Spannende Details der Dreharbeiten als Ärztin bei ,,Klinik am Südring“  

Hallo Ihr Lieben! 

Wie Ihr vielleicht von Instagram wisst, spiele ich seit einiger Zeit als Ärztin bei einigen Folgen in der  Sat 1 Serie ,,Klinik am Südring “ mit. Meine Freundin Toni, die journalistisch tätig ist, hat die häufigsten Fragen gesammelt, daraus diese Interview-Fragen zusammengestellt und kurzerhand ein kleines Interview mit mir gemacht …   Da ich aktuell nicht mehr soviel Zeit zum Schreiben habe, war ich ihr natürlich sehr dankbar, das Ganze in Schriftform zu bringen… Ich hoffe, für Euch sind ein paar interessante Fragen dabei!

Euch ein tolles Wochenende, Eure Nessy                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

Toni: Hallo, du bist eine der Ärztinnen bei Klinik am Südring. Ist es wahr, dass die Geschichten echt sind?

Dr. Nessy: Es gibt ein Team von Drehbuchautoren, die die Literatur und das Netz nach interessanten medizinischen Fällen und Berichten durchforsten. An diesen Geschichten orientieren sie sich.

Toni: Gibt es bei ,,Klinik am Südring auch Schauspieler oder Promis?

Dr. Nessy: Ja, neben den ,,Medizinern“  gibt es Darsteller, die ausgebildete Schauspieler sind, aber auch Laien. Beispielsweise haben Luke Mockridge oder Mark Koch schon mitgespielt (siehe Abb.1).

Abbildung 1: Dreh mit Schlagersänger und Schauspieler Mark Koch

Toni: Wo werden eigentlich die neuen Folgen der 6. Staffel gedreht?

Die neuen Folgen werden in einem nur noch teilweise genutzem, echten Krankenhaus in der Nähe von Köln gedreht.

Toni: Wie sieht Dein Tag als ,,Klinkärztin“ aus?

Dr. Nessy: Der beginnt eigentlich schon am Abend vorher … Denn da fahre ich von meinem Wohnort etwa vier Stunden zum Drehort und dort lese ich mir im Hotel als Gute-Nacht-Lektüre das genaue Drehbuch durch und überlege, wie ich die Ärztin meiner Rolle am besten darstellen kann. Morgens nehme ich mir dann etwa 30 Minuten Extra-Zeit für Haare und Make up – schließlich möchte ich vor der Kamera halbwegs ordentlich aussehen und am Dreh muss es meist schnell gehen … Ewige Maske geht vielleicht bei Heidi Klum – aber soweit bin ich leider noch nicht ganz.

Ich übernachte meist in einem gemütlichem Hotel und fahre dann morgens in das Krankenhaus, das ganz in der Nähe liegt. Ich könnte natürlich auch laufen, aber dann wäre die Frisur und das Make up schon wieder hinüber. Im Krankenhaus angekommen, lassen wir Darsteller uns im Corona-Testcenter testen. Wenn das Ergebnis da ist, gehts ins Büro für den Schreibkram und obendrein gibt es immer ,,die Leckerli-Tüte“ von einer der beiden sehr netten Damen überreicht.

Toni: Das ist ja ein Service … Und wie gehts dann weiter?

Dr. Nessy: Danach geht es zum Umziehen. Für jeden Darsteller sind die Kleider für den Dreh schon vorbereitet. Ich genieße es, in frisch gewaschene und gebügelte Klamotten steigen zu können … Auch mein Namens-Schild ist schon am Kittel angebracht. Die ,,Mädels“ von der Requistite kennen zudem meine Lieblingsmarke von Hose, Schuhen und Arzt-Kittel, sodass mittlerweile alles auf Anhieb perfekt sitzt. Habe ich noch Zeit, gucke ich schnell bei den netten Leuten in  der Maske vorbei. Oft bekomme ich dort noch den letzten Schliff, denn die Kamera filmt mich oft von hinten, zum Beispiel, wenn ich schnell zu einem Patienten rennen muss. Allerdings ist deren erste Aufgabe natürlich in erster Linie,  realitätsgetreue ,,Verletzungen“ zu kreieren, aber natürlich ist es auch blöd, wenn eine Ärztin nicht gut frisiert ist, …😉

Toni: Apropos Frisur, du hast ja im Fernsehen immer leichte Locken, auf anderen Fotos sind Deine Haare oft glatt. Wie machst Du das?

Dr. Nessy: Da bin ich ganz altmodisch. Da ich ziemlich feine Haare habe, wirken Locken vor der Kamera einfach schöner und voller. Ich habe tatsächlich Papier-Papilotten, die innen einen Draht haben und von meiner Mutter stammen. Ich weiß gar nicht, ob es solche überhaupt noch zu kaufen gibt. Meist stecke ich die Haare dann einfach nach hinten, manchmal lasse ich mir von der Stylistin einen Bun oder Chignon stecken. Ganz offen lassen darf man so lange Haare als Ärztin natürlich nicht …

Toni: Hätte nicht gedacht, dass das so ein Aufwand ist! Und wie geht es dann weiter?

Dr. Nessy: Das Dreh-Team trifft sich auf der Station, auf der wir gerade drehen. Dort folgt die Team-Besprechung mit den Darstellern. Meist geht man die Geschichte grob durch und bespricht dann schon die erste Szene. Es ist natürlich wichtig, dass sich jeder, der dreht, ganz in seine Rolle einfühlt und sie möglichst authentisch spielt. Deshalb werden alls Darsteller möglichst nach ihrem Typ, den sie in der Folge verkörpern müssen, gecastet.

Toni: Wie wird das mit dem Ton gemacht?

Dr. Nessy: Ich bekomme ein Ton-Set mit kleinem Mikrofon und Funkgerät, da ich als Ärztin relativ viel quatsche. Ansonsten kommt eine sogenannte Angel zum Einsatz. Dabei wird das an einer Stange befestigte Mikrofon so von oben oder unten an die gerade sprechende Person gehalten. Idealerweise ist sie nicht im Blid zu sehen … Allerdings passiert das schon manchmal, wenn dem Tonmann die Arme schwer werden, dann freuen sich alle wahnsinnig, weil die Szene wiederholt werden muss.

Aber zurück zum Ablauf: Wenn dann alles vorbereitet ist und die ,,GoPros“ montiert sind, sodass man zwei Szenen gleichzeitig aufnehmen kann, werden die ,,Standorte“ der einzelnen Personen festgelegt und dann kann es auch schon losgehen!

Toni: Gibt es bestimmte Regeln, nach denen ihr agieren müsst?

Wir achten darauf, dass niemand blosgestellt wird und sich alle beim Dreh wohlfühlen. Denn die besten Szenen entstehen, wenn jeder mit Spaß bei der Sache ist und sein Bestes gibt.

Toni: Müsst ihr den Text Wort für Wort auswendig lernen? Das stelle ich mir ganz schön anstrengend vor …

Dr. Nessy: Natürlich ist es anstrengend, sich die Texte und Handlungen zu merken, zumal oft mehrerer Folgen direkt hintereinander gedreht werden. Allerdings ist es nur wichtig, sinngemäß vor der Kamera zu agieren. Gott sei Dank muss der Text nicht Wort für Wort wiedergegeben werden, aber die beschriebenen Inhalte müssen schon kommen.

Toni: Was passiert, wenn jemand einen Fehler macht?

Dr. Nessy: Wenn viele Leute eine Text-Rolle in einer Szene haben, kann es natürlich eher zu Fehlern kommen.  Aber wenn einmal etwas vergessen wird oder etwas anders wie im Drehbuch abläuft, ist das manchmal  gar nicht soo schlimm. Dann versuchen alle im Team, die Story so zu spielen, dass der weitere Verlauf trotzdem Sinn Oft ergeben sich gerade daraus besonders echt wirkende Szenen, weil diese dann aus der Situation heraus quasi ,,organisch“ gewachsen sind. Auch im nachhinein können manchmal Dialoge noch zurechtgeschnitten werden. Wenn aber wichtige Dinge fehlen, jemand in die Kamera guckt  oder ein Darsteller ein Dreh abbricht, weil er nicht mehr weiß, wie es weiter geht, muss die Szene oder Teile daraus nocheinmal gedreht werden.                                                                                                                                                                                        

Toni: Das erfordert ganz schön Konzentration, oder?

Dr. Nessy: Ja, da ich fast bei jeder Szene dabei bin muss ich schon bei der Sache sein. Auf der anderen Seite macht das Drehen sehr viel Spaß und unterscheidet sich von meiner sonstigen Arbeit auf eine kreative Wiese, die mir sehr gut gefällt.

Toni: Wie lange dreht ihr denn?

Dr. Nessy: Das ist unterschiedlich und ängt davon ab, wie gut es läuft. Eine Folge dauert etwa drei-vier Stunden, in Ausnahmefällen auch kürzer oder länger. 

Wieviel Folgen hast Du eigentlich schon gedreht?

Dr. Nessy: Das dürften etwas über 100 sein.

Noch zwei Fragen … Was war Dein schönstes Film-Erlebnis?

Dr. Nessy: Es gibt viele tolle Erlebnisse. Das schönste Erlebnis aber war, als ich zum ersten Mal gedacht habe, dass ich die aktuelle Folge gar nicht soo schlecht gespielt habe… Weil das für mich bedeutet, dass man auch wenn man keine 20 Jahre mehr istn auch in meinem Alter noch Neues lernen und anpacken kann!

Toni: Das ist ein schöner Schluss-Satz! Aber eine Frage habe ich noch! Könnte ich auch einmal mitspielen?

Dr. Nessy: Du kannst Dich auf alle Fälle bewerben. Wichtig ist, dass Du jemand bist, der gerne vor der Kamera agiert und Du lebendig spielen kannst! 

Wenn Deine Bewerbung interessant für die ,,Macher“ von Kinik am Südring ist,  hast Du gute Chancen. 

 Toni: Das würde mir auch einmal  Spaß machen … Vielen Dank für das interessante Gespräch!

5 Kommentare zu „Spannende Details der Dreharbeiten als Ärztin bei ,,Klinik am Südring“  

  1. Ganz schön viel Aufwand, aber sehr interessant zu wissen,was Du so treibst 😉 Wenn ihr mehrere Folgen am Stück dreht, sind das aber verdammt lange Tage und da räuchte ich Pausen und ein gutes Catering. Wie steht es damit am Set? Beste Grüße aus dem donnernden Marburg liebe Nessey!

    1. Hallo Lieber Arno! Freu mich´über Deinen Nachricht!
      Die Klischees, die man so ,,beim Film“ im Kopf hat, stimmen tatsächlich. Am Essen gibt´s keinen Mangel! Wir haben ein Bistro, in dem zwei liebe Damen leckere Hausmannskost mit viel Butter und Sahne kochen – für uns natürlich umsonst … Aber sogar, wenn man nur Gemüse ißt, hat man schon die Kalorien für den ganzen Tag gebunkert. Ansonsten stehen überall Obst- und Süßigkeiten ´rum – dazu gibts Kaffee, Sprudel, Zitronenwasser – also so gar nix für die schlanke Linie, dazu ein Kühlschrank mit Joghurt und Sandwiches . Außerdem haben wir wirklich scöne Aufenthaltsräume mit vielen gemütlichen Sofas, wo ich mich allerdings höchst selten aufhalte , weil ich doch bei den meisten Szenen mitspiele, wenn ich am Set bin.Dir und Deinen Lieben alles Gute, Nessy

  2. Das ist wirklich sehr interessant liebe Nessy. Ich kann mir gut vorstellen, dass Dir die Dreharbeiten viel Spaß machen. Ein schönes Interview. Danke für die Einblicke.

    Liebe Grüße
    Sabine

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