Corona : Gefahr durch verschärfte Masken – Pflicht in Schulen? Fakten und Tipps

Maskenpflicht nur ein Faktor bei der Verringerung der Ansteckungsgefahr

In jüngster Zeit hat eine Verschärfung der Maskenpflicht im Unterricht wegen Verbreitung des Covid-19 Virus (,,Corona“) zu zunehmenden Diskussionen in der Presse geführt. Allerdings gelangen dabei die Auswirkungen, die diese auf die Schüler-Gesundheit nehmen kann, immer weniger im Focus. Denn die Maskenpflicht, wie sie aktuell ab Klasse 10 vorgeschrieben ist, kann allenfalls eine vorübergehende Maßnahme bedeuten, da die gesundheitlichen Gefahren für die Schüler noch nicht hinreichend bekannt sind.

Natürlich gilt es aktuell alles daran zu setzen, die Sicherheitsvorkehrungen soweit zu verbessern, dass die Ansteckungsgefahr während des Unterrichtes minimiert wird. Beispielsweise ist die rasche Umsetzung der geplanten Luftfilter zwar sehr wichtig, aber durch regelmäßiges Lüften in 20 minütlichem Intervallen, kommt es nicht nur zu einer Sauerstoffzufuhr, es kann auch eine Kumulation möglicher Viren und eine Austrocknung der Luft, zumindest zu Teilen, verhindert werden.

Eine Luftfeuchtigkeit von 40% ist übrigens auch deshalb wichtig, da bei trockener Luft die von Infizierten ausgestoßenen Partikel weniger Wasser aufnehmen und dadurch leichter bleiben. Dadurch fliegen sie weiter durch den Raum und werden eher von anderen eingeatmet (Ahlawat, Ajit; Wiedensohler, Alfred et. al. ; Aerosol and Air Quality Research: An Overview on the Role of Relative Humidity in Airborne Transmission of SARS-CoV-2 in Indoor Environments, Special Issue on COVID-19 Aerosol Drivers, Impacts and Mitigation (V) 2020 – Volume 20 Volume 20, Issue 9, September 2020 28 July 2020 Reach: 18978)https://aaqr.org/articles/aaqr-20-06-covid-0302).

Meinungsbilder Robert-Koch-Institut

Aber kommen wir nun zu den Auswirkungen der Maskenpflicht auf die Gesundheit der Schüler. Vor nicht allzu langer Zeit hatte Marieke Dregen von Robert Koch Institut (RKI) eine Empfehlung ausgesprochen, den Mundschutz nicht dauerhaft, sondern zeitlich nur begrenzt zu tragen, da dadurch die Atmung behindert würde. Nun spricht sich das RKI allerdings, bei steigenden Inzidenzwerten einer Covid-19 Infektion für eine Maskenpflicht im Unterricht aus, was Dauer-Masken-Tragen bis zu 10 Stunden ohne größere Pausen bedeuten kann.

Schülermeinungen

Befragt man betroffene Schüler zu den Auswirkungen des ganztägen Maskentragens, wie es bereits in der Vergangenheit empfohlen wurde, werden zunehmende Kopfschmerzen, Müdigkeit der Übelkeit, vermehrte Halsschmerzen oder eine Verschlechterung der juvenilen Akne, wie sie in der Pubertät relativ häufig anzutreffen ist, genannt.

Studien zu Veränderungen im Blut durch Maske

In einer der wenigen Studien zu der Wirkung von handelsüblichen (OP-) Masken auf den Kohlendioxidgehalt des Blutes (TU München, 2005, Autorin Ulrike Butz,(https://mediatum.ub.tum.de/doc/602557/602557.pdf ) wurde beschrieben, dass es bereits nach 30 Minuten Maskentragen zu einer verstärkten Rückatmung von CO2 und dadurch zu einem signifikanten Anstieg von CO2 im Blut der getesteten Probanden gekommen sei. Weiter wurde in der Studie postuliert, dass es bei körperlicher Arbeit und psychischer Anspannung zu einer Aktivierung der Atmung kommen würde, was zu einer stärkeren Rückatmung von CO2 und wiederum zu einer Erhöhung der CO2- Konzentration im Blut führen könnte. Folgende Studie, die den Einfluss solcher Parameter auf ihre Beziehung zur PaO2-Variation analysiert, unterstützt diese Annahme (Thorson SH, Marini JJ, Pierson DJ. Variability of arterial blood gas values in stable patients in the ICU. Chest 1983; 84:14. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6407807/).
Gerne wird diese Studie als ,,veraltet“ bezeichnet, jedoch konnte keine gefunden werden, die die Ergebnisse widerlegt hätte. Ob die veränderten Blutgase, die in der Studie gemessen wurden, wirklich auf eine vermehrte Rückatmung bereits ausgeatmeter Luft geschoben werden können, ist natürlich fraglich. So befindet sich zwischen Maske und Mund nur ein ziemlich kleiner Raum, in dem sich kaum Luft für eine ausgedehnte Rückatmung sammeln kann. Wäre die Maske tatsächlich so dicht, dass sich darunter ein größeres ,,Pendelvolumen“ bilden würde, müßte sich die Maske ja aufblasen. Die Luft geht jedoch durch die Maske hindurch und zum Teil auch seitlich hinaus.

Ursache der Veränderungen im Körper

Die Ursache ist wahrscheinlich darin begründet, dass es bei einer Maske, die gut gegen Viren schützen kann, zu einer Erhöhung des Atemwiderstandes unter Maskenatmung kommt. Dieser bedeutet eine verstärkte Atemarbeit. Allerdings tritt nach einiger Zeit eine Ermüdung auf und die Atmung wird wieder flacher, zumal die Schüler in dieser Zeit meist ruhig und leicht gekrümmt auf ihrem Stuhl sitzen. Als Folge kommt es zu einem geringerem Gasaustausch in der Lunge, was zu einer Änderungen der Blutgase mit oben beschriebenen Folgen kommen. In Studien wurde bei einer solchen (wenn auch leichten) Hypoxie eine eingeschränkten kognitiven Funktion sowie einer Abnahme von psychomotorischen Fähigkeiten wie eine Zunahme der Reaktionszeit festgestellt. (Van der Post J, Noordzij M, de Kam ML. Evaluation of tests of central nervous system performance after hypoxemia for a model of cognitive impairments. J Psychopharmacol 2002; 16(4):337-43), (Noble J, Jones JG, Davis EJ. Cognitive function during moderate hypoxaemia.Anaesth Intensive Care 1993; 21:180-4. ) , (Fothergill DM, Hedges D, Morrison JB. Effects of CO2 and N2 partial pressures on cognitive and psychomotor performance. Undersea Biomed Res; 1991; 18:1-19. )

Zusätzliche Tipps im Umgang mit Maskentragen über einen längeren Zeitraum für Schüler und Eltern

  • Um es als Schüler nicht unnötig schwer zu haben, können relativ angenehm zu tragenden, gut zu waschenden Baumwollmasken aus weichem Material bevorzugt werden, die nicht hinter den Ohren drücken.
  • Sobald die Masken feucht werden, sollten sie ersetzt werden, da sich sonst auf ihnen Keime (laut RKI Bakterien aus der Mund-Rachen-Flora) ansammeln könnten.
  • Damit das Gesicht nicht unnötig mit etwaigen Viren in Berührung kommt, ist eine Abnahme der Maske nach vorne zu empfehlen.
  • Für den Transport der Masken sind Abwurfbeutel aus dünnem, kochbarem Baumwollstoff gut geeignet. Diese Beutel sind besonders dann praktisch, wenn sie durchlässig und groß genug sind, weil sie dann mit Inhalt gewaschen und getrocknet werden können und dann direkt wieder, sauber und trocken gelagert, in die Schule mitgenommen werden können.
  • Beim Waschen ist auf parfümfreies Waschmittel, den Verzicht auf Weichspüler und eine Wasch-Temperatur von mindestens 60°, besser noch 90° Grad zu achten.
  • Die Masken sollte idealerweise nicht zusammen mit (stark verschmutzer) Wäsche gewaschen werden, damit viel Platz ist und sich keine Waschmittelreste und außerdem keine Keime in dem frischen Baumwollmasken absetzen können. Sonst werden diese beim Tragen über mehrere Stunden eingeatmet.
  • Die Hände sollten vor und nach dem Vorgang und auch sonst öfters desinfiziert werden. Deshalb hat sich die Mitnahme eines kleinen Desinfektionsfläschchens bewährt. Ideal ist ein hautfreundliches Desinfektionsmittel, welches die Hände auch gut pflegt, damit sie nicht austrocknen oder sich entzünden.
  • Während der Pubertät neigen viele Jugendliche zur Bildung von Pickelchen und Mitessern. Mit einer geeigneten Hautpflege und einem guten Maskenstoff (siehe oben) kann auch der Bildung oder Verstärkung von Hautunreinheiten unter der Maske vorgebeugt werden.
  • Manche Maskenträger neigen dazu, den Mund offen zu lassen, damit sie nicht durch die Nase atmen müssen, was bei dem erschwerten Atemwiderstand anstrengender empfunden werden kann. Dadurch kann es allerdings zum Austrocknen der Schleimhäute kommen und die Reinigung, Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft, wie sie durch die Nasenatmung erfolgt, fällt weg. Eine Abhilfe ist, ab und zu willentlich zu schlucken, um die Speichelbildung anzuregen. Eine andere, wenn auch im Unterricht eher schlecht umzusetzende Alternative wäre es, ab und zu einen (zuckerfreien) Kaugummi zu kauen. Dies dürfte allerdings bei den Lehrern weniger gut ankommen und außerdem kann übermäßiger zuckerfreier Kaugummi zu Durchfällen führen …

FAZIT

Das Maskentragen während des Unterrichtes sollte aktuell als vorübergehende Not-Maßnahme zur Eindämmung der sich rasant ausbreitenden Pandemie gesehen und möglichst bald wieder aufgehoben werden. Unabhängig davon müssen dringend weitere Studien zur Auswirkung des langen Maskentragens auf den kindlichen bzw. jugendlichen Organismus durchgeführt werden und valide Daten über die Viren-Übertragung durch Kontakte innerhalb der Klasse gewonnen werden. Keinesfalls darf die Maskenpflicht im Unterricht als Esatz für die Realisierung wichtiger Vorsichtsmaßnahmen, wie u.a. ausführliches, regelmäßiges Lüften (mit oder ohne CO2-Messung), Einhalten der Abstands- und Desifektions-Regeln, Reduktion der Kontakte mit fremden Personen und idealerweise der Einbau von Filteranlagen und Luftbefeuchtern ersetzt werden, um Folgen zu vermeiden, die wir aktuell noch nicht in Gänze absehen können.

Aber auch, wenn die Covid-19-Pandemie vorrüber ist, sollten wir clever sein und auch anderen Infektionen keinen Raum geben – Sicherheitsvorkehrungen sind deshalb auf alle Fälle Investitionen für die Zukunft!

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