu essen… So gelang es ihr, aus allem das Beste zu machen.

Das leuchtete mir natürlich ein. Allerdings musste ich das Ganze bald relativieren, weil sie in ihrer Philosophie nicht bedacht zu haben schien, dass die Vöglein ja den ganzen Tag umherfliegen, um Futter zu suchen. Außerdem bauen sie tagelang in Schwerstarbeit an ihren Kinderzimmern herum und machen lieber Nulldiät, als ihre süßen kleinen Eierlein beim Brüten zu verlassen, wenn der Gatte sich einmal wieder herumtreibt…

Glücklicherweise merkte ich das Manko ihrer Philosophie nach einigen Tiefschlägen, die ich hier besser unerwähnt lasse. Als ich sie allerdings gestern sah, hatte sie dieses kleine Detail der Geschichte offenbar bis heute nicht gestört. Sie hatte sich innerlich diesbezüglich wohl nicht sehr geändert. Ihre Lebenslust schien ungebrochen. Aber äußerlich erkannte ich sie kaum wieder… Wahrscheinlich waren es Zigaretten, Alkohol, Sonne, Schlafmangel und wer weiß was noch alles, die ihr Erscheinungsbild so gebeutelt hatten, schoss es mir durch den Kopf. Ich erinnerte mich, dass sie schon damals Cremes für Geldmacherei hielt und frische Luft, abgesehen von heißen Sommertagen, in denen sie sich stundenlang in der Sonne aalen konnte, als Staatsfeind Nr.1 verpönte…

Da stand nun diese lachende, fröhliche, zweimal geschiedene Natalie, die aktuell von Sierra Leone in West Afrika zurückgekommen war und umarmte mich herzlich. Kinder wollte sie nicht in die Welt setzen, weil das auch einfach nicht in ihren Lebensentwurf passte, heiraten auch nicht mehr („Bringt einfach nix“). Irgendwie fand ich ihre Ausstrahlung immer noch toll!

Foto (14) Vielleicht schien sie oberflächllich betrachtet, naiv. Ich glaube aber, das  gerade war sie nicht. Später erfuhr ich dann, dass sie zu jener Zeit gerade eine schwere Krankheit glücklicherweise gut und dankbar überstanden hatte. Sie war in West-Afrika in einem Hospital als Krankenschwester in der Versorgung von Ebola-Kranken tätig gewesen und  hatte sich angesteckt. Sorry also, wenn ich primär andere Ursachen für ihr vorgealtertes Äußeres verantwortlich gemacht hatte. Wenn ich genauer hingesehen hätte, hätte mir ihr Gesicht vielleicht von den wahren Ursachen erzählt! Vielleicht aber auch nicht – wer weiß das schon…

Kommen wir zurück zum Thema der Falten, welches nach dieser Geschichte eigentlich fast lächerlich erscheint! Natürlich sieht Natalie  auf ihre Art immer noch blendend aus. Ihr lebendiges Gesicht vermag Geschichten zu erzählen wie kaum ein anderes. Ich denke nicht, dass sie sich viele Gedanken über Falten macht. Ich weiß aber auch nicht, was sie für ihre Gesundheit tut, die sich ja auch in der Haut wiederspiegelt. Aber darüber haben wir einfach nicht gesprochen. Das wäre für mich genau der Punkt: Falten an sich sind ja nicht schlimm, zumindest nicht für Menschen wie Natalie. Wenn man allerdings kaum Wert auf einen gesunden Lebenswandel legt, obwohl wir in unserer westlichen Welt das sehr einfach können, wäre das sehr schade. Aber, um das Thema „Natalie“ abzuschließen, ich denke, das weiß sie sehr wohl, gerade auch nach ihrer Krankheit.

Trotzdem gibt es Menschen wie mich, die die eigenen Falten stören. Zumindest, wenn sie tief ausgeprägt wären und mich älter machen würden, als ich bin. Warum? Weil man von der Gesellschaft nun einmal als älterer Mensch oft anders wahrgenommen und behandelt wird. Ihr glaubt das nicht oder findet, dass, wenn man eben alt ist, auch so behandelt werden sollte? Neiin! Prinzipiell habt Ihr ja recht, aber leider ist die Gesellschaft nicht so objektiv und es gibt auch nicht nur ausgesprochene „Gut-Menschen“! Gnadenlos und hämisch wird das Alter als Makel dargestellt, da müsst Ihr nur einmal die Klatschpresse aufschlagen!  Cellulite hier, Falten da, und ihhh, wie blöd, alles fotogeshoppt!  Und schaut doch nur, wie blöd die schöne XY  in Wirklichkeit aussieht! Grässlich, oder? Hab´ ich also nicht recht? Sogar wir selber beurteilen doch oft, bewusst oder unbewusst, die Menschen in erster Linie nach ihrem Aussehen!

Jüngere und schönere Menschen werden zum Beispiel eher eingestellt, das ist bewiesen. Es gibt in der Medizin Behandlungsschemata, wie, wer, wann in welchem Alter welche medizinischen Leistungen erhält. „Bei dem alten Knacker schlägt die Stammzelltherapie mit Sicherheit nicht mehr an! Das klappt höchstens bis 50 Jahre.“ Diesen Satz habe ich einmal im Krankenhaus gehört. Allerdings war der „alte Knacker“ erst 42, aber der betreffende Kollege hatte nicht so genau in die Akten geschaut! Der Patient sah einfach ein wenig älter aus…

Warum? Weil in unserem Kopf winzige Rezeptoren sitzen, die uns sagen, welche Formen wir als angenehm empfinden und welche nicht. Das ist auch regional entwicklungsgeschichtlich und kulturell bedingt unterschiedlich.Untersuchungen haben gezeigt, dass wir den „Durchschnittsmenschen“ im wahren Leben am schönsten finden. Wenn man also aus den Bildern einer Gruppe die Durchschnittswerte berechnet und so einen Menschen „zaubert“ haben wir ein „Idealbild“. Und dieses ebenmäßige Gesicht trägt die Attribute der Jugendlichkeit. Körperliche Anziehung hängt übrigens auch mit Pheremonen (Lock-Duftstoffe, die unbewußt wahrgenommen werden) zusammen, die natürlich auf Bildern nicht vermittelt werden können. Aber man kann z.B. Stühle mit Pheremonen einsprühen, auf die sich Menschen setzen sollen…

Unser Gehirn schüttet bei diesen ganzen Reizen, zu denen eben auch Jugendlichkeit gehört, „Wohlfühl-Belohnungsstoffe“ aus, denen wir uns ungern entziehen wollen… Stehen sie doch für ein Gegenüber, der sich gut fortpflanzen und für unsere Brut sorgen kann…

So, jetzt wisst Ihr es. Deshalb versuchen die meisten von uns, die Uhr ein wenig zurückzudrehen, auch wenn  es uns nicht gelingen wird, sie anzuhalten… Andere stehen bewusst zu ihrem Alter ohne sich „verrückt „zu machen. Das finde ich, wie bei Natalie, völlig ok, solange es nicht unangenehm riecht und die Haare fettig sind… Die Leute fragen mich manchmal, wie alt ich den bin und ob ich etwas „habe machen lassen“.  Die zweite Frage ist leicht, die erste nicht… Einmal kam es, hier im Netz, zu einem eigentlich lustigen Dialog, als ich tatsächlich unabsichtlich ein zu hohes Alter angegeben hatte! Meine „Follower“ haben sich untereinander über mein Alter gestritten… von 29 bis 50 (!)  war alles dabei! Da war ich schon ein wenig geschockt und habe gleich ein Schlangenserum gekauft! Hier die absolut ehrliche Antwort: Schon seit längerem 35. Und bei dieser Zahl werde ich bis auf weiteres stehenbleiben. Sie gefällt mir gut und – sind wir nicht „frei“? Seufz, nein Nessy, in dieser (und vielen anderen) Sachen leider nicht!

Nun zur zweiten Frage: „Machen lassen“ habe ich bis jetzt ehrlich  – nix! Selber „mache“ ich aber recht viel. Tja, vielleicht übertreibe ich es sogar ein wenig… Nein, natürlich (noch) keine Spritzen oder so. Aber in meinem Bad liegt zugegeben mittlerweile ein Equipment herum, das so manches Kosmetikstudio neidisch machen würde…  Tages- und Nachtcremes mit, je nach Witterung, verschiedenen Feuchtigkeits- und Fettanteilen, Augencremes für Tag und Nacht, Hyaluronsäure- und Schlangengift-Seren, Stammzell- und Enzymmasken, um nur einige Produkte zu nennen, kommen alle in Intervallen zur Anwendung. Konsequent wird gecremt, gepeelt, Masken aufgelegt, massiert, Sonnenschutz angewandt, sich viel an frischer Luft bewegt, genug geschlafen und auf eine ausreichende Nährstoffversorgung geachtet… Aber das Wichtigste für ein ansprechendes Äußeres ist und bleibt – und deshalb mögen alle Natalie trotz  (vielleicht sogar wegen) ihrer Falten – eine positive, Ausstrahlung, die von Innen kommt! Und damit meine ich kein aufgesetztes Dauergrinsen sondern echte Lebensfreude, verbunden mit Dankbarkeit für das Leben, auch wenn das nicht immer nur Positives bereithält!  Natürlich ist es auch völlig okay, wenn man ´mal traurig ist und die Trauer auch zeigt… Leider wird auch das von der Außenwelt dann gleich als „schwach“ bis hin zu „Dauer-depressiv“ gewertet!

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Ich bin in Menschenjahren 80! Ich bin noch immer die Chefin und werde geliebt und respektiert, weil ich mein Rudel suuper beschütze! Dass ich in euren Augen SCHÖN bin ist doch unter uns Hunden sowas von egal, Hauptsache ich belle recht laut, wenn jemand kommt! So etwas imponiert! Und bei Männchen, welcher am höchsten pinkeln kann… Stellt Euch vor, manche machen dabei sogar Handstand… Warum das so ist? Größer = besserer Beschützer! DAS sind doch ´mal sinnvolle, echte „Schönheitskriterien“!

Deshalb wäre es in Hinblick auf die ganzen „Jugendwahn-Entwicklung“ sicherlich gut, wenn wir neben der Einstellung zu unserem Innern und der Pflege von unserem Äußeren vielleicht auch die vorschnelle  Be/Verurteilung unserer Mitmenschen aufgrund von Äußerlichkeiten überdenken…

So, das waren meine etwas anderen „Schönheitstipps“. Vielleicht haben sie Euch ja ein wenig inspiriert, das wäre toll!

Wer sich nun aber auch für praktische Tipps interessiert, die er hier vielleicht vermisst hat, dem empfehle ich folgende Artikel (einfach darauf klicken, dann kommt Ihr automatisch hin):

1. Vorher – nachher – vom Knitter-Alien zur Happinessy: Trickkiste für´s Morgenstyling

2. Vitalität und Mode für Junggebliebene – Fit und schick auch mit über 50!  Dieser Artikel enthält umfassende Tipps für Lebensführung, Gesundheit, Ernährung, Mode, Makeup und mehr.

3. Optimale Ernährung / Detox / Clean Eating / Happy Eating / Ayuveda / Epigenetik – Im Schweinsgalopp durch die Ernährungslehren…

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Woche! Bis bald, Eure Nessy!

Veröffentlicht von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog "happinessygirls" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

5 thoughts on “Über Falten, Schönheit und was im Leben wichtig ist!

  1. Außer einer positiven Ausstrahlung, Lebensfreude, und einer normalen Creme, sollte man nur Tabak, Alkohol und zu wenig Schlaf meiden. Sofern die Ernährung einigermaßen passt und keine stundenlangen Sonnenbäder genommen werden, gibt es fast nis, was man seinem Körper noch verabreichen könnte, um ihn zu erhalten. Natürlich pinseln die Damen hier und da noch etwas nach, aber wirklich helfen können nur die Gene. Ach ja, Wasser trinken hilft tatsächlich, um den Körper fit zu halten 😉

  2. Hallo Arno, danke für Deinen guten Kommentar! Schön und pregnant… Das ist doch viel, was man tun kann! Wobei exzessives Wassernuckeln, wie vor einigen Jahren gepriesen, auch nicht das Wahre ist, da doch die Osmoregulation langfristig gestört werden kann. Und mit einer optimalen Versorgung des Organismus hat man doch eine ganz gute Möglichkeit, etwas zu bewirken. Wir wissen doch heute soviel mehr als noch vor 10 Jahren! Damals hielt man Margarine noch für gesünder wie Butter und die Ernährungspyramide hatte ganz unten tatsächlich die Kohlehydrate wie Brot, Reis und Kartoffeln… Für die neuesten Ernährungsgeschichten verweise ich, bescheiden wie ich nun einmal bin, gerne auf meinen oben verlinkten Artikel…

    In diesem Sinne ende ich heute mit dem vulkanischen Spock-Gruß: Friede und ein langes Leben!

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