Die Patientenfrage: Myome der Gebärmutter: Ausführliche Übersicht und neue Therapien /aktuelle Warnung vor hormoneller Therapie mit UPA!

Hallo Ihr Lieben!

Da ich immer einmal wieder Anfragen zur Behandlung von Myomen  habe, möchte ich Euch heute einen kurzen Überblick zu dem Thema geben, denn immerhin ist etwa jede vierte Frau von diesen muskulären Wucherungen der Gebärmutter betroffen. Denn auch hier entwickelt sich die Medizin rasend schnell! Neue Verfahren sind auf dem Vormarsch, eine davon schon wieder vom Markt …  Übrigens sind diese fast immer gutartig, zu einer Entartung zum sogenannten ,,Leiomyosarkom“ kommt es, je nach Literaturangabe, gar nicht bis ,,unter 1%“ … Dennoch ist es wichtig, diese  ,,Dinger“ auf alle Fälle im Auge zu behalten ..medical-appointment-doctor-healthcare-40568

Aber zurück zu Euren Fragen! Exemplarisch habe ich eine Frage herausgesucht, die ich gestern von einer Leserin, nennen wir sie ,,A. „, erhielt (Frage gekürzt und verallgemeinert):

,,Ist es möglich, zur Behandlung zweier großer Myome im Alter von über 40 Jahren und regelmässiger Menstruation Hormone einzunehmen, um die Wucherungen verkleinern?“

 

Natürlich ist diese Frage schlecht pauschal zu beantworten, denn es gilt, wie so oft mein allseits gefürchtetes ,,Jein“! Denn das hängt von einer Reihe von Fakten ab, die sicherlich nicht nur A. interessieren!

Deshalb  zeige ich Euch hier  die einzelnen Möglichkeiten, die es gibt, auf!

Welche für Euch am geeignetsten ist, müßt Ihr dann mit Eurem Gynäkologen herausfinden! Auch übernehme ich selbstverständlich keine Haftung oder Garantien für die aufgezeigten Therapieoptionen…

Fragen, die vor der Therapie von Uterusmyomen abgeklärt werden müssen:

A) Anamnestische Abklärung

  • Welche Einschränkungen/ Beschwerden hat man durch die Myome?

Davon hängt ab, ob und in welchem Umfang überhaupt eine Therapie eingeleitet werden sollte!

Je nach Lage und Größe hat die Betroffene überhaupt keinen Einschränkungen, Menstruationsbeschwerden, Probleme beim Schwanger-Werden,  während der Schwangerschaften und während der Geburt (da kann das Myom kann z.B. ein Hindernis darstellen), Problemen bei der Verdauung (durch Druck auf den Darm) und beim Wasserlassen bis hin zu starken Schmerzen ….

  • Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand?

Natürlich gibt es eine Reihe von Kontraindikationen, die gegen die einzelnen Möglichkeiten der Behandlung sprechen (s.u.) , dementsprechend sucht man gezielt eine der Möglichkeiten aus!  Probleme der Behandlungen können z.B. bei deutlichem Übergewicht, schweren Allgemeinerkrankungen  oder Herz-Kreislauf und Gefäßerkrankungen auftreten.

  • Besteht ein Kinderwunsch/Schwangerschaft?

Die ist deshalb so wichtig, weil man vor einer Schwangerschaft, je nach Myomlage und -größe, versuchen wird, es entweder in seiner Größe zu verringern oder gar operativ zu entfernen. Man kann sich vorstellen, dass, je nach Lage, schon die Befruchtung und oder die Einnistung des befruchteten Eis Probleme bereiten kann. Auch während der Schwangerschaft oder unter der Geburt kann ein großes Myom hinderlich sein!

  • Gibt es in der Familie auch Myome?

Man weiß, dass Myome vererbbar sein können Aus dem Verlauf der Erkrankung bei Verwandten kann man evtl. wertvolle Hinweise auf den Verlauf bekommen. Es gibt Myome, die wachsen schneller oder früher als andere …

Übrigens treten sie meist im Alter von ca. 35 bis 50  Jahren erstmals auf und bilden sich meist nach der Wechseljahre nach und nach zurück.the-uterus-2947707__340

Links seht Ihr die Lage der Gebärmutter im Körper. Je nachdem, wo die Myome in oder an der Gebärmutter liegen, können sie zu deutlichen Problemen führen. Die gelben Strukturen sind die Eierstöcke, im Seitbild sieht man vor der Gebärmutter die Blase, dahinter den Darm.

 

 

B) Körperliche Untersuchung

Meist wird mittels

  1. Tastuntersuchung und
  2. Vaginal-Ultraschall,
  3. Abdominal-Sonographie (Ultraschall vom Bauch aus) manchmal auch mittels
  4. Hysteroskopie (Untersuchung der Gebärmutterhöhle mit einer Optik durch die Scheide),
  5. Laparoskopie (Untersuchung mit einer Optik durch die Bauchhöhle),
  6. Computertomographie oder
  7. Magnetresonanztomographie (MRT) …

das Ausmaß und die Lage der Myome festgestellt. Dabei kann die Größe von winzig bis kindskopfgroß variieren.

Außerdem gibt es

verschiedene Arten von  Myomen:

  1. Intramural (in der Gebärmutterwand)
  2. Subserös (an der Außenwand des Uterus)
  3. submuköse Myom (an der inneren Gebärmutterwand, wölbt sich in die Gebärmutterhöhle)
  4. gestieltes submuköses Myom
  5.  Myoma in statu nascendi (wölbt sich aus dem Muttermund heraus)
  6. intraligamentäres Myom (wächst seitlich der Gebärmutter in die Bänder hinein)

Ihr seht also, das ist also alles nicht ganz so einfach …

Auch im Falle von A. müsste man diese Fragen also klären, bevor man ihr eine für sie optimale Behandlungsmethode empfehlen könnte …

Schauen wir uns also an, was es überhaupt für Möglichkeiten gibt!

Behandlungsformen von Myomen:IMG_5422

1. Abwarten, ,,Tee trinken“ und beobachten… 

Wenn die Myome klein sind, kein Kinderwunsch vorliegt und keine oder kaum Beschwerden verursachen ist das durchaus eine probate ,,Behandlungsmethode“! Bei nur gelegentlichen, eher leichteren Beschwerden, wie sie manchmal bei Myomen unter der Periode auftreten, können auch konservative Mittel wie grüner Tee, Akupunktur, Wärme oder auch die Gabe krampflösender Schmerzmittel Abhilfe schaffen. Hier hat sich beispielsweise eine Kombination aus Butylscopolamin (krampflösend) und/oder einem Schmerzmittel vom nicht-steroidalen Typ wie  Paracetamol (Handelsname zum Beispiel Buscopan  plus), Naproxen (Handelsname zum Beispiel  Dolormin) oder Ibuprofen  bewährt.  Aber auch eine entspannende Bewegungstherapie kann guttun …

(Falls A. keine Beschwerden hat, wäre dies durchaus eine Möglichkeit! Denn die Wahrscheinlichkeit einer Entartung ist mit unter ein Prozent so gering, dass eine Beobachtung ausreicht. Dann müsste sie quasi, abgesehen von gelegentlichen Kontrollen (in Absprache mit ihrem Gynäkologen) überhaupt nichts machen, denn in dem Moment, wenn ihre Hormone sinken, was wahrscheinlich in Bälde der Fall sein wird, werden auch die Myome langsam kleiner werden…)

2. Hormonelle ,,Schrumpfung “ der Myome

Da der Myomwachstum durch Hormone beeinflusst wird, gibt es verschiedene hormonelle Möglichkeiten, diese zum Schrumpfen zu bringen. Allerdings werden die Frauen dadurch in künstliche Wechseljahre versetzt, warum die Nebenwirkungen auch ähnlich sind. Außerdem muss man vor jeder Therapie die Kontraindikationen prüfen!

Myom der Gebärmutter durch Hormone verkleinern und behandeln

Östrogene fördern das Wachstum von Myomen. Deshalb treten Myome grundsätzlich während der geschlechtsreifen Lebensphase einer Frau auf. Mit den Wechseljahren bilden sich die Myome aber meist automatisch zurück, da die Eierstöcke ihre Östrogenproduktion beenden.

Wenn die Patientin also kurz vor der Postmenopause steht, wurde bis vor nicht allzu langer Zeit eine Hormontherapie in Betracht gezogen, um somit die Zeit bis zum natürlichen Stillstand der Eierstöcke zu überbrücken! Hier war UPA die Nummer Eins!

2.1. UPA (Ulipristalacetat, Handelsname Esmya), einem selektiver Progesteron-Rezeptor-Modulator

Primär zeigte sich auch ein guter Erfolg des seit 2012 für die Behandlung von Gebärmuttermyomen zugelassenen Medikamentes. Ab 2013 konnte die Therapie mit UPA sogar wiederholt werden. Es handelt sich um die weltweit erste oral verabreichte Wirksubstanz gegen Wucherungen des Uterus.

Allerdings liegen seit kurzem Hinweise auf  Fälle von schwerer Lebertoxizität unter der Einnahme vor. So mussten mittlerweile vier Frauen im Zusammenhang mir der Einnahme von UPA Leber-transplantiert werden!

Deshalb wurden nun alle Gynäkologen dazu angehalten, dieses Medikament nicht neu zu verschreiben und bei Patientinnen, die es erhalten, genau auf die Leberwerte zu achten!

Da manche Frauen das Medikament aber noch einnehmen und ich nicht ausschließen kann, dass es nicht noch einmal rehabilitiert wird, wie das manchmal der Fall ist, belasse ich es erst einmal in dieser Auflistung …  obgleich ich zum aktuellem Zeitpunkt davon abrate!

Dabei hatte sich alles so gut angehört … UPA blockierte nämlich die  Progesteron-Rezeptoren nur in der Gebärmutter und blockiert oder verzögert den Eisprung der Frau! UPA wurde einmal täglich über einen Zeitraum von zwölf Wochen eingenommen und führte zum Stopp der Uterusblutungen und zum  Schrumpfen des Myoms!

Es wurde vor der Menopause während einer Dauer bis zu drei Monaten täglich eine Tablette mit fünf Milligramm Ulipristalacetat verabreicht. Dennoch kam es auch unter diesem Medikament zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit , Bauchschmerzen und viele andere auf.

2.2. GnRH-Analoga (künstliche Gonadotropin Releasing Hormon-Analoga zur Absenkung der körpereigenen Hormone)

können die Myome und die Gebärmutter verkleinern, indem sie die Hormonspiegel der Frau  auf das Niveau in der Postmenopause senken. Deshalb leiden viele Frauen unter  oft deutlichen Nebenwirkungen (Hitzewallungen, Hauttrockenheit, Stimmungsschwankungen, Schwitzen…). Auch Veränderungen im Körper entsprechend der Menopause sind zu erwarten. So wird die Haut oft trockener und dünner und auch der Knochenstoffwechsel vermindert sich. Der Libido kann zurückgehen und die Leistungsfähigkeit kann sinken, um nur einige Beispiele zu nennen. Ihre Anwendung ist  deshalb auf sechs Monate beschränkt.

Abgesehen von den Nebenwirkungen ist diese Möglichkeit eher mit Vorsicht zu genießen, da die Myome nach Absetzen gerade bei jüngeren Frauen oft wieder wachsen. Ist die Frau schon in den Wechseljahren oder kurz davor, kann diese Möglichkeit in Einzelfällen als Überbrückung genutzt werden, bis die Hormone natürlicherweise weit genug absinken, dass die Myome durch Entzug des Östrogens von selbst kleiner werden.

Allerdings ist man davon heute davon weitgehend abgekommen.  GnRH-Analoga werden aber noch bei der Operationsvorbereitung zur präoperativen Myomverkleinerung  eingesetzt.

Das Medikament wird als Depot Präparat gespritzt (alle vier Wochen oder alle drei Monate).

Myome in der Schwangerschaft können natürlich nicht damit behandelt werden. Dadurch, dass in dieser Zeit Progesteron auf dem Vormarsch ist, werden die Myome zwar während der Entwicklung des Feten  nicht wachsen, können aber trotzdem zu Beschwerden und Problemen führen. Wenn möglich, wird man schon vor der Schwangerschaft überprüfen, inwieweit Myome hinderlich sein könnten und diese entsprechend behandeln.

Um auf die Frage von A. zurückzukommen: Eine hormonelle Therapie mit UPA wäre in meinen Augen obsolet. Die weitere Behandlung würde sehr stark von den vorhandenen Beschwerden und den sonstigen Gegebenheiten  abhängen, die sie mit ihrem Frauenarzt besprechen müsste!

Wenn sie starke Beschwerden von ihren großen Myomen her hat, ist eine alleinige Behandlung mit GnRH-Analoga und damit die Unterdrückung der eigenen Hormone und der vorzeitige Eintritt in die Wechseljahre wahrscheinlich nicht ausreichend, um in Bälde eine Besserung zu erfahren. In diesem Falle müsste  abgeklärt werden, ob eine Operation oder minimal-invasive Therapie in Frage käme und ob eine präoperative Verkleinerung durch GnRH Analoga  sinnvoll ist.

 

2.3. Gestagene

können leider nur verstärkte Blutungen abschwächen, wirken aber, isoliert gegeben, wenig bis nicht auf die Verkleinerung der Myome.

 

2. Neue, minimal-invasive Verfahren

2.1. Myom-Embolisation

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Bei diesem sehr anspruchsvollem Eingriff  mit einem Krankenhausaufenthalt von ein bis zwei Tagen führt der Arzt einen  Katheter durch die Leistenarterie ein. Dann wird er bis in die Gebärmutter zu den die Myome versorgenden Arterien vorgeschoben. In diese werden kleine Kügelchen (Mikropartikel) gezielt bis zum Gefäßverschluss eingespritzt. Dadurch wird die Blutversorgung der Myome gehemmt und sie verkleinern sich, im Idealfall ohne dass  Die Gebärmutter Schaden erleidet. Hierdurch kommt es innerhalb eines Jahres zu einer Verringerung der Myomgröße auf etwa 10% der Ausgangsgröße.

Dieses Verfahren wird schon mit gutem Erfolg durchgeführt und ist auch für Patientinnen mir vielen oder mehrere sehr große Myome gut geeignet!

Die Nachteile sind, dass dieses Verfahren nur von erfahrenen Radiologen durchgeführt werden kann und unklar ist, ob die Myome nicht wieder auftreten können, besonders, wenn es sich um eine jüngere Patientin handelt!

Es gibt neuerdings noch ein anderes Verfahren, das auch durchaus hoffnungsvoll ist, die

2.2. MRgFUS  („Magnetic Resonance guided Focused Ultrasound Surgery“ )

Bei diesem Verfahren wird mit fokussiertem Ultraschall gearbeitet, der über eine Magnetresonanztomographie (MRT) gesteuert wird. Mit seiner Hilfe kann nicht nur das Myom gut sichtbar gemacht werden, sondern auch Temperaturveränderungen  gezeigt werden. Bei diesem Verfahren wird dann vom Ultraschallgerät große Hitze (ca 100 Grad Celcius) freigesetzt, die gezielt Gewebe zerstören kann (Thermablation). Punktgenau wird das Gewebe zerstört, ohne das gesunde Nachbargewebe zu schädigen. Allerdings dauert das Ganze oft vier Stunden oder länger. Eine Vollnarkose ist nicht nötig, lediglich eine leichte Beruhigungsspritze kann verabreicht werden.

Diese Methode ist allerdings nicht für sehr große Myome geeignet, oder solche, die ungünstig liegen.  Auch wenn es sich um mehrere Myome handelt, ist ihnen mit dieser Methode oft nicht gut beizukommen .

Dennoch hat dieses neue Verfahren viele Vorteile, vor allem ist es sehr schonend! Natürlich ist es auch sehr aufwändig, deshalb wird die Zukunft zeigen, ob es sich durchsetzt! Ähnlich verhält es sich mit der

2.3. Radiofrequenzablation von Myomen

Dieses Verfahren eignet sich für mittels Ultraschall gut zugängliche Myome und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Arzt sucht den Myomknoten auf und positioniert die Spitze eines Metallröhrchens, dass mit dem Ultraschallkopf verbunden ist, neben dem Myom, wo als nächstes Metalldrähte in das Myom hineingefahren werden. Dann beginnt  die Radiofrequenzablation, wobei Energie das Myomgewebe verödet, was etwa drei Minuten pro Myom dauert.  Auch tiefer im Gewebe sitzende Myome können unter Schonung der Gebärmutter behandelt werden.

3. Operative Myomtherapie

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Machen Myome verursachen starke Probleme und es ist nicht zu erwarten, dass sie sich in relativ absehbarer Zeit ausreichend durch hormonelle Therapie/Wechseljahre zurückbilden können und bei denen  auch  die minimal-invasiven Methoden nicht unbedingt sinnvoll sind.

Dann müssen sie operiert werden. Je nach Lage und Größe es allerdings notwendig sein, im Vorfeld mit einer hormonellen Therapie eine Verkleinerung zu erwirken. Die Operation ist dann häufig einfacher. Je nach Status der Kinderwunschplanung wird man dabei versuchen, die Gebärmutter zu erhalten.

Ist die Familienplanung jedoch abgeschlossen, kann es, je nach Ausmaß der Beschwerden, auch einmal das Sinnvollste sein, die Gebärmutter zu entfernen. Denn das ist die sicherste Möglichkeit, dass keine Myome mehr wachsen. Auch das Problem der starken Blutungen, die oft Nebenwirkungen ungünstig wachsender Myome sind, wird so dauerhaft gelöst. Dabei werden die Eierstöcke erhalten, sodaß die hormonelle Funktion weitgehend erhalten bleibt, die Frau also nicht durch die Operation in die Wechseljahre kommt!

Abhängig von der Größe, Anzahl und dem Sitz der Myome können die Eingriffe über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), einen Bauchschnitt (Laparotomie) oder durch die Scheide (transvaginal) erfolgen.

Kommen wir als erstes zu der Möglichkeit, unter Erhalt der Gebärmutter die Myome zu entfernen. Dieses Verfahren nennt man

3.1. Myomenukleation unter Erhalt der Gebärmutter

Dann wird versucht, das/die Myom(e) aus dem umliegenden Gebärmuttergewebe herauszuschälen, was eine oft langwierige Operation ist. Dabei kann es zu einem deutlichen Blutverlust kommen, da die Gebärmutter gut durchblutet ist. Mit modernen Methoden ist diese Komplikation jedoch auch überschaubar.  So bedeutet diese Möglichkeit oft die einzige Option für Patientinnen mit großen Myomen und noch bestehendem Kinderwunsch, die Gebärmutter zu erhalten.

Der Chirurg kann die Myome entfernen, indem er sie aus dem umliegenden Gewebe herausschält (Myomenukleation). Da die Gebärmutter erhalten bleibt, wird dieser Eingriff von Frauen mit noch bestehendem Kinderwunsch bevorzugt. Der Nachteil ist auch bei diesem Verfahren, dass die Myome in bis zu 15 Prozent der Fälle erneut wachsen. Ob eine Myomentfernung überhaupt vorgenommen werden kann, hängt stark von der Lage und der Größe des Myoms ab.

3.2. Hysterektomie (Entfernung der gesamten Gebärmutter )

Dies kann insbesondere bei Vorliegen vieler Myome und abgeschlossener Familienplanung sinnvoll sein. Die Entfernung der Gebärmutter ist unter allen Therapiemöglichkeiten die einzige, mit der Myome dauerhaft geheilt werden können.

Klassischerweise wurde die Gebärmutter samt ihren Myomen lange Zeit durch einen

Bauchschnitt (Laparotomie)

entfernt.

Dies ist nur noch dann indiziert, wenn die Gebärmutter sehr groß ist oder Komplikationen vorliegen, zum Beispiel schon Voroperationen und/oder Entzündungen stattgefunden haben, denn dann ist mit Verwachsungen zu rechnen. Auch, wenn die Operation, zum Beispiel bei schlechtem Allgemeinzustand und/oder anderen Erkrankungen relativ schnell erfolgen soll, kann diese Möglichkeit angezeigt sein.

Ansonsten kann dieser Eingriff heutzutage in manchen Fällen komplett durch alleinige

Bauchspiegelung (Laparoskopie)

erfolgen. Dabei werden zuerst die Strukturen und Gefäße abgesetzt und dann der Uterus zerkleinert (Morcellement) Das Verfahren heißt dann:

TLH (Totale laparoskopische Hysterektomie)

Wenn die Myome zu groß sind, kann man einen vaginalen Eingriff auch mit einer Bauchspiegelung kombinieren. So werden bei einer Gebärmutterentfernung durch die Scheide zuerst die große Myome ,,von oben“ verkleinert, sodaß sie mit der Gebärmutter durch die Scheide entfernt werden können.

Der Eingriff heißt dann

,,Laparoskopisch assistierte Hysterektomie“.

Ich habe Euch diesen Verfahren relativ ausführlich geschildert, weil sie in der Praxis tatsächlich relativ häufig durchgeführt werden und es wichtig ist, so wenig belastend wie möglich vorzugehen!  Dennoch ist jede Operation  ein relativ invasiver und endgültiger Eingriff, der gut überlegt sein will!

Und damit bin ich auch am Ende meines kleinen Überblickes angelangt! Ich hoffe, ich konnte Euch doch einige Infos mitgeben und wünsche Euch von Herzen, dass Ihr, falls Ihr Euch gerade darüber Gedanken macht, die richtige Therapie für Euch findet!

Alles Liebe und eine gute Gesundheit, Eure Nessy

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Literatur zum Thema

GnRH-Analoga:

Myomembolisation:

MRgFUS  („Magnetic Resonance guided Focused Ultrasound Surgery“ ):

Radiofrequenzablation:

 

 

 

Medizin/ Gesundheit /Frauenheilkunde: Pille und alternative Verhütung in den Wechseljahren

Hallo Ihr Lieben!

unnamed (96)Heute möchte ich Euch einmal die wichtigsten Fakten zum Thema Verhütung mit Pille in den Wechseljahren erklären, denn jede Frau, die mit der Pille verhütet, sieht sich früher oder später mit dem Thema konfrontiert … Wenn Euch noch weitere Fragen zu dem Thema einfallen, dürft Ihr sie gerne in den ,,Kommentaren“ stellen!

So! Und nun viel Spaß beim ,,Schmökern“!

 

1. Woran merkt man, dass man in die Wechseljahre kommt, wenn man die Pille einnimmt?

Oft merkt man es – gar nicht! Denn die Blutung, die ja eine ,,künstlich“ herbeigeführte Hormnentzugsblutung ist und keine echte Periodenblutung, geht natürlich noch viel länger weiter, als dass ohne Pille der Fall wäre!

Dennoch bilden sich bei manchen Frauen ab dem  Wechseljahresalter zwischen etwa 45 und 55 Jahren  typische Symptomen aus, die dann aber meistens weit weniger heftig sind als bei Frauen, die keine Hormone nehmen, denn ein Stück weit ersetzen die künstlichen Hormone die natürlichen.

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Wechseljahre – Für manche ein Fluch, für andere völlig komplikationslos…

Wie Ihr wisst, wird durch die Pille der Eisprung unterdrückt! Nicht umsonst heißt sie ja ,,Ovulationshemmer“. Wenn nun die eigene Hormonproduktion nachläßt, ändert sich zunächst einmal gar nicht so viel! Denn die Wechseljahre an sich mit Hormonschwankungen, Hitzewallungen etc. finden so, nach ,,außen hin“ gesehen, nicht statt! Die eigenen Hormone werden weiter unterdrückt, es findet nach wie vor kein Eisprung statt und wenn man die 7 Tage ,,Pillenpause“ macht, blutet die Gebärmutterschleimhaut  weiterhin ab.  Das kann bei machen Frauen bis zum Alter von 60 Jahren so gehen! Spätestens dann bildet sich auch die Schleimhaut zurück und die Blutung bleibt ganz aus.

2. Wieso muss ich dann die Pille überhaupt absetzen?

Weil es ein Risiko bedeutet, künstliche Hormone einzunehmen und das steigt mit dem Alter!

So ist bei Einnahme der Pille die  Thromboserate, das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und das Risiko an Brustkrebs und Leberkrebs  zu erkranken, erhöht.

Die Risiken sind umso höher, je mehr der typischen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, genetische Veranlagungen etc. bestehen. Je größer das individuelle Risiko ist, an Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken, umso eher wird der Frauenarzt empfehlen, die Pille abzusetzen , um auf alternative Verhütungsmittel auszuweichen!

Das Risiko hängt aber auch von der Dauer der Einnahme ab (je länger die Einnahme desto geringer das Risiko, allerdings steigt es auch mit dem Alter der Patientin), außerdem von der Höhe der Östrogendosis und dem Gestagen – Wirkstoff der Pille. So gilt  es bei den kombinierten Pillen mit den Gestagenen Drospirenon, Cyproteronacetat, Desogestrel und Gestoden als besonders hoch.

3. Wie geht der Übergang in den Wechseljahren, wenn man die Pille nimmt, genau vonstatten?

Je nach Alter und Risikoprofil der Frau wird der Frauenarzt/-ärztin empfehlen, ab dem Alter von ca 40 Jahren (bei hohem Risiko) und ca 45 Jahren (normales Risiko) einen sogenannten Auslassversuch zu machen. Dabei wird die ,,Pille“ für 6 Wochen weg  gelassen und während dessen  hormonfrei, z.B. mit einem Kondom kombiniert mit einem  Schaumzäpfchen, oder mit  andere sogenannte Barrieremethoden (z.B, Portiokappe, Femidon, Verhütungsschwämmchen) verhütet.

Danach werden die Hormone untersucht und man sieht, wie es noch um die natürliche Hormontätigkeit der Frau bestellt ist. Hat man noch völlig normale Spiegel vorliegen, kann man eventuell die Pille noch ein wenig weiter geben (eher nicht empfehlenswert, wegen des erhöhten Risikos in diesem Alter oder aber, wenn möglich auf ein schonenderes Präparat mit einer günstigeren Zusammensetzung (siehe vorherige Frage) umsteigen.

Verhütungs – Möglichkeiten in den Wechseljahren

(grün: für die meisten Frauen empfehlenswert, rosa: bedingt empfehlenswert, rot: für die meisten Frauen nicht empfehlenswert)

Man  kann sich dann im Prinzip neben den

1. verschiedenen Hormonpräparate (erhöhtes thrombembolisches Risiko, wie Beinvenenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt, Schaganfall…siehe Frage 5) zwischen

2. den verschiedenen Barriere – Methoden, z.B. Kondom, Femidom, Portiokappe, Verhütungschwämmchen (wegen Hygieneproblemen weniger empfehlenswert) und /oder Schaumzäpfchen, bzw. spermizides Gel,

3.  den intra – uterinen Systemen, wie Kupferspiralen, Kupferball oder die Kupferkette,

4. das Berechnen der fruchtbaren Tage wie auch

5. ,,Knaus Ogino“ sind eher ungünstig (wegen großer Unzuverlässigkeit, siehe auch Frage 4) und

6. dem Weglassen der Verhütung  entscheiden.

Das  letztere empfiehlt sich nur, wenn man in dieser Situation gerade keinen Verkehr   oder man einen ausdrücklichen Kinderwunsch hat, und dies unter Kenntnis des deutlich erhöhten Risikos! Aber in diesem Fall muss man sowieso ganz anders vorgehen…

Sind die Hormonspiegel schon unter einen bestimmten Level abgesunken, wird man, je nach Alter, dennoch für ein halbes bis ein ganzes Jahr weiter (nach Spiegel/Begleitumstände) hormonfrei verhüten.

Dies hat auch den Vorteil, dass man sieht, wie es weitergeht und wie die Frau auf den Hormon – Entzug reagiert.  Entsprechend kann man Maßnahmen abbrechen bzw. auch eine Hormon – Substitution überdenken.

Nach 6 Wochen wird man die Hormon erneut überprüfen, da die Hormone in den Wechseljahren ja starken Schwankungen unterworfen sein können und ein einmaliger Wert nur eine Momentaufnahme darstellt! Zeigt sich dann nach 6 Monaten keine  Blutung mehr und die Hormone sind bei einer erneuten Kontrolle immer noch tief, kann man auf weitere Verhütung verzichten und  eventuell bei Symptomen auch eine Hormonersatztherapie beginnen.

4.Welche hormonfreien Möglichkeiten der Verhütung eignen sich in den Wechseljahren?

Eine hormonfreie Alternative zur ,,Pille“  stellen die  Kupferspiralen und ähnliche intrauterinen Systeme dar, wie der Kupferball oder die Kupferkette (siehe den Übersichtsartikel über solche Systeme  durch ,,KLICK HIER“ ) , die von den meisten Frauen gut, aber von ein paar auch eher schlecht vertragen werden!

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Eine nicht ganz konventionelle Interpretation des Verhütungsballs, wobei auch dieser sehr sicher ist, wenn die Dame über eine gute Muskulatur verfügt, um ihn festzuhalten… Die klassische Interpretation seht Ihr weiter unten!

Das hängt oft mit ihrer genauen Lage in der Gebärmutter zusammen. Manchmal sind die verschiedenen Intrauterinsysteme, die übrigens durch ihre Kupferionen verhütend wirken,  sie zu klein oder zu groß oder liegen nicht ganz gerade. Das ist aber eher selten und in diesem Fall können sie manchmal noch nachjustiert werden oder man wählt eine andere Größe oder ein anderes System. Da sie nicht in den Hormonhaushalt eingreifen und  so auch nicht die Vorteile der Pille haben, kann die Periode unregelmäßig, schmerzhafter  oder stärker sein.

Meistens überlegen sich die Frauen aber zusammen mit dem Arzt/Ärztin  ihres Vertrauens für den Übergang, wenn man merkt, dass die Hormone schon ein wenig ,,schwächeln“ (aber eine Empfängnis noch nicht sicher ausgeschlossen werden kann), eine einfachere Lösung

Eine Option sind auch sogenannte Barrieremethoden wie ,,Portiokappen“ , wie  z.B. ,,Caya“  die vor dem Verkehr  eingesetzt werden und zusätzlich  noch zur Erhöhung der Sicherheit,  mit einem spermiziden Gel bestrichen werden.

Eine andere,Barrieremethode ist  z.B. das Verhütungsschwämmchen, dass aber aus hygienischer Sicht etwas schwierig zu händeln ist, da sich natürlich auch gerne Keime einnisten…

Auch das gute alte spermizide Zäpfchen oder/und das Kondom sind durchaus noch Optionen…

Die Berechnung der fruchtbaren Tage hingegen ist in den Wechseljahren eher schwierig durchzuführen, da gerade zu dieser Zeit der Zyklus oft unregelmäßig wird.

Von der Sicherheit her sind die zuletzt genannten Barrieren-Methoden zugegeben nicht so sicher wie die ,,Pille“.  Allerdings hängt die Sicherheit sehr davon ab, ob die Methoden auch zuverlässig angewendet werden und  man sich bei der Anwendung wirklich genau an die immer beiliegenden Anleitungen hält! Auch erhöht die Anwendung zweier Methoden die Sicherheit noch einmal …

Meist findet sich aber trotzdem für jede Frau eine gangbare Lösung, zumal diese ,,Phase des Übergangs“ auch  nicht ewig dauert!

5. Es gibt Frauen, die möchten die Pille trotz erhöhtem Risiko gerne noch weiter nehmen, Gibt es Pillen, die trotz aller Unkerufe für Frauen, die über 40 Jahre alt sind, eher geeignet sind als andere?

Es gibt  sogenannte ,,Wechseljahrespillen„, die Estradiolvalerat als Östrogen-Komponente beinhalten, welches das sonst verwendete Ethinylestradiol ersetzt. Estradiolvalerat wird im Körper in Estradiol umgewandelt, so gelangt man tatsächlich zum natürlichen Östrogen. In wiefern natürliches Östrogen in der Verhütung genauso zuverlässig ist und ob es tatsächlich weniger Nebenwirkungen hat, kann ich Euch leider nicht sicher sagen, auch wenn es uns die Industrie, die  diese Pillen (z.B. Qlaira) vertreibt, natürlich Glauben machen möchte. Diese Pille ist jedenfalls sehr teuer und wird in der Regel nicht von der Kasse bezahlt!

Eine weitere Pille, die hinsichtlich des im Alter erhöhtem Thromboserisikos als besonders sicher eingestuft wird und ich (mit Abstrichen) deshalb auch bei Frauen empfiehlt, die sich mit so gar keinen nicht-hormonellen Verhütungsmethoden anfreunden können ist die Minipille, die nur Gestagen enthält  (z.B. Cerazette) und die ohne Pause eingenommen wird. Die Nachteile sind, dass die Blutung bei dieser Methode wegbleibt und dass die Einnahme möglichst zur etwa gleichen Zeit erfolgen sollte, damit eine hohe Sicherheit gewährleistet werden kann. Allerdings werden sich die in den Wechseljahren bei manchen Frauen auftretenden Östrogenmangel -Erscheinungen  (z.B. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen, Stimmungsschwankungen, …)  natürlich auch bei dieser östrogenfreien Pille zeigen!

6. Was passiert im Körper, wenn mazzhetn die ,,Pille“ nach vielen Jahren absetzt?

Das Empfinden von Frauen, die die Pille absetzen, ist sehr unterschiedlich, nicht nur in Bezug auf das Wieder-Eintreten der ,,natürlichen“ Periode. Diese  hat ja die ganze Zeit mit der Unterdrückung  des Eisprungs unter Hormoneinnahme so nicht stattgefunden,  es kam lediglich zu einer Hormonentzugsblutung. So kann es einige Monate dauern, bis die Periode wieder einsetzt, oder sie tritt nur noch unregelmäßig auf. Wenn die Hormone schon deutlich am ,,schwächeln“  sind, besteht auch die Möglichkeit, dass keine Blutung mehr kommt.

Bei Unklarheiten kann der Frauenarzt/ärztin leicht mittels Ultraschall feststellen, ob die Gebärmutterschleimhaut sich noch adäquat aufbaut oder sich vielleicht schon zurückbildet hat und deshalb nicht mehr abbluten muss. Auch kann man mittels dieser Untersuchung Myome und /oder Cysten, die ebenfalls Blutungsstörungen auslösen können, diagnostizieren.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Pilleneinnahme ja auch Vorteile hat. So ist die Blutung unter der Medikation oft regelmäßiger, weniger schmerzhaft und schwächer. Lässt man sie nun weg, fallen auch diese Vorteile weg und die ,,natürliche“, ureigene, nicht von der Pille beeinflusste Periode mit Eisprung, eventuell prämenstruellem Syndrom  und ,,Störanfällgkeit“ des Zyklus je nach äußeren Umständen und je nach Disposition, tritt wieder auf den Plan!

Es gibt immer wieder Frauen, die sich,  besonders, wenn sie die Pille lange genommen haben, nach dem  Absetzen derselben, in einer völlig anderen Gefühlswelt wiederfinden und geradezu von ihren ,,echten Gefühlen“ mit Schmerzen, aber auch von Freude und emotionale Sensibilität überwältigt werden.

Viele Frauen hingegen merken, emotional oder schmerz – technisch gesehen, überhaupt nichts, so dass ich selbst manchmal erstaunt bin, wie verschieden die Frauen bezüglich ihrer Empfindungen, was die Pille angeht, sind!

7. Haber die Frauen, wenn sie lange die Pille genommen haben und ihr Eisprung damit lange Zeit unterdrückt wurden, ihre Periode länger? Es müssen doch dann mehr Eier übrig  geblieben sein!

Die Überlegung klingt zwar im ersten Moment logisch, allerdings sind auch nach vielen fruchtbaren Jahren ohne Pillen – Einnahme, in denen reguläre Eisprünge stattfanden, die Anzahl der Eier keineswegs ,,verbraucht“.  Es ist einfach so, dass sich die Ovarien (Eierstöcke) sich im Alter zurückbilden und verkümmern. Also haben die Frauen, die die Pille genommen haben, ihre Periode nicht länger!

Verhütungsball (4)
Der moderne Verhütungsball besteht aus einer Kupferkette mit lauter kleinen aufgefädelten Bällen, die, sobald sie in der Gebärmutter zum Liegen kommt, die Form eines Balls annimmt! Der Vorteil ist, dass die Entfernung problemlos ist und beim Legen die Perforationsgefahr geringer ist.

8. Wie geht man nun am besten vor, wenn man die Pille nimmt und in den Wechseljahren möglichst keine Beschwerden erleiden möchte?

Ganz so einfach ist das natürlich nicht, aber doch bei sehr vielen Frauen möglich! Es gibt keinen Königsweg, der für alle Frauen gilt, denn jede Frau ist einzigartig und empfindet und reagiert anders! Es gibt Frauen, die von vorne herein keine Probleme haben.

Sie setzen die Pille ab, bluten noch ein paarmal, verhüten in dieser Zeit mit Kondom und Zäpfchen oder der Portiokkappe und wenn sie ein Jahr nicht mehr geblutet haben, brauchen sie auch das nicht mehr, es sei denn, sie brauchen einen Schutz gegen Krankheiten, weil sie ihren Partner (noch) nicht so gut kennen… ;-).

Andere kommen mit den Wechseljahresbeschwerden für den Übergang  gut mit pflanzlichen Präparaten z.B. solche  mit der sibirischen Rhabarberwurzel zurecht.

In jedem Fall hat man eine Reihe von Optionen, aus der man den momentan besten Weg aussuchen kann! Dabei ist es wichtig, dass beide Seite -Arzt/Ärztin und Patient flexibel sind und auch bereit, Kompromisse einzugehen, denn an oberste Stelle sollten immer die Sicherheit und Gesundheit stehen! Aber kommen wir zurück zu unserem Vorgehen!

Wie schon gesagt, wird man ab einem bestimmtem Alter immer einmal wieder einen Auslassversuch machen. Allerdings ist mit spätestens 50 Jahren bei meinem Rezeptblock Schluss mit der normalen ,,Pille“. Warum? Weil ich in meiner Laufbahn als Ärztin noch nie eine spontane Schwangerschaft erlebt habe, bei der die Frau 50 Jahre oder älter war! Sicher ist es nicht unmöglich, aber ich denke, dass in diesem Alter das vergleichsweise hohe Risiko durch artifizielle Hormone ein thrombembolisches Ereignis zu erleiden, das sehr geringe Risiko einer Schwangerschaft weit übertrifft!

Dennoch suche ich gemeinsam mit der Frau nach guten Alternativen, die es ja auch gibt! Außerdem sieht man wirklich fast bei allen Patientinnen am Labor, dass die Hormone in diesem Alter bereits schwächeln! Das Durchschnittsalter, in dem die Blutung ohne Pille ganz wegbleibt, ist übrigens 51 Jahre! Dem gehen bereits etwa 10-15 Jahre mit einer Hormonschwäche voraus, was immer dann besonders deutlich wird, wenn die Frauen noch Kinderwunsch pflegen.

Wenn  der Körper auf das Weglassen der Hormone nun tatsächlich mit starken Symptomen reagiert,  das man mit herkömmlichen, oben genannten pflanzlichen Methoden nicht in den Griff bekommt, wird man bald darauf, wenn die Blutung anfängt, wegzubleiben und Symptome auftreten, die Patientin dies möchte und es keine Kontraindikationen gibt,  mit einer natürlichen Hormonersatztherapie beginnen, die individuell nach den neuesten Erkenntnissen  dosiert ist (darüber habe ich bereits hier berichtet). Die frühere Empfehlung, die Hormone nur so kurz wie möglich einzunehmen, gilt heute so nicht mehr, denn wir wissen, dass sie für die Frauen auch einen protektiven Nutzen haben, die über die Behandlung der Symptome hinausgehen.

Auf alle Fälle kann man auf einer dieser beschriebenen Art vielleicht nicht immer absolut beschwerdefrei, aber doch in den aller meisten Fällen sicher und relativ komfortabel durch den Wechsel kommen!

S1420080 (5)So, das war es wieder für  heute! Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen! Obwohl ich die Informationen sorgsam zusammengetragen habe bzw. sie auf meinen Erfahrungen beruhen, sind sie wie immer ohne Gewähr! Auch soll diese kleine Zusammenstellung auf keine Fall das ärztliche Gespräch mit Eurem Arzt des Vertrauens ersetzen, da nur er Euch gut kennt und einschätzen kann!

Ich hoffe, die Männer waren mir nicht allzu böse, dass sie das Thema heute nicht so direkt betroffen hat, in Zukunft seid auch Ihr wieder mehr mit einbezogen! Aber die Wechseljahre und ihre Aspekte sind eben ein Thema, dass für Frauen Ü40 immer wieder Fragestellungen aufwirft, die beantwortet werden wollen…

Demnächst schreibe ich wieder über ein ,,medizinisches“ Thema, das auch Euch betrifft … lasst Euch überraschen!

So jetzt wünsche ich allen noch wunderschöne Wintertage und ein tolles Silvester,

Eure Ness

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