Short Story / Lifestyle: 1. Teil – Ein mysteriöses, romantisches Posthäuschen in Frankreich – unser erstes Familiendomizil…

Hallo Ihr Lieben!

,, Es war ein grauer Regentag, und trotzdem erlebten wir einen geradezu magischen Moment, wir wir ihn in den kommenden Jahren noch oft erleben sollten, als er die alte, hölzerne Mauertür öffnete… „

Dies war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, welche uns die kommenden Jahre eng mit diesem ganz besonderen, alten Haus verknüpfen sollte ….

und heute nach so vielen Jahren, wo die Unwissenden nichts mehr an die Geschehnisse erinnert, ist die Zeit reif, zu erzählen, wie alles begann… seid gespannt und habt Spaß!

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Ein Bild aus jener Zeit…

Das Studium war vorüber und für unsere kleine Familie musste eine Entscheidung getroffen werden! Unser Mietvertrag der kleinen, zugegeben mir etwas zu spießigen Wohnung war am auslaufen uns etwas neues, für Kinder angemessenes musste her!

Gerade hatte wir erste berufliche Erfahrungen gesammelt und eigentlich schien es mir absolut abwegig, jetzt schon Eigentum zu erwerben. Wovon denn auch? Wir waren eigentlich arm wie die Kirchenmäuse, hatten während des Studiums parallel hart arbeiten müssen, weil es sonst vorne und hinten nicht gelangt hätte und mein Mann mußte auch noch sein Bafög tilgen… Aber auf der anderen Seite bezahlten wir aktuell schon sehr viel Miete und die Bank riet uns ganz klar zum Eigentum…  So sahen wir uns ,,aus Spass“  etwas in der lokalen Immobilienpresse um und natürlich waren dort auch verschiedene Immobilien aus dem nahen Frankreich inseriert!

Bald war klar: Für die Kosten einer Wohnung in Deutschland bekam man in Frankreich schon ein kleines Häuschen…  Schließlich fiel mir im ,,Findling“, dem Homburger Anzeigenblättchen für Dies und Jenes, Brauchbares und Unbrauchbares, etwas ins Auge, was meine Aufmerksamkeit erregte… Aufgeregt zeigte ich es meinem gelangweilt  wirkenden, besten Ehemann von allen, für den es die gefühlt 100. Immobilie war, die ich ihm an diesem Sonntagmorgen bei seinem heute nicht ganz so  entspanntem Frühstück unter die Nase hielt! Und das, obwohl mir ja eigentlich klar sein sollte, dass Eigentum zum jetzigem Zeitpunkt trotz allem doch sehr gewagt schien…img_8655-2

Ein französischer Künstler wollte sein 1924 erbautes, ,,nach seinen Vorstellungen“  renoviertes Häuschen, das ursprünglich für gehobene Postangestellte des Städtchens erbaut worden war,  mit ,,ganz besonderem Flair“ verkaufen. Das klang doch supi-dupi! Ich war sofort Feuer und Flamme, als ich das las, während mein Mann mich mit einer Mischung aus Genervt-sein und Mitleid mit bewölkter Stirn ansah… – ,, ,, Besonderer Flair“ , da ist was faul, Liebes! Vielleicht dürfte ich jetzt einmal ein Bissen ohne eine neue Immobilie genießen! Meinst du, das kriegst du hin?“ –  Nein, natürlich war ich zu solcher Selbstbeherrschung nicht in der Lage! So schnappte ich die Zeitung und verzog mich. Suchte ich unser neues Domizil halt alleine aus!

Aber es war sowieso cleverer, wenn man bei solch wichtigen Entscheidungen wie einen Hauskauf zuerst einmal für sich agierte… Und dann, wenn alles schön vorbereitet worden wäre und sich seine bessere Hälfte zufällig  gerade in ausnehmend guter Laune befinden würde, könnte man sein ,,Vorschlag“ , sprich, die favorisierte Immobilie wohl geordnet  auf dem Silbertablett servieren… Natürlich versteht es sich von selbst, dass dies ganz beiläufig geschehen müsste!  Die Krönung wäre es dann, es so hinzubekommen, dass er denken würde, alles wäre irgendwie seine Idee gewesen …

Aber ich schweife ab und bin in Begriff eines der ältesten Geheimnisse der Menschheit zu lüften,…

Nur der Preis bereitete mir  Zahnschmerzen! Denn der war wirklich jenseits von Gut und Böse! Trotzdem rief ich sofort den Makler an, der auch nicht wirklich von dieser sonntäglichen Störung erbaut war, um einen Besichtigungstermin auszumachen!

Aber es hatte sich gelohnt -Mein kleiner Trick funktonierte tatsächlich! Als mein Göttergatte später die Seite mit der Anzeige ,,zufällig“ aufgeschlagen auf dem ansonsten schon abgeräumten Tisch fand, meinte er, dass ich ja ´mal anrufen könne … Klar könnte ich das… Ich verschwieg, dass es nur gar nicht mehr nötig war…

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Etwas hilflos standen wir an der vereinbarten Adresse, eine Hausnummer davor und nach längerem Suchen auch dahinter hatten wir zwar nach längerem Suchen gefunden, allein die gesuchte fehlte! So standen wir vor einer langen, efeubewachsenen Mauer vor einer alten Holztür, die neben einem Tor in die Mauer eingelassen war. Irgendwie hatten wir ein ein wenig mulmiges Gefühl und wir waren froh, als endlich mit einigen Minuten Verspätung die schwarze Limousine des Maklers um die Ecke  der beschaulichen Seitenstraße gefahren kam. Erst jetzt bemerkte ich, dass dieses französische Gässchen  meist aus alten, zweistöckigen, teilweise doch deutlich in die Jahre gekommenen Häusern bestand. Wohl nicht die erste Adresse in dieser Grenzstadt, dachte ich noch bei mir, als der Makler uns ,,frisch gebackene Ärzte“ begrüßte.

Seine anfänglich fast übertrieben – zuvorkommenden  Gesichtszüge froren fast augenblicklich ein, als er ein Seitenblick auf unser Auto warf, einen blassgrün-rostigen Peugeot 104, der zugegeben auch schon bessere Tage gesehen hatte, und somit eigentlich besser in die Straße passte als seine Nobelkarosse. Seine Hoffnung auf solvente Kunden schmolz augenblicklich dahin und eher gelangweilt schloss er jene Mauertür auf, die wir zuvor schon entdeckt hatten – es war als tatsächlich die Eingangstüre! Ich merkte, dass er uns am liebsten gleich wieder hinaus katapultiert hätte!  Diese  zwei in seinen Augen offensichtlich pekuniär nicht eben gut aufgestellten Leute, die eh ,,nur gucken“ wollten und ihm nur seine Zeit raubten…

Es war ein grauer Regentag, und trotzdem erlebten wir einen geradezu magischen Moment, wie wir ihn in den kommenden Jahren noch oft erleben sollten, als er die alte, hölzerne Mauertür öffnete…img_8657-3

Dahinter standen wir in einem Hof und blickten in einem zauberhaften Garten mit hohen, alten Bäumen und knorrigen Lavendelbüschchen, die sogar jetzt,  im November noch die Luft mit ihrem Duft erfüllten… Trotzdem wanderte mein Blick sogleich weiter, denn er wurde geradezu magisch von etwas weit auffälligerem angezogen…  zu unserer Rechten offenbarte sich nämlich nun endlich der Blick auf  dieses wunderschöne, mit Efeu bewachsene, im toskanischen Stil erbaute Haus, zu dem wir nun über einen mit einem roten Ziegeldach geschützten Treppenaufgang hinaufstiegen. Dort angekommen, öffnete sich wie von Zauberhand eine Flügeltür und der Hausherr, unübersehbar der beschriebene Künstler, bat uns mit einer  freundlichen, etwas unbeholfen wirkenden Geste herein.

Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und  anscheinend hatte man vergessen, das Licht anzumachen, denn hier drinnen war es doch schon deutlich dunkler als eben noch im Hof. Meine Augen mussten sich erst an die Dunkelheit gewöhnen und als die schemenhaften Umrisse schließlich Gestalt annahmen, erkannte ich, dass wir uns einer hohen Halle befanden, die sich über zwei Stockwerke erstreckte und an die sich oben eine Galerie anschloss, die mit einem Geländer aus altem, schweren Eichenholz versehen war… Überall hingen Bilder in mit Blattgold verzierten hölzernen Bilderrahmen und die teilweise  in die Jahre gekommenen Möbel schienen im Laufe des Künstlerlebens aus unterschiedlicher Herkunft zu einer Einheit zusammengewachsen zu sein…

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Treppenaufgang ins obere Stockwerk…

Unwillkürlich hatte man das Gefühl, als ob sich in jeder Ecke des Hauses Geschichten aus längst vergangenen Tagen verborgen halten würden und nur darauf warteten, sich in einer stillen Stunde zu offenbaren… Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht,  wie Recht ich mit dieser leisen Vorahnung  behalten würde..

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Wunderschöne Einbauschränke aus massivem Holz und antike Lampen verbreiteten eine heimelige Atmosphäre….

Im Wohnzimmer prasselte gemütlich das Feuer-Holz in einem Kamin aus den für die Gegend typischen Buntsandstein und warf flackernde Schatten an die vom Ruß mittlerweile unregelmäßig ergrauten Wände, während die Dame des Hauses in der kleinen Küche bereits einen Braten im Ofen hatte, den sie gerade sorgsam mit einer Mischung aus Bier, Brühe und Kräutern übergoss, als wir sie zur Besichtigung betraten.

Ich bemerkte  zu meiner Freude, dass auch mein Mann sich in diesem Haus zusehends wohl zu fühlen begann und im lockeren Plauderton erzählte, dass wir auch deshalb lieber in ein eigenes Zuhause ziehen wollten, weil es uns etwas mehr Ruhe von unserem stressigen Krankenhausalltag schenken würde und wir mit unserem Kind besonders den Garten sehr  schätzen würden…

Aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, dass in diesem Moment ein dunkler Schatten über das Gesicht der Künstlergattin huschte, den ich nicht deuten konnte. Ein seltsames Gefühl überkam mich… Irgend etwas stimmte hier nicht! Aber was nur? …

– Fortsetzung folgt –

Möchtet Ihr wissen, was es mit dem Geheimnis des alten Hauses auf sich hatte und wie wir doch noch in seinen Besitz gelangten?  Dann dürft Ihr gerne wieder hereinschauen!

Den zweiten Teil der Geschichte schreibe ich Euch nächste Woche, vorher gibt es natürlich für die modehungrigen unter Euch auch noch ein Schmankerl aus der Fashion-Sparte…

Nun bleibt mir nur noch, Euch eine wunderschöne Woche zu wünschen! Wir lesen uns, bis bald, Eure Nessy

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Verfasst von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog ,,Salutary Style" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

17 Kommentare zu „Short Story / Lifestyle: 1. Teil – Ein mysteriöses, romantisches Posthäuschen in Frankreich – unser erstes Familiendomizil…

      1. lach, ob es daran wirklich liegt? 😉 Ich finde, da würde sich jetzt ein Geist gut machen und ich bin neugierig auf die Fortsetzung *Gänsehautalarm*

      2. danke, hier scheint seit gestern die Sonne. Knackig-kalt an blauem Himmel. Da machte die Joggingrunde gleich doppelt Spaß. Ich wünsche dir weiterhin eine schöne Sonnenwoche 🙂

      3. Ja, die Kälte ist ungewohnt, aber wir sind ja keine Memmen! Beim Stall ausmisten wird mir immer warm… und Dir beim Joggen! Auch Dir noch eine tolle Sonnen-Zeit…

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