Einfache Tipps und Tricks einer guten Gesprächsführung

Wenn Du ein angenehmer Gesprächspartner bist, kommst Du oft besser durchs Leben und gewinnst leichter Freunde! Hier lernst Du einfache Gesprächstechniken, mit denen Du für verschiedene Situationen, auf die Du bei einem Smalltalk treffen kannst, gut gerüstet bist!

Für ein gutes Gespräch braucht man vor allem eines: ein gutes Gespür für den Menschen gegenüber, Deinem Gesprächspartner! Leider wurde es dem einen mehr, dem anderen weniger in die Wiege gelegt. Aber keine Angst. Es gibt ein paar simple Basics aus der Trickkiste der Gesprächskünstler. Sie sind eine gar nicht so seltene Spezies von Menschen, die man oft, aber bei weitem nicht immer, in Chefetagen oder auch unter guten Politikern, aber auch bei manchen Verkäufern antrifft. Sie bringen uns mit einem gekonnten Gespräch dazu, ohne, dass wir im entferntesten darauf kommen würden, unsere Großmutter oder auch nur Firmengeheimnisse zu verraten, weil wir uns im Gespräch schnell so wohl und vertraut fühlen, dass wir auf keinen Fall Böses vermuten .würden..

Keine Angst, an dieser Stelle geht es nicht um die relativ komplizierten, ,,geheimen“ . genauen Choreographien von Körper/Hände/Gesichts/Augenbewewegungen für bestimmte Gesprächssituationen, mit denen man bestimmte Emotionen bei anderen hervorrufen kann, oder um die Kunst, in dem (oft unbewußten) Auftreten des Gegenübers lesen können, wie in einem offenen Buch. Dazu kommen wir vielleicht später. Nur soviel: Die gibt es auch. Also, falle nicht darauf herein!

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist bildschirmfoto-2021-09-14-um-16.07.04.png.

Hier geht es darum, die Basics eines Smalltalk-Gesprächs zu erlernen, dass dieses ein schönes Erlebnis für beide Seiten wird und man sympathisch wirkt.

Der Anfang des Smalltalks

Sichtung eines potentiellen Gesprächspartners

Sobald Du auf einen Menschen triffst, macht sich Dein Unterbewußtsein schon eine erste Einschätzung von ihm. Mache Dir den ersten Eindruck auch kurz aktiv bewußt. Wie ist dieser Mensch wohl ,,gestrickt“ ? Schubladendenken in dieser Phase ist normal und auch meist richtig. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel…

Möchtest Du Dich in eine Gruppe ,,einklinken“, laufe langsam ,,zufällig“ vorbei. Suche Dir sofort den ,,Dominanz-King“ oder die ,,Dominanz-Queen“ heraus. Schätze sie/ihn kurz ein, lausche ihr/ihm einen Moment und entscheide dann, ob die Gruppe was für Dich ist oder nicht.

Gesprächs-Einstieg

Möchtest Du jemanden ansprechen, steige mit ,,irgendwas“ aus der aktuellen Situation ein. Hast Du eine

  • Frage, die an die Helferbereitschaft des anderen appeliert, fühlt dieser sich gleich auch ein wenig für Dich verantwortlich, was Sympathien weckt. Hier können
  • Fragen nach einem Ort (,,Entschuldigung, sitzen sie auch in Block B? Sicher wissen Sie, wie man dorthin gelangt …“ ), oder einer anderen
  • Gemeinsamkeit (,,Habe ich Sie nicht letztes Jahr in Düsseldorf auf dem Kongess für Umweltindustrie getroffen?“). Am besten ist, man wendet so einen Spruch nur an, wenn man den anderen tatsächlich getroffen hat, sonst gilt man schnell als ,,Horst“, der sich keine Gesichter merken kann (an dieser Stelle: sorry an alle ,,Horsts“ !) .
  • Auch beiläufige Komplimente können ein guter Einstieg, vor allem bei Frauen, sein. Siehst Du etwas Schönes, kannst Du es ruhig auch sagen und damit die Person, die es hat/trägt, glücklich machen (,,Mein Gott, die neue LV-Bag! Ich werd´verrückt, wo hast Du die denn her?“).

Das Gespräch

Finde mit ,,wie zufällig“ gestellten Fragen die Interessen des anderen heraus. Frage aber keine Sachen, die dem anderen peinlich sein könnten. Wenn dieses doch der Fall ist, rette die Situation mit Sätzen wie ,,So sorry, Ich bin aber auch tollpatschig und lasse ´mal wieder kein Fettnäpfchen aus!“ und schaue dabei sympathisch-zerknirscht (,,Dackelgesicht“) in die Runde.

Du darfst natürlich gerne mit vor Begeisterung sprühenden Augen, kurzweilig, mit Pointen gespickt, relativ kurz von einem lustigen Erlebnis erzählen.

Sei aber keine Labertasche, die nur von sich erzählt und andere nie zu Wort kommen lässt, sondern

gib Deinem Gegenüber genügend Raum, am Gespräch teilzunehmen, indem Du ihn dazu ermunterst, auch, wenn er vielleicht nicht so gekonnt mit Worten umgehen kann, wie Du! Unterbrich ihn auch nicht dauernd, nur um wieder von Dir zu erzählen, sondern zeige echtes Interesse an dem, was er sagt. Deine Geschichte kennst Du ja schon …

Ist der andere etwas verkrampft, finde einfühlsam heraus, was seine ,,Spezialität“ ist. Über diesen kann man ihn dann um Rat fragen. Denn damit besteht sofort eine Verbindung und ein Gesprächsthema (siehe auch ,,Einstieg“).

Sei selbst auch kein Langweiler, der nichts zu Gesprächen beiträgt und dem man jedes Wort aus der Nase ziehen muss.

Leuten, bei denen man das Gefühl habe, dass sie etwas zu sagen haben, kann man auch selbst gut zuhören, begeistert nachfragen und sich mitreißen lassen. Gerne kannst Du dann ähnliches, was dazu passt, erzählen. vorausgesetzt … dass auch Dein Gesprächspartner ein gewisses Interesse an Dir zeigt und Dich zu Wort kommen läßt. So ein fröhliches Hin- und Her, bei denen man sich die Bälle zuwirft, macht am allermeisten Spaß und manchmal dauert es bis tief in die Nacht….

Jemand, der sich überhaupt nicht für Dich interessiert und sich nur selbst darstellen möchte, kann man, wenn es nicht gerade der Chef ist, getrost mit einer mehr oder weniger höflichen Ausrede stehenlassen. (,,Sorry, ich geh´mal den Kanarienvogel füttern“).

Die Diskussion beim Smalltalk

Für Smaltalk gilt heute nicht mehr, Themen wie Politik und Religion zu vermeiden. Das kann sogar zuweilen ganz lustig sein, wenn nicht einer eine stark polarisierende, nicht für alle nachvollziehbare Haltung einnimmt, die einem schnell zum Außenseiter werden läßt. Aber natürlich darf man zu seiner Religion und Partei stehen, wenn sie einem viel bedeutet und wenn man nicht alle anderen Ansichten sofort verurteilt sondern auch anderen Meinungen akzeptiert. Diskussionen beruhen auf vorgebrachten Argumenten und ein interaktivem Gespräch. Argumente ohne Begründungen sind einfach nicht zu widerlegen und nehmen einer Diskussion die Grundlage (,,Der Himmel ist grün“) . Aber eine gut geführte Diskussion erweitert den Horizont, weckt Sympathien und kann Spaß machen, solange alle sachlich und fair bleiben und niemand in die Ecke gedrängt wird.

Kann man eine Meinung überhaupt nicht nachvollziehen, überlegt man sich, warum dies so ist und stellt eine gezielte Frage, die dem gegenüber erlaubt, sich zu erklären. So habe ich schon viele interessante Details über Dinge erfahren, die mir so gar nicht klar waren, auf der anderen Seite bringt man den Gegenüber dazu, etwas genauer über das, was er so ,,´raushaut“, nachzudenken.

Rede über andere Menschen, gerade, wenn Dein Gegenüber nicht Dein/e engste/r Vertraute/r ist, nur ,,gut“. Erstens kann man so leicht in ein Fettnäpfchen treten, wenn die Gesprächsperson der Person wohlgesonnen ist. Aber auch, wenn eine Beziehung mit dem Gegenüber ausgeschlossen ist, macht man sich damit sofort unsympathisch. (,,Wer weiß, wie sie /er über mich redet?“) . Diese ,,hinten-herum-Rederrei“ hat schon viele Beziehungen (auch berufliche) zerstört.

Lästereien

Ist Dein Gegenüber so eine kleine Lästertasche, reagiert man je nach Persönlichkeit

  • mitleidend: ,,Ja, ich merke, wie Sie das belastet, aber ich kann aktuell dazu leider nichts sagen, denn ich war ja in diesem Moment gar nicht dabei und weiß auch nicht, wieso XY so reagiert hat. Am besten suchen Sie das Gespräch mit ihm/ihr.“ oder, auf starke Vorwürfe (,,immer vergißt er die Post und bringt mich damit in Teufels Küche“) auch mal
  • ironisch. (,,Das scheint ja ein wirklich furchtbarer Kerl zu sein, oder?“) oder auch
  • trocken korrekt, beispielsweise ,,Sorry, aber solche Lästereinen sind nicht mein Ding“, was allerdings nicht soo gut, ankommt und danach herrscht oft Funkstille. Aber vielleicht möchte man das auch. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass es auch von Nachteil sein kann, sich die Sympathien mit ,,Lästertasche“ zu verscherzen, obwohl diese Menschen nicht zu den angenehmsten gehören …! Besonders, wenn man mit der Person öfters zu tun hat!
  • Ist die betreffende Person tatsächlich,,unmöglich“ und man empfindet das genauso, überlegt man sich trotzdem gut, was man sagt! Im Smalltalk, wenn vielleicht andere zuhören, hat so ein ,,ernstes Gespräch“ jedenfalls nichts verloren. Schnell wird man selbst zum Buhmann.
  • Da ist es besser, man verschiebt das Gespäch (,,Wenn Du möchtest, lass´uns morgen darüber reden …“) und bleibt auf alle Fälle sachlich. Bei dem Vier-Augen-Gespräch sollte man sich dann auf konkrete Fakten berufen. Wenn möglich, sollte man dann ,,Vorwürfe“, die man selbst und der Gesprächspartner gegen eine dritte Person erheben, nach Möglichkeit in Fragen verpackt, ohne direkt anzuklagen, mit dem Betroffenen selbst bereden (,,Letzte Woche riefen wieder Kunden an und beschwerten sich, dass ihre Anfrage erst nach drei Wochen beantwortet wurde. Kannst Du mir einen Tipp geben, wie ich das erklären soll, da wir uns ja auf die Fahnen geschrieben haben, binnen zweier Werktage zu antworten?“)
  • Sucht die/der andere aber nur eine Schulter, an der sie/er sich ausweinen kann, ist auch der Smalltalk eigentlich nicht die richtige Gelegenheit dazu. Geht´s nicht anders, hört man einfach zu, ohne die Dinge und vor allem Personen, selbst zu bewerten. Wenn es situativ angebracht ist, kann man den anderen in den Arm nehmen und etwas zu Trinken/ein Papiertaschentuch, einen Stuhl … anbieten( ,,Du bist ja völlig fertig, ich hole Dir erst einmal etwas zu Trinken“ )und so dem Gegebüber Gelegenheit zu geben, sich zu sammeln, während man das Glase Wasser,… besorgt. Nach Überreichung des Geholtem kann man sagen: ,,Gehts wieder? Ich müsste mal kurz zu XY, ich wollte mit ihm noch etwas besprechen, aber nur, wenn es bei Dir wieder soweit geht…“)

Jammerlappen

  • Auch Jammerlappen nerven! Wenn es Dir echt dreckig geht und Du einfach jetzt gerade nicht witzig sein kannst, Du aber an dem 40. Geburtstags Deines Chefs unbedingt dabeisein mußt
  • mache den anderen die Freude nicht kaputt.
  • Höre einfach zu und
  • konzentriere Dich auf die andere Person,
  • frag´nach,
  • lass sie reden,
  • sich entfalten und
  • freue Dich daran, ein guter Zuhörer zu sein, der vielleicht ,,die graue Firmenmaus“ dazu bringt, sich als interessanter, in der Literatur von Kafka bis Rilke versierter ,,Professor“ zu entpuppen. Und auch, wenn sie ,,nur“ Puppen mit Kleidern behäkelt (ja, auch das gibt es, glaubt es mir!)- solange sie mit leuchtenden Augen darüber erzählt, hast Du ihre Sympathie!

Der letzte Tipp ist gleichzeitig für manche Menschen der leichteste, für andere der Schwerste:

Bleibe bei jedem Smalltalk immer ganz natürlich und sympathisch, dann werden Dir die Herzen zufliegen!

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Woche und tolle Gespräche …

Alles Liebe, Eure Nessy

3 Kommentare zu „Einfache Tipps und Tricks einer guten Gesprächsführung

  1. Man mag es kaum glauben, aber ich habe seeehr lange benötigt, um meinen Gesprächspartner positiv beeinflussen zu können, denn Ehrlichkeit alleine bringt weder einen Verkauf noch nachhaltige Ergebnisse, zum Beispiel in der Kundenbindung, aber ebenso bei guten Freunden, auch wenn da zuhören das A und O sind. Sogar die Gesprächsstimme kann man üben, bis diese nicht nervtötend klingt, sondern sanft und harmonisch, aber wem erzähle ich das 😉

    1. Lieber Arno! Natürlich bist Du, wie (fast) immer, ,,ein Meister alles Tuns “ ! Nur ich bins leider nicht …in der Praxis kämpfte ich ständig damit, alle wichtigen Informationen samt Anamnese und aktuellem Beschwerdenbild in den dafür vorgesehenen drei Minuten unterzubringen und dabei dem Patienten das Gefühl zu geben, er hat alles gesagt, was er wollte. Sobald ich etwas müde wurde, erzählten mir die Leute wieder fünf Minuten die Geschichte ihrer Großmutter, die für die Behandlung völlig irrelevant war… Und ich bekamSchelte, weil sich die Patienten draußen derweil ,,stapelten“. Sogesehen ist ,,gezielte“ Gesprächsführung für mich, wenn ich nicht voll konzentriert bin, ein echt schwieriges Unterfangen. Wir haben allerdings viele Ärzte-Freunde, die diese Kunst perfektioniert haben. Sie geben Dir das Gefühl, einfühlsam mitzudenken und zuzuhören, aber sobald man eine gezielte Frage zum eben Gesagtem stellt, die sich nicht selbst erklärt, kann man sie entlarven! Meist kommt dann nähmlich: ,,Wie meist Du das jetzt genau?“ dann ist mir alles klar … Schöne Tage, Nessy

      1. Oh, ich bin auf keinen Fall der Meister kurzer Antworten, aber dieses von „Hölzchen zu Stöckchen“ reden kenne ich gut. Da sind manche Menschen gar nicht zu bremsen 😉 In einer Praxis sind ganz andere Sprachtalente gefragt, als in der freien Wirtschaft oder im Freundeskreis. Ich bin mir sicher, dass Deine Patienten wunderbar informiert werden, auch, wenn man mal etwas länger im Wartezimmer sitzt!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.