Kurzgeschichte/Fashion/Lifestyle: Look of the week – heute mit der Kurzgeschichte: „Nessy, warum machst Du den Modezirkus mit?“

Hallo Ihr Lieben,

a12 (2)heute zeige ich Euch den Wochenlook  in Verbindung mit einer kleinen Geschichte, die mir letzte Woche passiert ist. Als I-Tüpfelchen gibt´s diesmal auch ein Männer-Outfit dazu.Schließlich habe ich gemerkt, dass sich auch einige Vertreter des „starken Geschlechtes“ hier tummeln. Namen, Details und alles Unwichtige sind natürlich wie immer (fast) frei erfunden! „Mein“ Outfit trug ich übrigens an jenem Tag…

Letzte Woche traf ich zufällig meinen alten Bekannten Jan. Jan ist nun nicht gerade unmodisch. Deshalb beschreibe ich Euch kurz sein Outfit, das mir wirklich ganz gut gefallen hat! An diesem Tag trug er ein naturfarben- antikisiertes Knopf-T-Shirt, leicht ins Dunkle changierend, mit einem bekannten kleinen roten Label versehen, das so geschnitten war,  dass es seinen wohlgeformten Oberkörper perfekt zur Geltung brachte. Dazu trug er Camp David – Jeans, auch vorne mit Knöpfen geschlossen, die den gleichen Karibik-Meerwasser-Farbton hatte, wie seine Augen. Gürtel, Lands-End-Boots und Nieten-Armband waren aus cognacfarbenen Leder. Er trug einen hellblau-weißen Knitter-Schal, der sich, wie alles andere auch, ideal von seiner leicht gebräunten Haut abhob. Für einen kürzlichen Aufenthalt an der Sonne sprachen auch die in den Spitzen leicht aufgehellten Haare. Sein fröhliches, lausbubenhaftes Lächeln brachte perfekte weiße Zähne zum Vorschein….

JAN

Ich traf ihn in dem kleinen „In-Café“ in Saarbrücken, in der Nähe des Schlosses, in dem ich mich an diesem Morgen nur deshalb aufhielt, weil sich ein Termin kurzfristig verschoben hatte. So beschloß ich, einer Eingebung folgend, kurzfristig entgegen meiner Gewohnheit, ausführlich und gemütlich zu frühstücken! ICH erkannte ihn nicht, als ich am Buffet gerade sorgsam meinen Teller dekorierte…

„Hi, Nessy, siehst ja klasse aus, lange nicht gesehen, was?“ Ich fuhr herum und sah direkt in dieses nahezu vollkommene Männergesicht! Hatte ich erwähnt, dass er Grübchen hatte. wenn er lächelte? Nun ja. Doch, ich erkannte mit viel Fantasie jenen etwas rundlichen, unscheinbaren jungen Mann, der er damals gewesen war, wieder, den ich zuletzt vor etwa 15 Jahren bei einem Klassentreffen gesehen hatte. Nie war er so ein „Knaller“ gewesen… „Jan, das Kompliment kann ich aber zurückgeben, es scheint Dir sehr gut zu gehen, schaust super aus!“

„Ja, stimmt schon, aktuell laufen die Geschäfte fast alleine. Muß noch in meiner Filiale hier alles regeln, dann geht´s erst einmal wieder auf Reisen, das Leben ist zu kurz um es nicht auszukosten!“ Dabei zwinkerte er mir zu…

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Mein Look erklärt sich heute fast von selbst. Black an´White, Faux Fur und vergoldetes Blatt, dezentes, aber auch nicht zu softes Make up! Die Fellweste ist auch in sofern gut, weil sie am oberen Oberkörper etwas aufträgt. was „die Propotionen“ in diesem Falle günstig beeinflußt..

„Mensch, Nessy, dass ich Dich hier treffe! Fand´ Dich, ehrlich gesagt schon immer toll, früher war ich aber immer zu schüchtern, um mit Dir anständig zu reden! Na ja, man entwickelt sich weiter und ich hab´ längst begriffen, dass wir alle nur mit Wasser kochen… Aber sag´mal, letztens google ich Dich und fass´ es nicht! Du und einen Modeblog? Nessy, warum machst DU denn diesen Modezirkus mit? Du  WARST doch echt eine kluge Frau?“  Warst… Ob er wußte, dass er mich gerade ganz schön beleidigte? Jedenfalls antwortete ich schlagfertig: „Das ist ein Blog, der sich mit allem Möglichen befaßt, nicht NUR mit Mode!“ – „Schon, aber wieso machst Du das? Ich kapier´ das nicht! Schreib´ doch lieber ein vernünftiges Buch oder fange was anderes Sinnvolles mit deiner Zeit an. Aber DAS ist echt unter deinem Niveau!“

Austeilen konnte er gut, der Möchte-gern-Schönling, soviel stand fest. So hübsch er war, so arrogant wirkte er auch! Aber Jan, sorry, nicht mit mir! Sicher könnte ich ihm jetzt die Story vom schlimmen Schicksal erzählen, weshalb ich aktuell besser noch nicht wieder zu viel arbeiten sollte. Abgesehen davon, dass dieses dadurch gewonnene Zeit-Kontingent nur einer der Gründe für diesen zumindest nicht ausschließlich niveaulosen Blog war…

Aber ich argumentiere  mit  vorzugsweise sachlichen Argumenten und nicht auf emotionaler Ebene! Dieses Rumgeheule ist mir auch sonst  zuwider. „Die Welt ist soo schlecht zu mir gewesen, deshalb konnte ich dies oder jenes nicht erreichen… „ Manche Menschen geben gerne die Verantwortung ab, wenn das Schicksal wieder einmal zuschlägt!

(Wen letzteres weiter interessiert, kann das Folgende lesen, wenn nicht , diesen Absatz einfach überspringen! Es kommt aber immer darauf an, was man selber aus einer Situation macht! Und wenn eine Situation ist, wie sie ist und man das nicht ändern kann, sollte man einfach schauen, wie man am besten damit umgeht! Sicher, an jeder wirklich dramatischen Situation kann man vielleicht sogar sterben! Und was ist soo schlimm am „worst case“, der früher oder später mit Sicherheit kommen wird? Glaubt Ihr, in 100 Jahren nach Eurem Tod gibt es jemanden, der noch wirklich liebevoll an einen denkt? Wieso auch? Wir werden alle zu dem großen Ganzen zurückkehren, von dem wir gekommen sind. Egal welchen Glauben Ihr habt, den Menschen im Körper wird es so zumindest nicht mehr geben. Alles weitere ist, sind wir ehrlich, spekulativ. Also ist es sogar in so einer Situation wichtig, die Dinge zu regeln, Nahestehenden die Prozedur so leicht wie möglich machen so wenig Schmerzen wie möglich zu haben und das Leben solange auskosten, wie es eben geht.)

Der Typ und seine Meinung waren mir persönlich zwar relativ schnuppe, nicht aber mein Blog, in den ich soviel Herzensblut gelegt hatte … Mein „Baby“ hatte nicht verdient, dass dieser Jemand so darauf herumtrampelte! Also, Nessy, reiß dich zusammen und hole zum argumentativen Gegenschlag nach allen Regeln der Diskussion oder der Kunst oder wie auch immer aus!

Mein Blog ist auch nicht dazu da, die  Menschen  mit noch mehr Problemen zu belasten, wenn sowieso schon der oft unschöne Alltag und die Medien auf sie einprasseln, sondern ihnen auch die schönen Dinge des Lebens aufzuzeigen und zu helfen, mit Freude und auch mit Bewußtsein das Leben so gut es geht zu meistern und zu genießen.

–  “ Mit Bewußtsein? Was, bitteschön ist den an Mode und Deinem Blog b e w u ß t?“ – „ Nun, ich halte dazu an, sich nicht immer Neues zu kaufen, sondern geschickt zu kombinieren und das, was man nicht mehr braucht, weiterverwertend zu entsorgen! Meine Geschichten spielen im Alltag und zeigen, wie diese übrigens auch, verschiedene Verhaltensweisen auf. Dem Leser steht frei, diese mit sich seinen eigenen zu vergleichen und abzuwägen. Wenn du meinen Blog gelesen hättest, würdest du zwischen den Zeilen spüren, worauf es mir ankommt! Herzlichkeit und Freude schwingen oft mit. Auch meine Tiergeschichten erfreuen die Leute, weil sie erkennen, wie ehrlich und liebevoll so ein Tier sein kann, wenn es nur etwas Aufmerksamkeit bekommt und fair behandelt wird. Ich bekomme doch einige Post von Menschen, denen genau diese Dinge wichtig sind!  Jan gab aber so schnell nicht auf: „Aber alleine schon  Mode soviel Aufmerksamkeit zu schenken, anstatt sich mit wirklich relevanten Dingen zu befassen… Nessy, von Dir hätt´ich einfach mehr erwartet. Du warst doch die mit den Visionen, die, von der man sich echt  erhofft hat, dass sie in der Gesellschaft etwas bewirkt!

Auch, wenn mir das versteckte Kompliment nicht entgangen war, so ging es hier doch um mehr und so konterte ich: “ Ich habe für mich schon das Gefühl, dass ich in meinem Leben der Gesellschaft etwas gegeben habe! Ich glaube kaum, dass Du das beurteilen kannst! Abgesehen davon, stellt schließlich fast jede Arbeit einen Beitrag für die Gesellschaft dar! Aber dennoch tut es mir natürlich leid, wenn ich deine Hoffnungen in mich als Weltverbesserin enttäuscht habe! Jeder tut, was er eben kann! Wie war das, gehst du nicht auch demnächst auf Reisen? Was ist denn eigentlich dein Tribut an die Gesellschaft?“

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Aber Jan lächelte nur süffisant: „Sorry, es macht einfach keinen Sinn, mit Dir zu diskutieren, du hast es einfach nicht begriffen!“ Sagte es, drehte sich um und stolzierte hoch erhobenen Hauptes von dannen. In mir regte sich der Impuls, ihm nachzurennen. Stattdessen konnte ich einfach nicht anders, als ihm nachzurufen: „Tja, mir scheint, auch du hast einiges nicht begriffen, nicht wahr?“ Was hätte ich sonst sagen sollen, in den wenigen Sekunden, in denen er mich noch hören konnte… Gehört hatte er mich jedenfalls, denn er drehts sich nocheinmal um und sagte, nicht mehr ganz so beherrscht, wie er wohl gewollt hätte mit einem etwas zu breitem Grinsen: „Reg´ dich nicht so auf, schlecht für den Teint!“ Dann verschwand er aus dem Hör-Bereich in Richtung Kellner.

Seine unsachliche Schluß-Argumentation hatte leider wenig mit der charmanten Begrüßung gemeinsam… Vielleicht hätte ich einfach drüberstehen und eine Diskussion vermeiden sollen – wäre wohl klüger gewesen!

Das Ganze hätte nun eigentlich einen schalen Nachgeschmack behalten, den ich so gar nicht mag. Auch, wenn ich mich, intellektuell gesehen, eindeutig überlegen fühlte. Da störte es mich auch nicht, dass er wohl dasselbe  von sich dachte. Gesundes Selbstbewußtsein nennt man das. Aber trotzdem war vielleicht ein klitzekleiner Funke, von dem, was er mir an den Kopf geworfen hatte, richtig. Okay, die Kritik an meinem Blog war es nicht, sondern eher die Tatsache, dass ich mich manchmal doch noch ein wenig mehr hätte anstrengen können… Vielleicht hätte ich tatsächlich  politisch etwas mehr Engagement zeigen sollen und so einen größeren Benefit für die Menschheit herausschlagen können. Aber die Wahrheit war, dass ich tatsächlich Angst vor dem „Haifischbecken Politik“ gehabt  hatte … und sein Bleaching-Lächeln so verdammt selbstbewußt ´rüberkam…! Aber eigentlich  konnte ich ganz gut ohne Gewissensbisse leben…

Und mit dem „Modevorwurf“, wenn ich nachdachte, ebenso! Es ist in meinen Augen wichtig, dass man die Mode nicht überbewertet und niemand wegen ihr diskriminiert oder mißhandelt, auch wenn das sicherlich vorkommt, wie übrigens in allen Bereichen. Aber auf der anderen Seite macht mir Mode einfach manchmal Spaß und es hilft, sein eigenes Bild, welches andere von einen haben, ins richtige Licht zu rücken. Egal was man anzieht, damit ist immer eine Aussage verknüpft! Und wenn es auch nur die ist, dass man sich nichts aus Mode macht! Dieses Ausdrucksmittel „Mode“ immer wieder neu zu interpretieren, ist das, was vor allem Frauen, aber auch einigen Männern  fasziniert… und warum dieses Thema so beliebt ist, zumindest in unserer Kultur!

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Aber die Geschichte war noch nicht ganz zu Ende… Kennt Ihr das auch? Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Zufall oder was auch immer,  innere ,,Ungerechtigkeiten“ wieder zurecht rückt. So auch heute! Als ich also so dasaß und mich so in diesen Gedanken verlor, riss mich plötzlich die mittlerweile wohlbekannte Stimme aus meinen Gedanken:  „Nessy, nix für ungut, aber hast du etwas Geld für mich? Meine Karte funktioniert nicht und mir fehlen, na, grob überschlagen, so zwanzig Euro.“

Er war tatsächlich zurückgekommen! Ich sah IHN mit einem herablassenden Lächeln an: „Sorry, heute bin ich selber etwas knapp bei Kasse und  muss nachher noch die Parkgebühr bezahlen. Zahl´ doch dem Kellner, was Du hast, ich spendier´ Dir den Rest, um wenigstens eine kleine Sozialleistung zu vollbringen!“ Es ist ja nun nicht so, dass man in Notlagen nicht auf mich zählen konnte. Aber ein bisschen stolz war ich auch…

Dann ging ich zu dem  Kellner, von dem er gerade kam: ,,Was bekommen Sie noch von dem Herrn? Ich wollte ihn einladen…“- ,, fünf Euro, fünfunddreißig Cent!“ Hä? Ganz mies, Jan, ganz mies! Mir fiel ein Stein vom Herzen. Kritik von SO jemanden juckt mich – Gott sei´s gedankt, wirklich ÜBERHAUPT NICHT!

Ihr wollt wissen, wie es weiter ging?  Ich zahlte dei beiden  Rechnungen und ging mit  festem Schritt  aus dem Café,  ohne dem wimmernden Jan nur noch eines Blickes zu würdigen, als er etwas von den auch noch anstehenden Parkgebühren jammerte… Ich bin nun einmal nicht für das Wohl der GANZEN Welt verantwortlich! Die Lust, noch ein paar versöhnliche Worte nachzuschieben, wie ich es sonst sicher getan hätte, war mir vergangen…a7 (2)

Nun wünsche ich Euch eine wunderschöne Woche!  Prinzipiell  ist diese Diskussion um die Bedeutung der Mode  ja schon interessant! Ich bin gespannt auf Eure Meinungen, Eure Nessy!

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Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog "happinessygirls" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

9 thoughts on “Kurzgeschichte/Fashion/Lifestyle: Look of the week – heute mit der Kurzgeschichte: „Nessy, warum machst Du den Modezirkus mit?“

  1. Hallo Nessy,

    das blau/weiße Kleid steht dir sehr gut und bei deiner Figur kannst du das natürlich ohne Probleme tragen! Schön zu sehen, daß du dazu auch eine Strumpfhose trägst, die farblich sehr schön zum Outfit passt.

    Bei deinen Schuhe setzt du auf Bequemlichkeit – auch nicht schlecht.

    Liebe Grüße

    Jennifer

  2. Liebe Nessy,
    manchmal ist es einfach unglaublich, was sich manche Menschen denken und sagen. Meine gute Kinderstube verbietet mir, meine wahren Gedanken über Deinen Schulfreund darzulegen, nur so viel sei gesagt, dass er ganz offensichtlich in seiner Überheblichkeit doch überfordert war, den wahren Wert und Kern Deines wirklich tollen (!) Blogs zu erkennen. Umso schöner jedoch ist das Ende der Geschichte 😉 Wie war das doch gleich? Hochmut kommt vor dem Fall!

    Nun aber zum Wesentlichen, denn schließlich geht es hier auch um wirklich wichtige Dinge wie Mode! Dein Etuikleid mit der Fellweste ist ein Hit! Ein moderner toller Look und mit der schwarzen, blickdichten (?) Strumpfhose und den coolen Schuhen perfekt kombiniert. Du siehst einfach zauberhaft aus!

    Liebe Grüße,
    Nadine

    http://nadinecd.blogspot.co.at

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, das war schon ein wenig skurril mit diesem Jan… Ich glaube nicht einmal, dass er es wirklich böse gemeint hat! Manche Menschen sind einfach so! Gerade wenn sie eigentlich eher unsicher sind oder waren, sehen sie dieses Verhalten „des Angriffs“ als Lösung, um sich dahinter zu verstecken! Viele Grüße, Nessy

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