Kurzgeschichte/Look of the week: Im P1 ist ein Kleid niemals nur ein Kleid!

Hallo Ihr Lieben,

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heute stelle ich Euch eines meiner Lieblings-Kleider vor. Ich mag es sehr, weil ich mir darin hübsch vorkomme und ich damit Erinnerungen an Orchideen und Vanille, Freundschaft, Leichtigkeit des Seins  und das abricotfarbene Licht der warme Abendsonne – und noch ein wenig mehr – verbinde … Aber lest selbst  …

Ich hatte mich im Hotel sorgfältig zurechtgemacht und mir nach kurzem Überlegen mein blaues leichtes Spitzenkleidchen angezogen, das meine Figur so angenehm umschmeichelte  und dessen Farben mich an den Himmel, die Wolken und das Meer erinnerten.

Meine Haare hatte ich solange gebürstet, bis ein sanfter Glanz entstanden war. Zum Abschluß verrieb ich noch ein wenig von dem nach Orchideen und Vanille duftenden Öl zwischen meinen Handflächen, das ich einmal in dem südfranzösischen Städtchen Grasse erstanden hatte und strich mir damit über die Haare.  Einen Moment lang hielt ich inne, schloss träumerisch die Augen und sog den warmen, balsamischen Duft ein …

Der kleine Parfumladen war durchdrungen von verschiedensten Düften, aber dieser war mir schon beim seinem Betreten aus der  flirrenden Hitze  in den angenehm kühlen Verkaufsraum in die Nase gestiegen… Der ältere, weißhaarige Mann mit dem gütigen, von der südfranzösischen Sonne in langen Stunden auf den Feldern zerfurchtem Gesicht hinter der Theke erkannte sofort, welchen Duft ich meinte. Nachdem er mich kurz mich mit seinen erstaunlich jung gebliebenen wasserblauen Augen gemustert hatte, reichte er mir  wie selbstverständlich ,,mein“  Parfümöl…

Das Klingeln des Telefons riß mich jäh aus meinen Erinnerungen. Meine gute Freundin und Kollegin Laura wartete schon seit geraumer Zeit an der Rezeption, wärend ich vor mich hingeträumt und die Zeit vergessen hatte.

Als das Taxi am legendären P1 hinter dem Haus der Kunst hielt, strich ein leichter Windhauch durch meine Haare und die Sonne hatte noch genügend Kraft, so dass Ihre Strahlen mein Kleid am Rücken durchdrangen… Ich spürte, wie sich eine wohlige Entspannung in meinen von den harten Kongreßstühlen doch etwas geschundenen Rückenmuskeln breitmachte.

,,Puh, ist das noch warm!“ Laura schien die Dinge wie immer etwas anders wahrzunehmen als ich…  Wie selbstverständlich stöckelten wir an der langen Schlange, die sich vor der Tür gebildet hatte, vorbei. Eigentlich hatte ich angenommen, dass es sich bei dieser um eine Gruppe oder ähnliches handelte. Erst als uns, die wir anscheinend selbstbewußt genug schienen, um VIPs oder Stammgäste zu sein, der Türsteher mit einem freundlichen Gruß durchwinkte, wurde mir klar, dass die Leute anstanden, um eingelassen zu werden.

Bewundernde Blicke folgten uns, als wir und in Richtung Außen – Loungebereich bewegten, um uns auf den gemütlichen Sesseln lässig niederzulassen… Da beobachtete ich plötzlich aus den Augenwinkeln, wie ein paar junge Mädchen kichernd aus der Schlange heraustraten, um uns verstohlen mit ihren Handys zu fotografieren. Bestimmt hielten sie uns für Promis, dessen Erscheinen in diesem Club ja bekanntermaßen nicht gerade selten ist… Schnell wandte ich meinen Blick ab – typisch für einen  wirklich großen Promi, der nicht erkannt werden möchte! Zugegeben bei mir aber eher Ausdruck dessen, dass meine schauspielerische Leistung nicht einmal annährend ausreichte, mein Grinsen ob dieser etwas lächerlichen Aktivitäten zu verbergen…

Er war schön, Laura einmal wieder zu treffen. Gleichzeitig angeregt und entspannt unterhielten wir uns zuerst über die Ereignisse des vergangenen Kongresstages,  dann natürlich auch über die gemeinsamen Erlebnisse vergangener Zeiten, solange wir auf unsere Männer warteten. Schließlich hatten wir uns schon drei ganze Jahre nicht gesehen, seit Laura der Liebe wegen München so Knall auf Fall verlassen hatte, um ihrer großen Liebe an eine der Vogelauffang-und Forschungsstationen nahe der Küste zu folgen, die ihr Traumprinz in der Zwischenzeit leitete. Sie hatte eine  Stelle in einem kleinen Krankenhaus am Ort angenommen, die ihr eigentlich ganz gut gefiel, auch wenn sie sich mittlerweile etwas auf der Stelle bewegen würde, wie sie mir mit einem Anflug von Wehmut erzählte. Ich lächelte sanft. So hatte ich bis vor einiger Zeit auch meine Karriere beurteilt. Allerdings hatte ich bald erkennen müssen, was im Leben wirklich wichtig ist… Und eine rasante Karriere ist zwar schön, wichtiger ist aber, im Hier und Heute glücklich zu sein und nicht stets dem Morgen hinterherzujagen zu wollen…

Trotzdem war es natürlich schön, als wir früher noch unsere idealistische Träume träumten! Uns gehörte die Welt und wehe wenn sie uns jemand streitig machen wollte!

Und je mehr dieser bunte Drink, den uns der gut aussehende Kellner-Boy so warm ans Herz gelegt hatte, unsere Zungen löste, umso tiefer glitten wir hinab in längst vergangene Zeiten, in denen wir zusammen einen unvergesslichen Urlaub auf Sylt verbracht hatten…

Gerade  das Abi auf unerklärliche Weise doch recht zufriedenstellend in unseren chaotisch bestückten Taschen,  waren wir mit dem Zug losgefahren, um eine Welt zu erkunden, die mit unser beider Jugend auf dem Lande so wenig zu tun gehabt hatte wie der Eiffelturm mit dem Kirchturm in Gammesfeld. So hieß der Ort, in dem Laura ihre brave, behütete Kindheit verbracht hatte… Der Kirchturm aus meinem 300 Seelen-Heimat-Dorf, Reubach,  war selbstverständlich wesentlich schöner als der Eiffelturm gewesen und mehr als einmal hatte ich mich heimlich während des Erwachsenengottesdienstes die Stufen hinaufgeschlichen, um mir entsetzt die Ohren zuzuhalten, wenn die Glocken zum Vaterunser schlugen….

Laura und ich hatten ein kleines Zelt mitgenommen, in dem wir allerdings nicht soo viel Zeit verbrachten. Schnell hatten wir zwei Studenten, einen Biologiestudenten mit Hauptfach  Ornithologie und einen Mediziner kennengelernt, die auf der Insel Vogelstudien betrieben. Sie nahmen uns bei ihren langen Beobachtungsgängen durch die Dünen und das Watt mit und weihten uns in die Geheimnisse der Vogelwelt ein… und was es sonst noch so zu entdecken gab… ohne natürlich die Regeln des Anstandes bis zum  Letzten zu überschreiten…

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, wie die Wellen nachts bei Vollmond leuchteten und tausend Silbertropfen um unsere Körper tanzten, wenn sich die Wogen an ihnen brachen, weil die Algen im Wasser fluoreszierten. Wir waren in einer Zauberwelt entglitten die Magie des Mondes weckte in mir Gefühle, die selbst das eiskalte Meerwasser nicht abkühlen konnte…

Im angeregtem Gespräch versunken, hatten wir nicht bemerkt, wie sich die Nacht über München gelegt hatte, wie ein von den Lichtern der Stadt orange gefärbter samtener Mantel. Seltsam, dass der Himmel über den Städten so anders aussieht und man nur einen Bruchteil der Sterne beobachten kann wie auf dem Land, wo einem die Sterne einen Einblick in längst vergangene Zeiten gewähren, in denen sie lange vor uns entstanden sind…

,,Hallo die Damen!“ Verschmitzt beugte sich mein Göttergatte zu mir herunter und gab mir, bevor ich begriffen hatte, wie mir geschah, einen sanften Kuß auf die Lippen… Verwirrt und wie elektrisiert blickte ich ihm in Augen, die im Feuerschein warm glitzerten, ein bißchen wie die Tropfen im Meer…  Als er sich neben mich gesetzt hatte, flüsterte er mit leise, so dass selbst ich es kaum verstehen konnte, ins Ohr:,,Scharf, dieses  blaue Kleid! Es erinnert mich an jene Vollmondnacht im  Meer, als Du bis zu Taille im  Wasser gestanden hast und tausend kleine Silberfischchen aus deinen Haaren tropfte…“

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kleid3 (2)So, das war es auch schon wieder! Vielleicht habt ihr ja auch schöne Geschichten rund um ein Kleidungsstück! Dann schreibt mir doch darüber! Sas würde mich supi-dupi freuen! Euch noch eine tolle Woche mit schönen Erlebnissen, bis bald, Eure Nessy!

Verfasst von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog ,,Salutary Style" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

8 Kommentare zu „Kurzgeschichte/Look of the week: Im P1 ist ein Kleid niemals nur ein Kleid!

  1. Guten Morgen liebe Nessy, Du bist hübsch, selbst wenn Du nur eine weiße Toga tragen würdest, was Dein Göttergatte bestimmt gerne bestätigt 😉 Mitten im Beitrag klafft bei mir eine riesige Lücke, wo wohl auch Text fehlt, leider. Ich wünsche Dir einen sonnigen Tag 🙂

    1. Hallo Lieber Arno! Danke für Deine tollen Komplimente trotz eingeschränktem Leseerlebnis! Immerhin haben die Täter auf vier Pfoten dafür gesorgt, dass Du die Geschichte schon lesen konntest, bevor ich sie freigegeben habe auch wenn sie vorher noch kräftig ,,korrigiert“ haben… was vielleicht doch besser durch mich geschehen wäre oder vielleicht auch nicht. Jedenfalls werdet Ihr nun den genialsten Teil, der mindestens 3 Wörter lang war, niemals mehr erfahren… Alles Liebe,wünsch´Dir einen fröhlichen Regentag, an dem vielleicht doch noch dann und wann noch die Sonne herauslinst… Nessy

    1. Liebe Tina! Ds hast Du sehr lieb geschrieben! Da machst Du mich ganz verlegen! Ich kann soo viele Sachen nicht! Bei den einfachsten Computerproblemen zum Beispiel strecke ich die Waffen… Und ich finde es wirklich toll, wie fröhlich und wirklich sehr schön Du mit Deiner Tochter Euren Blog betreibst! Ihr seid außerdem auch beide so ausdrucksstarke Modells, dass ich Euch in jeden Fall über den Laufsteg schicken würde, hätte ich eine Kollektion! Alles Liebe, Nessy

  2. Ein schönes Kleid, liebe Nessy.
    Bezaubernd wird es, durch die hübsche Erzählung die ihm einen ganz besonderen Charme verleiht.
    Und das Geheimnis der harten P1 Türe hast du ganz automatisch auch geknackt. Kopf hoch und einfach an allen vorbei laufen. Als es mit 17 das erste Mal klappte war ich so unglaublich erleichtert. Als Münchnerin ist das die Mutprobe im Teenager Alter. Später erkennt man, dass es draußen oft besser als drinnen ist. ;).

    1. Hallo Mitzi, danke Dir für Deinen tollen Kommentar! Ja, eigentlich bin ich auch nicht so der Clubgänger… Aber wenn ich schon ´mal in München bin… Früher bin ich im Sommer gerne in den Biergarten in Großhesselohe gegegangen. Mit Jazz-Live-Musik und gebratenen Forellen. Gibt es den eigentlich noch? Oder natürlich in den englischen Garten, … Alles Liebe, Nessy

      1. Hallo Nessy,

        ja die Wawi (Waldwirtschaft) gibt es noch und sie wird mit jedem Jahr voller. Es ist aber auch schön dort.

        Liebe Grüße

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