Medizin/ Gesundheit /Frauenheilkunde: Pille und alternative Verhütung in den Wechseljahren

Hallo Ihr Lieben!

unnamed (96)Heute möchte ich Euch einmal die wichtigsten Fakten zum Thema Verhütung mit Pille in den Wechseljahren erklären, denn jede Frau, die mit der Pille verhütet, sieht sich früher oder später mit dem Thema konfrontiert … Wenn Euch noch weitere Fragen zu dem Thema einfallen, dürft Ihr sie gerne in den ,,Kommentaren“ stellen!

So! Und nun viel Spaß beim ,,Schmökern“!

 

1. Woran merkt man, dass man in die Wechseljahre kommt, wenn man die Pille einnimmt?

Oft merkt man es – gar nicht! Denn die Blutung, die ja eine ,,künstlich“ herbeigeführte Hormnentzugsblutung ist und keine echte Periodenblutung, geht natürlich noch viel länger weiter, als dass ohne Pille der Fall wäre!

Dennoch bilden sich bei manchen Frauen ab dem  Wechseljahresalter zwischen etwa 45 und 55 Jahren  typische Symptomen aus, die dann aber meistens weit weniger heftig sind als bei Frauen, die keine Hormone nehmen, denn ein Stück weit ersetzen die künstlichen Hormone die natürlichen.

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Wechseljahre – Für manche ein Fluch, für andere völlig komplikationslos…

Wie Ihr wisst, wird durch die Pille der Eisprung unterdrückt! Nicht umsonst heißt sie ja ,,Ovulationshemmer“. Wenn nun die eigene Hormonproduktion nachläßt, ändert sich zunächst einmal gar nicht so viel! Denn die Wechseljahre an sich mit Hormonschwankungen, Hitzewallungen etc. finden so, nach ,,außen hin“ gesehen, nicht statt! Die eigenen Hormone werden weiter unterdrückt, es findet nach wie vor kein Eisprung statt und wenn man die 7 Tage ,,Pillenpause“ macht, blutet die Gebärmutterschleimhaut  weiterhin ab.  Das kann bei machen Frauen bis zum Alter von 60 Jahren so gehen! Spätestens dann bildet sich auch die Schleimhaut zurück und die Blutung bleibt ganz aus.

2. Wieso muss ich dann die Pille überhaupt absetzen?

Weil es ein Risiko bedeutet, künstliche Hormone einzunehmen und das steigt mit dem Alter!

So ist bei Einnahme der Pille die  Thromboserate, das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und das Risiko an Brustkrebs und Leberkrebs  zu erkranken, erhöht.

Die Risiken sind umso höher, je mehr der typischen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, genetische Veranlagungen etc. bestehen. Je größer das individuelle Risiko ist, an Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken, umso eher wird der Frauenarzt empfehlen, die Pille abzusetzen , um auf alternative Verhütungsmittel auszuweichen!

Das Risiko hängt aber auch von der Dauer der Einnahme ab (je länger die Einnahme desto geringer das Risiko, allerdings steigt es auch mit dem Alter der Patientin), außerdem von der Höhe der Östrogendosis und dem Gestagen – Wirkstoff der Pille. So gilt  es bei den kombinierten Pillen mit den Gestagenen Drospirenon, Cyproteronacetat, Desogestrel und Gestoden als besonders hoch.

3. Wie geht der Übergang in den Wechseljahren, wenn man die Pille nimmt, genau vonstatten?

Je nach Alter und Risikoprofil der Frau wird der Frauenarzt/-ärztin empfehlen, ab dem Alter von ca 40 Jahren (bei hohem Risiko) und ca 45 Jahren (normales Risiko) einen sogenannten Auslassversuch zu machen. Dabei wird die ,,Pille“ für 6 Wochen weg  gelassen und während dessen  hormonfrei, z.B. mit einem Kondom kombiniert mit einem  Schaumzäpfchen, oder mit  andere sogenannte Barrieremethoden (z.B, Portiokappe, Femidon, Verhütungsschwämmchen) verhütet.

Danach werden die Hormone untersucht und man sieht, wie es noch um die natürliche Hormontätigkeit der Frau bestellt ist. Hat man noch völlig normale Spiegel vorliegen, kann man eventuell die Pille noch ein wenig weiter geben (eher nicht empfehlenswert, wegen des erhöhten Risikos in diesem Alter oder aber, wenn möglich auf ein schonenderes Präparat mit einer günstigeren Zusammensetzung (siehe vorherige Frage) umsteigen.

Verhütungs – Möglichkeiten in den Wechseljahren

(grün: für die meisten Frauen empfehlenswert, rosa: bedingt empfehlenswert, rot: für die meisten Frauen nicht empfehlenswert)

Man  kann sich dann im Prinzip neben den

1. verschiedenen Hormonpräparate (erhöhtes thrombembolisches Risiko, wie Beinvenenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt, Schaganfall…siehe Frage 5) zwischen

2. den verschiedenen Barriere – Methoden, z.B. Kondom, Femidom, Portiokappe, Verhütungschwämmchen (wegen Hygieneproblemen weniger empfehlenswert) und /oder Schaumzäpfchen, bzw. spermizides Gel,

3.  den intra – uterinen Systemen, wie Kupferspiralen, Kupferball oder die Kupferkette,

4. das Berechnen der fruchtbaren Tage wie auch

5. ,,Knaus Ogino“ sind eher ungünstig (wegen großer Unzuverlässigkeit, siehe auch Frage 4) und

6. dem Weglassen der Verhütung  entscheiden.

Das  letztere empfiehlt sich nur, wenn man in dieser Situation gerade keinen Verkehr   oder man einen ausdrücklichen Kinderwunsch hat, und dies unter Kenntnis des deutlich erhöhten Risikos! Aber in diesem Fall muss man sowieso ganz anders vorgehen…

Sind die Hormonspiegel schon unter einen bestimmten Level abgesunken, wird man, je nach Alter, dennoch für ein halbes bis ein ganzes Jahr weiter (nach Spiegel/Begleitumstände) hormonfrei verhüten.

Dies hat auch den Vorteil, dass man sieht, wie es weitergeht und wie die Frau auf den Hormon – Entzug reagiert.  Entsprechend kann man Maßnahmen abbrechen bzw. auch eine Hormon – Substitution überdenken.

Nach 6 Wochen wird man die Hormon erneut überprüfen, da die Hormone in den Wechseljahren ja starken Schwankungen unterworfen sein können und ein einmaliger Wert nur eine Momentaufnahme darstellt! Zeigt sich dann nach 6 Monaten keine  Blutung mehr und die Hormone sind bei einer erneuten Kontrolle immer noch tief, kann man auf weitere Verhütung verzichten und  eventuell bei Symptomen auch eine Hormonersatztherapie beginnen.

4.Welche hormonfreien Möglichkeiten der Verhütung eignen sich in den Wechseljahren?

Eine hormonfreie Alternative zur ,,Pille“  stellen die  Kupferspiralen und ähnliche intrauterinen Systeme dar, wie der Kupferball oder die Kupferkette (siehe den Übersichtsartikel über solche Systeme  durch ,,KLICK HIER“ ) , die von den meisten Frauen gut, aber von ein paar auch eher schlecht vertragen werden!

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Eine nicht ganz konventionelle Interpretation des Verhütungsballs, wobei auch dieser sehr sicher ist, wenn die Dame über eine gute Muskulatur verfügt, um ihn festzuhalten… Die klassische Interpretation seht Ihr weiter unten!

Das hängt oft mit ihrer genauen Lage in der Gebärmutter zusammen. Manchmal sind die verschiedenen Intrauterinsysteme, die übrigens durch ihre Kupferionen verhütend wirken,  sie zu klein oder zu groß oder liegen nicht ganz gerade. Das ist aber eher selten und in diesem Fall können sie manchmal noch nachjustiert werden oder man wählt eine andere Größe oder ein anderes System. Da sie nicht in den Hormonhaushalt eingreifen und  so auch nicht die Vorteile der Pille haben, kann die Periode unregelmäßig, schmerzhafter  oder stärker sein.

Meistens überlegen sich die Frauen aber zusammen mit dem Arzt/Ärztin  ihres Vertrauens für den Übergang, wenn man merkt, dass die Hormone schon ein wenig ,,schwächeln“ (aber eine Empfängnis noch nicht sicher ausgeschlossen werden kann), eine einfachere Lösung

Eine Option sind auch sogenannte Barrieremethoden wie ,,Portiokappen“ , wie  z.B. ,,Caya“  die vor dem Verkehr  eingesetzt werden und zusätzlich  noch zur Erhöhung der Sicherheit,  mit einem spermiziden Gel bestrichen werden.

Eine andere,Barrieremethode ist  z.B. das Verhütungsschwämmchen, dass aber aus hygienischer Sicht etwas schwierig zu händeln ist, da sich natürlich auch gerne Keime einnisten…

Auch das gute alte spermizide Zäpfchen oder/und das Kondom sind durchaus noch Optionen…

Die Berechnung der fruchtbaren Tage hingegen ist in den Wechseljahren eher schwierig durchzuführen, da gerade zu dieser Zeit der Zyklus oft unregelmäßig wird.

Von der Sicherheit her sind die zuletzt genannten Barrieren-Methoden zugegeben nicht so sicher wie die ,,Pille“.  Allerdings hängt die Sicherheit sehr davon ab, ob die Methoden auch zuverlässig angewendet werden und  man sich bei der Anwendung wirklich genau an die immer beiliegenden Anleitungen hält! Auch erhöht die Anwendung zweier Methoden die Sicherheit noch einmal …

Meist findet sich aber trotzdem für jede Frau eine gangbare Lösung, zumal diese ,,Phase des Übergangs“ auch  nicht ewig dauert!

5. Es gibt Frauen, die möchten die Pille trotz erhöhtem Risiko gerne noch weiter nehmen, Gibt es Pillen, die trotz aller Unkerufe für Frauen, die über 40 Jahre alt sind, eher geeignet sind als andere?

Es gibt  sogenannte ,,Wechseljahrespillen„, die Estradiolvalerat als Östrogen-Komponente beinhalten, welches das sonst verwendete Ethinylestradiol ersetzt. Estradiolvalerat wird im Körper in Estradiol umgewandelt, so gelangt man tatsächlich zum natürlichen Östrogen. In wiefern natürliches Östrogen in der Verhütung genauso zuverlässig ist und ob es tatsächlich weniger Nebenwirkungen hat, kann ich Euch leider nicht sicher sagen, auch wenn es uns die Industrie, die  diese Pillen (z.B. Qlaira) vertreibt, natürlich Glauben machen möchte. Diese Pille ist jedenfalls sehr teuer und wird in der Regel nicht von der Kasse bezahlt!

Eine weitere Pille, die hinsichtlich des im Alter erhöhtem Thromboserisikos als besonders sicher eingestuft wird und ich (mit Abstrichen) deshalb auch bei Frauen empfiehlt, die sich mit so gar keinen nicht-hormonellen Verhütungsmethoden anfreunden können ist die Minipille, die nur Gestagen enthält  (z.B. Cerazette) und die ohne Pause eingenommen wird. Die Nachteile sind, dass die Blutung bei dieser Methode wegbleibt und dass die Einnahme möglichst zur etwa gleichen Zeit erfolgen sollte, damit eine hohe Sicherheit gewährleistet werden kann. Allerdings werden sich die in den Wechseljahren bei manchen Frauen auftretenden Östrogenmangel -Erscheinungen  (z.B. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen, Stimmungsschwankungen, …)  natürlich auch bei dieser östrogenfreien Pille zeigen!

6. Was passiert im Körper, wenn mazzhetn die ,,Pille“ nach vielen Jahren absetzt?

Das Empfinden von Frauen, die die Pille absetzen, ist sehr unterschiedlich, nicht nur in Bezug auf das Wieder-Eintreten der ,,natürlichen“ Periode. Diese  hat ja die ganze Zeit mit der Unterdrückung  des Eisprungs unter Hormoneinnahme so nicht stattgefunden,  es kam lediglich zu einer Hormonentzugsblutung. So kann es einige Monate dauern, bis die Periode wieder einsetzt, oder sie tritt nur noch unregelmäßig auf. Wenn die Hormone schon deutlich am ,,schwächeln“  sind, besteht auch die Möglichkeit, dass keine Blutung mehr kommt.

Bei Unklarheiten kann der Frauenarzt/ärztin leicht mittels Ultraschall feststellen, ob die Gebärmutterschleimhaut sich noch adäquat aufbaut oder sich vielleicht schon zurückbildet hat und deshalb nicht mehr abbluten muss. Auch kann man mittels dieser Untersuchung Myome und /oder Cysten, die ebenfalls Blutungsstörungen auslösen können, diagnostizieren.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Pilleneinnahme ja auch Vorteile hat. So ist die Blutung unter der Medikation oft regelmäßiger, weniger schmerzhaft und schwächer. Lässt man sie nun weg, fallen auch diese Vorteile weg und die ,,natürliche“, ureigene, nicht von der Pille beeinflusste Periode mit Eisprung, eventuell prämenstruellem Syndrom  und ,,Störanfällgkeit“ des Zyklus je nach äußeren Umständen und je nach Disposition, tritt wieder auf den Plan!

Es gibt immer wieder Frauen, die sich,  besonders, wenn sie die Pille lange genommen haben, nach dem  Absetzen derselben, in einer völlig anderen Gefühlswelt wiederfinden und geradezu von ihren ,,echten Gefühlen“ mit Schmerzen, aber auch von Freude und emotionale Sensibilität überwältigt werden.

Viele Frauen hingegen merken, emotional oder schmerz – technisch gesehen, überhaupt nichts, so dass ich selbst manchmal erstaunt bin, wie verschieden die Frauen bezüglich ihrer Empfindungen, was die Pille angeht, sind!

7. Haber die Frauen, wenn sie lange die Pille genommen haben und ihr Eisprung damit lange Zeit unterdrückt wurden, ihre Periode länger? Es müssen doch dann mehr Eier übrig  geblieben sein!

Die Überlegung klingt zwar im ersten Moment logisch, allerdings sind auch nach vielen fruchtbaren Jahren ohne Pillen – Einnahme, in denen reguläre Eisprünge stattfanden, die Anzahl der Eier keineswegs ,,verbraucht“.  Es ist einfach so, dass sich die Ovarien (Eierstöcke) sich im Alter zurückbilden und verkümmern. Also haben die Frauen, die die Pille genommen haben, ihre Periode nicht länger!

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Der moderne Verhütungsball besteht aus einer Kupferkette mit lauter kleinen aufgefädelten Bällen, die, sobald sie in der Gebärmutter zum Liegen kommt, die Form eines Balls annimmt! Der Vorteil ist, dass die Entfernung problemlos ist und beim Legen die Perforationsgefahr geringer ist.

8. Wie geht man nun am besten vor, wenn man die Pille nimmt und in den Wechseljahren möglichst keine Beschwerden erleiden möchte?

Ganz so einfach ist das natürlich nicht, aber doch bei sehr vielen Frauen möglich! Es gibt keinen Königsweg, der für alle Frauen gilt, denn jede Frau ist einzigartig und empfindet und reagiert anders! Es gibt Frauen, die von vorne herein keine Probleme haben.

Sie setzen die Pille ab, bluten noch ein paarmal, verhüten in dieser Zeit mit Kondom und Zäpfchen oder der Portiokkappe und wenn sie ein Jahr nicht mehr geblutet haben, brauchen sie auch das nicht mehr, es sei denn, sie brauchen einen Schutz gegen Krankheiten, weil sie ihren Partner (noch) nicht so gut kennen… ;-).

Andere kommen mit den Wechseljahresbeschwerden für den Übergang  gut mit pflanzlichen Präparaten z.B. solche  mit der sibirischen Rhabarberwurzel zurecht.

In jedem Fall hat man eine Reihe von Optionen, aus der man den momentan besten Weg aussuchen kann! Dabei ist es wichtig, dass beide Seite -Arzt/Ärztin und Patient flexibel sind und auch bereit, Kompromisse einzugehen, denn an oberste Stelle sollten immer die Sicherheit und Gesundheit stehen! Aber kommen wir zurück zu unserem Vorgehen!

Wie schon gesagt, wird man ab einem bestimmtem Alter immer einmal wieder einen Auslassversuch machen. Allerdings ist mit spätestens 50 Jahren bei meinem Rezeptblock Schluss mit der normalen ,,Pille“. Warum? Weil ich in meiner Laufbahn als Ärztin noch nie eine spontane Schwangerschaft erlebt habe, bei der die Frau 50 Jahre oder älter war! Sicher ist es nicht unmöglich, aber ich denke, dass in diesem Alter das vergleichsweise hohe Risiko durch artifizielle Hormone ein thrombembolisches Ereignis zu erleiden, das sehr geringe Risiko einer Schwangerschaft weit übertrifft!

Dennoch suche ich gemeinsam mit der Frau nach guten Alternativen, die es ja auch gibt! Außerdem sieht man wirklich fast bei allen Patientinnen am Labor, dass die Hormone in diesem Alter bereits schwächeln! Das Durchschnittsalter, in dem die Blutung ohne Pille ganz wegbleibt, ist übrigens 51 Jahre! Dem gehen bereits etwa 10-15 Jahre mit einer Hormonschwäche voraus, was immer dann besonders deutlich wird, wenn die Frauen noch Kinderwunsch pflegen.

Wenn  der Körper auf das Weglassen der Hormone nun tatsächlich mit starken Symptomen reagiert,  das man mit herkömmlichen, oben genannten pflanzlichen Methoden nicht in den Griff bekommt, wird man bald darauf, wenn die Blutung anfängt, wegzubleiben und Symptome auftreten, die Patientin dies möchte und es keine Kontraindikationen gibt,  mit einer natürlichen Hormonersatztherapie beginnen, die individuell nach den neuesten Erkenntnissen  dosiert ist (darüber habe ich bereits hier berichtet). Die frühere Empfehlung, die Hormone nur so kurz wie möglich einzunehmen, gilt heute so nicht mehr, denn wir wissen, dass sie für die Frauen auch einen protektiven Nutzen haben, die über die Behandlung der Symptome hinausgehen.

Auf alle Fälle kann man auf einer dieser beschriebenen Art vielleicht nicht immer absolut beschwerdefrei, aber doch in den aller meisten Fällen sicher und relativ komfortabel durch den Wechsel kommen!

S1420080 (5)So, das war es wieder für  heute! Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen! Obwohl ich die Informationen sorgsam zusammengetragen habe bzw. sie auf meinen Erfahrungen beruhen, sind sie wie immer ohne Gewähr! Auch soll diese kleine Zusammenstellung auf keine Fall das ärztliche Gespräch mit Eurem Arzt des Vertrauens ersetzen, da nur er Euch gut kennt und einschätzen kann!

Ich hoffe, die Männer waren mir nicht allzu böse, dass sie das Thema heute nicht so direkt betroffen hat, in Zukunft seid auch Ihr wieder mehr mit einbezogen! Aber die Wechseljahre und ihre Aspekte sind eben ein Thema, dass für Frauen Ü40 immer wieder Fragestellungen aufwirft, die beantwortet werden wollen…

Demnächst schreibe ich wieder über ein ,,medizinisches“ Thema, das auch Euch betrifft … lasst Euch überraschen!

So jetzt wünsche ich allen noch wunderschöne Wintertage und ein tolles Silvester,

Eure Ness

Weitere interessante Artikel zur Verhütung findet Ihr übrigens hier:

MEDIZIN: INTRAUTERINE VERHÜTUNGSSYSTEME IM VERGLEICH : GOLD – / SILBER – SPIRALE VERSUS KUPFERBALL ( ,,NORMALES “ IUP, HORMONSPIRALE, KUPFERKETTE, ,,PILLE“ …)

MEDIZIN: DAS NEUESTE, HORMONFREIE VERHÜTUNGSMITTEL – DER VERHÜTUNGSBALL ( KUPFERBALL, IUB , INTRAUTERINBALL , ÄHNLICH DER VERHÜTUNGS – SPIRALE ) IST NUN AUCH IN DEUTSCHLAND ZUGELASSEN!

 

 

 

 

Anti Aging / ALLES Wichtige zum Thema Wechseljahre! Neue natürliche Hormon – Ersatz – Therapie im Vergleich mit anderen Schemata, Aufklärung WHI – Studie, viele wertvolle Tipps!

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DrNessy im Gespräch mit Prof. Ingrid Gerhard, ,,Grand Dame“ der Erkenntnisse um natürliche Methoden in der Gynäkologie und Geburtshilfe.
WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

 

Hallo Ihr Lieben!

unnamed (29)Hormone helfen nicht nur gegen Wechseljahresbeschwerden, sondern wie wir nun wissen, auch gegen das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen, gegen Osteoporose, machen eine pralle Haut,  und halten unter anderem die grauen Zellen fit!


Entscheidend für den Erfolg einer Hormonersatztherapie ist, dass man

* relativ früh nach Aussetzen der Menses anfängt,

* nicht älter  als 60 Jahre bei Beginn ist

* vor Beginn eine Doppler-Untersuchung der Halsgefäße durchführt (CIMT),

* die Frau befragt und  untersucht und

* natürliche Hormone gibt, dabei Progesteron als Kapsel, 17-Beta Estradiol transdermal als Spray, Gel oder Pflaster (und keine Derivate)

* wenn die Gebärmutter entfernt wurde, kann man u.U. auf Progesteron verzichten, ansonsten muss es gegeben werden, wenn man Östrogen gibt, sonst kann die Gebärmutterschleimhaut bösartig entarten!  Allerdings kann auch ein Mangel an Progesteron Beschwerden hervorrufen…


(Die Ergebnisse der WHI  Studie, die mit vielen Nebenwirkungen der klimakterischen Hormongabe behaftet waren, hatten den Nachteil, dass mit der Hormonersatz-Therapie im Durchschnitt erst mit 63 Jahre begonnen wurde, als die Frauen schon eine relativ lange ,,hormonarme“ Zeit hinter sich hatten! Zum zweiten wurden künstliche Hormone verwandt und die Daten einfach auf jüngere Frauen übertragen…)

In puncto Hormonersatztherapie/Wechseljahre ist soviel passiert, dass ich unbedingt noch einmal einen Artikel veröffentlichen muss, der zusammenfassend etwas Licht ins Dunkel bringt und beschreibt, was da eigentlich in der Forschung und auch Presse vor sich gegangen ist.

Dazu möchte ich Euch aber auch ein natürliches Hormon – Schema vorstellen, wie es aktuell aufgrund der Studienlage sinnvoll ist!  Als Alternative zeige ich Euch auch noch andere gängige Schemata, die aktuell in Deutschland verwendet werden! Ich werde diesen Artikel auf ein mal veröffentlichen, denn er soll für Euch wirklich nützlich sein, wenn Ihr in den Wechseljahren seid! Quasi mein kleines Weihnachtsgeschenk an Euch, in dem wirklich ein Großteil des Wissens um die Wechseljahre steckt! Ich werde ihn, wenn die Medizin weitergeht, wieder aktualisieren , so dass man auch Therapien nachschlagen kann!

INHALTSVERZEICHNIS

1. Wechseljahre

1.1. Vor- und Nachteile

1.2. Verlauf / Phasen der Wechseljahre und typische Beschwerden

1.2.1. Prämenopause

1.2.2. Klimakterium

1.2.3. Menopause

1.2.4. Postmenopause

2. Behandlungsmethoden des klimakterischen Syndroms

2.1. Die Hormon-Ersatz-Therapie (HET), (englisch) Hormone Replacement Therapy, (HRT):

2.1.1 Wirkweise einer HRT

2.1.2. Applikationsformen von Hormonen

2.1.3. Kontinuierliche und sequenzielle Hormontherapie

2.1.4. Vorbereitung einer HRT

2.1.4.1. Anamnese

2.1.4.2.Untersuchung

2.1.4.3. Zusatzuntersuchung CIMT

 Untersuchung der Intima Media Dicke der Carotis-Arterie (CIMT)

2.2. Verschiedene aktuelle Einnahme-Schemata

2.2.1. Kombinationstherapie  aus transdermalem naturidentischen 17ß-Estradiol und oralem Progesteron und sinnvoll Ergänzungen

2.2.2. Übliche  konventionelle Hormonersatztherapie, wie sie auch heute noch oft angewandt wird

2.2.2.1. Bsp. ,,Wechseljahrspille“

 

2.2.2.2. Soll man auf natürliche Hormone wechseln?

2.2.3.  Die Modifizierte Hormnonersatztherapie mit natürlichen Hormonen nach Rimkus

 

2.3. Nebenwirkungen der konventionellen HRT

2.3.1. Allgemeines zu Nebenwirkungen

2.3.2. Allgemeine Nebenwirkungen konventioneller HRT

2.3.3. Auftreten bösartiger Tumoren (Krebs) mit Häufigkeiten

2.3.4. Kontraindikationen gegen eine Hormonersatztherapie

 

 3. Nicht-hormonelle Behandlungsmethoden von Beschwerden im Klimakterium

3.1.  Pflanzliche Stoffe  zur Unterstützung der hormonellen Funktion  und Behandlung der Symptome

3.1.1. Mönchspfeffer (agnus castus) 

3.1.2. Sibirische Rhabarberwurzel

3.1.3. Cimifuga (Traubensilberkerze)

3.1.4. Salbei-Tee

3.1.5. Frauenmantel-Tee

3.2. Sonstige Medikamente, die bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden

3.2.1. selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmer

3.3. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel für die Zeit der Hormonumstellung siehe auch 2.1.1.

 

4.  ENTSCHEIDUNGSHILFE: Welche Therapieoption ist die richtige für mich?

4.1. Was sagen die Leitlinien?

4.2. Auch ohne  Hormontherapie kann man relativ lange eine gute Lebensqualität bewahren!

 

5. Was passiert mit dem Körper während der Wechseljahre und wie kann ich ihn unterstützen?

5.1.Haut 

5.2. Haare 

5.3. Gewicht

5.4. Ernährung

5.5. leichter Sport

 

6. ,,Psychohygiene“

7. Wie kam es, dass die Hormonersatztherapie so in Verruf geriet, nachdem anfänglich Begeisterung herrschte?

7.1. Auswertung der WHI Studie

7.2. Folge

7.2. Ursachen der Fehlinterpretationen der WHI-Studie

7.3. Zum Schluss war es doch wieder  anders …

8. Quellen

 

 

1. Wechseljahre

1.1. Vor- und Nachteile

S1420009 (2)Wenn Ihr denkt, ich wolle Euch die Wechseljahre als ein ganz tolles Projekt verkaufen, aus dem viele Vorteile hervorgingen… Irrt Ihr Euch. Auch, wenn man nicht mehr verhüten muss und die monatlichen Blutung wegbleibt, würden  die meisten von uns trotzdem  gerne darauf verzichten! Kündigen sie doch das Ende unserer Fruchtbarkeit an und sogar, wenn wir sicher keinen Nachwuchs mehr wollen, ist es doch nicht schön, dass man nicht mehr könnte, auch wenn man wollte…

Zudem heißt es schließlich sogar in der einer Werbung so beddeutungsschwanger: ,,Wenn der Östrogenspiegel sinkt“… Ja, es ist leider richtig, reden wir es nicht schön,  dann kommt es zu einer Reihe von  Alterungprozessen (nicht nur der Haare)!  Dennoch weiß man dank der modernen Medizin, dass man doch ein paar Dinge tun kann, um diesen Prozess, sagen wir ´mal, etwas zu bremsen!

Zudem führen die körperlichen und seelischen Veränderungen des Klimakteriums oft dazu, daß man über sich und sein Leben reflektiert. Meist fällt es auch in eine Zeit des äußeren Umbruchs (Kinder gehen aus dem Haus, man wird vielleicht  Oma, im Job hat man oft alles erreicht…).  Diese Beschäftigung mit seiner Situation wird von vielen im Nachhinein als ,,Chance“ bezeichnet und sieht in etwa so aus:

,,Ich habe mir klar gemacht, was bisher falsch gelaufen ist und endlich den Mut gefasst, etwas zu verändern, mehr für mich zu tun, mein Leben mehr zu genießen, die Zeit besser zu nutzen für Dinge, die mir wichtig sind…„.

Also, nur Mut liebe Frauen! Erstens muss ,,der Wechsel“ für den Körper in Bezug auf das Altern gar nicht soo dramatisch ablaufen, wie das noch vor Kurzem der Fall war, denn wir können doch einiges tun, um ihn zu unterstützen und zweitens bieten sich oft in dieser Zeit noch einmal verschiedene Chancen, um noch einiges aus seinem Leben herauszuholen, man muss sie nur ergreifen!

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Medizin: Forever Young / Anti Aging Teil 6: Neue und bekannte Laborwerte wie TAS-Test/Malondialdehyd, Pro-BNP, Cortisol, Progesteron beim Mann und M2PK-Test

Hallo Ihr Lieben!

img_2247-1Heute gebe ich Euch einen Überblick über interessante Laborparameter im Rahmen der Anti Aging-Medizin! Dabei lege ich ein Hauptaugenmerk auf die neuen Erkenntnisse und Parameter auf diesem Gebiet, auch wenn Ihr keine Ärzte seid!

Denn in jüngster Zeit ist man immer mehr bestrebt, die Mangelerscheinungen soweit möglich nicht nur auf dem Gebiet der Sexualhormone, sondern im gesamten Organismus weitergehend auszugleichen! Natürlich setzt das eine gewisse Grundkenntnis voraus… die ich Euch als meine treuen Leser natürlich nicht vorenthalten möchte, damit Ihr selbst entscheiden könnt, wie weit Ihr in diese Richtung vordringen wollt!

Falls Ihr an der Anti Aging Medizin für Euch interessiert seid, wird ein guter Arzt  aus der Masse der möglichen meßbaren Laborwerte natürlich nur die Parameter heraussuchen, dessen Untersuchungen ihm individuell für Euch sinnvoll erscheinen! Denn er kennt Euch und kann  Hinweiszeichen in der ein oder anderen Richtung deuten! Reden wir nicht um den heißen Brei herum! Natürlich sind Laboruntersuchungen auch eine Frage des Geldes! Die Kasse wird unbedingt nötige Laboruntersuchungen selbstverständlich übernehmen, wohingegen Ihr leider manche Messungen, die vielleicht  ,,nur“ sinnvoll scheinen, selbst bezahlen müsst! Zu diesem Thema muss ich sagen, dass unser Gesundheitssystem und die angebotenen Präventivmaßnahmen sehr ausgeklügelt sind und natürlich die wichtigsten Alterserkrankungen bereits  einschließen! Der erste Schritt in Richtung zu einer guten Anti Aging Medizin ist deshalb ganz klar die Wahrnehmung der angebotenen Vorsorgeuntersuchungen! Hier kommt Ihr übrigens direkt zu dem Artikel, in dem eine Tabelle mit den Vorsorgeuntersuchungen, die empfohlen und bezahlt werden eingefügt ist. Aber natürlich geht´s immer noch besser! Kommen wir nun deshalb zu den

einzelnen Laborparameter in der Anti Aging Medizin!

„Medizin: Forever Young / Anti Aging Teil 6: Neue und bekannte Laborwerte wie TAS-Test/Malondialdehyd, Pro-BNP, Cortisol, Progesteron beim Mann und M2PK-Test“ weiterlesen

Medizin – Aus aktuellem Anlaß: Statement zur ,,Cholesterin-Lüge“

Hallo Ihr Lieben!

Vorneweg: Wer nicht viel Zeit hat, kann auch abkürzen und gleich zu meinem Fazit an der mit * gekennzeichneten Stelle springen, zudem ich nach ausführlicher Recherche  gekommen bin. Im Folgenden geht´s zur interessanten ,,Langversion“, in der die Hintergründe erklärt werden! In jedem Falle wünsche ich euch viel Spaß und ein paar gute Erkenntnisse…

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Lust auf einen kleinen Abendspaziergang?

Sohnemann ist mit meiner Mutter auf Reisen und weilt gerade  in einem Burgschlösschen,

Töchterchen entdeckt die Welt in Bali, Göttergatte brütet am Schreibtisch über seinem Vortrag, den er morgen vor erlauchtem Publikum halten wird…

Kurzum, Tiere alle versorgt, niemand da, dem ich eine Stulle schmieren könnte, meine Blogpost ist auch schon geschrieben. Und auf was kommt die sonst so beflissene Nessy da Abwegiges? Richtig! Schlumperklamotten an, Chai latte gekocht, Kissen  ins Bett gestopft und – Glotze an!

,,Hach, das Leben ist manchmal so richtig schön!“ denke ich bei mir, während ich  muckelig in meinen bauschigen Kissen liege und nach der Fernbedienung greife…

Im Fernsehen bin ich auf eine Dokumentation über die Cholesterin-Lüge gestoßen…

„Medizin – Aus aktuellem Anlaß: Statement zur ,,Cholesterin-Lüge““ weiterlesen

Medizin: Das neueste, hormonfreie Verhütungsmittel – der Verhütungsball ( Kupferball, IUB , Intrauterinball , ähnlich der Verhütungs – Spirale ) ist nun auch in Deutschland zugelassen!

Hallo Ihr Lieben!

Heute möchte ich wiedereinmal ein Update zu den mittlerweile zahlreichen auf dem Markt befindlichen Verhütungsmethoden  machen. Auch, wer keine Hormone einnehmen möchte, kann heutzutage relativ sicher und komfortabel verhüten, wobei auch bei den intrauterinen Systemen laufend Verbesserungen erzielt werden. Ob sich die folgende Methode bewährt, kann ich heute natürlich noch nicht mit Sicherheit sagen, da sie erst seit etwa 2 Monaten auf dem deutschen Markt ist. Allerdings sind die ersten Ergebnisse aus Österreich, wo dieses System bereits 2014 eingeführt wurde, recht vielversprechend.

Seit kurzer Zeit gibt es ,,ihn“ nun auch für Euch – den Verhütungsball (Intrauteriner Ball, IUB, Kupferball). Was lustig klingt, ist sehr wohl ernst zu nehmen. Von der Funktion her ähnelt er der Verhütungskette (,,Gynefix“), birgt aber einen weiteren Vorteil, der in der fehlenden Verankerung liegt.

,,Kupferball“ – was kann man sich darunter vorstellen?

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Frei liegt die Kette, zu einem Ball geformt, in der Gebärmutter. Rückstellkräfte sind dafür verantwortlich, dass sie die Ballform beibehält.

Eigentlich ist der Verhütungsball nicht anderes als eine Kupferspirale, die die  Form eines Balles hat und zur Langzeitverhütung von fünf Jahren gedacht ist.

Der ,,Ball“  ist auch nicht kompakt, sondern besteht aus einem Draht, auf welchem mehrere kleine Kupferperlen aufgefädelt sind, die Kupferionen in die Gebärmutter abgeben, wodurch die Spermien des Mannes unbeweglich werden.  Zusätzlich wird die Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass die Einnistung deutlich erschwert ist. Durch einen Rückstellmechanismus formt sich die Kette zu einem Ball, nachdem sie eingesetzt wurde. Dadurch  kann sie nicht mehr herausrutschen und übt keinen Druck auf die Schleimhaut aus.Damit dieser Ball optimal in der Gebärmutter liegt, gibt es ihn in 3 unterschiedlichen Größen (12, 15 und 18 mm Durchmesser). Die Kosten betragen ca 300-500 Euro.

Für wen ist diese Methode geeignet?

In der Regel für alle Frauen, deren Gebärmutter ganz ausgewachsen ist (ab ca 18 Jahre) und die einen langfristigen Verhütungsschutz wünschen. Auch Frauen, die noch nicht geboren haben, können diese Methode anwenden.

Für wen nicht?

Für Frauen, die eine (sehr seltene) Kupferallergie haben oder eine Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson). In seltenen Fällen sprechen auch anatomische Gegebenheiten gegen eine Einlage, deshalb findet eine Voruntersuchung statt.

Wie geht die Einlage überhaupt vor sich und tut sie weh?

Nachdem Ihr Euch  mit Eurem Frauenarzt für diese Methode entschieden habt, wird er bei einer körperlichen Untersuchung die Lage und Länge der Gebärmutter feststellen. Der optimale Zeitpunkt der Einlage  sind die letzten Tage der Menstruation, da dann der Gebärmutterhals weiter geöffnet ist. Besonders, wenn Ihr noch nicht geboren habt, kann es sein, dass der Muttermund etwas aufgedehnt werden muß. Dies ist unter Umständen etwas schmerzhaft, deshalb  man wird vorher besprechen, ob und welche Form der Schmerzreduktion sinnvoll ist.  Nun wird ein Röhrchen vorgeschoben, durch das eine  Kette mit 17 kleinen Kupferperlen in die Gebärmutter gelangt, die durch spezielle Rückstellkräfte die Form eines Balles annimmt. 2 dünne Fäden werden in der Scheide unterhalb des Muttermundes so gekürzt, dass sie keine Probleme machen, jedoch zum Herausziehen des Balles benutzt werden können. Danach wird der Sitz per Ultraschall kontrolliert.

Die Gebärmutter braucht je nach Gegebenheiten etwas 5-7 Tage, bis sie sich an das Bällchen gewöhnt hat. Solange sind leichte, mentruationsähnliche Schmerzen auch normal. Der Hersteller empfiehlt, in dieser Zeit keine Tampons und  keine Mentruationstasse zu verwenden und auf Sex  zu verzichten.

1-3 Monate nach dem Einsetzen des Kupferballes sollte eine Kontrolle durchgeführt werden. Danach werden jährliche Kontrollen empfohlen.

Vorteile:

  • Natürlicher Zyklus bleibt erhalten,
  • keine hormonelle Beeinflussung,
  • wirkt 5 Jahre,
  • man muss nur selten daran denken,
  • im Gegensatz zu Gynefix (Kupferkette) wird der Ball nicht in der Gebärmutter befestigt, dadurch ist die Entfernung leichter
  • durch die Form ist, anders als bei der klassischen Spirale, die Verletzungsgefahr und die lokale Irritation geringer.

Nachteile:

  • Eventuell (hauptsächlich anfangs) kann die Periode stärker sein,
  • Schmierblutungen,
  • je nach Erfahrung des Gynäkologen schwankt die Verlustrate
  • relativ neue Methode (in Österreich Einsatz bereits seit 2014)
  • durch die Pille wird die Periode oft schwächer und regelmäßig, auch hat sie positive Effekte, z.B. bei unreiner Haut, die natürlich bei allen hormonfreien Systemen zur Empfängnisverhütung nicht vorhanden sind.

So, ich denke, das Wichtigste ist gesagt…  Natürlich ersetzt diese Information, die ja nur einem Überblick bieten kann, nicht das persönliche Gespräch mit Eurem Arzt. Die Angaben sind zudem wie immer ohne Gewähr.

Übrigens lautet die Antwort, die ich gleich vorwegnehmen möchte, weil ich zu nahezu 100% mit der Frage ,, Würdest Du mit diesem Kupferball verhüten?“ rechne, ,,ja!“

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein wunderschönes Wochenende! Alles Liebe, Eure Nessy

 

 Wer an weiteren Informationen rund um die Verhütung, Schwangerschaft und Altern interessiert ist, findet hier weitere Informationen:

NEUES VERHÜTUNGSMITTEL : MINI – SPIRALE „JAYDESS“ ** AUCH FÜR MÄDCHEN, DIE NOCH NICHT GEBOREN HABEN / A NEW CONTRACEPTION METHOD ALSO FOR YOUNG LADIES SUITABLE: THE IUP SKYLA…

GESUNDHEIT: VERHÜTUNG NACH UNGESCHÜTZTEM SEX : “ PILLE DANACH “ / KUPFERSPIRALE / KUPFERKETTE / WAR ICH ÜBERHAUPT FRUCHTBAR?

WAS HAT DAS FRAUENTHEMA PCO SYNDROM MIT EINEM LANGEN LEBEN (AUCH FÜR MÄNNER) ZU TUN? URSACHEN, SYMPTOME, BEHANDLUNG UND NEUE ERKENNTNISSE

FRAUENTHEMA WECHSELJAHRE – (K)EINE CHANCE

WUNDER DER GEBURT – FAKTEN UND ANTWORTEN AUF HÄUFIGE FRAGEN/ MIRACLE OF BIRTH

KATE MIDDLETON IST´S, MICHELLE HUNZICKER IST´S – NUR ICH WERD´ NICHT SCHWANGER !

 

MEDIZIN: FOREVER YOUNG / ANTI AGING – TEIL 1: WARUM ALTERN WIR UND WAS KANN MAN DAGEGEN TUN?

MEDIZIN: FOREVER YOUNG / ANTI AGING – TEIL 2: TODESURSACHE NUMMER 1 – DIE ISCHÄMISCHE HERZERKRANKUNG. NEUE ERKENNTNISSE ZUR ENTSTEHUNG UND VORBEUGUNG (PRÄVENTION) AUCH SCHON IN JUNGEN JAHREN

MEDIZIN: FOREVER YOUNG / ANTI AGING – TEIL 3: GESTAGEN, ÖSTROGEN, TESTOSTERON, DHEA – HORMONSUBSTIUTION FÜR EIN LANGES LEBEN?

FOREVER YOUNG/ANTI AGING TEIL 4: SPIRULINA, MACA, HEILPILZE, CHIASAMEN & CO – WUNDERSUBSTANZEN ODER QUATSCH?

Über Magersucht, Magermodels , ,, Thinspiration“ , Lara Helmer und Elena Carrière von Germanys next Topmodel

Hallo Ihr Lieben!

Als ich die Zeitung OK in unserem Wartezimmer aufschlug, strahlte mir ein bekanntes Gesicht entgegen. Lara Helmer, der fröhliche Sonnenschein, den ich auf der Fashion Week kennengelernt hatte, der sich mit Feuereifer in die Arbeit gestürzt hatte, war dort auf einem großen Bild zu sehen! Das Mädchen war wunderschön, aber ungewohnt ernst… (auf dem Bild oben mit Yusra Babekr-Ali, als wir uns auf der Fashion Week getroffen haben).

Ich las nach: Gestresst sei sie, abgemagert und müsste sich Vorwürfen stellen, sie sei zu dünn. Hä? Die hochgewachsene, fröhliche, wunderhübsche Lara? Nein, ich bin sicher nicht für abgemagerte Models, aber Kinder, lasst bitte die Kirche im Dorf! Um es vorneweg zu sagen: Man muß unterscheiden zum einen zwischen pathologischen Gegebenheiten wie krankhafter Magersucht (Anorexie) und/oder die Verherrlichung des Dünnseins, was sich seit neuestem ,,Thinspiration“ nennt und im Gegensatz dazu zwischen einfach hochgewachsene Menschen, die einen sogenannten ,,leptosomen“, zartgliedrigen, schmalen Körperbau haben wie Lara und für die deshalb die Gewichtstabellen nicht ganz stimmen. „Über Magersucht, Magermodels , ,, Thinspiration“ , Lara Helmer und Elena Carrière von Germanys next Topmodel“ weiterlesen

Medizin: Forever Young/Anti Aging Teil 4: Spirulina, Maca, Heilpilze, Chiasamen & Co – Wundersubstanzen oder Quatsch?

 

 Links sind wie immer rot unterlegt

Hallo Ihr Lieben!

 

Um es gleich vorneweg zu sagen: Bei diesem Beitrag gebe ich keine Empfehlung, die auf schulmedizischen Leitlinien beruhen! Allerdings kann ich es nicht leugnen – ich bin Schulmedizinerin, die allerdings gerne dazulernt und auch offen ist für Neues. So finde ich zum Beispiel Substanzen interessant, die schon seit langer Zeit von alten Kulturen verwendet wurden oder auch, wenn die Forschung plötzlich Wirkungen an Medikamenten entdeckt, mit denen sie eigentlich gar nicht gerechnet hatte, weil es eigentlich primär um eine ganz andere Wirkung ging. So hat man entdeckt, dass das Blutdruckmittel Minoxidil  tatsächlich gegen Haarausfall hilft!

Dennoch bin ich  Pragmatikern.  So habe ich es mir bei diesem Beitrag zur Aufgabe gemacht, ein paar der häufigsten Substanzen, die mir in Bezug auf eine Verbesserung der Körperfunktionen im Hinblick auf eine mögliche Lebensverlängerung interessant vorgekommen sind, einmal ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen. „Medizin: Forever Young/Anti Aging Teil 4: Spirulina, Maca, Heilpilze, Chiasamen & Co – Wundersubstanzen oder Quatsch?“ weiterlesen

Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 3: Gestagen, Östrogen, Testosteron, DHEA – Hormonsubstiution für ein langes Leben?

Hallo Ihr Lieben,

auch wenn ich für Euch noch interessante  (ja, auch Promi-) Facts von der Fashion Week in petto habe, vergesse ich doch auch nicht meine Leser, die an der Anti-Aging Geschichte interessiert sind. Da ich mich in letzter Zeit viel mit der Materie beschäftigt habe, mich mit Menschen, die auch sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet haben, ausgetauscht habe und die neuesten Veröffentlichungen auf meinem Schreibtisch liegen, lasse ich Euch natürlich daran teilhaben. ,,Firlefanzereien“ habe dabei keinen Platz … sondern Fakten und meine ehrliche Meinung. „Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 3: Gestagen, Östrogen, Testosteron, DHEA – Hormonsubstiution für ein langes Leben?“ weiterlesen

Vitalität und Mode für Junggebliebene – Fit und schick auch mit über 50!

Fitness und Mode ist keine Frage des Alters!

Hallo Ihr Lieben,

heute wende ich mich einmal an die, die in den Blogs oft ein wenig stiefmütterlich behandelt werden – nicht jene, die schon „seit ein paar Jahren 35“ sind, so wie ich (auch wenn diese „Mittelgruppe“ auch oft als „reif“ bezeichnet wird, was sie zugegebenermaßen auch ist!), sondern an jene jenseits  50,60,70 und 80, bei denen die Menopause oder bei Männern ein Testosteronabfall nicht mehr zu leugnen ist und die leider etwas mehr in den Erhalt ihrer Vitalität investieren müssen… Heute sind die Menschen aus dieser Gruppe aber oft erstaunlich jung und genauso an guten Tipps interessiert wie die „Jüngeren“. Ich kenne diese Gruppe, beruflich bedingt, gut und auch persönlich habe ich mich viel mit meinen Omas, meiner Mutter und Schwiegermutter beschäftigt und tue dies soweit möglich, noch.

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Kate Middleton ist´s, Michelle Hunzicker ist´s – nur ich werd´ nicht schwanger !

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Tipps und Tricks zum Schwangerwerden

Hanna hatte alles geplant. Zuerst die Ausbildung zur Bürokauffrau in einem gut situierten, mittelständischem Betrieb, dann wurde sie auch noch übernommen. Als sie sich dann in den neuen Abteilungsleiter verliebte, schien das Glück perfekt. Nach einem halben Jahr folgte die Hochzeit nach einem super romantischen Heiratsantrag im Heißluftballon… Das war jetzt zwei Jahre her. Obwohl das Kinderzimmer in dem neuen Reihenhäuschen längst liebevollst eingerichtet war, tat sich in dieser Beziehung -im wahrsten Sinne des Wortes – nichts!!!

Clearblue – Berechnungen, Vitamine, Spermiogramme, Eileiterdurchspülung, Clomifen-Therapien – ohne Ergebnis. Und dabei konnte der Gynäkologe noch nicht einmal sagen, woran es lag. Alles schien eigentlich in Ordnung  zu sein. Aber selbst die dreimonatige Mönchspfeffer-Behandlung blieb ohne Erfolg. Hannas Freundinnen redeten von „Psyche“, die Schwiegermama von „schlechten Genen“, denn in Ihrer Familie gab´s da nie Probleme. Hanna war verzweifelt. Lust auf Sex hatte sie schon lange nicht mehr. Eisprung ja, Eisprung nein, Follikelanzahl  und Größe, Hormonstatus und zuletzt sogar Spritzen zur Auslösung des Eisprungs bestimmten ihr Leben. Sie hatte auf gut Deutsch gesagt, keinen Bock mehr und als Ihr Liebster mit der obligatorischen Champagnerflasche ankam („heute ist doch der 13. Zyklustag“) sprang sie aus dem Bett, zog den Jogginganzug an und verließ mit einem Türenknallen das Schlafzimmer.

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Hannas weiterer Werdegang ist schnell, wenn auch etwas ungewöhnlich erzählt: Sie zog sich von ihrem Partner erst einmal etwas zurück. Dieser gab sich sehr viel Mühe, seiner Frau zu zeigen, wie wichtig SIE für ihn war. Obwohl die beiden keinen Sex mehr hatten, entwickelte sich die Beziehung, ganz langsam, in eine neue Richtung, die von gegenseitigem Verständnis und neuen Erfahrungen, die nichts mit dem Kinderwunsch zu tun hatten, geprägt war. Bei dem nächsten gynäkologischen Kontrolltermin war plötzlich von Kinderwunsch keine Rede mehr. Auf mein vorsichtiges Nachfragen gab sie an, das Ganze habe ihre Beziehung doch sehr belastet und sie habe es gar nicht gemerkt.

Erst jetzt habe sie ihren Partner richtig kennengelernt und sie sei einfach nicht für Kinder geeignet,  weil sie nur so ein tolle Beziehung mit der Verwirklichung ihrer Ziele Leben könne. Ein Kind hätte sie, das habe sie jetzt begriffen, nur daran gehindert. Deshalb sei alles gut so wie es sei. Außerdem,  sie schmunzelte, müsse sie ja nicht verhüten… was das ganze noch vereinfache. Umso erstaunter war ich, als ich beim Routine-Ultraschall ein kleines weißes Pünktchen umhüllt von schwarzem Fruchtwasser in der Gebärmutter entdeckte! Das Kind hieß übrigens Damian (=göttliche Kraft, Schicksal) und war trotz der Ansage,  die kurz vor seiner Entdeckung gemacht wurde, ein absolutes Wunschkind…

So oder so ähnliche Geschichten kommen in der Praxis immer häufiger vor, oft mit nicht so positiven Ausgang wie bei der Geschichte von Hanna  bis hin zur Zerstörung der Beziehung. Aber wie kann man dem entgegenwirken?

In Deutschland bleiben ca 12-15%der Ehen ungewollt kinderlos, in 30% liegen die Ursachen bei der Frau, in 30% beim Mann in 30 % sind beide beteiligt und in 10 % kann die Ursache nicht geklärt werden.

Egal ob eine sogenannte

primäre Sterilität vorliegt (d.h. trotz Kinderwunsches wird die Frau innerhalb eines Jahres nicht schwanger),

– eine sekundäre Sterilität vorliegt (d.h., die Frau war schon einmal schwanger, kann aber dann länger nicht mehr schwanger werden) oder eine

Infertilität (Schwangerschaft tritt ein, kann aber nicht ausgetragen werden) vorliegt,

führt der Arzt eine Reihe von Untersuchungen durch (auch der Mann muß selbstverständlich untersucht werden) und dann wird er – je nach Untersuchungsergebnissen in Absprache mit dem Paar eine geeignete Behandlung vorschlagen. Unter Umständen kann eine Schwangerschaft sehr schnell eintreten, insbesondere dann, wenn die Ursache des Nicht-Schwangerwerdens relativ einfach war.

In anderen Fällen, insbesondere, wenn schwerwiegender krankhafte Veränderungen vorliegen, kann es länger und komplizierter sein, bis das Wunschkind in der Wiege liegt. Manchmal muß man sich auch damit abfinden, dass eine Schwangerschaft gar nicht (mehr) möglich ist, vielleicht bleibt ja dann der Weg über eine Adoption oder eine Pflegekind…

 URSACHEN VON INFERTILITÄT

  • Veränderungen des Vaginalsekrets oder des Zervixschleims
    • Immobilisierung der Spermien z.B. durch zu niedrigen pH-Wert des Vaginalsekrets
    • Beeinträchtigung der Überlebensfähigkeit und Beweglichkeit der Spermien z.B. durch veränderte Beschaffenheit des Zervixschleims (siehe auch: Kremer-Test)

Diese und auch andere Punkte wird man der Reihe nach durchgehen und wenn notwendig, behandeln.

Auch wenn primär erst einmal nicht klappen will, so kann man doch einiges unternehmen, um das Eintreten einer Schwangerschaft zu unterstützen.

1. Das optimale Alter, schwanger zu werden liegt zwischen ca 20 und 25 Jahren, danach dauert es statistisch gesehen länger, bis man schwanger wird. Natürlich spielen auch noch viele anderen Faktoren eine Rolle..

2. Eine optimale Lebensführung mit mäßigem Sport zur Förderung der Durchblutung, mit einer guten, ausgewogenen Ernährung beider Partner und Regelmäßigkeit von Schlaf und Ernährung kann eine Schwangerschaftsentstehung begünstigen. Hormone reagieren oft im zeitlichen Verlauf („circandianer Rhythmus“, z. B. beim Kortison). Die Hormone beeinflussen sich gegenseitig. Diese  Theorie ist  zwar ein wenig langweilig, trotzdem erzähle ich Euch etwas darüber, damit Ihr eine  Vorstellung bekommt, wie das mit dem Schwanger-werden klappt.

Ovarieller Regelkreis: Hormonelle Störungen können bereits eine Ursache der Unfruchtbarkeit sein.

In dem Regelkreis mit den Stationen Hypothalamus – Hypophyse – Ovarien sind mehrere hormonale Signale eingeschaltet. Vom Hypothalamus ergeht eine hormonelle „Botschaft“ an die Hypophyse die diese anweist, ebenfalls Botenstoffe auszusenden, deren Adressat die Ovarien sind. Im Zuge der Eizellreifung werden vom Follikel Hormone wie insbesondere Estradiol gebildet, die die oberen Zentren über den Fortgang der Follikelentwicklung informieren. Damit schließt sich der Regelkreis.

Der Hypothalamus (Teil des Mittelhirnes)-  ist die übergeordnete Schaltzentrale im Gehirn, er reguliert Wasser-, Salzhaushalt und Blutdruck und hält unsere Körpertemperatur konstant und regelt die Nahrungsaufnahme. Er beeinflußt unser Sexualverhalten und bestimmt, wann wir schlafen und wann wir wach sind. Außerdem ist er ein wichtiges Steuerorgan innerhalb des Hormonsystems, denn er reguliert, wann welche Menge eines Hormons gebildet wird. Deshalb ist er auch für die ganze Regulation des weiblichen Zyklus verantwortlich. Er  setzt pulsatil das sogenannte GnRH (Gonadotropin-Releasing Hormon) frei, das wiederum andere Hormone stimuliert. Daneben wird übrigens auch Dopamin freigesetzt, welches hemmend auf den HVL (=Hypophysenvorderlappen) wirkt, es verhindert die Freisetzung von Prolaktin.

Die Hypophyse  ist eine Umschaltstation für die Signale aus dem Hypothalamus :  Durch das vom Hypothalamus kommende GnRH  wird FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon -fördert den Eisprung und die Gelbkörperbildung) auch pulsatil aus dem HVL freigesetzt, ebenso Prolactin – die Empfänger sind die Eierstöcke bzw. die Hoden, die Schilddrüse und die Nebennierenrinde (man sieht, dass viele Vorgänge ineinandergreifen).
In dem Regelkreis mit den Stationen HypothalamusHypophyseOvarien sind mehrere hormonale Signale eingeschaltet. Vom Hypothalamus ergeht also eine hormonelle „Botschaft“ an die Hypophyse die diese anweist, ebenfalls Botenstoffe auszusenden, deren Adressat die Ovarien sind. Im Zuge der Eizellreifung werden vom Follikel Hormone wie insbesondere Estradiol gebildet, die die oberen Zentren über  den Fortgang der Follikelentwicklung informieren.

  • – Die  Ovarien (EIerstöcke): In ihnen sind jeweils pro Zyklus nur einige bestimmte Strukturen an der Eizellreifung beteiligt. Das sind die heranwachsenden Eizellen und Zellen, die die Eizelle umhüllen. Sie werden zusammen als Follikel bezeichnet.
  • Es gibt verschiedene Ursachen der Ovarialinsuffizienz, die durch Hormonentnahme von 5 Hormonen zwischen dem 3. und 7. Zyklustag  einfach erfaßt werden können (FSH, LH, DHEAS, Prolactin, Testosteron) und die dann dementsprechend behandelt werden können.
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Wie die Düfte zweier Menschen zusammenpassen müssen, so kann es auch zu einer Spermienunverträglichkeit kommen, bei der sich Antikörper gegen sie bilden und eine Befruchtung nicht stattfinden kann…

 Die normale Menstruationszyklus dauert ca. 28 Tage (+/-3-5 Tage), die Blutungsdauer ca 3-5 (-7) Tage. Der Eisprung (Ovulation) findet am 14. Zyklustag statt. Die Blutung markiert Anfang und Ende des Zyklus. Für einen Zyklus mit Eisprung ist ein biphasischer Verlauf typisch. In den ersten 12-14 Tagen(Follikelphase) kommt es zum Aufbau (Proliferation) der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Die  sog. Basaltemperatur ist morgens bei dem Aufstehen um 36,5 Grad C und steigt um den 14. Tag typischerweise an. Deshalb kann man durch Messen Temperatur  schon Aussage über den Eisprung bekommen. Danach schließt sich die Corpus-luteum Phase an, die mit 13-14 Tagen in der Regel stabiler als die Follikelphase ist. Kommt zur Zyklusmitte Progesteron hinzu kommt es zur sekretorischen Transformation. Das Absinken der Hormone löst die menstruelle Blutung aus. Die normale Menstruation ist also eine Progesteronentzugsblutung.

WICHTIG ZUR EMPFÄNGNIS SIND NEBEN DER THEORIE FOLGENDE DINGE:

1. Das Führen eines Zykluskalenders mit Eintrag der Blutungstage und Temperaturkurve gibt Auskunft über groben Zeitpunkt des Eisprunges. Wichtig ist die Tatsache, dass das Ei nach dem es gesprungen  ist, nur wenige Stunden befruchtungsfähig bleibt, die Spermien sind bis zu drei Tagen „haltbar“. Das bedeutet wiederum, dass das traute Beisammensein VOR dem Eisprung sinnvoller ist als danach (z.B. 11.-13. Zyklustag).

2. Günstig ist es, nach der „Happy Time“ noch ein wenig liegen zu bleiben. Wenn möglich, das Becken leicht erhöht gelagert. Grund?  Die Spermien sollen ja nicht gleich wieder nach draußen laufen sondern nach innen…

3. Über Alter und Lebensführung haben wir schon gesprochen, aber auch das Ambiente ist wichtig. Wir wollen es ja möglichst schön haben… andererseits soll das Ganze auch keinen Zwangcharakter haben… Sex nach Kalender kann schließlich ganz schön nerven. Deshalb lieber einmal verzichten, als Streß aufkommen zu lassen… Ob das Essen (Austern…) als Aphrodisiakum wirkt, weiß ich als Gynäkologin ehrlich gesagt nicht sicher. Das gemeinsame Kochen vorher ist aber bestimmt lustig…

Sicherlich habe ich hier nur wenige Punkte angesprochen und man könnte über dieses Thema unendlich viel schreiben. Trotzdem habt Ihr sicherlich einige Anhaltspunkte bekommen. Wichtig ist das Vermeiden von Stress und dass  der Spaß nicht verloren geht.

Wenn es nicht klappen will, ist es sowieso ratsam, Euren Gyn aufzusuchen, der die zum Teil schon angesprochenen Untersuchungen mit Euch durchführt und Euch dann individuell beraten kann, damit bald der Klapperstorch ins Haus fliegt!

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