Patientenfrage: Sicherheit verschiedener Verhütungsmethoden aufgrund meiner persönlicher ärztlichen Erfahrungen

Hey Dr Nessy,
ich lese Deinen Blog schon länger interessiert mit! Mich würde mal aus dem Alltag einer Ärztin interessieren, welche Methoden am sichersten und am unsichersten sind? Also bei welchen Methoden kommen wirklich am häufigsten ungewollte Schwangerschaften vor? Die Pille wird ja immer als DAS super sichere Mittel gepriesen, aber letzten Endes hängt die Sicherheit ja von der Einnahme ab und ich habe sogar mal gelesen, dass damit bis zu 6! von 100 Frauen/Jahr schwanger werden. Kannst du as so nachvollziehen? Wie sieht es bei Kupfer/Hormon-Spiralen aus? Und was hältst du von der Kupferkette? Die wird ja im Moment total gehyped! LG von einer stillen Mitleserin:)

 

Liebe stille Mitleserin!

Danke für Deine guten Fragen! Da dies sicherlich noch mehr Mädels interessiert, habe ich dieser Frage etwas mehr Raum gegeben … Allerdings kann ich natürlich für die Angaben keine statistische Garantien geben – es handelt sich hier um meine persönliche Erinnerungen!

Schwangerschaften unter Pilleneinnahme

Ich habe in den mindestens 10  Jahren meiner praktischen Tätigkeit in der Gynäkologie etwa 4 Schwangerschaften unter Pilleneinnahme beobachtet, allesamt bei Mädels unter 17 Jahren, die wahrscheinlich auf Anwendungs-Unzuverlässigkeiten beruht haben. Darunter Mädels, die in jungen Jahren sehr viel Verkehr hatten und /oder gerne auch einmal einen über den Durst getrunken haben und/oder haben oder sich häufig erbrachen! Eine, die ich nicht vergessen habe, kam mit der romantischen Vorstellung, durch ein Kind einen ,,tollen Jungen“ binden zu können… und hat mit der Pille ,,etwas gemogelt“, wie sie augenzwinkernd mitteilte.  Unter zuverlässiger Einnahme habe ich also keine SS unter Pilleneinnahme gesehen. Übrigens auch nicht, wenn die Pille einmal vergessen wurde, was auch öfter vorkam …

Kupfer-Spiralen (IUP)

Kupfer-Spiralen werden häufig bei Frauen mit abgeschlossener Familienplanung benutzt. Für junge Mädels sind sie nicht so gut geeignet, da sie im Extremfall zu Entzündungen führen können, die in noch selteneren Fällen zu Unfruchtbarkeit führen. Dies ist aber nur ein kleiner Teilaspekt. Häufiger kommt es zu relativ starke Blutungen , zum einen durch die lokale Reizung, zum anderen aber auch subjektiv im Vergleich mit der Pille, weil es sich um eine,,normale“ Blutung und nicht um eine ,,Hormonentzugsblutung“, wie unter der Pille handelt. In seltenen Fällen können sie auch verrutschen und dann nicht mehr richtig wirken. Außerdem kann die Kupferspirale  bei nicht ausgewachsenen Uterus eher zu Beschwerden führen, obwohl es mittlerweile auch kleinere Kupferspiralen gibt. Besonders das Einlegen kann bei manchen Frauen schmerzhaft sein und ist wie die Entfernung in Einzelfällen, wenn die Patientin dabei starke Schmerzen verspürt, nur in Vollnarkose möglich. Merken wir das während des Versuches, brechen wir ab und bei manchen planen wir die Einlage/ Entfernung von vorne herein in Narkose, wenn z.B. sowieso eine Ausschabung gemacht werden soll oder die Patientinnen sehr schmerzempfindlich sind und dies wünschen. Die meisten Frauen vertragen sie die Kupferspirale aber sehr gut und haben keinerlei Probleme. Dann ist sie super: Sie greift nicht in den Hormonhaushalt ein und die Frau muß sich keinen Kopf mehr über die Verhütung machen, denn wenn der erste Kontrolltermin nach etwa 4 Wochen, bei dem die Lage überprüft wird, vorbei ist, verrutscht sie nur noch sehr selten.  Komischerweise gibt es tatsächlich Frauen, bei der sie immer wieder rutscht, da sollten andere Intrauterinsysteme herausgesucht werden.

Ich habe etwa 6 Schwangerschaften unter der Kupferspirale gesehen, sowohl bei verrutschten Systemen als auch bei normal liegendem IUP. Dabei kann ich mich an zwei Eileiter-Schwangerschaften erinnern, die in der Frühschwangerschaft operativ beendet werden müssen, da sonst die Gefahr der Eileiterruptur oder Stildrehung besteht!

Hormonspiralen

geben das Hormon Levonorgestrel ab, worunter es nach kurzer Zeit meist zum Sistieren der Regelblutung kommt. Hierunter sahen wir bis heute keine Schwangerschaften! Da es sich um eine Gestagen-Verhütung handelt, ist die hormonelle Belastung weniger hoch wie bei der Pille. Zudem gibt es verschiedene, auch kleine Systeme mit sehr geringen Hormondosen, die auch für jüngere Mädchen geeignet sind. Sie verrutschen nur selten und sind meist problemlos. Für die Einlage/Entfernung gilt das Gleiche wie bei der Kupferspirale.

Erfahrungen mit Kupferketten

Von der Kupferkette waren wir anfangs begeistert. Allerdings stellten wir fest, dass man mit ihr doch häufiger Probleme hat,  trotz erfahrenen Gynäkologen, die Schulungen besucht haben! Das Befestigen klappte zwar meist ganz gut, allerdings wurde sie doch manchmal ausgestoßen und es gab Berichte von Gebärmutterverletzungen, die uns unverhältnismäßig hoch erschienen. Die Gefahr der  Perforationen (Durchstoßen der Gebärmutter) ist erhöht – zum einen beim Legen, zum anderen durch Entzündungen im Bereich des Knotens, die dann durch die Gebärmutterwand wandert, zum dritten durch die Entfernung der Kette. Diese Perforationen müssen zum großen Teil operativ versorgt werden. Deshalb nahmen wir sie aus unserem Empfehlungs-Programm und setzen sie nur noch auf ausdrücklichen Wunsch ein. Schwangerschaften haben wir darunter zwar keine gesehen, aber dafür reichen auch die Zahlen nicht! Dies soll nicht heißen, dass es immer Probleme gibt! Aber Du fragst ja nach Erfahrungen …

Verhütungsball

Auch wenn er mittlerweile in verschiedenen Größen zu haben ist, hat er sich in unserer Praxis noch nicht wirklich durchgesetzt, sodaß wir damit (noch) zu wenig Erfahrung haben.

Natürliche, mechanische oder alternative Verhütung

Wenn man seinen Körper gut kennt, sich auf das Abenteuer Körper einlassen möchte und auch eine ungewollte Schwangerschaft akzeptieren würde, falls man denn zu den 1-5% gehören würde, bei denen diese (gerechnet auf 100 Anwendungsjahren) statistisch auftritt, ist auch eine natürliche Verhütung nicht von der Hand zu weisen. Viele Frauen sind damit sehr glücklich, obwohl sie etwas Mühe macht! Auch ich habe 20 Jahre damit verhütet!

Bei diesen Methoden, unter der ich bei verantwortungsbewußten Frauen übrigens nur eine einzige ungewollte  Schwangerschaft erlebt habe, bei deren Entstehung  das Kondom geplatzt war, ist natürlich die Belastung des Körpers am geringsten! Demnächst werde ich sie hier vorstellen!

Sie setzt allerdings eine genaue Kenntnis des Zyklus voraus. Dabei kläre ich die Frau genau über die Vorgänge in ihrem Zyklus auf. Sie kombiniert dann die Methoden  und setzt in den fruchtbaren Tagen  ein Diaphragma ein und/ oder benutzt ein Kondom, wahlweise kommt auch eine spermizide Creme/Zäpfchen zum Einsatz.

So, ich hoffe, ich konnte Dir und anderen interessierten Frauen helfen,

Herzliche Grüße aus Saarbrücken,

DrNessy

 

 

 

Medizin/ Gynälologie: Das Verhütungspflaster – Vielleicht auch für Dich optimal?

 

Hallo Ihr Lieben!

 

Version 7Verhütung ist bei der ,,schönsten Nebensache der Welt“ leider für uns Frauen vom Teenager  bis etwa Mitte 50  ein Thema, mit dem nach sich ständig auseinandersetzen muß, vorausgesetzt, man möchte ,,auf ein bißchen“ oder auch auf ,,ein bißchen mehr“ Spaß nicht verzichten!

Dabei ist selten eine Methode das ganze Leben gleich gut geeignet, denn wir und unser Körper verändern sich schließlich ständig. Komischerweise sind gerade in letzter Zeit wieder vermehrt Frauen in der Praxis, die auch auf sogenannte ,,Außenseiter“ -Verhütungsmethoden zurückgreifen, weil sie doch, genau betrachtet, auch viele Vorteile aufweisen können. So sind sie für die ein oder andere Frau tatsächlich optimal! Ein der Verhütungsmethoden, der in letzter Zeit wieder vermehrt ,,angefragt“ wird, ist das Verhütungspflaster!

Zwar ist das Hormonpflaster bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden durch seine transdermale (,,durch die Haut“) Applikation von manchen Frauen schon seit längerem eine geschätzte Alternative zu Kapseln, Tabletten, Sprays und Gels, allerdings hatte es bei der Verhütung bislang eher wenig Bedeutung. Und das, obwohl die Versagerrate  bei perfekter Anwendung nur  relativ niederige, mit der ,,Pille“ vergleichbare 0,3 bis 1 Prozent, bei typischer Anwendung 2,4 bis 9 Prozent beträgt!

Was sind ,,Wirkstoffpflaster“?

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Deshalb vorab eine kurze Erklärung. Schon seit längerer Zeit werden transdermale Systeme in der Medizin angewandt, um den Verdauungskreislauf und den direkten Abbau durch die Leber zu entgehen. Diese Pflaster finden auch in anderen Bereichen, z.B. in der Schmerztherapie eine sinnvolle Anwendung. Die Pflaster sind dabei hautfarben oder durchsichtig, und werden wie ein normales Pflaster einfach auf die Haut geklebt. Durch die spezielle Einarbeitung von Wirkstoffen, in unserem Fall Östrogen und Gestagen, kann eine kontinuierliche, relativ gleichmäßige Abgabe der Medikamente erfolgen, die durch den Kontakt mit der Haut direkt in diese abgegeben werden. Nach einiger Zeit wird das Pflaster entfernt und ein neues aufgeklebt.

Wie wirken sie?

Im Prinzip ist die Wirkung der der Kombinationspille recht ähnlich. Auch das Pflaster wirkt als ,,Ovulationshemmer“, unterdrückt also den Eisprung und wie die Pille verhindert auch das Pflaster die Einnistung des Eis. Zudem kommt es auch zu einer Veränderung des Schleimes, sodaß die Spermien am Eindringen in den Muttermund gehindert werden!

Wann wendet man das Pflaster an?

Dabei ist auch das Einnahmeschema ähnlich dem anderer Verhütungssysteme wie der Pille oder dem Vaginalring. Drei Wochen wird Wirkstoff aufgenommen, wobei alle sieben Tage ein neues Pflaster an einer anderen Hautstelle aufgeklebt wird. Danach wird eine Woche pausiert und dann von vorne begonnen. In dieser Zeit tritt meist die Periode auf.  Auch kann man die Pflaster ,,durchnehmen“, wobei dann meist die Periode für die Dauer der Einnahme ausbleibt (,,Long-Zyklen“).

Der Beginn ist übrigens, wenn man kein anderes Verhütungsmittel eingenommen hatte wie bei der Pille am ersten Tag der Periode. Dann besteht sofort Verhütungsschutz. Klebt man das Pflaster erst am zweiten bis fünften Zyklustag auf, muss man in den folgenden sieben Tagen zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit einem Kondom!

Wenn man sich aber sicher ist, nicht schwanger zu sein, kann man auch an jedem anderen Tag mit der Anwendung beginnen. Auch dann ist in den ersten sieben Tagen der Einnahme eine zusätzliche Verhütung notwendig.

Wenn man von einem anderen Verhütungssystem auf das Pflaster umsteigt oder nach einer Geburt,gelten besondere Regeln, die man am besten individuell mit seinem Arzt klärt, da viele Begleitumstände eine Rolle spielen!

Wie funktioniert die Anwendung genau?

fullsizeoutput_1cf7.jpegDas Pflaster kann auf gesunde, trockene, nicht eingecremte Haut an der Außenseite der Oberarme, am Po, am Bauch und am Oberkörper (außer an den Brüsten) aufgeklebt werden. Das Pflaster muss fest angedrückt werden. Besonders in der ersten Zeit ist es wichtig, täglich zu prüfen, ob es noch richtig sitzt. Es hält normalerweise auch im Schwimmbad, in der Sauna oder beim Sport sehr gut.

Was passiert, wenn es sich doch ablöst?

Sollte es sich dennoch teilweise oder ganz lösen, darf es nur dann wieder aufgeklebt werden, wenn es noch sicher haftet. Sonst muss ein neues Pflaster verwendet werden. Der Verhütungsschutz bleibt erhalten, wenn das Pflaster weniger als 24 Stunden abgelöst war. Saß das Pflaster mehr als einen Tag (24 Stunden oder länger) locker oder war vollständig abgelöst, schützt es nicht mehr sicher vor einer Schwangerschaft. In diesem Fall muss ein neues Pflaster aufgeklebt und sieben Tage lang zusätzlich verhütet werden.

Wenn man vergißt, das Pflaster wieder aufzukleben …

besteht der Verhütungsschutz weiter, wenn in der Zwischenzeit weniger als zwei Tage vergangen sind. Bei mehr als zwei Tagen Verspätung muss nach dem Wechsel sieben Tage lang zusätzlich verhütet werden, zum Beispiel mit einem Kondom.

 

Vorteile auf einen Blick

Das Verhütungs-Pflaster ist für Leute gut geeignet, die daran interessiert sind, dass sie ein relativ zuverlässiges Verhütungssystem benutzen, ohne ständig daran denken zu müssen und ohne ihrem Körper so stark wie z.B.  bei der  ,,Pille“ zu belasten und es gibt keine Hormonspitzen, denn der Verdauungstrakt und der Abbau durch die Leber  werden umgangen, es kommt zu einer beinahe kontinuierlichen Abgabe durch die Haut. deshalb können auch Durchfall/Erbrechen der verhütenden Wirkung nichts anhaben …  So ist sie mit anderen nicht-oralen Verhütungsmaßnahmen, wie 3 Monatsspritze, Spirale oder Nova-Ring in eine Reihe zu stellen. Besondere Gründe für die Anwendung des Pflasters können deshalb auch Essstörungen, insbesondere Bulimie, und chronische Darmentzündungen sein.

Nachteile

Auf der anderen Seite hat man irgendwo ein Pflaster kleben, das zwar eigentlich weder beim Duschen, noch beim Baden gehen stört, dennoch von manchen als ,,unangenehm“ empfunden wird. Manche Frauen stört das sichtbare Pflaster. oder es kommt zu leichten Hautreizungen. Vereinzelt hält das Pflaster nicht gut und löst sich immer wieder ab oder es sich außerdem unbemerkt ab, muss man im laufenden Zyklus je nach Dauer zusätzlich verhüten. Auch übergewichtige Menschen sollten unter anderem wegen der verminderten Spiegel auf dieses Verhütungs-System verzichten. Das gleiche gilt für bestimmte Risikogruppen (Raucher,  Menschen mit erhöhtem Thomboserisiko, mit familiärer Disposition zu Brustkrebs…)Bildergebnis für Verhütungsring salutary style

Wie bei anderen hormonellen Verhütungssystemen auch können bestimmte Arzneimittel – darunter Mittel gegen Epilepsie, gegen Viruserkrankungen  sowie Johanniskraut – die Wirksamkeit des Verhütungspflasters beeinträchtigen.

Die Kosten 

sind mit denen einer nicht ganz billigen ,,Pille“ vergleichbar, eher etwas höher. Ein häufig verwendetes Verhütungspflaster kostet besispielsweise als Dreimonatspackung etwa 40 Euro.

So, das war es auch schon zu diesem Thema!

Jetzt wünsche ich Euch eine wunderschöne Woche und viel Spaß bei der ,,schönsten Nebensache der Welt“, die  sich mit gutem Schutz noch viel besser anfühlt …

Alles Liebe, Eure Nessy

 

Weitere  findet Ihr unter folgenden Links:

 

 

ANTI AGING / ALLES WICHTIGE ZUM THEMA WECHSELJAHRE! NEUE NATÜRLICHE HORMON – ERSATZ – THERAPIE IM VERGLEICH MIT ANDEREN SCHEMATA, AUFKLÄRUNG WHI – STUDIE, VIELE WERTVOLLE TIPPS!

 

 

 

Medizin/ Gesundheit /Frauenheilkunde: Pille und alternative Verhütung in den Wechseljahren

Hallo Ihr Lieben!

unnamed (96)Heute möchte ich Euch einmal die wichtigsten Fakten zum Thema Verhütung mit Pille in den Wechseljahren erklären, denn jede Frau, die mit der Pille verhütet, sieht sich früher oder später mit dem Thema konfrontiert … Wenn Euch noch weitere Fragen zu dem Thema einfallen, dürft Ihr sie gerne in den ,,Kommentaren“ stellen!

So! Und nun viel Spaß beim ,,Schmökern“!

 

1. Woran merkt man, dass man in die Wechseljahre kommt, wenn man die Pille einnimmt?

Oft merkt man es – gar nicht! Denn die Blutung, die ja eine ,,künstlich“ herbeigeführte Hormnentzugsblutung ist und keine echte Periodenblutung, geht natürlich noch viel länger weiter, als dass ohne Pille der Fall wäre!

Dennoch bilden sich bei manchen Frauen ab dem  Wechseljahresalter zwischen etwa 45 und 55 Jahren  typische Symptomen aus, die dann aber meistens weit weniger heftig sind als bei Frauen, die keine Hormone nehmen, denn ein Stück weit ersetzen die künstlichen Hormone die natürlichen.

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Wechseljahre – Für manche ein Fluch, für andere völlig komplikationslos…

Wie Ihr wisst, wird durch die Pille der Eisprung unterdrückt! Nicht umsonst heißt sie ja ,,Ovulationshemmer“. Wenn nun die eigene Hormonproduktion nachläßt, ändert sich zunächst einmal gar nicht so viel! Denn die Wechseljahre an sich mit Hormonschwankungen, Hitzewallungen etc. finden so, nach ,,außen hin“ gesehen, nicht statt! Die eigenen Hormone werden weiter unterdrückt, es findet nach wie vor kein Eisprung statt und wenn man die 7 Tage ,,Pillenpause“ macht, blutet die Gebärmutterschleimhaut  weiterhin ab.  Das kann bei machen Frauen bis zum Alter von 60 Jahren so gehen! Spätestens dann bildet sich auch die Schleimhaut zurück und die Blutung bleibt ganz aus.

2. Wieso muss ich dann die Pille überhaupt absetzen?

Weil es ein Risiko bedeutet, künstliche Hormone einzunehmen und das steigt mit dem Alter!

So ist bei Einnahme der Pille die  Thromboserate, das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und das Risiko an Brustkrebs und Leberkrebs  zu erkranken, erhöht.

Die Risiken sind umso höher, je mehr der typischen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, genetische Veranlagungen etc. bestehen. Je größer das individuelle Risiko ist, an Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken, umso eher wird der Frauenarzt empfehlen, die Pille abzusetzen , um auf alternative Verhütungsmittel auszuweichen!

Das Risiko hängt aber auch von der Dauer der Einnahme ab (je länger die Einnahme desto geringer das Risiko, allerdings steigt es auch mit dem Alter der Patientin), außerdem von der Höhe der Östrogendosis und dem Gestagen – Wirkstoff der Pille. So gilt  es bei den kombinierten Pillen mit den Gestagenen Drospirenon, Cyproteronacetat, Desogestrel und Gestoden als besonders hoch.

3. Wie geht der Übergang in den Wechseljahren, wenn man die Pille nimmt, genau vonstatten?

Je nach Alter und Risikoprofil der Frau wird der Frauenarzt/-ärztin empfehlen, ab dem Alter von ca 40 Jahren (bei hohem Risiko) und ca 45 Jahren (normales Risiko) einen sogenannten Auslassversuch zu machen. Dabei wird die ,,Pille“ für 6 Wochen weg  gelassen und während dessen  hormonfrei, z.B. mit einem Kondom kombiniert mit einem  Schaumzäpfchen, oder mit  andere sogenannte Barrieremethoden (z.B, Portiokappe, Femidon, Verhütungsschwämmchen) verhütet.

Danach werden die Hormone untersucht und man sieht, wie es noch um die natürliche Hormontätigkeit der Frau bestellt ist. Hat man noch völlig normale Spiegel vorliegen, kann man eventuell die Pille noch ein wenig weiter geben (eher nicht empfehlenswert, wegen des erhöhten Risikos in diesem Alter oder aber, wenn möglich auf ein schonenderes Präparat mit einer günstigeren Zusammensetzung (siehe vorherige Frage) umsteigen.

Verhütungs – Möglichkeiten in den Wechseljahren

(grün: für die meisten Frauen empfehlenswert, rosa: bedingt empfehlenswert, rot: für die meisten Frauen nicht empfehlenswert)

Man  kann sich dann im Prinzip neben den

1. verschiedenen Hormonpräparate (erhöhtes thrombembolisches Risiko, wie Beinvenenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt, Schaganfall…siehe Frage 5) zwischen

2. den verschiedenen Barriere – Methoden, z.B. Kondom, Femidom, Portiokappe, Verhütungschwämmchen (wegen Hygieneproblemen weniger empfehlenswert) und /oder Schaumzäpfchen, bzw. spermizides Gel,

3.  den intra – uterinen Systemen, wie Kupferspiralen, Kupferball oder die Kupferkette,

4. das Berechnen der fruchtbaren Tage wie auch

5. ,,Knaus Ogino“ sind eher ungünstig (wegen großer Unzuverlässigkeit, siehe auch Frage 4) und

6. dem Weglassen der Verhütung  entscheiden.

Das  letztere empfiehlt sich nur, wenn man in dieser Situation gerade keinen Verkehr   oder man einen ausdrücklichen Kinderwunsch hat, und dies unter Kenntnis des deutlich erhöhten Risikos! Aber in diesem Fall muss man sowieso ganz anders vorgehen…

Sind die Hormonspiegel schon unter einen bestimmten Level abgesunken, wird man, je nach Alter, dennoch für ein halbes bis ein ganzes Jahr weiter (nach Spiegel/Begleitumstände) hormonfrei verhüten.

Dies hat auch den Vorteil, dass man sieht, wie es weitergeht und wie die Frau auf den Hormon – Entzug reagiert.  Entsprechend kann man Maßnahmen abbrechen bzw. auch eine Hormon – Substitution überdenken.

Nach 6 Wochen wird man die Hormon erneut überprüfen, da die Hormone in den Wechseljahren ja starken Schwankungen unterworfen sein können und ein einmaliger Wert nur eine Momentaufnahme darstellt! Zeigt sich dann nach 6 Monaten keine  Blutung mehr und die Hormone sind bei einer erneuten Kontrolle immer noch tief, kann man auf weitere Verhütung verzichten und  eventuell bei Symptomen auch eine Hormonersatztherapie beginnen.

4.Welche hormonfreien Möglichkeiten der Verhütung eignen sich in den Wechseljahren?

Eine hormonfreie Alternative zur ,,Pille“  stellen die  Kupferspiralen und ähnliche intrauterinen Systeme dar, wie der Kupferball oder die Kupferkette (siehe den Übersichtsartikel über solche Systeme  durch ,,KLICK HIER“ ) , die von den meisten Frauen gut, aber von ein paar auch eher schlecht vertragen werden!

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Eine nicht ganz konventionelle Interpretation des Verhütungsballs, wobei auch dieser sehr sicher ist, wenn die Dame über eine gute Muskulatur verfügt, um ihn festzuhalten… Die klassische Interpretation seht Ihr weiter unten!

Das hängt oft mit ihrer genauen Lage in der Gebärmutter zusammen. Manchmal sind die verschiedenen Intrauterinsysteme, die übrigens durch ihre Kupferionen verhütend wirken,  sie zu klein oder zu groß oder liegen nicht ganz gerade. Das ist aber eher selten und in diesem Fall können sie manchmal noch nachjustiert werden oder man wählt eine andere Größe oder ein anderes System. Da sie nicht in den Hormonhaushalt eingreifen und  so auch nicht die Vorteile der Pille haben, kann die Periode unregelmäßig, schmerzhafter  oder stärker sein.

Meistens überlegen sich die Frauen aber zusammen mit dem Arzt/Ärztin  ihres Vertrauens für den Übergang, wenn man merkt, dass die Hormone schon ein wenig ,,schwächeln“ (aber eine Empfängnis noch nicht sicher ausgeschlossen werden kann), eine einfachere Lösung

Eine Option sind auch sogenannte Barrieremethoden wie ,,Portiokappen“ , wie  z.B. ,,Caya“  die vor dem Verkehr  eingesetzt werden und zusätzlich  noch zur Erhöhung der Sicherheit,  mit einem spermiziden Gel bestrichen werden.

Eine andere,Barrieremethode ist  z.B. das Verhütungsschwämmchen, dass aber aus hygienischer Sicht etwas schwierig zu händeln ist, da sich natürlich auch gerne Keime einnisten…

Auch das gute alte spermizide Zäpfchen oder/und das Kondom sind durchaus noch Optionen…

Die Berechnung der fruchtbaren Tage hingegen ist in den Wechseljahren eher schwierig durchzuführen, da gerade zu dieser Zeit der Zyklus oft unregelmäßig wird.

Von der Sicherheit her sind die zuletzt genannten Barrieren-Methoden zugegeben nicht so sicher wie die ,,Pille“.  Allerdings hängt die Sicherheit sehr davon ab, ob die Methoden auch zuverlässig angewendet werden und  man sich bei der Anwendung wirklich genau an die immer beiliegenden Anleitungen hält! Auch erhöht die Anwendung zweier Methoden die Sicherheit noch einmal …

Meist findet sich aber trotzdem für jede Frau eine gangbare Lösung, zumal diese ,,Phase des Übergangs“ auch  nicht ewig dauert!

5. Es gibt Frauen, die möchten die Pille trotz erhöhtem Risiko gerne noch weiter nehmen, Gibt es Pillen, die trotz aller Unkerufe für Frauen, die über 40 Jahre alt sind, eher geeignet sind als andere?

Es gibt  sogenannte ,,Wechseljahrespillen„, die Estradiolvalerat als Östrogen-Komponente beinhalten, welches das sonst verwendete Ethinylestradiol ersetzt. Estradiolvalerat wird im Körper in Estradiol umgewandelt, so gelangt man tatsächlich zum natürlichen Östrogen. In wiefern natürliches Östrogen in der Verhütung genauso zuverlässig ist und ob es tatsächlich weniger Nebenwirkungen hat, kann ich Euch leider nicht sicher sagen, auch wenn es uns die Industrie, die  diese Pillen (z.B. Qlaira) vertreibt, natürlich Glauben machen möchte. Diese Pille ist jedenfalls sehr teuer und wird in der Regel nicht von der Kasse bezahlt!

Eine weitere Pille, die hinsichtlich des im Alter erhöhtem Thromboserisikos als besonders sicher eingestuft wird und ich (mit Abstrichen) deshalb auch bei Frauen empfiehlt, die sich mit so gar keinen nicht-hormonellen Verhütungsmethoden anfreunden können ist die Minipille, die nur Gestagen enthält  (z.B. Cerazette) und die ohne Pause eingenommen wird. Die Nachteile sind, dass die Blutung bei dieser Methode wegbleibt und dass die Einnahme möglichst zur etwa gleichen Zeit erfolgen sollte, damit eine hohe Sicherheit gewährleistet werden kann. Allerdings werden sich die in den Wechseljahren bei manchen Frauen auftretenden Östrogenmangel -Erscheinungen  (z.B. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen, Stimmungsschwankungen, …)  natürlich auch bei dieser östrogenfreien Pille zeigen!

6. Was passiert im Körper, wenn mazzhetn die ,,Pille“ nach vielen Jahren absetzt?

Das Empfinden von Frauen, die die Pille absetzen, ist sehr unterschiedlich, nicht nur in Bezug auf das Wieder-Eintreten der ,,natürlichen“ Periode. Diese  hat ja die ganze Zeit mit der Unterdrückung  des Eisprungs unter Hormoneinnahme so nicht stattgefunden,  es kam lediglich zu einer Hormonentzugsblutung. So kann es einige Monate dauern, bis die Periode wieder einsetzt, oder sie tritt nur noch unregelmäßig auf. Wenn die Hormone schon deutlich am ,,schwächeln“  sind, besteht auch die Möglichkeit, dass keine Blutung mehr kommt.

Bei Unklarheiten kann der Frauenarzt/ärztin leicht mittels Ultraschall feststellen, ob die Gebärmutterschleimhaut sich noch adäquat aufbaut oder sich vielleicht schon zurückbildet hat und deshalb nicht mehr abbluten muss. Auch kann man mittels dieser Untersuchung Myome und /oder Cysten, die ebenfalls Blutungsstörungen auslösen können, diagnostizieren.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Pilleneinnahme ja auch Vorteile hat. So ist die Blutung unter der Medikation oft regelmäßiger, weniger schmerzhaft und schwächer. Lässt man sie nun weg, fallen auch diese Vorteile weg und die ,,natürliche“, ureigene, nicht von der Pille beeinflusste Periode mit Eisprung, eventuell prämenstruellem Syndrom  und ,,Störanfällgkeit“ des Zyklus je nach äußeren Umständen und je nach Disposition, tritt wieder auf den Plan!

Es gibt immer wieder Frauen, die sich,  besonders, wenn sie die Pille lange genommen haben, nach dem  Absetzen derselben, in einer völlig anderen Gefühlswelt wiederfinden und geradezu von ihren ,,echten Gefühlen“ mit Schmerzen, aber auch von Freude und emotionale Sensibilität überwältigt werden.

Viele Frauen hingegen merken, emotional oder schmerz – technisch gesehen, überhaupt nichts, so dass ich selbst manchmal erstaunt bin, wie verschieden die Frauen bezüglich ihrer Empfindungen, was die Pille angeht, sind!

7. Haber die Frauen, wenn sie lange die Pille genommen haben und ihr Eisprung damit lange Zeit unterdrückt wurden, ihre Periode länger? Es müssen doch dann mehr Eier übrig  geblieben sein!

Die Überlegung klingt zwar im ersten Moment logisch, allerdings sind auch nach vielen fruchtbaren Jahren ohne Pillen – Einnahme, in denen reguläre Eisprünge stattfanden, die Anzahl der Eier keineswegs ,,verbraucht“.  Es ist einfach so, dass sich die Ovarien (Eierstöcke) sich im Alter zurückbilden und verkümmern. Also haben die Frauen, die die Pille genommen haben, ihre Periode nicht länger!

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Der moderne Verhütungsball besteht aus einer Kupferkette mit lauter kleinen aufgefädelten Bällen, die, sobald sie in der Gebärmutter zum Liegen kommt, die Form eines Balls annimmt! Der Vorteil ist, dass die Entfernung problemlos ist und beim Legen die Perforationsgefahr geringer ist.

8. Wie geht man nun am besten vor, wenn man die Pille nimmt und in den Wechseljahren möglichst keine Beschwerden erleiden möchte?

Ganz so einfach ist das natürlich nicht, aber doch bei sehr vielen Frauen möglich! Es gibt keinen Königsweg, der für alle Frauen gilt, denn jede Frau ist einzigartig und empfindet und reagiert anders! Es gibt Frauen, die von vorne herein keine Probleme haben.

Sie setzen die Pille ab, bluten noch ein paarmal, verhüten in dieser Zeit mit Kondom und Zäpfchen oder der Portiokkappe und wenn sie ein Jahr nicht mehr geblutet haben, brauchen sie auch das nicht mehr, es sei denn, sie brauchen einen Schutz gegen Krankheiten, weil sie ihren Partner (noch) nicht so gut kennen… ;-).

Andere kommen mit den Wechseljahresbeschwerden für den Übergang  gut mit pflanzlichen Präparaten z.B. solche  mit der sibirischen Rhabarberwurzel zurecht.

In jedem Fall hat man eine Reihe von Optionen, aus der man den momentan besten Weg aussuchen kann! Dabei ist es wichtig, dass beide Seite -Arzt/Ärztin und Patient flexibel sind und auch bereit, Kompromisse einzugehen, denn an oberste Stelle sollten immer die Sicherheit und Gesundheit stehen! Aber kommen wir zurück zu unserem Vorgehen!

Wie schon gesagt, wird man ab einem bestimmtem Alter immer einmal wieder einen Auslassversuch machen. Allerdings ist mit spätestens 50 Jahren bei meinem Rezeptblock Schluss mit der normalen ,,Pille“. Warum? Weil ich in meiner Laufbahn als Ärztin noch nie eine spontane Schwangerschaft erlebt habe, bei der die Frau 50 Jahre oder älter war! Sicher ist es nicht unmöglich, aber ich denke, dass in diesem Alter das vergleichsweise hohe Risiko durch artifizielle Hormone ein thrombembolisches Ereignis zu erleiden, das sehr geringe Risiko einer Schwangerschaft weit übertrifft!

Dennoch suche ich gemeinsam mit der Frau nach guten Alternativen, die es ja auch gibt! Außerdem sieht man wirklich fast bei allen Patientinnen am Labor, dass die Hormone in diesem Alter bereits schwächeln! Das Durchschnittsalter, in dem die Blutung ohne Pille ganz wegbleibt, ist übrigens 51 Jahre! Dem gehen bereits etwa 10-15 Jahre mit einer Hormonschwäche voraus, was immer dann besonders deutlich wird, wenn die Frauen noch Kinderwunsch pflegen.

Wenn  der Körper auf das Weglassen der Hormone nun tatsächlich mit starken Symptomen reagiert,  das man mit herkömmlichen, oben genannten pflanzlichen Methoden nicht in den Griff bekommt, wird man bald darauf, wenn die Blutung anfängt, wegzubleiben und Symptome auftreten, die Patientin dies möchte und es keine Kontraindikationen gibt,  mit einer natürlichen Hormonersatztherapie beginnen, die individuell nach den neuesten Erkenntnissen  dosiert ist (darüber habe ich bereits hier berichtet). Die frühere Empfehlung, die Hormone nur so kurz wie möglich einzunehmen, gilt heute so nicht mehr, denn wir wissen, dass sie für die Frauen auch einen protektiven Nutzen haben, die über die Behandlung der Symptome hinausgehen.

Auf alle Fälle kann man auf einer dieser beschriebenen Art vielleicht nicht immer absolut beschwerdefrei, aber doch in den aller meisten Fällen sicher und relativ komfortabel durch den Wechsel kommen!

S1420080 (5)So, das war es wieder für  heute! Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen! Obwohl ich die Informationen sorgsam zusammengetragen habe bzw. sie auf meinen Erfahrungen beruhen, sind sie wie immer ohne Gewähr! Auch soll diese kleine Zusammenstellung auf keine Fall das ärztliche Gespräch mit Eurem Arzt des Vertrauens ersetzen, da nur er Euch gut kennt und einschätzen kann!

Ich hoffe, die Männer waren mir nicht allzu böse, dass sie das Thema heute nicht so direkt betroffen hat, in Zukunft seid auch Ihr wieder mehr mit einbezogen! Aber die Wechseljahre und ihre Aspekte sind eben ein Thema, dass für Frauen Ü40 immer wieder Fragestellungen aufwirft, die beantwortet werden wollen…

Demnächst schreibe ich wieder über ein ,,medizinisches“ Thema, das auch Euch betrifft … lasst Euch überraschen!

So jetzt wünsche ich allen noch wunderschöne Wintertage und ein tolles Silvester,

Eure Ness

Weitere interessante Artikel zur Verhütung findet Ihr übrigens hier:

MEDIZIN: INTRAUTERINE VERHÜTUNGSSYSTEME IM VERGLEICH : GOLD – / SILBER – SPIRALE VERSUS KUPFERBALL ( ,,NORMALES “ IUP, HORMONSPIRALE, KUPFERKETTE, ,,PILLE“ …)

MEDIZIN: DAS NEUESTE, HORMONFREIE VERHÜTUNGSMITTEL – DER VERHÜTUNGSBALL ( KUPFERBALL, IUB , INTRAUTERINBALL , ÄHNLICH DER VERHÜTUNGS – SPIRALE ) IST NUN AUCH IN DEUTSCHLAND ZUGELASSEN!

 

 

 

 

Medizin: Intrauterine Verhütungssysteme im Vergleich : Gold – / Silber – Spirale versus Kupferball ( ,,normales “ IUP, Hormonspirale, Kupferkette, ,,Pille“ …)

Hallo Ihr Lieben!img_2247-1

Gestern erreichte mich eine Frage, die gerade die Frauen im empfängnisfähigem Alter interessieren dürfte, weshalb ich diesen Kommentar auch als Ergänzung zu meinem Artikel, den ich über den Kupferball geschrieben habe,  veröffentliche. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir, wenn die angekündigten Artikel noch etwas warten müssen!

Die Frage der Leserin lautete, welches der  o.g. Verhütungssysteme nun das Beste sei!

Die Neuentwicklungen der Spiralen, die es ja auch in verschiedenen Größen gibt, werden zunehmend auch für junge Frauen interessant, die noch nicht geboren haben! Zwar ist die ursächliche Komplikationsrate der neuen Systeme geringer, unerwünschte Nebenwirkungen wie Infektionen können aber nie ganz ausgeschlossen werden, weshalb Spiralen normalerweise z.B, für junge Mädchen nicht ausdrücklich empfohlen sind.

Kommen wir als erstes zur Goldspirale (z.B. GoldLuna®85),

die auch zum heißumkämpften Markt der intrauterinen  Systeme dazugekommen ist. Es handelt sich um eine Spirale, die aus einem flexiblen Polyethylenrahmen, Kupfer und Gold besteht.

Es gibt sie in 2 Größen: Mini: 24 mm  x  30,04 mm und Normal: 31 mm x 33 mm. „Medizin: Intrauterine Verhütungssysteme im Vergleich : Gold – / Silber – Spirale versus Kupferball ( ,,normales “ IUP, Hormonspirale, Kupferkette, ,,Pille“ …)“ weiterlesen

Medizin: Das neueste, hormonfreie Verhütungsmittel – der Verhütungsball ( Kupferball, IUB , Intrauterinball , ähnlich der Verhütungs – Spirale ) ist nun auch in Deutschland zugelassen!

Hallo Ihr Lieben!

Heute möchte ich wiedereinmal ein Update zu den mittlerweile zahlreichen auf dem Markt befindlichen Verhütungsmethoden  machen. Auch, wer keine Hormone einnehmen möchte, kann heutzutage relativ sicher und komfortabel verhüten, wobei auch bei den intrauterinen Systemen laufend Verbesserungen erzielt werden. Ob sich die folgende Methode bewährt, kann ich heute natürlich noch nicht mit Sicherheit sagen, da sie erst seit etwa 2 Monaten auf dem deutschen Markt ist. Allerdings sind die ersten Ergebnisse aus Österreich, wo dieses System bereits 2014 eingeführt wurde, recht vielversprechend.

Seit kurzer Zeit gibt es ,,ihn“ nun auch für Euch – den Verhütungsball (Intrauteriner Ball, IUB, Kupferball). Was lustig klingt, ist sehr wohl ernst zu nehmen. Von der Funktion her ähnelt er der Verhütungskette (,,Gynefix“), birgt aber einen weiteren Vorteil, der in der fehlenden Verankerung liegt.

,,Kupferball“ – was kann man sich darunter vorstellen?

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Frei liegt die Kette, zu einem Ball geformt, in der Gebärmutter. Rückstellkräfte sind dafür verantwortlich, dass sie die Ballform beibehält.

Eigentlich ist der Verhütungsball nicht anderes als eine Kupferspirale, die die  Form eines Balles hat und zur Langzeitverhütung von fünf Jahren gedacht ist.

Der ,,Ball“  ist auch nicht kompakt, sondern besteht aus einem Draht, auf welchem mehrere kleine Kupferperlen aufgefädelt sind, die Kupferionen in die Gebärmutter abgeben, wodurch die Spermien des Mannes unbeweglich werden.  Zusätzlich wird die Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass die Einnistung deutlich erschwert ist. Durch einen Rückstellmechanismus formt sich die Kette zu einem Ball, nachdem sie eingesetzt wurde. Dadurch  kann sie nicht mehr herausrutschen und übt keinen Druck auf die Schleimhaut aus.Damit dieser Ball optimal in der Gebärmutter liegt, gibt es ihn in 3 unterschiedlichen Größen (12, 15 und 18 mm Durchmesser). Die Kosten betragen ca 300-500 Euro.

Für wen ist diese Methode geeignet?

In der Regel für alle Frauen, deren Gebärmutter ganz ausgewachsen ist (ab ca 18 Jahre) und die einen langfristigen Verhütungsschutz wünschen. Auch Frauen, die noch nicht geboren haben, können diese Methode anwenden.

Für wen nicht?

Für Frauen, die eine (sehr seltene) Kupferallergie haben oder eine Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson). In seltenen Fällen sprechen auch anatomische Gegebenheiten gegen eine Einlage, deshalb findet eine Voruntersuchung statt.

Wie geht die Einlage überhaupt vor sich und tut sie weh?

Nachdem Ihr Euch  mit Eurem Frauenarzt für diese Methode entschieden habt, wird er bei einer körperlichen Untersuchung die Lage und Länge der Gebärmutter feststellen. Der optimale Zeitpunkt der Einlage  sind die letzten Tage der Menstruation, da dann der Gebärmutterhals weiter geöffnet ist. Besonders, wenn Ihr noch nicht geboren habt, kann es sein, dass der Muttermund etwas aufgedehnt werden muß. Dies ist unter Umständen etwas schmerzhaft, deshalb  man wird vorher besprechen, ob und welche Form der Schmerzreduktion sinnvoll ist.  Nun wird ein Röhrchen vorgeschoben, durch das eine  Kette mit 17 kleinen Kupferperlen in die Gebärmutter gelangt, die durch spezielle Rückstellkräfte die Form eines Balles annimmt. 2 dünne Fäden werden in der Scheide unterhalb des Muttermundes so gekürzt, dass sie keine Probleme machen, jedoch zum Herausziehen des Balles benutzt werden können. Danach wird der Sitz per Ultraschall kontrolliert.

Die Gebärmutter braucht je nach Gegebenheiten etwas 5-7 Tage, bis sie sich an das Bällchen gewöhnt hat. Solange sind leichte, mentruationsähnliche Schmerzen auch normal. Der Hersteller empfiehlt, in dieser Zeit keine Tampons und  keine Mentruationstasse zu verwenden und auf Sex  zu verzichten.

1-3 Monate nach dem Einsetzen des Kupferballes sollte eine Kontrolle durchgeführt werden. Danach werden jährliche Kontrollen empfohlen.

Vorteile:

  • Natürlicher Zyklus bleibt erhalten,
  • keine hormonelle Beeinflussung,
  • wirkt 5 Jahre,
  • man muss nur selten daran denken,
  • im Gegensatz zu Gynefix (Kupferkette) wird der Ball nicht in der Gebärmutter befestigt, dadurch ist die Entfernung leichter
  • durch die Form ist, anders als bei der klassischen Spirale, die Verletzungsgefahr und die lokale Irritation geringer.

Nachteile:

  • Eventuell (hauptsächlich anfangs) kann die Periode stärker sein,
  • Schmierblutungen,
  • je nach Erfahrung des Gynäkologen schwankt die Verlustrate
  • relativ neue Methode (in Österreich Einsatz bereits seit 2014)
  • durch die Pille wird die Periode oft schwächer und regelmäßig, auch hat sie positive Effekte, z.B. bei unreiner Haut, die natürlich bei allen hormonfreien Systemen zur Empfängnisverhütung nicht vorhanden sind.

So, ich denke, das Wichtigste ist gesagt…  Natürlich ersetzt diese Information, die ja nur einem Überblick bieten kann, nicht das persönliche Gespräch mit Eurem Arzt. Die Angaben sind zudem wie immer ohne Gewähr.

Übrigens lautet die Antwort, die ich gleich vorwegnehmen möchte, weil ich zu nahezu 100% mit der Frage ,, Würdest Du mit diesem Kupferball verhüten?“ rechne, ,,ja!“

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein wunderschönes Wochenende! Alles Liebe, Eure Nessy

 

 Wer an weiteren Informationen rund um die Verhütung, Schwangerschaft und Altern interessiert ist, findet hier weitere Informationen:

NEUES VERHÜTUNGSMITTEL : MINI – SPIRALE „JAYDESS“ ** AUCH FÜR MÄDCHEN, DIE NOCH NICHT GEBOREN HABEN / A NEW CONTRACEPTION METHOD ALSO FOR YOUNG LADIES SUITABLE: THE IUP SKYLA…

GESUNDHEIT: VERHÜTUNG NACH UNGESCHÜTZTEM SEX : “ PILLE DANACH “ / KUPFERSPIRALE / KUPFERKETTE / WAR ICH ÜBERHAUPT FRUCHTBAR?

WAS HAT DAS FRAUENTHEMA PCO SYNDROM MIT EINEM LANGEN LEBEN (AUCH FÜR MÄNNER) ZU TUN? URSACHEN, SYMPTOME, BEHANDLUNG UND NEUE ERKENNTNISSE

FRAUENTHEMA WECHSELJAHRE – (K)EINE CHANCE

WUNDER DER GEBURT – FAKTEN UND ANTWORTEN AUF HÄUFIGE FRAGEN/ MIRACLE OF BIRTH

KATE MIDDLETON IST´S, MICHELLE HUNZICKER IST´S – NUR ICH WERD´ NICHT SCHWANGER !

 

MEDIZIN: FOREVER YOUNG / ANTI AGING – TEIL 1: WARUM ALTERN WIR UND WAS KANN MAN DAGEGEN TUN?

MEDIZIN: FOREVER YOUNG / ANTI AGING – TEIL 2: TODESURSACHE NUMMER 1 – DIE ISCHÄMISCHE HERZERKRANKUNG. NEUE ERKENNTNISSE ZUR ENTSTEHUNG UND VORBEUGUNG (PRÄVENTION) AUCH SCHON IN JUNGEN JAHREN

MEDIZIN: FOREVER YOUNG / ANTI AGING – TEIL 3: GESTAGEN, ÖSTROGEN, TESTOSTERON, DHEA – HORMONSUBSTIUTION FÜR EIN LANGES LEBEN?

FOREVER YOUNG/ANTI AGING TEIL 4: SPIRULINA, MACA, HEILPILZE, CHIASAMEN & CO – WUNDERSUBSTANZEN ODER QUATSCH?

Neues Verhütungsmittel : Mini – Spirale „Jaydess“ ** auch für Mädchen, die noch nicht geboren haben / A new contraception method also for young ladies suitable: The IUP Skyla…

 Foto (1)

Hallo Ihr Lieben,

Foto (2)Als  die 17 jährige Lissy* nach Hause kommt, fühlt sie sich so richtig fröhlich. Es ist so ein warmes, schönes, aufgeregtes Gefühl in ihr… Da ist so ein Neuer in ihrer Klasse… Auch Mama Natalie fällt die ausgesprochene Fröhlichkeit ihrer Tochter auf und so fragt sie, ein bisschen zu harmlos: „Na, wie war die Schule?“ – „Toll“ kommt die promte Antwort von Lissy, „Soll ich dir helfen?“

Hello my friends,

today I want to tell you something about a new contraception product in gynaecology – an IUP named „skyla“ which is something special because of its low dose of the gestagen Levonorgestrel. It has only 13,5 mg  of it.  Mirena, which is much longer  on the market has 52 mg. So it is called „the big sister“ of skyla. Mirena has also indications, because in some cases it´s better to take higher dose of gestagens  for example to avoid bleedings.

Als Lissy dann den Kartoffeln beim Schälen auch noch eine Herzchen-Form gibt, weiß Mama Natalie, wie der Hase läuft. Als sie ihre Tochter nach dem Essen vorsichtig fragt, ob sie nicht einmal zum Frauenarzt mitkommen möchte, ist diese dem Vorschlag seltsamerweise auch gar nicht abgeneigt: „Kann ja mal schauen…“.

Während die Mutter sich im Nebenzimmer umzieht, sind Lissy und ich, ihre Ärztin, alleine… Nachdem wir ein wenig über dies und das geplaudert haben, kommt das Gespräch ganz zufällig auf die Vor- und Nachteile  verschiedene Verhütungsmethoden beim Sex … Als sie von den Vorteilen von Jaydess hört, ist sie gleich begeistert, obwohl ich ihr natürlich auch die Nachteile nicht vorenthalte. Zwei Wochen später setze ich Lissy problemlos die neue Mini-Spirale ein, wobei sie von einem sehr netten „Jayden“ gebracht wird. „Neues Verhütungsmittel : Mini – Spirale „Jaydess“ ** auch für Mädchen, die noch nicht geboren haben / A new contraception method also for young ladies suitable: The IUP Skyla…“ weiterlesen