Look of the week: Special Fahrradtour Saarbrücken, Vorstellung des Bürgerparks und der Stadt

Hallo Ihr Lieben,unnamed (23)

 

heute habe ich meinen Look wie Ihr oben seht, mehr oder weniger bodenständig in der Stadt, in der ich nun schon seit meinem Studium lebe, von meiner besseren Hälfte fotografieren lassen. Wie Ihr wisst, will ich Euch auch immer ein paar weitere Infos, die sich gerade ergeben, mit auf den Weg geben. Deshalb gibt´s heute quasi als Sahnehäubchen, im Saarland beliebter als die „Fleeschwuarscht“ – Zugabe, ein paar Fakten über das Grenzstädtchen Saarbrücken dazu…

Vergleicht man die Landeshauptstädte mit Pferden, stelle ich mir unter Saarbrücken einen Haflinger mit goldbraunem Fell und blonder Mähne vor. Nicht so groß, aber sehr robust, hübsch und mit großem Durchhaltevermögen ausgestattet. Hamburg wäre dann das edle weiße Dressurpferd und Berlin das manchmal etwas verrückte, aber recht geschickte, gescheckte Vielseitigkeitspferd. Stuttgart wäre natürlich das bodenständige, gut ausgebildetete Fuchs – Schulpferd  und München der braune Warmblüter vom eher alten Schlag, gleichermaßen geeignet, um mit seinem/r Besitzer/in durch den englischen Garten zu flanieren als auch die sonntägliche Kutschfahrt zu bewältigen, Tradition und Moderne vereinend. Düsseldorf wäre ein stolzer Rappwallach „mit (Voll-) Blüter-Anteil“, schick und elegant, auf Prestige bedacht… Für den Alltag ist aber ein robustes Pferd, mit dem man auch durch enge Pfade kommt und das auch auf steinigen Wegen trittsicher ist, oft praktischer …

Damit zurück zu „meiner“ Landeshauptstadt Saarbrücken.  Sie hat ja schon einiges mitgemacht, wurde ganz schön gebeutelt und war oft ein bisschen zwiegespalten, ob sie nun französisch oder deutsch sein sollte und wollte. In Notzeiten stand sie schon manchmal zwischen den Ländern, konnte sich auf keines so 100 % verlassen. Davon wurden die Menschen natürlich geprägt – die Saarländer sind oft recht eigenständig und Vertrauen muss man sich schon ein wenig verdienen! Anpassung an wechselnde Obrigkeiten gelang mit ihrem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht!“

Was das Saarland zudem prägte, war der Bergbau. Insbesondere die Kohlevorkommen sorgten für eben diese Kohle und für den Aufschwung in Zeiten der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts. Noch heute zeugen viel Verarbeitungsanlagen mit Türmen in der Landschaft, allen voran das Weltkulturerbe Völklinger Hütte  in Völklingen, von den langjährigen Abbauten.

Saarbrücken von seiner kulturellen Seite - Hier moderne Farbprojektionen auf dem Schloss in diesem Frühjahr
Saarbrücken von seiner kulturellen Seite – Hier moderne Farbprojektionen auf dem Schloss in diesem Frühjahr

Das Saarland ist heute aber leider alles andere als wohlhabend… warum? Weiß ich wirklich nicht! Jedenfalls schluckte es in den letzten Jahren nicht gerade wenig Subventionen und die Arbeitslosigkeit trägt auch nicht wirklich zum Prestige bei! Aber es gibt auch Einiges, was das Leben dort wirklich lebenswert macht. Die Saarländer behaupten ja, es sein wie ein „babbiges Guutzl“ (klebriges Bonbon). Wenn man dort wäre, wolle man nicht mehr fort! Was die Ursachen sind? „Vieles!“ wäre die knappe Antwort eines Saarländers, dessen Ding lange Erklärungen nicht sind. Und für uns „Zugezogene“? Nun, fangen wir bei der praktischen Seite an: Kurze Wege, weil es eben nicht so groß ist und eine sehr hohe Autobahndichte für ein schnelles Fortkommen sorgt. Leider wird an diesen, besonders im Abschnitt durch die Stadt, viel gebaut.. Nun ja! Aber auch die Landschaft ist nicht zu verachten. Je länger man dort ist, umso mehr lernt man die geheimen Plätze des wirklich schönen Saarlandes kennen. Vom relativ milden Klima und dem wachsenden Freizeitangebot kann man sich gerne bei einem Besuch überzeugen. Von Badeseen, Freizeitparks, Schwimmbäder in allen Größen bis hin zum Super Duper-Rutschenparadies oder der orientalischen Therme ( Saartherme ) mit allem Wellness PiPaPo ist wirklich alles dabei! Wirklich eindrucksvoll ist das sogenannte Prähistoricum, ein Riesen-Dinosaurier – Park mit allen Raffinessen. Weiterhin hat Saarbrücken natürlich auch seine Geschichte, über die man sich an vielen Orten in Museen, Gedenkstätten und Darbietungen, mit viel Liebe aufgearbeitet und dargestellt, informieren kann. Last not least ist die ärztliche Versorgung, wenn man die Zahlen betrachtet, sehr gut! Immerhin liegt die Ärztedichte an 5. Stelle der 16 Bundesländer. Warum die Ärzte trotzdem soviel zu tun haben, ist mir ein Rätsel. Sind die Saarländer kränker oder gehen sie öfters zum Arzt? Auch darauf zu antworten, wäre spekulativ…

Jedenfalls habe ich eines gelernt: Fügt man sich in die Gesellschaft ein, wird man immer unterstützt von jemanden, der jemand kennt … Auch die Einflüsse Frankreichs macht die Saarländer insgeheim doch ein wenig stolz – unter Vorbehalt, natürlich. So ist schon ein wenig dran an dem französischen Flair, das einem sprachlich und baulich, besonders auch in der Altstadt, entgegenströmt.

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Altstadt mit kleinen Gässchen, lauschigen Plätzen und Gelegenheiten, sich zusammenzusetzen.

Gestern haben wir uns also spontan zu einer Radtour á deux entschlossen. Das Wetter war wunderschön. Es wehte ein laues Lüftchen, die Sonne schien angenehm warm…

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Wir radelten durch den kühlen, schattigen Wald, der uns durch die wehenden Blätter mit wunderbaren Lichtspielen verzauberte über den Schanzenberg, vorbei an den Reitanlagen und am Messegelände über die Brücke zum Bürgerpark.

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Auf der Brücke bei dem Messegelände

Ehrlich gesagt, bin ich nun schon so lange, hier, aber direkt dort war ich noch nie. Schon als ich mit dem Radl am dem hinteren Teil der Saar entlang radelte, vorbei an einsamen, sich bräunenden Anglern und an Wohnbooten, die mit Motorrädern und Wäscheleinen  bestückt waren, wunderte ich mich, dass dieser idyllische Teil des Saarufers von mir so lange unbeachtet geblieben war. Nur einmal war ich als Notärztin in der Nähe gewesen. Ein Jugendlicher hatte sich eine Milzruptur beim Rollschuhlaufen zugezogen. Aber wenn ich bei einem Notfalleinsatz bin, sehe ich nix um mich herum…unnamed (6)Der Bürgerpark steht auf dem Gelände des ehemaligen Kohlehafens auf einer Halbinsel. Er wurde nach mehr als dreijähriger Bauzeit am 2. Juni 1989 durch den damaligen Saarbrücker Oberbürgermeister Hans-Jürgen Koebnick (aktuell:Charlotte Britz, siehe Bild)

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Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, SPD

und die damaligen Ministerpräsidenten des Saarlandes Oskar Lafontaine  (heute Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU) und Nordrhein-Westfalens Johannes Rau offiziell eröffnet.  Die Infos sind von Wikepedia. Ich habe sie Euch ein wenig zusammengefasst, dann müsst Ihr nicht extra nachschlagen. Falls Ihr Euch aber weiter informieren wollt, klickt einfach hier (wie immer übernehme ich natürlich keine Haftung für Linkinhalte).

 Also, zurück zum Thema des Bürgerparks … Der Landschaftsarchitekt Peter Latz  hatte gemeinsam mit Schülern, Studenten und Anwohnern im Boden gegraben und gesiebt und nutzte das Gefundene zum Bau von Stützmauern, Wegen, Treppen und Hügeln. Es wurden ein Boule-Platz und eine Skateranlage integriert, Wiesenflächen, alte Baumgruppen, unter dem Schutt entdeckte Pflasterflächen und Mauerreste, ein kleines Amphitheater, eine Wasserfläche mit einem an Industrieanlagen erinnernden Wassertor, Heckengängen und Buschinseln, spontan gewachsene Natur sowie zahlreiche Baumalleen. So entstand eine Mischung aus Landschaftsgarten und Stadtpark.

unnamed (12)Das Ganze wirkte etwas skurril. Irgendwie wie eine Mischung aus Ruinen, Kunstwerken und Park. Die Baumanordnung erinnerte an die Tuilerien in Paris. Links der Bäume war eine Halfpipe (kann ja gefährlich sein, siehe oben, aber bestimmt auch lustig…), eine Schanze und „Hindernisse“ (nennt man das so?) für Skater und/oder Rollschuhfahrer.unnamed (5)Es war ein schöner Ort , zumindest an diesem Nachmittag. Ruhig, sonnig und durchdrungen von Erinnerungen, die ich nicht kannte. Geht es Euch auch  so, dass es für Euch Orte gibt, an denen Ihr spontan überlegt, was wohl dort schon alles passiert ist?  Vor 10, vor 100 oder vor 1000 Jahren … ?unnamed (20)Aber ich kann nicht nur romantisch sein, sondern bin natürlich auch pragmatisch! Der Kontrast der rötlichen alten und neuen Mauern würde sich ganz vorzüglich als Kulisse für meinen Schwarz-Grau-Weiß-Look, in dem ich heute gekleidet war, eignen! Schon zückte mein Mann den Fotoapparat…  Da die Sonne schon ein wenig an Kraft verloren hatte, es also nicht mehr ganz so heiß wie in den letzten Wochen war und ich außerdem im Falle eines Falles (im wahrsten Sinne des Wortes) meine Knie beim Fahrradfahren wenigstens etwas geschützt haben wollte, trug ich eine melierte Hose, kombiniert mit einem kurzärmeligen grauen Sweatshirt mit kleinen Blümchen-Applikationen aus Steinchen darauf. Um das Ganze nicht zu überfrachten, hatte ich als Schmuck nur eine kleine zarte Kette aus Roségold mit einem winzigen Strass-Anhänger in Form eines Schmetterlings umgelegt.Damit ich beim Fahrradfahren nicht danebentreten oder mir die Schnürsenkel in die Pedale kommen würden, hatte ich meine weiß-schwarzen Sportschuhe mit Klettverschluss an. Dazu trug ich meine geflochtene kleine Umhängetasche, die Euch mittlerweile nicht mehr neu, aber einfach unheimlich variabel, praktisch und auch einfach SCHÖN ist. Ein echtes Lieblingsstück eben…

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Ich hoffe, Ihr verzeiht mir diese Redundanz. Ich werde Euch unten noch meinen neuen Rucksack von Zara vorstellen, der auch sehr gut zu diesem Outfit passt und größer und eigentlich auch praktischer als eine Umhängetasche ist , damit Ihr nicht auf aktuelle Trends verzichten müsst.

Foto 2 (2)

Apropos. Diese Kleider sind aus der neuen Herbstkollektion. Die Hosen, im Prinzip nichts anderes als abgewandelte Jogginghosen, beulen aber nicht so aus und können durchaus auch auf der Straße getragen werden. Ich habe auch die passende Jacke dazu, das wirkt natürlich auch ganz schick. Man kann den „Anzug“ dann auch mit einer Bluse und feineren Schuhen (nur bitte keine Sandalen) kombinieren, ein schönes, gerne auch farbiges Tuch dazu und voilà,  wirkt man topaktuell!

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Als unsere Fotosession zuende war, schwangen wir uns wieder auf unsere Drahtesel, um uns eine kühle Brise um die Nase wehen zu lassen, während wir wieder der Saar entlangradelten…

In der Stadt konnte ich nicht umhin, mir Teile der neuesten Herbst-Kollektionen, die ich schon im Internet begutachtet hatte, in Life anzuschauen und anzuprobieren. Ich mag es, in Farben, Formen und Stoffe zu schwelgen, zu vergleichen und mich daran zu erfreuen… Die edlen Stores , feingeistig und schön aufgemacht, lassen einen die reale Welt, die leider oft von recht unschönen Ereignissen geprägt ist (siehe Stern oder Spiegel), für einen Moment vergessen.

Ich meine, dass man Lebewesen oder Dinge, die man als gut empfindet, egal ob Menschen, Tiere, Natur, Kunst, Kleider, Nahrung , Musik oder sonst etwas, wertschätzen und sich an ihnen freuen und aus ihnen Inspiration und Kraft schöpfen darf und soll, natürlich ohne Schaden anzurichten oder Privatsphären zu verletzen.

Sicher wollt Ihr wissen, was ich für mich an diesem Tag denn nun Schönes erstanden habe. Ehrlich? Nix! Allerdings wäre es ja nicht so, dass ich nicht schon ein paar Teile im Schrank hätte…

Holzbrille
Immer erreichbar… Übrigens ist meine schöne neue Holzbrille, die zweite ihrer Art, auch schon wieder zerbrochen. Entweder leiden diese Brillen an einer ansteckenden Krankheit, oder ich bin zu …?

Die Moral von der Geschichte? Lasst Euch nicht vom Alltag vereinnahmen! Geht mit offenen Augen durchs Leben, schaut nach links und nach rechts! Steigt auch einmal wo drauf oder geht in die Knie – dann habt Ihr auf einmal einen ganz anderen Blickwinkel, der Euch neue Erkenntnisse liefern kann!unnamed (24)

Tja, das war´s für heute! Ich wünsche Euch wie immer eine wunderschöne Woche!

Eure Nessy!

Veröffentlicht von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog "happinessygirls" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

5 thoughts on “Look of the week: Special Fahrradtour Saarbrücken, Vorstellung des Bürgerparks und der Stadt

  1. Da hast du mir in 15 Minuten Lesezeit mehr über Saarbrücken erzählt und gezeigt, als mein Freund während unserer dreijahrigen Fernbeziehung.
    Als Münchner im Exil, der immer zu mir und ich kaum zu ihm fuhr, ist er ein klein wenig entschuldigt 😉

  2. Ich war leider noch nie in Saarbrücken,
    radele aber selbst leidenschaftlich gern.
    Ein witziger und informativer Artikel! 🙂
    Der Bürgerpark gefällt mir besonders.

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