Gute-Laune-Bilder-Story mit Insider-Tipps: Langenburg… Komm, wir fahren aufs Land …

Hallo Ihr Lieben!

Langenburg ist ein kleines ,,Schtädle“ mit vielen ,,Feschtle“

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Schön, dass Du mitgekommen bist! ich verspreche Dir, es wird nicht langweilig! Das Herbstfest in Langenburg, jenem ,,Schtädle“, dass mit seinen knapp 2000 Einwohnern  nur ausnahmsweise als Grafschaft und Sitz des Fürstentums zu Hohenlohe-Langenburg Stadtrecht erlangt hat, ist für die Bewohner eines der vielen Highlights des Jahres. Natürlich neben dem ,, Oldtimer-Feschtle, Garten-Feschtle, Weihnachts- und Oschtermarkt und wie sie alle heißen. Sie alle finden vor der prächtigen Kulisse des Langenburger Schlosses statt, das uns, als wir in Langenburg ankommen, gleich ins Augen sticht. Die Hauptstraße, auf dem die Märkte stattfinden und die dann immer für Autos gesperrt ist, von dem beeindruckenden Gebäude nur durch das gutbestückte Automuseum zur Rechten und den Schlossgarten zur Linken getrennt. Dieser liegt ,,eine Etage tiefer“ und man gewinnt nur Einblicke, wenn man ganz rechts auf der Straße Richtung Schloss läuft, wo wir natürlich laufen!

Blick vom Garten des Schlosscafés  auf das Schloß, rechts oben der Rand des Schlossgartens, in dem  … Ihr wisst schon, wenn Ihr den Text lest!

Denn das kann das lohnend sein – und nicht nur wegen der pittoresken, abgezirkelten Gartenanlagen, die nicht so ganz meinem eher naturgetreuen Geschmack entsprechen. Nein, ich muss zugeben, dass ich gerne Mäuschen spiele, denn dort sieht man an schönen Tagen fast immer irgendwelche hochrangigen Festivitäten. Und natürlich auch heute … wie wir mit einer gewissen Genugtuung feststellen. Nicht selten sind sie dort zu sehen, diese hübschen Bräute mit ihren hochadeligen Ehemännern und ihren Gefolgschaften, oft aus bekannten Verbindungskreisen, was man auch heute an den Schmissen auf der Wange und dem Säbelrasseln unschwer erkennen kann. Übrigens residiert im Schloss noch heute der Fürst zu Hohenlohe-Langenburg mit seiner Familie. Meine Schwester hat sich dort  früher übrigens ihr Taschengeld aufgebessert, indem sie die Touristen bei Führungen durch das Schloss begleitete. Immer den gleichen Witz an immer der gleichen Stelle…gähn! Aber die Leute lachten komischerweise immer noch, was sie irgendwie wunderte, wohl weil ihr Enthusiasmus beim Erzählen mit der Zeit ein wenig abgenommen hatte. Dennoch hielt sie sich dort ganz gerne auf,  was sicher auch an den ,,manierlichen“ Trinkgeldern lag!

Und auch ich mag das alte Gemäuer, das wir während meiner Kindheit so oft besucht haben und dass mich bei Konzerten und Theaterstücken im Festsaal oder Hof stets zum Träumen angeregt hat! Klar, dass auch ,,die Langenburger“ schon ein wenig stolz auf diese ganze Pracht sind.  Denn die vielen Touristen sind natürlich eine zuverlässige Einnahmequelle. Dazu kommt, dass sich viele dieses Kleinod nicht entgehen lassen, weil es unweit der nicht minder pittoresken Städte Schwäbisch Hall und Rothenburg ob der Tauber liegt. Aber diese Städte können wir morgen besuchen… Wenn Du dann noch fit bist!

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Blick ins Tal … Dort unten fließt die Jagst ruhig dahin…Pscht – Geheimtipp, nicht weiter sagen! Weiter hinten, am Wehr, kann man im Sommer wunderschön baden – einer der wenigen ,idyllischen“ Naturbadeplätze, die ich kenne. 

 

Auch meine Familie ist involviert …

Klar, dass ich auch meine Famile zum Herbstmarkt kommt, denn auch meine Schwägerin hat einen Stand, oder vielmehr einen Bus dort. Einen Bastelbus, genauer gesagt. Was das ist? Nun, ein mittlerweile nicht schlecht florierendes Ein-Frau-Unternehmen, dessen zentraler Punkt ein umgebauter Bus ist, in oder vor dem Kinder und Erwachsenen durchatmen können und bei netten Gesprächen lustige Figuren oder auch wirklich Nützliches wie Anhänger aus geschmolzenen Plastiksteinchen basteln können …  Auch ich versuche mich an einem Raben aus einem Mini-Blumentopf, damit mein persönlicher Vogel (den wahrscheinlich nicht nur ich habe, Gesellschaft haben soll ! Komm´, setzt Dich mal hin von den vielen Eindrücken und streiche mir ´mal den Blumentopf an … Leider habe ich das Vögelchen vergessen, mitzunehmen und somit auch, es zu fotografieren. Aber es ist eindrucksvoll, wie fröhlich alle rund um den Bus bei der Sache sind und die Grenzen von fremd und Freund verschwimmen …

Der Herbstmarkt ist nicht anaonym wie in großen Städten, hier kennt meist noch jeder jeden ..

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Über dem Tor der Stadtmauer wohnen witzigerweise Menschen. Was ist eigentlich der Unterschied zum Bild unten? Fällt es Dir auf?
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Das ist der Blick von ,,unten“ oben der Bild ,,von oben“. Und noch eine kleine Frage. Siehst Du die Tücher oberhalb des Tores? Hat es etwa kalt? Nein, ein Lastwagenfahrer hat dieses Tor (von unten) bereits zweimal hintereinander höher eingeschätzt, als es tatsächlich ist! Pech für das Tor! Nun hat es einen ,,Verband“! Witzig, wie die Hohenloher ihre Häuser reparieren, oder?

Denn irgendwie scheinen sich hier nicht nur alle ,,irgendwie zu kennen“ sondern auch mit dem Ort und der Natur um ihn verwurzelt zu sein. Und da dem Langenburger der freundliche und herzliche Umgang mit Neuankömmlingen quasi als überlebenswichtig in die Wiege gelegt wurde, fällt es niemanden schwer, sich dort wirklich angenommen und wohl zu fühlen. Viele, vor allem die Älteren, aber auch ein paar junge Langenburger, verkaufen ihre größtenteils selbst hergestellten Waren mit Stolz und unter den Ständen gehören auch viele zu Vereinen oder Einrichtungen mit meist ehrenamtlichen Helfern, denen ihre Sache noch wirklich am Herzen liegt.

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Siehst Du dort die Mädels, die für irgend etwas leckere Kürbissuppe verkaufen? Komm, da setzen wir uns jetzt ´mal hin und probieren sie…

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Schön ist das, zu sehen, wie hier anscheinend tatsächlich noch soetwas wie eine ,,Dorf- „bzw. ,,Städtle“-Gemeinschaft existiert, wenn man von außen hier ,,hereindringt!“ Die meisten Leute begrüßen mich tatsächlich herzlich wie eine alte Bekannte! Okay, ein wenig Heimvorteil spielt da natürlich schon mit, weil sie natürlich schon wissen, wessen Tochter ich bin (von den …, wo die Frau die hiesige … gruppe  leitet) .

 

Aber auch zu Dir sind  diese Menschen so herzlich, dass Du Dich anfangs  tatsächlich ein wenig wunderst, weil die Leute auf dich zukommen, Dir Geschichten von früher erzählen und Dich nach wenigen Sätzen einladen, sie unbedingt einmal zu besuchen, was sie bei Dir auch gerne täten, wenn sie ´mal in Deine Nähe fahren würden. Aber keine Angst, das tun sie natürlich nicht wirklich!

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Holzofenbrot – schmeckt einfach besser!
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Viele Otsansässige besinnen sich auf altes Kunsthandwerk wie dieser Holzschnitzer, aber auch viele auswärtigen Künstler haben sich in der beschaulichen Gegend niedergelassen, was man an  den vielen Galerien und Events sieht!

Die Menschen sind stolz, hier dazuzugehörenfullsizeoutput_8028

Auch mein Vater wird natürlich gebraucht. Bereits morgens um 9 Uhr muss er hin, irgendetwas aufbauen, während meine Mutter noch fleißig im Haushalt wurschtelt, schließlich muss der Kuchen noch hin und außerdem hat sie am Vorabend mit ihrer ,,Good Vibrations“ ein Konzert im alten Bahnhof des Nachbardorfes gegeben. Natürlich haben auch wir uns das nicht entgehen lassen! Ein lyrischer Potpourri durch Lieder aus einer Zeit, in der Musik noch Musik war und kein elektronisches Gesamtkunstwerk, wie das heute (leider) oft der Fall ist, wie  ,,What´s up“, ,,Voyage“, ,,Stay“, ,,Narcotic“ und viele andere …haben uns einen fröhlichen, stimmungsvollen Abend beschert!

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Die Bandmitglieder von rechts Suzi Quatro, daneben Edith Piaff, Rod Steward, Clueso und Bruce Springsteen,… jedenfalls haben sie beinahe so geklungen!

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Ein unerwarteter Blick hinter die Kulissen!

So, lass uns ein wenig weiter gehen, schließlich wollen wir noch mehr sehen. In Langenburg lohnt sich übrigens auch immer, die Hauptstraße zu verlassen und in die kleinen Gäßschen auf Entdeckertour zu gehen. An einer Mauer befestigt, lesen wir das bereits leicht verwitterte und etwas windschiefe Schild ,,Zur Mostprobe“ , das mir den Eindruck macht, als hätten es bereits mehrmals als Haltegriff nach einer Ebensolchen gedient! Natürlich ist unsere Neugier geweckt! Und tatsächlich: Der Pfeil, so robust und naturverbunden wie hier die Menschen selbst, weist den Weg hin zu einem kleinen, unscheinbaren Tor …

,,Hier Mostprobe“ (oder vielleicht auch ,,Hier Mutprobe?“)

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lesen wir auf einem Zettel, der an das Tor gepinnt ist. Neugierig drücke ich die schwere Klinke hinunter und werfe mein ganzes Gewicht dagegen, um sie aufzudrücken …

Ich habe mit vielem gerechnet, eine kleine Kellerkammer, einem Halloween-Scherz, ein Marktstand mit Most …. nur nicht mit dem, was mir dann passiert!

Zunächst springt das Tor nach meiner etwas unsanften Behandlung sofort nach innen auf …wo eine steile Treppe nach unten zu einem kuppelartigen Saal führt, wie ich schemenhaft erkennen kann. Es gelingt mir, mich unter Ausstoßen von nicht sehr feinen Ausdrücken gerade noch abzufangen und verhindere so gerade noch,  der Länge nach die ganze Treppe hinunterzusegeln. Noch etwas wackelig, stehe ich auf der Treppe und blicke, wie der Fürst von seinem Balkon, hinunter in die dämmerige Halle. Du stehst noch draußen und natürlich kannst Du Dir ein Grinsen nicht verkneifen …

Während sich meine Augen langsam an die Dunkelheit  gewöhnen, erscheint dort unten ein Gewölbekeller, der so groß ist, dass dort locker ein Tennismatch hätte ausgetragen werden können. Aber das ist nicht das, was mir Unbehagen verursacht, sondern eher die Tatsache, dass mich etwa 30 Augenpaare von dort unten anstarren, als wäre ich ein Alien, der aus einem Ufo steigt! Aber die Langenburger ,,Most- Koster“ Gäste sind nicht so  leicht aus der Ruhe zu bringen. denn nach kurzem erstauntem Schweigen bitten sie uns höflich, wie sie es nun mal gewohnt sind, uns zu ihnen an einen der liebevoll gedeckte Tischen zu setzen…

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Der Garten versorgt manche Einheimischen tatsächlich das ganze Jahr über …

Wie in einem Heimantfilm…

Unwillkürlich muß ich an einen dieser Heimatfilme denken. Gleich würde Sascha Hehn sein Glas erheben und auf einen kernigen Trinkspspruch anstoßen, um dann Christine Neubauer oder sonst eine dieser Heimatfilmschauspielerinnen zu küssen …

Es dauert noch ein wenig, bis man sich begrüßt hat und mit allen Gästen (die ,,man“ ja, weil man hier vor 20 Jahren einmal gewohnt hat, zumindest ,,ein wenig“ kennt) Höflichkeiten ausgetauscht hat, aber dann dürfen wir tatsächlich auf den zusammengetragenen Stühlen Platz nehmen. Gutes Holzofen-Bauernbrot aus lange gereiftem Sauerteig, bestrichen mit Griebenschmalz der letzten Schlachtung vom Biobauern, der seien Schweine noch beim Namen kennt, wird auf Platten dargeboten, während die Frau des Hauses herumläuft, um die Anwesenden mit verschiedenen Sorten des Mostes zu verköstigen …

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Sooo viele Most-Sorten!

Mit ihrem erfahrenen, gütigem Gesicht freut sich über unser Lob und erzählt mit rosigen Wangen untere anderem Geschichten über die Herstellung, während meine Blicke  allerdings über die vielen Gläser mit allem möglichem Gemüsen, Honig und Marmeladen in den Regalen streifen, die aber leider heute nicht im Mittelpunkt stehen, denn die verkauft sie natürlich nicht. Dererlei Delikatessen müssen schließlich die Familie über den Winter bringen, denn das im Supermarkt gekaufte Zeugs sei nix für ihre Familie, man wüsste ja, dass da oft komische Zusatzstoffe drin seien …

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Der Juwelier hat meist ausgefallenen kunsthandwerklich aufwändige Einzelstücke in der Auslage …

Ich muss schmunzeln und denke an mein eher karges Vorrats – Regal, das überwiegend selbstgemachte Schätze meiner Freunde und Verwandten enthält …  Aber auch ich scheine häuslicher zu werden, denn ich habe mich dieses Jahr tatsächlich ´mal wieder an den Herd getraut  (ihr erinnert Euch an meinen kurzen Beitrag darüber, in dem ich Euch mit stolzgeschwellter Brust meine mit einfachsten Rezepten entstandenen ,,Wunderwerke präsentiert haben).

Übrigens habe ich Euch schon einmal von Langenburg im Rahmen eines  schönen Bildershootings mit meiner Tochter erzählt … Das war hier
Und hier endet unsere kleine Tour auch, denn wir sitzen jetzt noch ein wenig gemütlich zusammen, obwohl es natürlich noch sooo viel zu erzählen gäbe. Aber dazu müsst Ihr eben (noch) einmal herkommen!

Bleibt mir, Euch alles Liebe und wunderschöne Herbsterlebnisse zu wünschen, überschwänglich und herzlich, ganz nach ,,Langenburger Art“ ,

Eure Nessy

Flanieren

Lifestyle: Wir und die Flüchtlinge – „Unser Herz ist weit. Aber unsere Möglichkeiten sind endlich!“ (Bundespräsident Joachim Gauck)

(Quellen/Bild: Nachrichten, Spiegel, Focus, Stern, Saarbrücker Zeitung, Wikipedia, mein Kopf)

Hallo Ihr Lieben,

in der letzten Woche war wieder viel passiert. Nicht nur privat, auch in der Welt. In den Nachrichten bekommt man schon teilweise sehr harte Fakten präsentiert. Was auch richtig ist. Aber natürlich ist man schockiert, wenn von Katastrophen berichtet wird und das entsprechende Bildmaterial gezeigt wird. Falls man gerade isst, bleiben einem schon mal die Bissen im Hals stecken. Deshalb esse ich während den Nachrichten nichts. Und dann ist so ein ungutes Gefühl im Bauch, weil diese Nachrichten einen irgendwie beunruhigen. Und dann setzte ich mich gerne hin lese, recherchiere und schreibe… „Lifestyle: Wir und die Flüchtlinge – „Unser Herz ist weit. Aber unsere Möglichkeiten sind endlich!“ (Bundespräsident Joachim Gauck)“ weiterlesen