5 ultimative Tipps für eine optimale ,,Low Glyx“ Ernährung ! Leckeres Gemüse-Quiche-Rezept / Insulinresistenz Leserfragen – Was besonders wichtig ist!

Titelbild: Ein leckere Mittagessen für 4-6 Personen mit einem niedrigem GI                                                kann zum Beispiel so aussehen (Rezept siehe unten).

(Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information. Für Inhalte, Anwendungen und für externen Links übernehme ich keine Haftung. Er soll auch nicht zur Eigenbehandlung anregen, Erkrankungen sollen mit dem Arzt des Vertrauens besprochen werden)

Hallo Ihr Lieben!

unnamed (29)Der Artikel über ,,Insulinresistenz “ ist bei Euch auf große Resonanz gestoßen! An erste Stelle deshalb vielen Dank für Euer Interesse und die vielen Kommentare und Rückfragen!

So kamen Mails mit  Fragen, die ich Euch hier gerne beantworte! Als Basis empfehle ich Euch, den Artikel, falls noch nicht geschehen, zu lesen. Im Intervall werde ich diese Fragen zum ersten Artikel zusammenfügen, aber wenn ich das jetzt tue, müssen, die, die ihn bereits gelesen haben, vieles noch einmal lesen, was man ja vermeiden kann!

 

LESERFRAGEN, FÜR ALLE BEANTWORTET!

1. FRAGE

Low Carb/GI (Glykämischer Index)

Ich bin ganz verwirrt! Kann man diese beiden Begriffe gleichsetzen und wie hoch ist hoch?

Nein, kann man nicht. denn der GI beschreibt die Veränderung des Blutzuckerspiegels durch die Aufnahme von 50 g Kohlehydrate eines Lebensmittels. Der Anstieg des Blutzuckerspiegels nach der Aufnahmen von 50 g Glukose auf einen Wert von 100  ist dabei der Referenzwert. Allerdings ist es ja logisch, dass relativ wenige Kohlenhydrate  auch dazu führen, dass weniger Insulin ausgeschüttet wird … Deshalb kann man, wenn man den GI nicht weiß, in seiner Diät ruhig auch nach den absoluten Kohlenhydraten schauen.

Um mit dem Glyx-Gehalt von Nahrungsmitteln einfacher umzugehen, unterteilen viele Tabellen die Nahrungsmittel  nach ihrem GI nun in grün, gelb und rot!

GI < 30: bedenkenlos grün: Obst, Gemüse, pflanzliche Fette

GI 30 – 50: in Maßen, gelb: Milch Soja, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Soja und Eier

GI > 50: Oh je!  rot: Kuchen, Gebäck, Süßes, Wurstwaren

 

2. FRAGE

Wie kann man sich den nun eigentlich optimal ernähren?

Beispiele für leckeres Essen im Low-Carb-Style/niedrigem GI  gibt es wirklich viele. ich habe allerdings auch eine Weile benötigt, bis ich die Tricks intus hatte!

5 Tricks, um unsere Ernährung nach neuesten Erkenntnissen ( ,, Glyx „) zu optimieren

1. Auf Zucker / Glucosesirup / Süßes, künstlich hergestellt, wenn möglich verzichten,

Für den Hype auf Süßes eigenen sich z.B. anstatt Vollmilchschokolade (GI 60), schwarze Schokolade  mit 70% Schokoanteil (GI 25) oder Obst wie frische Erdbeeren (GI 25)

2. Nicht zu oft essen

3 Hauptmahlzeiten sind eigentlich genug, mindestens 4 Stunden danach ohne Essen wären ideal, damit man der Bauchspeicheldrüse auch einmal eine Pause gönnt! Dadurch, dass in der Nicht-Essens-Phase kein Insulin ausgeschüttet wird, kann in dieser Zeit Fett abgebaut werden, um den Energiebedarf zu decken!

3. Abends auf Lebensmittel mit niedrigen GI zurückgreifen, gleichzeitig aber auch Eiweiß aufnehmen

z.B. Joghurt, Nüsse, Ei, Fisch,Tofu, Brokkoli, Grünkohl, Austernpilze…

Dadurch kann sich der Körper über Nacht erholen und die Fettverbrennung wird angekurbelt

4.  Die Krux mit dem Mehl und den Sättigungsbeilagen! Tipps und Alternativen

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Pizza / Tartes / Kuchen kann man auch einfach ohne Boden backen. 

Man muss nicht zwangsweise auf Gebäck  verzichten! Bei Mehlarten sind die GI sehr unterschiedlich: Weißmehl 85, Quinoa-Mehl 40, Haferflocken GI 40 Kichererbsenmehl 35,

beim Backen kann man Mehl in vielen Rezepten durch Mandeln und Nüsse oder Pinienkerne (GI von 15) ersetzen!

Sättigungsbeilagen:

Auf Sättigungsbeilagen muss auch bei einer ,,Glyx-Ernährung“ nicht verzichtet werden! Prinzipiell ist es von Vorteil sich anzugewöhnen, bei den Hauptmahlzeiten viel Gemüse einzubauen und beim Einkaufen als wichtigsten Part den Gemüsestand anzusteuern! Als sättigende Beilage eignen sich bei den Hauptmahlzeiten z.B. Bohnen und Linsen Sie haben einen relativ niedrigen GI von 30 anstelle von Kartoffeln (in Schale gegart haben einen GI von 60, Bratkartoffeln von 95) Vollkornspagetti, die nur kurz gegart sind, haben übrigens auch nur einen GI von 37!

5. Auch das ,,Drumherum“ einer positiver und achtsamen Lebenseinstellung ist wichtig!

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Deshalb sollten wir uns unabhängig von der Ernährung angewöhnen, unser Leben wo es geht,

  • stressfreier zu gestalten, zu entschleunigen,
  • Dinge die wir ungern tun, zu optimieren und möglichst schnell abzuarbeiten, damit wir mehr Zeit für Schönes haben,
  • uns 20 Minuten Zeit am Tag für Bewegung am Stück an frischer Luft  und möglichst in der Natur zu nehmen. Denn wir sind immer noch ,,Naturlebewesen“ und die Natur mit ihren jahreszeitlichen Veränderungen,  vielen wunderschönen Bildern, aber auch Bildern, die zum Nachdenken anregen, vermag uns Kraft zu geben!
  • versuchen, unsern Schlaf so zu gestalten, dass wir es möglichst bequem haben, wenig Elektrosmog, dafür aber viel frische Luft im Schlafzimmer ist,
  • soziale Kontakte zu pflegen und niemanden zu schaden, damit wir inneren Frieden erfahren

 

3.FRAGE

Wo finde ich denn die GI-Werte der verschiedenen Nahrungsmittel

 

4. FRAGE

Bei welchen Nahrungsmittel ist der GI am höchsten?

Beispiele hoher GI, 

Getränke: Bier 110, Cola, Limonaden, Erfrischungsgetränke 70

Zucker: Glukose (Traubenzucker) 100, Zucker, weiß (Saccharose) 70

Kartoffeln: Kartoffelgratin, Bratkartoffeln 95, Pommes Frites 95, Kartoffelpüree (Instantflocken) 90,  Kartoffelstärke 95, Kartoffelpüree (selbst zubereitet) 80, Chips70

Reis: Klebreis, glutenhaltig 90, Reismehl 95, Reismilch 85, Reis, gepufft 85

Schnellkochreis 85, Reispudding 85, Reiskuchen 85

Brot: Weißbrot ohne Gluten 90, Weißes Toastbrot 85, Weißmehl 85

Baguette, Weißbrot 70, Biskuit 70, Brioche 70, Brot, ungesäuert (aus Weißmehl)

70, Donuts, Berliner, Krapfen 75, Croissant 70

Mais: Cornflakes, Maisflocken 85, Popcorn (ohne Zucker) 85

Gemüse mit hohem GI:

Karotten, gekocht  85, Sellerie (Knolle), gekocht 85, Tapioka

85, Weiße Rübe, gekocht 85, Dicke Bohnen, gekocht 8

Kürbis 75

5. FRAGE

Hast Du ein tolles Rezept, das sich als Hauptmahlzeit eignet?

Leckere Lauch-Tarte

2 Stangen Lauch, 1/2 l Brühe,  1Blumenkohl  50g Röstzwiebeln, 50 g Sonnenblumenkerne und 50g  Pinienkerne, 6 Eier, 300 ml Sahne, 200 ml Schmand, 200g geriebenen Käse, z.B. mittelalter Gouda, zum Würzen Rosmarin, Thymian, Muskat, Paprika, Pfeffer und Salz. Knoblauch zum Ausreiben der Form

  1. Sonnenblumenkerne und/ oder Pinienkerne ohne Fett rösten
  2. Blumenkohl waschen und in Röschen zerteilen, in Wasser ca 10 min kochen.
  3. Lauch kleinschneiden, in etwas Rapsöl bei mittlerer Temperatur kurz anbraten, damit er ein leicht Farbe erhält ohne zu dunkel zu werden .
  4. Die Eier mit Sahne, Röstzwiebeln, Käse, Sonnenblumen und/oder  Pinienkernen und die Sahne verrühren, mit  Rosmarin, Thymian, Paprika, Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. und mit abgekühltem Lauch verrühren.
  5. Abgetropfte Blumenkohlröschen  in eine mit Knoblauch ausgeriebene Kuchenform geben.
  6. Die Lauch-Käse-Mischung dazu geben.
    Das Ganze bei rund 170° für ca. 40-60 min in den Backofen.

Diese Quiche kann man super mit allem möglichen Gemüse variieren! Sie schmeckt warm oder kalt und eignet sich daher super als Mitbringsel! Hier hatte ich sie übrigens zu einer Grillparty mitgebracht, sodaß die Gastgeberin sich  nicht um eine vegetarische Alternative kümmern musste.

 

6. FRAGE

Wie werden die Kohlenhydrate genau verdaut?

1.Mund

Bereits im Mund werden ein Teil der Kohlenhydrate durch Verdauungsenzyme wie Amylase zerlegt. Beim Kauen erhält allerdings auch die Bauchspeicheldrüse die Nachricht von Gehirn, Enzyme zu bilden, die im Magen-Darmtrakt  Kohlenhydrate wie Polysaccharide in Einfachzucker im zerlegen können.

2. Darmschleimhaut

Diese Zucker können dann im Rahmen der Verdauung über die Darmschleimhaut aufgenommen und ins Blut transportiert werden. Auch andere Nahrungsbestandteile, wie Fette oder Eiweiß, gelangen übrigens über diesen Weg in den Blutkreislauf.

3. Leber

Über den Blutweg gelangt  der Zucker in die Leber, wo ein Teil der Glukose bereits  gespeichert.Dort kann sie in ihre Speicherform, Glykogen umgewandelt werden. Die Leber kann jedoch nicht mehr als 150 Gramm Glukose aufnehmen, ihre Speicher sind also nach einer ausgiebigen Mahlzeit schnell voll.

4. Muskulatur

Wenn der Zucker von der Leber weiter transportiert wird, kann er sich auch in die Muskulatur einlagern, die ebenfalls als Glykogenspeicher mit einer Kapazität von etwa 150 mg dient.

Bei Anstrengung (Zuckerbedarf) werden diese Glykogenspeicher in Leber und Muskulatur  als erstes wieder geleert und aufgebraucht.

5. Körperorgane

Auch Körperorgane, die Energie benötigen, speichern zwar kein Zucker, sondern wandeln ihn sofort in Energie um. Dabei  wird die Glukose zu Wasserstoff und Kohlendioxid gespalten (Glykolyse)

6. Fettzellen

Ist nach der direkten Verbrennung und der Speicherung in Leber und Muskel immer noch Glukose übrig, kann diese in den Fettzellen in Fett umgewandelt und in den Fettdepots gespeichert werden. Die Folge ist eine Gewichtszunahme.

 

7. FRAGE

Wie entsteht diese Insulinresistenz ?

Wenn sehr viel einfache Kohlenhydrate in Grau- oder Weiß-Brot Produkten, Kuchen, süßes Obst und Süßigkeiten wie Bonbons und Schokolade aufgenommen werden, die schnell in Zucker zerlegt werden,  muss  immer wieder Insulin ausgeschüttet werden, das als ,,Schlüssel“ zur Aufnahme des Zuckers in die Zelle fungiert.

Da dieses Insulin auch noch ,,nachwirkt“, wenn der aktuell Zucker in die Zellen aufgenommen wurde, weil so viel auf ein Mal gegessen wurde, wird jedes Zucker – Molekül von der Zelle ,,verputzt“, dass sich im Blut befindet, der Blutzuckerspiegel sinkt also  unter den Ausgangsblutzucker ab!

Jetzt wird der Gegenspieler von Insulin, das Glucagon auf den Plan gerufen. Sofort signalisiert es dem Gehirn, Heißhunger auf Zucker zu haben und setzt die Kaskade, die Zucker wieder aus der Zelle freisetzt, in Gang!

Dieses Spielchen wiederholt sich einige Male, bis der Körper völlig überlastet ist. Er kann einfach nicht mehr und sagt sich, dass es doch blöd ist, sofort auf diese konzentrierte Zuckerzufuhr mit so einer enormen Insulin-Freisetzung zu reagieren und stellt seinen Modus etwas sparsamer ein. So wird die Zelle immer weniger empfindlich auf das Insulin, bis kaum mehr Insulin ausgeschüttet wird.

Als Folge steigen die Blutzucker an…

Ein Diabetes beginnt sich zu entwickeln!

8. Frage

Kann man diese Insulinresistenz aufhalten oder rückgängig machen?

Aber ja, wenn man rechtzeitig reagiert, klappt das in den meisten Fällen! Dann kann sich der Körper erholen, wenn man wirklich konsequent wirklich eine Weile fast alle schnell verwertbaren Kohlenhydrate bzw. Süßigkeiten vom Speiseplan streicht!

Allerdings reagieren die wenigsten Ärzte auf die Befunde so vehement, wie es von Nöten wäre! Hat sich der Diabetes erst manifestiert, ist es fraglich, ob sich die Bauchspeicheldrüse erholt. Dennoch habe ich es auch bei letzterem Fall erlebt, dass  auch in diesen Fall, z.B. nach Gewichtsabnahmen und / oder Umstellung der Lebensgewohnheiten, dass sich der Blutzucker wieder normalisiert hat! Übrigens kann es auch sein, dass sich zusätzlich ein erhöhter Blutdruck nach diesen Maßnahmen wieder normalisiert!

Gute Erfolge hat man dann, wenn man, so schwer es auch fallen mag, den Körper zwei Wochen lang einmal ,,zuckerfrei“ gibt, zumindest, was ,,Rein-Zucker“ betrifft. Natürlich wird er mäkeln! Dann müssen wir ihn mit langsam verwertbaren Kohlenhydraten, die trotzdem nicht allzu schwer verdaulich sind, besänftigen. Ein guter Kompromiss ist leckeres Obst, das noch genügend Süße erhält, um den ,,inneren Hype“ zu besänftigen …

Danach kann man langsam seine Ernährung dahingehend aufbauen, dass es für einen ein gangbarer Weg ist. Kompromisse sind hierbei besser als radikale Veränderungen, die, ist man nicht allzu willensstark, zum Scheitern verurteilt sind…

Version 7

So, das war mein  Nachtrag, indem das Thema doch ein wenig nach Euren Wünschen vertieft wurde! Danke für die rege Beteiligung, ich wünsche Euch eine richtig gute Gesundheit und ein langes, fröhliches Leben,

alles Liebe, Nessy

 

 

 

 

 

Änderung der Ernährungs-Pyramide, Volkskrankheit Insulinresistenz und warum der glykämische Index von Lebensmitteln so wichtig ist!

(Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information.  Für Inhalte, Anwendungen und für externen Links übernehme ich keine Haftung.  Ich empfehle immer, Erkrankungen mit seinem Arzt des Vertrauens abzuklären.)

Hallo Ihr Lieben!

Portrait ohne HIntergrund.pngAn dieser Stelle habe ich Euch schon einiges zum Thema Zucker, Ernährung und andere Gesundheitsthemen erzählt. Dabei habe ich das Thema Insulinresistenz zwar schon gestreift, aber mittlerweile ist klar geworden, dass die Basics zu diesem Thema zu den  Grundlagen einer sinnvollen Ernährung zähle.

Was ist ,,Insulinresistenz “ überhaupt?

Sie gilt als Vorläufer des Typ II Diabetes. Dabei verlieren die Insulinrezeptoren der Zellen, insbesondere der Leber-, Muskel- und Fettzellen, allmählich ihre Fähigkeit , auf Insulin zu reagieren – sie werden insulinresistent.

Insulin

sorgt normalerweise dafür, dass Zucker aus der Blutbahn, nachdem er aus dem Verdauungstrakt in diese abgegeben wurde, in die Zelle aufgenommen wird.

Glucagon

Ist zuwenig Zucker in der Blutbahn vorhanden, sorgt der Gegenspieler Glucagon dafür, dass Zucker aus der Zelle wieder in diese abgegeben wird. Aber auch das Hungergefühl wird von Glucagon angekurbelt…

Besteht nun eine Insulinresistenz, muß die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin freisetzen, damit der Zucker noch aufgenommen werden kann. Irgendwann jedoch kann die Bauchspeicheldrüse die Resistenz der Zellen nicht mehr kompensieren, der Blutzucker im Blut steigt stark an. Ein Diabetes ist entstanden. Deshalb nennt man diese Erkrankung auch ,,Prä-Diabetes“.

Im Gegensatz zum Diabetes I, der angeboren ist oder in frühen Lebensjahren auftritt, tritt der Diabetes II meist erst in der zweiten Lebenshälfte auf.

Der Anfang einer Insulinresistenz fällt meist nicht auf

Denn diese Erkrankung beginnt schleichend und viele sind betroffen, ohne, dass die bereits bestehende Veränderungen, die dieses Krankheitsbild mit sich bringt, auffallen.  Lediglich unspezifische

Symptome einer Insulinresistenz

wie Leistungsschwäche, vermehrte Müdigkeit, depressive Verstimmung und gelegentliches Unwohlsein , aber auch ständiger Hunger und eine Bauchumfangsvermehrung können Anzeichen dafür sein, dass ,,etwas mit dem Zuckerhaushalt“ nicht stimmt.torte 3

Aber gerade das macht die Insulinresistenz so tückisch. Denn hat sich aus dieser Vorläuferstufe erst einmal ein manifester Diabetes Typ II entwickelt, sind meist schon Folge-Veränderungen im Organismus aufgetreten, so zum Beispiel die als Acanthosis nigricans bekannten dunklen Flecken an Ellenbogen, Knien, Knöcheln, Achselhöhle oder Nacken.

Diagnose

Macht der Arzt eine Blutuntersuchung, wird er feststellen, dass der

Nüchtern-Blutzuckerspiegel oft höher als 100-125 mg/dl Blut ist.

Es gibt auch einen Langzeit-Wert, HbA1c, der Veränderungen des Blutzuckerhaushaltes  der letzten 3 Monate anzeigen kann. Gesunde Menschen ohne Dia­betes haben in der Regel einen HbA1c-Wert zwischen etwa vier und sechs Prozent (20 und 40 mmol/mol).

Auch die Insulin-Werte an sich sind erhöht. Der Normalwert von Insulin liegt zwischen 60 und 175 pmol/l (entspricht 4,8 bis 14 mU/l).

Wenn diese Werte bereits krankhaft verändert sind, braucht man keinen Glucose-Belastungstest (oraler Glucose – Toleranztest, oGTT)  mehr machen, bei dem man 75 Gramm Glucose in 200-300 ml Wasser zu sich nimmt und vorher und zwei Stunden danach im Blut misst, wie sich der Blutzuckerspiegel verändert. Diese Untersuchung ist dann indiziert, wenn die anderen Werte grenzwertig sind. Hier gelten Nüchtern Werte über 99 mmol/l  und zwei Stunden Werte über 139 mmol/l als erhöht, als stark erhöht gelten Werte über 125 mmol/l bzw. über 199 mmol/l.

Die Erkenntnis eines Fehlers in Bezug auf die Empfehlung der Art der Kohlenhydrate …

sorgte  vor etwa zwei Jahren für einen Aufschrei in den Reihen der Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für  Ernährung. Denn bis Dato hatte man als Haupt-nahrungsmittel ganz unten auf der Ernährungspyramide eben jene schnell verfügbare Kohlenhydrate für den heutzutage relativ wenig körperlich arbeitenden Menschen empfohlen.

Einfache Kohlenhydrate wie in Grau- und Weißbrot, Nudeln, Reis, Zucker, andere Weissmehlprodukte, liefern dem Körper zwar relativ schnell Energie, da sie schnell ins Blut gelangen, rufen dadurch aber auch hohe Blutzuckerspitzen hervor, die dann aber auch zu einem raschen Absinken des Blutzuckerspiegels sorgen, was typisch für Lebensmittel mit einem relativ hohen sogenannten glykämischen Index ist.

Der glykämische Index

Dieser  gibt Auskunft darüber, wie schnell und wie stark der Verzehr eines Lebensmittels dazu führt, dass Insulin ausgeschüttet wird.torte 2

Je höher dieser glykämische Index eines Lebensmittels ist, umso mehr Zucker wird in Folge pro Zeiteinheit in die Zellen aufgenommen.

Steigt im Blut der Zuckerwert schnell an, weil wir zum Beispiel eine Tafel Schokolade innerhalb fünf Minuten verzehren,  führt das wiederum  dazu, dass sofort relativ viel Insulin ausgeschüttet wird. Dabei gilt: Umso höher der Insulinspiegel ist, umso schneller wird der Zucker in die Zellen aufgenommen!

So  wird der Schoki.-Zucker, da Schokolade aufgrund des hohen reinen Zuckeranteils einen sehr hohen glykämischen Index hat, schnell in die Zellen aufgenommen.

Da aber immer noch  Insulin im Blut kreist, wird nun auch der geringe Rest-Zucker aus dem Blut in die Zelle aufgenommen, der schon vorher vorhanden war, es kommt quasi zu einer Über-Reaktion. Als Folge sinkt der Blutzucker unter das Ausgangsniveau ab.  Jetzt ist der Blutzucker plötzlich verdammt nieder, was den Blutzucker-Heber und Gegenspieler des Insulins, das Glucagon, auf den Plan ruft! Dieses sorgt nun als erstes dafür, dass das Gehirn von der dringenden Notwendigkeit einer Zuckeraufnahme informiert wird … Wir haben Hunger auf SÜSSES! 

Dreh und Angelpunkt der ganzen Geschichte ist also die Ausschüttung von Insulin bzw. seines Gegenspielers Glucagon!

So kam es durch die Empfehlung des überwiegenden Konsumes dieser schnell verfügbaren Kohlenhydrate einerseits zu starken Blutzuckerschwankungen, anderseits benötigt der moderne Mensch diese ,,schnelle Energie“ meist gar nicht und ist, wie man herausgefunden hat, mit Nahrungsmittel mit niedrigerem glykämischen Index wie Gemüse und nicht zu süßes Obst wesentlich besser bedient, denn diese Lebensmittel werden wesentlich langsamer in die Zellen aufgenommen. Dadurch kommt es nach Aufnahme in die Zelle auch nicht zu einer kompensatorischen Gegenregulation mit Glucagonausschüttung und der Heißhunger nach Süßem bleibt aus, weil der Blutzucker wesentlich konstanter bleibt und unser Körper dadurch länger und gleichmäßiger über Energie verfügen kann.

Die Ernährungsempfehlungen wurden revidiert

Als Folge dieser revolutionären Erkenntnis musste die lange gültige Ernährungspyramide umgeschrieben werden! Bildeten, wie oben erwähnt,  bisher die kohlenhydratreichen Lebensmittel mit einem relativ hohen glykämischen Index wie Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln und andere Getreideprodukte die Basis, wurden diese Gruppe nun von reichlich Gemüse und auch von nicht zu süßem Obst von dieser ,,Pool-Position“ des Hauptnahrungsmittels verdrängt!

Gefährlich sind nicht die Kalorien an sich, sondern  ein hoher glykämischer Index von Lebensmitteln!

 

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Die Auswahl der Lebensmittel

Klar ist nun, dass wir unter normalen Umständen möglichst  nach hochwertigen Nahrungsmittel mit niedrigem glykämischen Index suchen!

Wann ist ein hoher glykämischer Index sinnvoll ist

Lebensmittel mit einem hohen ,,glykämischen Index“ (GI) sind eigentlich nur indiziert, wenn wir über schnelle Energie verfügen wollen, zum Beispiel können  vor einem Wettbewerb zur Auffüllung unserer schnellen Reserven auf sie zurückgreifen. Von der ,,Tröstfunktion“ von Blutzuckerspitzen, die unser Gehirn zugegebenermaßen in positive Stimmung versetzen können, sehen wir hier einmal ab, denn medizinisch gesehen sind sie natürlich nicht sinnvoll.

Allerdings hat so eine Tüte Gummibärchen in der Realität wohl schon so manch` verzweifeltem Mädel bei ihrem Liebeskummer beigestanden … Warum es eine Tüte sein muß? Eben weil der Blutzucker, wie wir nun wissen, immer wieder rasch absinkt …  Übrigens klappt die ,,Zuckerspitze“ für Klausuren, Sportwettkämpfen und als ,,Kummertröster“ nicht nur mit Zucker- und Weißmehlprodukten, wie das Stück Torte, meist sinnvoller st süßes Obst wie z.B. Bananen oder Trauben, denn sie enthalten noch Vitamine und Ballaststoffe oder vor einem länger dauerndem Wettkampf, beispielsweise eine kleine Portion leicht verdauliche Nudeln, da sie einen nicht ganz so hohen GI haben und so relativ lange mit Energie aufwarten können.

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Lebensmittel mit einen niedrigeren GI

sind wie beschrieben hingegen Gemüse aller Art und nicht so süßes Obst, die ja nun an der Basis der Ernährungspyramide stehen. Außerdem enthalten sie sehr viele Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe die für den Organismus sehr wichtig sind und deren Bedeutung man erst in jüngster Zeit umfassend erforscht hat. So sind für die Stoffwechselvorgänge viele Kofaktoren nötig, damit der Organismus  funktionieren kann! Diese Stoffe sind in Pflanzen oft in optimaler Zusammensetzung enthalten, während z.B. künstlich hergestellte Vitamine in ihrer Reinform oft nicht richtig verarbeitet werden können. Man postuliert, dass in einigen Pflanzenkonzentraten, z.B. in der Blaualge Spirulina, über 3000 sogenannter Mikronährstoffe enthalten sind, die eben jenes Zusammenspiel im Organismus positiv beeinflussen können!

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Sonderstellung Vollkorn

Manche Ernährungsfachleute wettern auch gegen Vollkornprodukte, weil sie mit etwa 265 kcal/100g über viel  Energie verfügen und außerdem manchmal relativ schwer im Magen liegen und/oder zu Blähungen führen können. Auf der anderen Seite benötigen sie auch relativ viel Energie zur Verdauung, sodaß die  Bilanz dieses Produktes interessant wäre …

Der hohe Ballaststoffanteil regt zudem auch die Verdauung an, was bei Menschen, die mit eher festem Stuhlgang zu kämpfen haben, sehr positiv ist!  Übrigens bleiben bei Vollkornprodukten auch Vitamine, Öle und Mineralstoffe in der Schale und dem Keimling erhalten, so dass der  gesundheitsfördernde Aspekt im Normalfall überwiegt … Allerdings hängt dies auch von der persönlichen Verträglichkeit ab! Wer es nicht mag, sollte es sich als nicht aufzwingen!

Folgen schwankender Insulinspiegel

Mittlerweile wissen wir auch, dass stark schwankende Insulinspiegel bzw. häufige  Insulinausschüttungen nicht nur in Bezug auf die Entwicklung einer sogenannten

1.1. ,,Insulinresistenz“ eine Rolle spielen, die neben Übergewicht natürlich denn allseits bekannten Altersdiabetes fördern kann, sondern auch

1.2. multiple Entzündungsprozesse im Körper auslösen können, die wiederum den Alterungsprozeß ankurbeln… Auch die

1.3. Flora des Verdauungssystems ist von einem ständig schwankenden Zuckerspiegel betroffen, was wiederum ein Leaky Gut Syndrom im Darm, bei dem dieser durchlässig für unerwünschte Stoffe wird, begünstigt.

Übrigens hat man auch erkannt, dass es einen Zusammenhang zwischen der erhöhten Insulinresistenz und dem  sog.

1.4. PCO (Polycystisches Ovarsyndrom) bei Frauen gibt, das neben Akne und Blutungsstörungen auch zu Unfruchtbarkeit führen kann. Deshalb wird heute bei diesm Krankheitsbild auch Metformin, ein Antidiabetikum, eingesetzt.

Ernährungsmöglichkeiten nach Diagnose einer Insulinresistenz

Manche Ernährungsexperten empfehlen nach Diagnose einer Insulinresistenz je nach Wert  eine ein bis zweiwöchige nahezu kohlenhydratfreie Ernährung zur beginnenden Normalisierung der Insulinresistenz, danach ein vorsichtiger Aufbau unter langsamer Hinzunahme von ,,sinnvollen“ Kohlenhydraten.

Eine andere Möglichkeit ist, die Ernährung ,,sinnvoll“unter Verwendung  vieler gesunder Produkten mit niedrigem glykämischen Index umzustellen, wie sie langfristig sinnvoll ist, damit man sich gleich an diese ,,neue“ Ernährungsform gewöhnt!

Auch Probiotika, ,,Superfood“ bzw. Mikronährstoffe und CBD (Cannadibiol) finden bei der Ernährungsumstellung Anwendung!

Aber auch prophylaktisch sollte man seine Ernährung überprüfen, besonders, wenn ein erhöhtes Risiko durch Diabetes in der Familie, Übergewicht, hoher Blutdruck und bereits eine Affinität zu gesteigertem Konsum von Produkten mit hohem glykämischen Index vorliegt, wie z.B. bei sogenannten ,,Puddingvegetarier“.

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Folgen einer veränderten Ernährung

Egal ob alleine, in der Gruppe, unter ärztlicher Aufsicht, in einer Kur oder wie auch immer – eine optimale Ernährung ist eine Chance, seine Lebenserwartung, zumindest statistisch gesehen, zu verlängern!

Außerdem wird man, wenn man eine Weile mit einem relativ konstanten Blutzuckerspiegel gelebt hat, merken, dass man sich insgesamt wohler und leistungsfähiger fühlt, abgesehen davon, dass das Risiko oben beschriebener Erkrankungen absinkt!

Und damit bin ich auch schon am Ende dieses Artikels angelangt.Ich wünsche  Euch von Herzen eine richtig gute Gesundheit!

Bis bald, alles Liebe, 

Eure Nessy