Urlaub Holland trotz Corona Teil 2/ Zeeland / Kamperland / Veere /Short Story – mit vielen Bildern und Tipps!

Mundschutz wird hier nur von den Deutschen getragen, denn in Holland ist er nur in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Großstädten vorgeschrieben. Wen wundert es, wenn in den Corona Anfangszeiten der Mundschutz als nahezu unwirksam deklariert wurde? Aber es ist nicht so, dass die Holländer das Problem nicht ernst nehmen würden.

Im folgenden Text werden Urlaubsdestinationen genannt. Wenn das als Werbung gilt, deklariere den folgenden Text als solche.

Denn dafür haben sie Corona-Beauftragte, die herumlaufen und mit Warnwesten gekennzeichnet sind, damit jeder weiß, jetzt kommen die Corona-Hüter des Gesetzes, also eine Rund Abstand bitte … So habe ich mir das zumindest gedacht. Vorher …

 

Der ,,Corona Coach“  läuft sehr nah an den Passanten vorbei. Die Bilder sind in  Veere aufgenommen.

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Als mich in Veere, einem höchst pittoreskem Vorzeigedörfchen an der Küste, eine Dame mit besagter ,,Corona“ Aufschrift-Warn-Weste auf den Rücken böse anschaut, bin ich mir eigentlich keiner Corona-Verbreitungs-Schuld bewußt. Um mich herum im Abstand von 10 Metern befinden sich außer uns auch keine Menschen, denen ich zu nahe auf die Pelle gerückt sein könnte, auch sonst fällt mir beim besten Willen nichts Verwerfliches ein, was ich zur Verbreitung des bösen Virus beigetragen haben könnte. Auch mein Hundchen ist irritiert, als es die Frau wahrnimmt, die uns irgendwie nicht wohlgesonnen zu sein  scheint und die immer weiter auf uns zu kommt.

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Weitere Impressionen von Veere (Kamperland) mit kleinen Gassen und Schottischen Häusern, in denen in der Blütezeit des Städtchens Handel getrieben wurde: Es liegt am Veerse Meer. Aufgrund der Familienbande zwischen den Handelsleuten und dem schottischen Königshaus wurde Veere Stapelplatz für schottische Waren. Das bedeutet, dass alle Handelswaren, die aus Schottland kamen, einzig und allein in Veere verkauft werden durften. Wolle war dabei das weitaus wichtigste Produkt. Sie wurde unter anderem in der flämischen Tuchindustrie verwendet.

Während andere Menschen in Veere vorher normalerweise etwa zwei Meter um uns herumlaufen sind, wie sich das auch die Holländer in Corona-Zeiten eben angewöhnt haben, nähert sich diese Dame uns bedrohlich nahe.  Mein Hündchen, dass ja seine Haupt-Aufgabe darin sieht, mich zu beschützen, bellt vorsichtshalber das imposanteste Stakkato-Bellen, das seine kleine Hundeschnauze zu produzieren vermag. Das kann es übrigens gut, mein Hundchen. Auch eben schon, als ein, zugegeben doch ein wenig bedrohlich wirkender Königspudel mit auftoupiertem Haupthaar, arrogant an uns vorüber stolziert ist,  hat es mich auf diese Art quasi vor einem möglichen hoch-gefährlichen Angriff dieser Bestie gerettet.

In diesem Moment blafft mich die Hüterin der Corona-Ordnung, kaum eine Armlänge von mir entfernt, in einer fast genauso schrillen Tonlage wie mein kleiner, tapferer Sheltie an: ,,De hond mag niet zo blaffen“. Okay, vielleicht nicht schön, wenn ein Hund ,,blafft“, allerdings auch nicht, dass die Dame doch eine recht feute Aussprache hat, denn mit der Wucht ihrer Stimme schießt ein Tröpfen-Aerosol  genau in meine Richtung.  Verzweifelt versuche ich noch eine akrobatische Oberkörperdrehung, um dem Tröpfchenerguss ausweichen, aber schon spüre ich den feinen, feuchten  Film auf meiner Gesichtshaut. Verdutzt schaue ich mich um, doch da ist die Corona-Frau auch schon weitergelaufen … Falls  ich nun doch, trotz penibler Vorsichtsmaßmahmen, Corona habe, wisst Ihr ja woher.

,,Corona-Coach“ steht auf der Weste. Erst jetzt weiß ich, wozu diese Warn-Aufschrift wirklich nötig ist. Sie coacht wohl die Viren in die richtige Richtung …

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Auf ihre super gepflegten Vorgärten sind die Holländer zurecht stolz.  Was mir besonders gefällt: Das Unkraut zwischen den Ritzen wird wohl etwas gekürzt, stört aber ansonsten nicht! Das Ende von umständlich umweltfreundlich zusammengerührten Unkrautvertilgungsmitteln, Ritzen-vertiefenden Dampfstrahlens oder auch mit dem Messer auf-den-Knien-Herumrutschens  im Hause Wagner?       

 

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Natürlich kann ich keinen Artikel über Holland schreiben, ohne nicht ein paar Blümchen zu zeigen … Übrigens sind die gelben Beeren Sanddorn, der dort überall in den Dünen wächst.   

Dank wohl einiger gleicher Vorfahren kann man die holländische Sprache ja eigentlich oft ganz gut verstehen. Für mich klingt es tatsächlich ein wenig wie die Mischung aus Deutsch und Englisch. Es gibt ja böse Zungen, die behaupten, dass England  eigentlich nur von Holland ,,abgebrochen“ sei und dass die Engländer eigentlich verkappte Holländer seien. Oder auch umgekehrt …

Da weiß ich ehrlich gesagt, aber nicht so genau Bescheid. Wenn was Wahres dran ist, war es sicher schon eine Weile her! Aber was ist weiß ist, dass ,,Blaffen“  ,.Bellen“ heißt. Das ist übrigens mein neues holländisches Lieblingswort.

Aber abgesehen von diesem winzigen, fast schon wieder lustigen Vorfall, kann man über die Holländer wirklich nicht meckern. Freundlich, sauber, super organisiert … Alles, was mich an Nordsee-Urlauben bisher genervt hat, ist hier besser. Hier ist es für uns wirklich ideal, denn alles ist pittoresk und sauber, gut durchdacht und unser 120 qm Häuschen mit allem Komfort ausgestattet, den man sich wünschen kann.18C97F97-5409-4B52-958E-6FDE4E6AEE10_1_201_a

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Die Seafood-Farm in Kamperland. Das Restaurant ist die beste Adresse, um richtig gut Fisch zu essen!

Es gibt nur vereinzelte Quallen, das Wasser ist zwar für mich zum Schwimmen nach wie vor fast zu kalt, aber zum Plantschen okay. Der Strand, besonders der Banjaard – Strand, der mit dem Fahrrad in wenigen Minuten erreichbar ist, ist wirklich gigantisch – vor allen für die Freunde der Wind- und Wellensportarten. Nicht umsonst zählt er zu den schönsten Stränden Europas.  Fast genauso schön ist allerdings auch der Roompot-Hausstrand, etwa 200 m von unserem Häuschen entfernt. Auch hier kann man in den Dünen spazierengehen und wer den Elementen ganz nahe sein möchte, kann auch direkt auf dem Strand eines der Stelzen-Häuschen mieten. Wir haben ein ,,Wellness-Chalet“ auf der Anlage gebucht, das drei Schlafzimmer, Sauna und einen eingezäunten Garten hat und deal für unsere Hundchen ist. Vom Balkon sieht man die Masten der Schiffe des kleinen Yachthafens, der neben dem Strand gelegen ist. Allerdings gibt es keine Berührungspunkte, da er von ihm durch eine Mole getrennt ist.

Auf der Anlage sind auch ein Hallenschwimmbad mit Wellengang und langer Rutsche, eine Animation, Kinderbetreuung und ein Fahrradverleih. Während wir ersteres nicht in Anspruch genommen haben, ist der Verleih top. Die Fahrräder sind in ausreichender Zahl vorhanden, sodaß man keine Angst haben muss, nur noch das Kinderfahrrad mit dem platten Reifen abzubekommen, wie das bei uns beispielsweise am Gardasee in Sirmione schon einmal der Fall  gewesen ist.

Nein, die Fahrräder sind absolut klasse. Sie haben breite Lenker und eine gut funktionierende, robuste Dreigangschaltung – denn mehr braucht man hier wirklich nicht! Und dazu laufen sie ,,fast von selbst“. Wer das allerdings in Perfektion möchte, kann sich auch E-Bikes und anderes motorisiertes Gefährt leihen.

Tja, sonst gibts hier natürlich super Surf, Kite-Surf und anderen Strand-Sport und wer am Stand entlanggaloppieren möchte, kann auch das machen, allerdings nur vor 10 Uhr morgens oder abends nach 18 Uhr. Für mich war diese Uhrzeit allerdings das k.o. Kriterium  und vielleicht auch die Tatsache, dass ich ja auch zuhause meine süßen fellnasen habe, die auf mich warten. Aber bestimmt werden wir wiederkommen – und dann vielleicht sogar etwas länger …

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Typisches holländisches Idyll.

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Wunderschöne Strände … Hier sind wir am Baanjard-Strand
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Der Marina-Hafen auf unserer Ferienanlage Roompot Beach Ressortwächst in den Dünen überall …
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Am ,,Hausstrand“ des Roompot Beach Ressorts (Nessy und Nelly)

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Auch direkt am Strand kann man Häuschen mieten (s.u.).

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Auch Euch wünsche ich wunderschöne Sommertage, wo auch immer Ihr seid!

Heel veel Knuffels voor jou   … Eure Nessy

9 Kommentare zu „Urlaub Holland trotz Corona Teil 2/ Zeeland / Kamperland / Veere /Short Story – mit vielen Bildern und Tipps!

    1. Lieber Arno! Man tut sein Bestes … Klar sind die Bilder nicht so Profi-mäßig wie die Deinen, um Mitternacht mit 3,5 Blende geschossen 😉 … sondern teilweise mit Billig-Handy, mit zwei Hunden an der Leine, teilweise von meinen liebsten Eltern von allen und nur teilweise von einer eher unterdurchschnittlichen Hobby-Knipserin mit ihrer alten Lieblings-Canon mit speziellen Modi und Einstellungen! Aber im Urlaub (und offen gestanden nicht nur da …) ist das halt so, aber immerhin bemühe ich mich, langsam aber stetig immer ein wenig mehr in die ,,Geheimisse“ der guten Fotografiererei einzudringen. Wie? Naja, der nächste Fortschritt wird sein, mir ein Handy zu kaufen, dass perfekte Bilder fast ,,ganz von selbst“ macht, wie Sohnemann mir das vormacht. Ich bin immer wieder erstaunt, was die Technik da vollbringt! Die Bilder werden,,fast“ so gut wie die berühmten Arno-Bilder – wobei niemand diese Detailverliebtheit und künstlerische Motivsuche toppen kann!
      Dir eine tolle Woche mit vielen schönen Bildern (auch in Live), Nessy

  1. Zeeland ist toll. Ich sehne mich immer dannach wenn ich länger nicht dort war. Nach Zeeland und nach Thailand.
    Wir wohnen dort ja immer in Yerseke in der historischen, zum Petit Hotel umgebauten Kirche Sint Anna.
    Weiterhin einen schönen Urlaub, liebe GrüßeTina

    1. Liebe Claudia! Danke Dir! Ich bin erstaunt, wieviele Menschen dieses schöne Fleckchen kennen – zumal ich hier zum ersten Mal war und verwundert darüber, wie wunderschön es ist!

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