Short Story/Lifestyle 2. Teil – Ein mysteriöses, romantisches Posthäuschen in Frankreich – unser erstes Familiendomizil…

  Hallo Ihr Lieben!

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Die wunderschönen,verschiedenen Bäume versetzten mich in meine Kindheit zurück …

Hier kommt nun die mit Spannung erwartete Fortsetzung einer (überwiegend) wahren Begebenheit von der Suche nach unserem ersten eigenen  Häuschen.. Falls Ihr nicht mehr genau wisst, um was es geht, oder den ersten Teil noch nicht gelesen habt, empfiehlt es sich, den ersten Teil hier noch einmal kurz zu überfliegen, damit Ihr auch den zweiten Teil wie ich hoffe, genießen könnt….

Hier noch einmal die letzten Sätze. Gerade befanden wir und in der Besichtigung Hauses in der Küche…

,,Ich bemerkte  zu meiner Freude, dass auch mein Mann sich in diesem Haus zusehends wohl zu fühlen begann und im lockeren Plauderton erzählte, dass wir auch deshalb lieber in ein eigenes Zuhause ziehen wollten, weil es uns etwas mehr Ruhe von unserem stressigen Krankenhausalltag schenken würde und wir mit unserem Kind besonders den Garten sehr  schätzen würden…

Aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, dass in diesem Moment ein dunkler Schatten über das Gesicht der Künstlergattin huschte, den ich nicht deuten konnte. Ein seltsames Gefühl überkam mich… Irgend etwas stimmte hier nicht! Aber was nur? .“..  -Ende Teil 1-

… meine Gedanken wurden jäh unterbrochen, weil just in diesem Augenblick das Bratgut plötzlich anfing, laut zu zischen wie eine Schlange auf Beutefang und eine weiße Dampfwolke daraus emporstieg, sodass sogar die Köchin kurz erschrocken zurückwich… Gleichzeitig meinte ich,  einen kurzen Augenblick lang einen kühlen Windhauch in meinem Nacken zu spüren. Sofort drehte ich mich um, um zu sehen, ob irgendwo vielleicht eine Türe oder ein Fenster geöffnet worden war…  Allerdings konnte ich nichts dergleichen entdecken…

Die Frau runzelte die Stirn und sagte leise: ,,Sie sind Ärzte, die dieses Haus als  Ort der Erholung  nutzen wollen, nicht war?“ Sie machte eine kurze Pause, als überlege sie genau, wie sie ihre Worte wählen wolle… ,,Ich sage das jetzt nur einmal und ich werde niemals mehr zugeben, dass ich das gesagt habe…“ sie richtete ihren Blick direkt in mein Gesicht und sah mich durchdringend an, bevor sie fortfuhr: ,,Meine Schwiegermutter starb in diesem Hause… Wissen Sie, wir hatten zu Lebzeiten nicht das allerbeste Verhältnis!“ Sie seufzte, als bedauere sie es noch heute, ,,Nun ja, jedenfalls vergötterte sie ihren Sohn und niemand schien ihr für ihn gut genug zu sein. Die Leute nannten sie nur ,, méfiante vielle veuve Richaud (Name wurde von der Redaktion, sprich mir, Nessy, geändert)“, weil sie hinter allem etwas schlechtes vermutete…“

Ich sah die Künstlersfrau einigermaßen überrascht und auch ein wenig pikiert an, denn irgendwie fand ich es schon ein wenig  unpassend, wildfremden Menschen bei der ersten Begegnung mit derlei Tratsch aufzuwarten …

Sie bemerkte wohl, dass ihre Worte mir Unbehagen bereiteten und so beeilte sie sich zu sagen: ,,Nun ja, jedenfalls  haben wir erst geheiratet, als sie tot war… Tja, wie soll ich es Ihnen sagen, dass Sie mich nicht für  unhöflich halten? Es ist nur so, dass seitdem romantischen Heiratsantrag  von meinem Mann in diesem Haus Vorfälle passieren, die man nicht …

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In diesem Moment wurde sie jäh von dem in die Küche kommenden Makler unterbrochen, der sich vorher mit dem Hausherrn im Nebenzimmer unterhalten hatte: ,,Liebe Familie Wagner, können wir weitergehen? Wir müssen uns beeilen, wenn Sie den wunderschönen Park noch bei Tageslicht sehen möchten!“

Seltsamerweise hatte sich die Sonne zwischenzeitlich entschieden, in der Abenddämmerung doch noch  kurz hinter den trüben Wolken hervor zu blinzeln und so war der Garten in ein mystisches abricotfarbenes Licht  getaucht, als wir durch die Tür traten. Auch wenn kaum mehr etwas, außer aus ein paar einzelnen Rosen blühte, konnte man doch erahnen, wie wundervoll es hier erst im Sommer sein würde, wenn der große Kirschbaum und die Magnolienbäume in voller Blüte stehen würden…

Die Terrasse , auf  der ein verschnörkelter Springbrunnen munter seine Fontänen ausspuckte, lud sogar jetzt, im November, mit einer gemütlichen Sitzecke zum Verweilen  ein und in dem kleine Pool zur Linken drehten ein paar leuchtend rote Koi-Karpfen noch immer gechillt ihre Runden…

Neugierig folgte ich einem kleinen Pfad, der sich um die akkurat geschnittenen Buchsbäumchen schlängelte,in den hinteren Teil des Gartens, in der Erwartung auf den etwas wilderen, waldähnlichen Teil des Parks, der uns außerhalb von der Sicht der Terrasse angekündigt worden war…, doch was ich dort sah, ließ mir den Atem stocken…

Vor mir erhob sich aus langen, dünnen Rohren zusammengeschweißt, eine große, messingfarbene Pyramide gen Himmel und in der Mittel standen unter einer Art Pendel aus Amethyst zwei Liegen…  das ganze Ding war wie eine Art Gewächshaus von oben mit einer durchsichtigen Folie bezogen, die wohl gegen Niederschlag schützen sollte und vorne offen war. Dort war zusätzlich, vielleicht als Sichtschutz, ein geteilter Vorhang, aus einer Art Leinen, der links und rechts je mit einer dicken roten Kordel, die am Ende zwei Quasten hatte, zurückgehalten wurde.unnamed-2

Später erzählte mir mein Mann, dass ich in diesem Moment wie ein wandelndes Fragezeichen ausgesehen hätte!  Nun ja, wohl verständlich, denn so etwas  hatte ich noch nie… Halt… Doch! Ich erinnerte mich an meine erste und wohl auch einzige Esoterik Messe, die ich besucht hatte, weil sie gerade vis-a-vis eines  Medizin-Kongresses stattgefunden hatte und ich nach drei intensiven Mediziner-Tagen einfach einmal Lust auf etwas anderes hatte.. Ja, da war so was.

Diese Art von Pyramiden waren gebaut worden, um ,, kosmische Kräfte“ zu empfangen. Automatisch ging ich in die Mitte – wo die zwei eng zusammengerückten Liegen standen… Als ich direkt davor stand, wurde mir plötzlich klar, warum sie da wohl standen… OMG! Und mit einem puterroten Kopf verließ ich mit einem  Riesen – Satz den Ort des komischen … sorry, kosmischen Geschehens.

Der Künstler-Mann, der mir nach geeilt war, lachte… ,, Ja, ein wenig abergläubisch sind wir ja schon, ich geb´s ja zu – aber darunter entstehen nun einmal die schönsten Bilder!“  – ,,Bilder, haha…Tja, im Kopf wahrscheinlich schon !“ dachte ich bei mir, während ich abwesend nickte.

Das ,,neue“, gemütlich Stübchen für meine liebe kleine Prinzessin mit einer Dachgaube. Auch der Teddy freut sich…

Denn im Moment drängte sich mir noch ein zweiter Gedanke auf – und der war nicht ganz so lustig… Das Paar suchte nicht nur ein kosmisches Miteinander unter freiem Himmel, was ja zugegeben nicht ganz unromantisch schien, zumal der Garten an dieser Stelle nirgends einsehbar war, sondern es wollte sich schützen… Doch vor was oder besser, vor wem? Doch nicht etwa vor der alten Veuve Richaud? Doch egal wie geschickt ich mein Suchen nach Antworten auch verpackte – bei diesem Thema biß ich auf Grannit…

Aber eigentlich war es mir auch egal, was sollte uns ein Geist sch anhaben können? Zumal wir für solche Sachen als aufgeklärte Pragmatiker sowieso nicht eben empfänglich waren…

Außerdem war da ja noch der Preis… Als wir gegen Ende der Besichtigung wieder im Hof angelangt waren und darauf zu sprechen kamen, war bald klar, dass diese Immobilie sowieso nicht ganz unserer  Kragenweite entsprach… Selbst mit viel gutem Willen nicht.

Als wir zu der alten, quietschende Holz-Tür hinausgingen, spürte ich wieder jenen kalten Hauch im Nacken und reflexartig  drehte ich mich auch diesmal um… aber da war wieder niemand zu sehen, nur die Umrisse des prachtvollen Hauses, die sich gegen den Abendhimmel erhoben… Doch halt, plötzlich  meinte ich, aus dem Efeu, dessen Blätter sich im leichten Abendwind sanft hin- und-herbewegten, eine Stimme zu hören, die mir leise zu wisperte: ,,Du wirst zurück kommen…“Komischerweise war diese Stimme, obwohl kaum hörbar, so klar zu verstehen, dass ich eigentlich kleine Zweifel an ihrer Echtheit hegen konnte, oder war es tatsächlich möglich, dass meine Fantasie mir so einen Streich spielte?

Im Auto waren wir beide frustriert und niemand sagte ein Wort. Wir dachten beide das gleiche, ohne dass wir es aussprachen:,,Diese etwas schräge, leicht verwilderte Immobilie – Die wär´s gewesen…!“

Die Tage gingen ins Land und obwohl wir mittlerweile beide bereit gewesen wären, diese Immobilie unter gewissen Umständen – wie auch immer – zu erstehen, hatten wir eine ganze Weile erst einmal keine Lust mehr, erneut zu suchen. Der Makler forderte frustriert seine Fotos zurück und wir mieden das Thema…

Doch dann zog der Frühling ins Land und mit ihm die ersten wärmenden Sonnenstrahlen! So zog ich an einem der ersten sonnigen Tage  mit meiner Tochter wieder einmal auf den, von den Unbillen des Winters nicht verschont gebliebener, etwas trostlosen Spielplatz…klammen Bank saß und beobachtete, wie meine Tochter ihre kleinen Händchen um die klate, rostige Turnstange legte , um ihre Lieblingsübung, die ,,Rolle vorwärts“ mit verbissener Antrengung absolvierte,  wurde mir altes Landei, das in einem 300-Seelen Dorf im Hohenlohischen aufgewachsen war, schmerzlich bewußt, wie sehr ich doch einen eigenen Garten für unsere kleine Familie wirklich vermisste.img_8632

Die Wohnung, die wir zu diesem Zeitpunkt gemietet hatten, lag zwar im Parterre, aber sogar der Bobbycar und der kleine Muschelsandkasten für meine Tochter störten den Vermieter, nicht zu reden von der Wäsche, die wir nur in dem muffigen Keller trocknen durften, wo sie tagelang feucht vor sich hin stockte… Wir hatten das Problem so gelöst, indem wir im Wohnzimmer eine Gardine angebracht hatten, die uns vor den  neugierigen Blicke der Vermieterin schützte, zumindest solange wir die Wäsche trockneten.  Aber sobald wir außer Haus waren, kam sie mit ihrem Schlüssel in die in die Wohnung…  Überhaupt nicht gut ist das, sag´ich Euch!

Gerade war es einmal wieder soweit gewesen und mein Mann hatte sich lautstarke Wortgefechte mit der sehr an unserem Privatleben interessierten Dame geliefert, da schnappte ich mir beim Einkaufen im ortsansässigen Mini-Supermarkt (,,Spar“, gibts den noch?)  wieder einmal das Homburger Anzeigenblättchen, den ,,Findling“. Diese Zeitung war während des Studiums unser guter Freund gewesen, sowohl für den Kauf, als auch den Verkauf allerlei möglicher und unmöglicher Dinge …  So bot ich zum Beispiel über dieses Blatt kleine, blaue, possierliche Fadenfische an, deren Zucht in meinem selbstverständlich auch aus dem Findling erworbenen Aquarium mit 100 cm Kantenlänge im 6 qm Wohnheimszimmer ausnehmend gut klappte… Aber das nur nebenbei…

Jedenfalls saß ich also in der Küche über meinem Nescafé, weil ich nach 36 Stunden Dienst wieder einmal diskret übermüdet war nicht einmal mehr Lust hatte, die Kaffeemaschine anzuwerfen und kam endlich einmal wieder dazu, in dem netten Blättchen zu schmökern!

Gleich auf der zweiten Seite unter ,,Immobilien in Frankreich“ fiel mir ein Bild ins Auge.. Es war – Ihr werdet es nicht glauben, aber doch, Zweifel waren ausgeschlossen, unser Häuschen! Obwohl es mir immer noch ein wenig wehtat, las ich trotzdem die Anzeige und – oh Wunder – nun,  einigen Monate nach unserer mißglückten Besichtigung war das Häuschen plötzlich von einem völlig anderen Makler angeboten und 1/3 günstiger ,,wieder“ im Angebot! Wieso eigentlich,,wieder?“ Egal! Jedenfalls traute ich meinen Augen kaum und obwohl ich wußte, dass er gerade in der Ambulanz Patienten versorgte, konnte ich nicht anders, ich musste meinen Mann anrufen! Es sei ein Notfall und ich müsste ihn dringend sprechen, teilte ich dem ein klitzekleines bißchen schnippischen Ambulanz-Pfleger mit …

Liebe Frau im Wartezimmer, falls Sie dies lesen,es tut mir heute noch sehr leid, dass Sie wegen mir eine Minute länger warten mußten! Ich hoffe, sie haben diese Zeit mit schönen Zeitschriften und dem neuesten Tratsch ein bißchen entspannen können – aber in so einem Fall – nein, da müssen Sie auch als Patienten einmal Verständnis zeigen… da kommt es auf eine schnelle Reaktion an. Und schließlich war es zu jener Zeit Gang und Gebe, dass wir Ärzte für eine halbwegs ordentliche Patienten-Versorgung massenweise täglich unbezahlte Überstunden abzuleisten… und erst gingen, wenn es wirklich gar nicht mehr anders  ging…  Aber das ist eine andere Geschichte, die man sich heute nicht mehr vorstellen kann…

Jedenfalls war mein Mann dann, gerade mitten in einer Untersuchung, den Hörer von einer Schwester ans Ohr gepresst bekommend, doch nicht ganz sooo begeistert, wie es eigentlich bei dieser , wie ich fand, supi-dupi Nachricht, angemessen gewesen wäre! Aber natürlich konnte er in diesem Moment, mitten in einem Behandlungszimmer, ja schlecht einen Freudentanz aufführen… Naja… obwohl… ein bisschen mehr Begeisterung wären vielleicht schon angebracht gewesen…  Aber okay, lassen wir das jetzt mal gut sein! Ich bin ja nicht nachtragend!img_8636-2

Wie Ihr Euch vorstellen könnt, fackelte ich nicht lange und rief den neuen Makler an! Dazu muß man sagen, dass in Frankreich ein Haus durchaus von mehreren Maklern gleichzeitig vertrieben werden kann! Obwohl das auch nicht soo einfach ist, wenn es dann um die Courtage geht… Aber das würden wir dann eben später klären… Oder auch nicht…Hmm.

Jedenfalls sei das Haus sei immer noch zu haben und ja, der Preis sei kein Druckfehler, weil das Haus jetzt verkauft werden müsse, da das nicht mehr ganz junge Künstlerpärchen jetzt, wo es wärmer wurde, so schnell wie möglich in ihr neues Domizil in Süfrankreich, Antibes, ziehen wolle…

Aber auch ,,unserem“ Häuschen tat der Frühling durchaus gut! Just in dem Moment, da wir es zum zweiten Mal besichtigten, blühte und grünte es überall im Vorgarten und auch im dahinter liegenden parkähnlichen Garten zeigte sich die Obst-und Zierbäume in ihren prachtvollsten weißen und rosa Festroben…. Die Milde der Sonne brachte wunderschöne Details zum Vorschein, die man im trüben November kaum hatte erahnen können…

Diesmal ließ es sich der Hausherr nicht nehmen, die Besichtigung selbst durchzuführen, denn der andere Makler sein schließlich nicht in der Lage gewesen, die Qualität des Gebäudes richtig zu würdigen! Dies sähe man daran, dass er sogar verlangt hätte, dass Efeu ein ganzes Stück zu kürzen… Dieser herzlose Banause!

Warum man dies tunlichst unterlassen sollte, zeigte sich tatsächlich, als wir näher kamen: Überall raschelte und fiepte es im dichten Laub und der Hausherr erzählte stolz, dass in ,,seinen“ Mauern und Gärten jedes Jahr 15-20 Vogelpärchen nisten würden, und dass man ,,seine Vögel“ im Winter gut versorgen müsse, wenn Schnee liegen und sie nicht mehr genug  Futter finden würden… Besonders legte er mir die Elster ,,Berta“ ans Herz, die tatsächlich auch gerne Funkelndes stibitzen würde…

Wie auf Kommando kam zu unserer Verblüffung just in diesem Moment ein schwarz-weißer Vogel angeflogen und setzte ich in ein paar Metern Entfernung  auf einen Ast… Erstaunt beobachtete ich das Szenario und – tatsächlich! Auch dieser Vogel schien Interesse an mir zu haben und blickte mir einen kurze nAugenblick prüfend direkt in die Augen… um  sich dann ,, seinem Meister“ zuzuwenden, der ein Stückchen Brotkrumen aus seiner Hosentasche kramte..img_8673

Und es gab noch weitere Besonderheiten! So war im hinteren Teil des kleinen Parks  unter einem Apfelbaum eine Art Komposthaufen, den man bitte in Ruhe lassen solle, weil er derzeit einer Igelfamilie als Behausung dienen würde… ,,Ein Natur-Zoo, sozusagen“, meldete sich mein Mann schmunzelnd zu Wort. ,,Ja, er wußte, dass dieses wunderbare Häuschen die Erfüllung meiner Träume sein würde… Auch, wenn der Umgang mit ihm wohl etwas mehr Rücksicht erforderte, als andere Immobilien…

Auch im Inneren des Hauses, das nun schon weitgehend leergeräumt war, gab es weit mehr Besonderheiten, als uns bei der ersten Besichtigung gezeigt worden waren. Wahrscheinlich hatte der damalige Makler sich weder dafür interessiert, noch hatte er die Begehung unnötig in die Länge ziehen wollen!  Der jetzige hielt sich auf angenehme Weise eher im Hintergrund, ließ den Künstler reden, weil er wohl vermutete, dass die Sache ein Selbstläufer war… Falls nicht doch noch etwas zur Sprache kommen würde, was uns von unserem Vorhaben abbringen würde…  Denn immer wieder bemerkte ich, wie der Makler den Hausherrn in seinem Überschwang strenge Blicke zuwarf! So begeistert ich auch war, ich musste der Sache vor dem Kauf unbedingt auf den Grund gehen! Ich wurde das dumpfe Gefühl nicht los, dass die beiden mir irgend etwas verschwiegen…  Aber zunächst lauschte ich den Ausführungen dieses Mannes, der einen Großteil seines Lebens hier verbracht hatte… So ähnelte diese Besichtigung eher eine Art ,,Übergabe“, bei der der Künstler das Haus seiner Schaffenszeit, ein Teil  seiner Vergangenheit,  in guten Händen wissen wollte.

Denn unbestritten hatte er viel an Fantasie und Schaffenskraft in das antike kleine Häuschen investiert. Die alten, massiven Eichen-Balken waren von Abrißhäusern hier hergebracht und verbaut worden, Der Fußboden war teilweise aus Kacheln hergestellt, die in einer kleinen, Ziegelei in der Provence hergestellt worden waren und die geschwungenene, marmorne Kamineinfassung in seiner Galérie d ´Art, seiner kleinen Künstlerwerkstatt, war aus Umbauten eines Schlösschen in Rouyen übrig geblieben.img_8690-6

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Die Galerie wurde zuerst unser Büro, aber auch die Staffelei behielt ihren festen Platz…, denn  das ,,kreative Karma“ des Künstlers war stets noch zu spüren und auf der linken Seite war fast die ganze Seite verglast.  Im Sommer konnte man dann die Glastüren direkt zum  Garten hin öffnen  – so hatte man einzigartige Lichtverhältnisse, welche durch das Spiel mit den Blättern noch  an Schönheit gewannen. Später wurde es das Domizil unserer Tochter…

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Im Keller war eine witzige Bar, in der er viele Stunden mit seinen Freunden bis tief in die Nacht diskutiert hatte und der Koi -Teich hatte in früheren Zeiten dem Künstlerpaar  sehr zum Leidwesen seiner Frau Mama im Sommer zur Abkühlung gedient, während in dem Brunnen der Champagner gekühlt wurde…

Das Grundstück war nahezu uneinsehbar, denn überall, wo irgendjemand ein Blick hatte riskieren können, hatte er eine massive Mauer ziehen lassen, sodaß man wirklich das Gefühl hatte, dass ,,die Welt da draußen“ kaum etwas mit dem Paradies hier drinnen zu tun hatte.

Neben den Obstbäumen, dem Bambus und einigen exotischen Pflanzen waren im hinteren Teil des Gartens alte riesige Nadelbäume beheimatet, die darauf hindeuteten, das dies vor langer Zeit einmal ein Waldabschnitt gewesen war…

Im Laufe unserer Besichtigung erzählte uns der Hausherr noch diese oder jene lustige und bisweilen auch ernste Episode aus seinem Leben und seiner Kunst und so langsam fing ich an, die Einheit die er mit diesem Haus gebildet hatte, zu verstehen… Aber da war noch eine Kleinigkeit zu klären…

,,Darf ich ihnen eine Frage stellen, die mir schon die ganze Zeit auf der Zunge brennt? Warum ist das Haus jetzt ,,wieder“ zu verkaufen?“ platzte es, zugegeben ein bißchen sehr neugierig, aus mir heraus. Aber bevor der Hausherr auch nur den Mund aufmachen konnte, ergriff der Makler, zum ersten Mal während der ganzen Besichtigung,  das Wort:,,Kann ich vielleicht antworten? Es hatte bei den Herrschaften, die das Haus letztes Jahr erstanden hatte, mit der Finanzierung nicht geklappt, deshalb kam der Kauf nicht wirklich zustande. “ Just in diesem Moment spürte ich ihn wieder, diesen mir nun schon bekannten Windhauch in meinem  Nacken, den ich noch so viele Male würde spüren  können…  Aber damals schob ich ihn, als pragmatischer Mensch, der ich nun einmal war, auf  die Tatsache, dass es in und um einem alten Gemäuer eben ab und zu  zugig sein kann!

Über die Kaufdetails einigten wir uns tatsächlich recht schnell und abgesehen davon, dass der frühere Makler, sobald er von unserem Erwerb gehört hatte, nun auch auf seiner Courtage bestand, lief der Kauf ungewöhnlich glatt über die Bühne…

Zwar wußten wir  immer noch nicht genau, was den Kauf damals bei den ersten Käufern wirklich vereitelt hatte und wieso dieses Anwesen nun eindeutig unter seinem Schätz-Wert verkauft worden war, aber das vorliegende Baugutachten bescheinigte eine solide Grundsubstanz  und auch sonst lag zwar ein Renovierungsbedarf vor, aber  Katastrophen waren keine gesichtet worden…

Zudem vertraute ich meiner Menschenkenntnis genug, dass ich dem nicht mehr ganz jungen Künstler abnahm, dass ihm sehr daran gelegen war, dass wir das Häuschen bekamen, weil es ihm sehr wichtig schien, dass die Menschen, die in ,,sein Kleinod“ einziehen würden,  die Natur und die Besonderheiten,  die mit dem Haus eng verknüpft waren, schätzen würden.  Anscheinend glaubte aber seine Frau an irgendeine höhere Macht, vielleicht an einen Geist ihrer alten Schwiegermutter, aber wir waren schließlich aufgeklärte Leutchen… und was immer es war, eswürde uns nichts anhaben können! …Dachten wir zumindest!

So war unser lang gehegter Traum doch noch in Erfüllung gegangen!img_8802

Wir es weiterging, und was uns in der ersten Nacht passieren sollte, erzähle ich Euch nächste Woche…  Nur soviel sei verraten: Dieses Erlebnis hat meine Sicht der Dinge nachhaltig verändert!

Ich wünsche Euch ein tolles erstes Adventswochenende und für die Fashionistas unter Euch gibt ´s zwischendurch einen schönen Hosenanzug im Uniform-Style! Schreibt mir ruhig, was Ihr Euch noch so wünscht, auch zu medizinische Themen, die Euch interessieren (und bei denen ich mich auskenne) kann ich Euch gerne einmal wieder etwas schreiben…

Alles Liebe, passt auf Euch auf und schaut, dass Ihr, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt krabbeln, auch Eure Beine warm genug eingepackt sind, sonst können fiese Muskel- und Gelenkschmerzen folgen… Eure Nessy

 

Veröffentlicht von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog "happinessygirls" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

16 thoughts on “Short Story/Lifestyle 2. Teil – Ein mysteriöses, romantisches Posthäuschen in Frankreich – unser erstes Familiendomizil…

  1. Das ist wirklich ein wunderschönes Haus und ein traumhafter Garten. Wenn es bei der zweiten Besichtigung noch immer gefunkt hat, war es sicher für Euch bestimmt. Ich bin der Meinung, man fühlt es, ob ein Haus oder eine Wohnung zu einem passt. Was in der Vergangenheit dort geschah ist dann nicht mehr wichtig. Böse Geister kann man wegräuchern. Abergläubisch bin ich nicht, aber dass vorige Bewohner fühlbare Spuren hinterlassen, glaube ich wohl.
    Bin gespannt, wie’s weiter geht.
    Lieben Gruß
    Sabine

    1. Liebe Sabine! Oh weia!! Wieder einmal ist die Geschichte vor der Korrektur veröffentlicht worden… Peinlich, peinlich. Ich hoffe, Du warst milde mit den Schreibfehlern…Umso freundlicher und schöner war Dein Kommentar! Übrigens kommt der Klopper in der Geschichte tatsächlich noch… Ich habe den dritten Teil heute Nacht geschrieben, da habe ich mich selbst so gegruselt, dass ich aufhören musste… Verrückt, oder? Zwischenzeitlich wußte ich tatsächlich selber,nicht mehr , was ich glauben sollte und was nicht! Alles liebe und eine wunderschöne Woche, Nessy

  2. Liebe Nessy ich habe gerade den eindruck ein spannendes Buch zu lesen. Ich bin schon wieder gespannt auf nächste Woche.
    LG Petra

  3. Wow, du schreibst so fesselnd, wie eine Schriftstellerin. Ich bin ständig in der Spannung was als nächstes passiert, unglaublich dein Talent!
    Die Bilder geben einen guten Eindruck des Geschriebenen 🙂

    Liebe Grüße ❤

    1. Danke Dir! Ehrlich gesagt, ist es sehr leicht, diese Geschichte aufzuschreiben, denn sie ist tatsächlich (fast) in allen Einzelheiten so passiert, inklusive der Pyramide… So muß ich mich nur gemütlich an den Computer setzen und meine Finger schreiben quasi von alleine… sehr angenehm! Kennst Du das? Das einzige Problem ist, dass ich immer ordentlich kürzen muß, sonst wären wir in 5 Jahren noch nicht fertig… Ein Teil wirds trotzdem noch… Ich hoffe, er macht Euch genauso Spaß, wie die ersten zwei… Alles Liebe und eine tolle Woche, Nessy

  4. Hallo,
    seit ich einmal zufällig auf diesen Blog gestoßen bin, lese ich gerne mit- vor allem, da er so vielseitig ist!
    Mich würde mal ein Post zum Thema „Soja“ interessieren. Ich habe Bekannte, die schwören auf Sojaprodukte als gesunde Nahrungsmittel und konsumieren diese in Mengen, andere Bekannte belächeln sie allerdings und erzählen etwas von „genmanipuliertem Kram“- was stimmt denn nun und ist eine mittlere Menge das optimale Maß – wie bei so vielen Lebensmitteln? Außerdem meine ich sogar mal gehört zu haben, dass Soja leichte östrogene (phytoöstrogen oder so) Effekte haben kann und somit verdächtigt wird, (Brust-) Krebs zu fördern. Was stimmt denn nun/ist die aktuelle Studienlage? Gefühlt ist ja heute alles potentiell Krebs erregend und selbst wenn man einen gesunden Geist in einem gesunden Körper hat kann es Einen noch treffen….
    Martha

    1. Hallo Martha! Zunächst einmal herzlich willkommen auf meinem Blog! Bei so lieben Komplimenten wird mir immer ganz warm ums Herz! Gerne berücksichtige ich Deinen Wunsch nach einem ,,Soja“ Beitrag! Zusammenfassend kann ich schon einmal Entwarnung geben. Laut der aktuellen Studienmeinung ist Soja nicht krebserregend und es gibt sogar Hinweise darauf, dass der Körper diese Krebszellen besser abwehren kann, wenn Soja vorher über einen längeren Zeitraum konsumiert wurde. Und genau wie Du schreibst, ist ein moderater Soja -Konsum am besten! Wichtig ist: Qualitativ hochwertigen Soja kaufen (z.B. Bio-Qualität), auf ausreichende Jod-Zufuhr achten, dann ergeben sich laut der aktuellen Datenlage sogar viele Vorteile für den Körper! Natürlich gibt´s mehr dazu im Artikel, da sind noch ein paar in der Warteschleife, aber dann kommt ,,Dein“ Sojaartikel! Alles Liebe und eine wunderschöne Vorweihnachtszeit, Nessy

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