Insider der Fashion Szene: Die Agenturchefin Sussan Zeck im Interview

Die Mode ist, als Mittel der persönlichen Ausdrucksweise, ein Urbedürfnis der Menschen. Deshalb fasziniert mich nicht nur die Mode an sich, sondern auch und vor allem die Menschen, die die Mode zu ihrer Leidenschaft und ihrem Beruf gemacht haben, um dieses Phänomen besser verstehen zu können. Heute stelle ich Euch so einen besonderen Menschen vor! Ich hoffe, Ihr habt an diesem Interview soviel Freude wie ich, denn Sussan Zeck gab mir Antworten, die davon zeugen, dass sie die Modeszene wie ihre Westentasche kennt, das Modelbusiness durchschaut und deren eigene Karriere sich wie ein modernes Cinderella-Märchen anhört! Interessiert? Hier geht es weiter …

Ich stehe in keinerlei Geschäftsbeziehung mit den erwähnten Marken. Die Nennungen dienen lediglich der Information der Leser. Wenn dies dennoch als Werbung gelten sollte, tituliere ich den Artikel hiermit als solche.

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,,Jeder sollte sich mit ganzer Energie auf einen Weg konzentrieren, sonst wird das nichts und man verzettelt sich!“ (Sussan Zeck)

Als ihr das reine Model-Dasein einer internationalen  bekannten Laufsteg-Schönheit nicht mehr genügte, gründete Sussan Zeck mit ihrem erworbenen Wissen ihre eigene, mittlerweile international bekannte Agentur – Volta Models und machte sich zudem einen Namen bei der Berichterstattung über Mode-Events im In- und Ausland.  Natürlich hat sie das Modeln bis heute nicht ganz aufgegeben – das wäre ja auch wirklich schade, denn sie ist eine echte Schönheit mit ihren Mega – langen Beinen und ihren feuerroten Haaren … Aber lest selbst, was sie zu sagen hat!

Interview mit der Model-Agentur-Chefin Sussan Zeck (Model/ Journalistin/
Chefin vonVolta Models)

Dr. Nessy: Hallo Sussan, danke, dass Du Dir Zeit für dieses Interview genommen hast, denn davon hat man ja gerade im Fashion-Business selten genug… Das war zumindest mein Eindruck, als ich so eine Show einmal im Backstage-Bereich gewesen bin und das hektische Gewusel miterlebt habe …  Fangen wir also gleich an!

Sussan Zeck: Hallo liebe Nessy, gar nichts zu danken! Ich freue mich schon sehr auf unser Gespräch und habe mir sehr gerne Zeit dafür genommen!

Dr. Nessy: Du hast lange hauptberuflich als Model gearbeitet. Warum hast du diesen Weg eingeschlagen?

Sussan Zeck: Ich bin der Meinung, dass es Sinn macht, sich auf eine Richtung zu fokussieren.

Zeit spielt in diesem Beruf als Newface eine maßgebliche Rolle und man sollte nicht bis übermorgen warten. Ich glaube zudem, dass sich jeder mit ganzer Energie auf einen Weg konzentrieren sollte, sonst wird das nichts und man verzettelt sich.

Als ich als Model entdeckt wurde, hatte ich nur neben der Schule die Möglichkeit, erste Erfahrungen als Model zu sammeln. Nach dem Abitur fand ich die Möglichkeit, viel zu reisen und so einen Teil der Welt kennenzulernen, unglaublich spannend. Darüber hinaus reizte mich der kreative Aspekt des Berufs.

Es hieß damals immer, ein Newface sollte ein möglichst gutes Portfolio mit internationalen Referenzen aufbauen. Man darf nicht vergessen, dass es zu meiner Anfangszeit als Model etwa Social Media noch gar nicht gab. Daher mussten sich Models klassisch positionieren, möglichst viele Referenzen, zum Beispiel in Form von
Print-Veröffentlichungen, sammeln. Das ging nur über den Weg der
Auslands-Aufenthalte, und Teil dessen war es, jeden Tag zu Castings zu
gehen. Darauf mag es zurückzuführen sein, dass ich noch immer ganz genau
die Model-Portfolios nach Referenzen durchkämme, bevor ein Model aufgenommen wird.

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Dr. Nessy: Wie ging es weiter?

Sussan Zeck: Ich bin der Modebranche treu geblieben und bin nun auch als Modejournalist tätig. Außerdem  betreibe ich meine eigene Model-Agentur, Volta Models. Zuvor arbeitete ich als persönlicher Assistent eines bekannten Schauspieler- Ehepaars, für die ich auch die Pressearbeit übernahm. Ich bin und war schon immer der Ansicht, junge Menschen sollten viel mehr assistieren. Weiterhin gemodelt habe ich währenddessen immer, nur nicht mehr hauptberuflich. Jedoch halte ich es für wichtig, sich weiter zu entwickeln und neuen Herausforderungen zu stellen, um daran zu wachsen.

Dr. Nessy Wagner: Wie wichtig ist dir eine Familie?

Sussan Zeck: Meine Familie ist mir sehr wichtig. Wie jedoch jeder sein Leben gestaltet, sprich ob in einer Partnerschaft oder ohne, mit oder ohne Kindern, das sei jedem selbst überlassen. Jedem so, wie es ihn glücklich macht. Leben und leben lassen… Jeder Mensch definiert sein persönliches Glück individuell und das sollten wir akzeptieren.

Dr. Nessy: Würdest du hübschen jungen Mädchen heute den Model-Job auch noch empfehlen?

Sussan Zeck: Natürlich! Wir brauchen doch gute Nachwuchs- Talente. Ich würde jedem raten, es auszuprobieren, und nach einigen Monaten den Erfolg zu reflektieren und natürlich, ob der Beruf Spaß bereitet. Lohnt es sich, würde ich dazu raten, das Modeln weiterzuverfolgen und falls nicht, es zu verwerfen und sich auf eine andere berufliche Richtung zu konzentrieren. Des weiteren würde ich jedem Newface raten, auf den Rat
des Managements zu vertrauen. Von Alleingängen und zu freizügigen Aufnahmen rate ich ab.

Generell gilt: Man sollte das Niveau so hoch wie möglich halten und das Management lieber einmal zu viel, als zu wenig kontaktieren. Wenn etwa bei einem Shooting Unklarheiten aufkommen, sollte das Model sofort den Booker anrufen. Generell halte ich es für sehr wichtig, immer im Austausch zu bleiben.

Dr. Nessy: Perfektion bei Menschen ist selten. Wie wichtig ist sie im Modelbusiness?

Sussan Zeck: Die Modebranche wird immer vielfältiger, was ich für eine gute Entwicklung halte. Es ist sowieso eine sehr tolerante und bunte Branche. Ein vermeintlicher Makel kann durchaus zum Markenzeichen werden, er erhöht in jedem Fall den Wieder-Erkennungswert. Gewisse Grundvoraussetzungen sollten natürlich dennoch erfüllt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass man immer nach Perfektion streben muss.

Dr. Nessy: Würdest Du denn ein Mädel buchen, das z.B. zweifarbige Haut hat oder nur 1,60 m groß ist, wenn sie sonst sehr ansprechend ist?

Sussan Zeck: Die Entscheidung, wer gebucht wird, liegt bei den Kunden. Wir als Booker selektieren nur vor, ich entscheide allerdings nicht, wer gebucht wird. Ich kann das nicht beeinflussen, auch wenn man das meinen könnte. Wie sagt man so schön? Der Kunde ist König.

Models mit zweifarbiger Haut kenne ich einige, das kann das Model noch spezieller machen und ich sehe es nicht als Grund, es nicht aufzunehmen.

Mit der relativ geringen Größe verhält es sich etwas schwieriger. Eine gewisse Grundgröße gehört zu den Voraussetzungen, um als Model erfolgreich arbeiten zu können. Das beginnt schon damit, dass einem kleineren Model die Kreationen an den Ärmeln zu lang wären, um nur ein Beispiel zu nennen. In Shows sieht man ja manchmal, dass die Reihe der Models, die am Ende die Runde auf dem Laufsteg drehen, „abfällt“, wenn ein Mädchen auch nur minimal kleiner ist. Etwas anderes wäre es, wenn
das Mädchen ein herausragendes Beauty- Gesicht, schöne Zähne und tolle Haare hat. Jedoch muss man auch hier bedenken: es gibt eine ganze Anzahl an Models, die das Gesamtpaket erfüllen und alle Grundvoraussetzungen mitbringen. Insofern hätte ein Mädchen mit einer Größe von 160cm, ganz realistisch gesehen, keine guten Karten.

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Dr. Nessy: Einmal hast du gesagt, dass die Loyalität anderer Menschen dir wichtig sei. Wie wichtig ist Loyalität im knallharten Model-Business?

Sussan Zeck: Das stimmt. Loyalität ist mir sowohl beruflich, als auch im Privaten, sehr wichtig. Die meisten gut arbeitenden Models, die ich kenne, blieben ihren Agenturen, oder auch Kunden, über Jahre hinweg treu. Wenn man zu oft Kontakte verwirft, spricht sich das leider relativ schnell herum, und man verbaut sich viel. Ich glaube, es kann leicht unterschätzt werden, wie schnell das gehen kann. Man trifft sich in der Modebranche immer wieder. Im Privaten umso mehr und daher mag ich auch dort keine unloyalen Menschen oder solche, die Freundschaften oberflächlich oder gar zweckorientiert verfolgen und schnell verwerfen.
Im Beruflichen gibt es Labels, mit denen ich seit Jahren immer wieder gerne arbeite und ich werde diesen treu bleiben.

Dr. Nessy: Viele Menschen können sich keine schicken Designer-Klamotten leisten, mit denen es relativ einfach ist, gut angezogen auszusehen. Geht das auch günstiger?

Sussan Zeck: Aber sicher doch! Man kann in Secondhand-Läden, auf Flohmärkten oder im Schlussverkauf stöbern. Dort werden die tollsten Looks oft um mehr als die Hälfte reduziert angeboten. Ich rate generell dazu, auf qualitativ hochwertige Materialien und das Produktionsland zu achten. Von zu schnellebigem Konsum würde ich abraten und in diesem Fall lieber auf ein schönes, nachhaltiges Outfit sparen. Das kann man ja günstiger, wie oben empfohlen, kaufen.

Dr. Nessy: Hast du uns ein paar Tipps für die Herbst-Wintersaison 2019/20 – was kommt, was geht?

Sussan Zeck: Um ehrlich zu sein sollte man einfach tragen, worin man sich wohl fühlt und nicht jeden Trend mitmachen. Nicht jeder Trend passt zu jeder Person. Was ich dennoch immer für eine gute Investition für jede Herbst-/ Winter- Garderobe halte, sind gut geschnittene Hosenanzüge und Kleider, einen wollig- warmen Wohlfühl- Mantel und Sneakers, die zu allem passen. Gerade wenn ich beruflich unterwegs bin, kombiniere ich vorzugsweise Sneakers zu Hosenanzügen, um den ganzen Tag bequem zu überstehen.

Sussan hat mir ein paar Bilder von ihren persönlichen It-Pieces gesendet,  die sicher nicht nur eine Saison überdauern …

Grüner Hosenanzug mit  Taillierung und campari- farbene Kombination aus doppelreihigem Blazer und kurzer Hose , Label und Bildnachweis: Marc
Cain

Rose- farbener Wohlfühlmantel mit Taillierung  und rose – farbenes Etuikleid, Label und Bildnachweis: MADELEINE Mode

Lachsfarbener Lieblingsmantel für den Herbst, Label und Bildnachweis: Luisa Cerano

Was nicht mehr geht, sind definitiv Fell und Fellbesatz (auch auf Mützen, etwa in Form von Fellbommeln) sowie exotisches Leder – die Konsumenten denken einfach um und tragen Alternativen. Es entspricht nicht mehr dem Zeitgeist. Mode sollte Spaß bereiten und die Persönlichkeit unterstreichen, ohne von ihr abzulenken.

Dr. Nessy: Noch ein Satz zum Abschluss?

Sussan Zeck: Keep on keeping on! (Anmerkung Red.: Übersetzung umgangssprachlich: ,,Lass´nicht locker, bleib´dran!“)

Dr. Nessy: Danke Dir für dieses tolle Gespräch!

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Schwungvoller Mantel mit metallischen Highlights von Rebekka Ruétz
(C bei Sussan Zeck)

 

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