Natum-Artikel: Medizinische Woche Baden-Baden Oktober 2017 – Rückblick Vortrags-Tagung NATUM

Für alle, die diesen europaweit größte Kongress für Komplementärmedizin und Naturheilverfahren noch nicht kennen,  habe ich hier exemplarisch die Highlights der NATUM-Veranstaltung und ein paar Schmankerl aus der Ausstellung von letztem Jahr   nocheinmal kurz dargestellt … Wer sich anmelden möchte, findet am Schluss natürlich die entsprechenden Links …

Dieser Artikel enthält Marken-/ProduktNennung zur Veranschaulichung der Veranstaltung. Die Autorin Dr. med. Agnes Wagner versichert, für diesen Artikel keine Gegenleistungen erhalten zu haben. Falls es sich bei unklarer Rechtslage dennoch um Werbung handeln sollte, wird der Artikel hiermit als solche deklariert. Auch übernimmt die Autorin keinerlei Verantwortung für die Wirksamkeit beschriebener Therapien. Viel Spaß beim Lesen!

Vorsitzende der NATUM bei der Überreichung des Wissenschaftspreises an Dr. Claudia Friesen (von links: Dr. Steffen Wagner, Dr. Bernd Ost, Dr. Reinhild Georgieff , Dr. Claudia Friesen) im Rahmen der 51. Medizinischen Woche Baden-Baden 

Was ist das Besondere an der medizinischen Woche in Baden-Baden?

,,Die medizinischen Woche Baden-Baden ist europaweit der größte Kongress für Komplementärmedizin und Naturheilverfahren. Sie ist das Forum für Ärzte und Therapeuten, die aus Überzeugung naturheilkundliche Therapieverfahren anbieten“, so die offizielle Beschreibung. 

Hier treffen sich viele Schulmediziner, die den berühmten Blick über den Tellerrand wagen, um vielleicht auf Dinge zu stoßen, die dem Menschen besser helfen könnten, als es gemeinhin im Medizin-Alltag der Fall ist. Denn da betrachten wir Ärzte den Patienten leider oft ähnlich wie ein Auto, dass man ganz einfach reparieren kann, wenn man nur das mangelhafte Teil austauscht …

Aber auch Heilpraktiker, Ärzte der traditionellen chinesischen Medizin und andere ,,medizinische Fachleute“ tummeln sich auf dieser vielschichtigen Veranstaltung ..

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Nicht nur das Herbstlaub war bunt in Baden-Baden … Auch die medizinische Vielfalt auf der 51. Medizinischen Woche …

Bei der ,,51. medizinischen Woche Baden-Baden“,  ging es dann auch besonders darum,  den Blick auf eine Vielschichtigkeit, allerdings in einem anderen Zusammenhang , zu schärfen. Denn im Fokus stand ,,dass der Mensch mehr ist, als die Summe seiner Teile„, was die Kongress-Organisatoren mit dem Slogan ,,Blick aufs Ganze“ treffend titulierten.

Genauso bunt wie die Menschen sind auch die Heils-Angebote!

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Kongresszentrum Baden-Baden

Zu entdecken gab es, neben den Vortragsreihen, in  den mehrstöckigem Gebäude des Kongresszentrums auch eine riesige Industrieausstellung, bei der den Besuchern allerlei interessante Behandlungsoptionen vorgestellt wurden.

Die Industrieausstellung

So wurde zum Beispiel auch das ganz besonders ,,leichte“ Lauretana-Wasser, das aus einer Quelle in 4000 m Höhe gewonnen wird, für durstige Kongressteilnehmer ausgegeben. Dadurch, dass es besonders ,,arm“ (ja, richtig gehört) an Inhaltsstoffen ist, soll es alle möglichen Schadstoffe gut aus dem Körper ausleiten können.

Auch eine tief- blaue Flüssigkeit (maritimes Spirulina)  in einer Ampulle wurde vorgestellt, die das menschliche Energielevel noch weiter pushen sollte, denn immerhin bestünde die Blaualge aus über 3000 Inhaltsstoffen.

Waren die  Kongressteilnehmer etwa so energetisch und gutgelaunt unterwegs, weil sie hier dieses Wasser und noch viel ,,Gesundes“ mehr konsumierten? Oder lag es einfach an dem guten Programm und den Menschen selbst? Man weiss es nicht …

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Zufälliger Inhalt einer Kongress-Bag …

Auch die präbiotische Wirkung von Meeresalgen aufgrund ihrer Zellulosehülle wurde erklärt. Diese würde, als Ballaststoff , nicht vom Körper aufgenommen. Da diese Hülle den Stoff Sporo-pol-lenin enthalte, könne sie dank ihm auch Schwermetalle binden und diese so aus dem Körper ausleiten.

Auch über Misteltherapien, Cannabis, proteolytische Enzyme bei Krebs – Erkrankungen,  Indikationen von Heilpilzen und von weiter Stoffen konnten sich die Besucher ausführlich informieren.

Dies sind natürlich nur Beispiele, denn es gab die verschiedensten Produktpräsentationen, bei denen über alle möglichen Vitalstoffe, aber auch  über sonstige Therapiemögklichkeiten informiert wurde und die Besucher zum Informations-Gespräch eingeladen wurden. Darunter fanden sich auch

 Aktuelle medizinische Geräte und medizinische Verfahren

So sah man Vibrationstherapiegeräte, auf denen Besucher ob der anscheinend positiven Wirkung, sichtlich verzückt durchgerüttelt wurden, ein Bio-Resonanzgerät, vor dem eine konzentrierte  Dame zwei Metallstäbe in der Hand hielt, von denen Kabel in ein Gerät führen. Dort sollten schädliche Wellen des Körpers in gute umgewandelt werden, indem die Wellensignatur ,,untersucht“ wurde, durch die fehlenden Wellen ergänzt und dann die nun ,,perfekten Wellen“  durch die gleichen Kabel wieder in den Körper zurückgeschickt wurden …

Die ,,intravenöse Sauerstoff-Therapie nach Dr. Regelsberger“ war ein weiteres Verfahren, das, genauso wie ein Gürtel mit elektromagnetischen Feldern, das Wohlergehen bei bestimmten Indikationen (Fatigue, Abwehrswäche, Verspannungen,…) steigern sollte.

Die ,,Vit-Organ Therapie“ indes war eine  Injektions-Therapie, bei der kranken Organen mit Bestandteilen der entsprechenden gesunden Organen geholfen werden sollte. Dabei sollten die erkrankten Zellstrukturen durch eine solche biologische Vitalisierung regeneriert werden.

Neben der Vielzahl von Produkten boten die vielen

Weiterbildungs-Kurse

eine gute Möglichkeit, sein Wissen zu erweitern… Und was wurde bei der 51. Veranstaltung  nicht alles angeboten!

Ein großer Schwerpunkt stellte das Thema ,,Müdigkeit“ (Chronic Fatigue Syndrome) dar.  Ansätze für ,,Heilung“ gab es aus den Bereichen der Ayuveda, tibetische Medizin, traditionell chinesischen Medizin (TCM) mit Akupunktur/ Moxibustion (z.B. auch Yamomoto Schädelakupunktur), Neuraltherapie, Homöopathie und Ernährungsmedizin (z.B. Mikrobiom-Ernährung), um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Weitere Themen waren die Lüscher-Color-Diagnostik, das neuroendokrine Immunsystem (NEIS), Psychosomatische Energetik und neue Therapieoptionen bei der Zuckerkrankheit, Kinesiologie, Irisdiagnostik und die Ursache vieler chronischer Erkrankungen, die  sogenannte ,,silent inflammation“ …

 

Fazit der Industrieausstellung und der Kurse:

Wie man sieht, wurde auch auf der 51. ,,Medizinischen Woche“ ein bunter Strauß an Therapieoptionen angeboten, von denen man als Therapeut und Anwender das  herauspflücken konnte, was für seine Patienten den größten Benefit bringen würde.

Sicher vermischen sich in dem Genre der Komplementär- bzw. Alternativ- Medizin auch unterschiedliche Meinungen und vielleicht muss man auch manches  des Dargebotenen kritisch hinterfragen, dennoch lohnt sich ein Besuch in Baden Baden  für den Mediziner und medizinisch Interessierten in jedem Fall!

Die Vortragstagung der NATUM 

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Eine Frau, die viel Gutes in der Medizin bewirkt hat: Frau Prof. Ingrid Gerhard, Gründerin der NATUM im Gespräch mit der Autorin Dr. Agnes Wagner

Auch die Vereinigung der NATUM (Arbeitsgemeinschaft für Naturheilkunde, Akupunktur, Umwelt- und Komplementärmedizin in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, DGGG e.V.)  hatte zu einer Vortrags-Reihe eingeladen. Dabei war, gemäß dem Motto der Medizinischen Woche, auch bei dieser Veranstaltung ein buntes Programm mit einer Mixtur an innovativen und teilweise auch brisanten Themen gewählt worden.

Dabei werden komplementäre Behandlungsmethoden, vor allem aus dem Fachgebiet der Gynäkologie und Geburtshilfe, die zusätzlich zur Schulmedizin sinnvoll erscheinen, unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten vorgestellt. Zusätzlich wird der Wissenschaftspreis verliehen, der dazu beitragen soll, aussichtsreiche komplementäre Therapieansätze weiter zu erforschen.

,,Glücklich sein“

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Der Vorsitzende der NATUM: Dr. Bernd  Ost

Nach einer Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden Dr. Bernhard Ost aus Düsseldorf referierte zum Einstieg Dr. Tarané Probst aus Leipzig über das Glücklich-Sein. Die zentralen Botschaften gilt nicht nur für kranke Menschen, sondern ist wohl für jeden wichtig:

,,Du kannst nur Dich selbst ändern, nicht die anderen“ und ,,Glücklichsein entsteht im Kopf!“

… Schön gesagt war das!

Aber  schon leiteten Dr. Bernd Ost und  Dr. Reinhild Georgieff aus Leipzig zum nächsten Thema über. Auch das Thema, das Dr. Christine Gabriel aus Aachen vortrug,  war durchaus nicht nur für die ,,Behandlung von Kranken“ gedacht, sondern hatte auch präventive Züge:

,,Sexualität aus Sicht der TCM. Ausgleich von Yin und Yang oder Gesundheit durch guten Sex“

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Dr. med. Reinhild Georgieff

Solche Themen scheinen auf einem medizinischen Kongress auf den ersten Blick sicher ein wenig ungewohnt. Aber der Hintergrund für diese Themenwahl war, gemäß dem

Motto dieses Jahres,  ,,Der Blick aufs Ganze“ des Menschen,

genau eben diesen Blick zu schärfen und den Patienten  nicht losgelöst  von seinen alltäglichen Bedürfnissen, bei denen Glück und Sex sicherlich große Rollen spielen, zu sehen.

Denn nur unter Einbeziehung des ganzen Menschen, mit all seinen Bedürfnissen, kann man auch scheinbar einzelne Erkrankungen adäquat behandeln.

So war auch die Kernaussage dieses überaus spannenden Vortrages:

,,Das Weibliche und das Männliche können sich gegenseitig ergänzen und im wahrsten Sinne des Wortes ,,befruchten“, wodurch der Körper eine Einheit wird und Heilung erfahren kann …“

Aber schon war der kurzweilige Vortrag auch schon vorüber und auch die anschließende Pause  verging wie im Fluge, wurde sie doch von den Teilnehmern für den Austausch mit Kollegen bei einer kleinen Stärkung oder einem kurzen Rundgang über die riesige Fachaustellung genutzt!

Hier konnten sich die Besucher ein Bild des umfangreichen Produktangebotes aus dem Bereich der Nahrungsergänzungsmittel, alternativer Heilmethoden und kosmetischer Neuheiten machen sowie Kontakte zur Industrie knüpfen.

Super-Mikrochirurgie in der Gynäkologie

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Dr. Niklas Dellman, der ,,Super-Mikrochirurg“ aus Castrop Rauxe

Nachdem sich alle wieder im Vortragsraum eingefunden hatten, kündigte Dr. Steffen Wagner aus Saarbrücken auch schon seinen Kollegen Dr. Niklas Dellmann aus Castrop-Rauxel an.

Er zeigte, dass es möglich ist, verletzte Lymphbahnen nach Entfernung der Lymphknoten, am Beispiel der Axilla, super-mikrochirurgisch mit kaum sichtbaren Fäden zu nähen und so den Abfluss der Lymphe wieder herzustellen.

Hintergrund ist, dass bei den Frauen, die sich einer Brustkrebsoperation mit Entfernung der Lymphknoten unterziehen müssen, oft die Lymphabflußbahnen verletzt werden. Weil die Lymphe dann ins Gewebe sickert, bekommen sie meist einen eine dicken, ödematös geschwollenen Arm.

Nun gibt es neue Verfahren, bei der diese Abflußbahnen wieder an das venöse Gefäßsystem angeschlossen werden, oder auch Lymphknoten verpflanzt werden, um den Lymphabfluss zu gewährleisten. Da die Lymphgefäße wirklich sehr schmal und normalerweise farblos sind, müssen sie dabei zur Darstellung angefärbt werden.

Methadon als Krebmedikament! Ein behandelnder Arzt berichtet …

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Dr. Steffen Wagner

Danach begrüßte Dr.Steffen Wagner  für den nächsten Vortrag Dr. Hans-Jörg Hilscher aus Iserloh. Der Palliativmediziner kümmert sich meist um ,,austherapierte“ Patienten und versucht, ihnen ihre Zeit, die bleibt, so schmerzfrei und angenehm wie möglich zu gestalten. Der mit Schmerzmitteln sehr erfahrene Arzt  erläuterte seine erstaunlichen Erfahrungen mit Methadon, die er im Rahmen seiner Tätigkeit im Hospitz gemacht hatte. Normalerweise findet dieses in der Palliativmedizin nur als Schmerzmedikament Anwendung. Allerdings hatte Hilscher bei einzelnen Fällen beobachtet,  dass unter Methadon-Gabe manche Tumoren tatsächlich kleiner wurden – und das bei hoffnungslosen Fällen…

Er erzählte, dass er sogar Krebs-Patienten betreut hätte, deren Tumoren soweit zurückgegangen seien, dass sie nach Methadontherapie das Hospitz tatsächlich hätten wieder verlassen können!

Allerdings benötigt man noch mehr Erfahrungen mit Methadon, um genau sagen zu können, ob und  bei welchen Indikationen  man es einsetzen könnte und bei welchen besser nicht!

Wichtig ist, dass D,L-Methadon aktuell nur in wenigen Ausnahmefällen, bei ausgewählten palliativen Karzinom-Patienten in Kombination mit einem Chemotherapeutikum, bei denen etablierte Therapien keine ausreichende Wirkung mehr gezeigt haben und sich bereits Metastasen gebildet haben, von erfahrenen Ärzten eingesetzt und die Behandlung dokumentiert werden sollte, um langfristig die Wirksamkeit einschätzen zu können! 

Dies ist deshalb so wichtig, weil unter Fehldosierungen sogar Todesfälle beschrieben wurden und weil eine positive Wirkung zwar in einigen Einzelfällen zu vermuten ist, allerdings eine Studienhistorie, die die Wirksamkeit valide belegt, nicht vorhanden ist. Denn es gibt auch bereits  Fälle, in denen es nicht wirkt oder wegen starker Nebenwirkungen abgesetzt werden musste.

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Dr. Hans-Jörg Hilscher hat einen harten Alltag, für den man viel Kraft und eine starke Persönlichkeit benötigt…

Anzumerken ist aber, dass Methadon schon einige Zeit nicht nur in der Drogentherapie, sondern auch bei Krebspatienten mit gutem schmerzlindernden Erfolg eingesetzt wird, so dass man über einige Erfahrungen des Medikamentes bei der Anwendung des Medikamentes verfügt.

Zu beachten ist, dass die Dosierungen von Methadon bei den schwerkranken Tumorpatienten wesentlich geringer sind, als die, die in der Schmerztherapie eingesetzt werden! Außerdem empfiehlt man ein viel langsameres, sukzessives Vorgehen mit einer vorsichtigen Steigerung, um die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.

So empfahl Hilscher bei einer Einstellung Anfangsdosen von 2x 2,5 mg täglich (,,start low, go slow“). Bei den auch in der Presse geschilderten Zwischenfällen unter Methadontherapie hatte man aber die 8-55 fache Dosierung gefunden!

,, Es wäre schade, dieses Medikament in der Tumortherapie von vorne herein wegen aufgetretener Fehlanwendungen abzulehnen, denn die bisherigen Anwendungserfolge beim Glioblastom, beim kleinzelligen Bronchial-Ca, Sigma-Ca und Mamma Ca und die Rückbildung von Metastasen geben Grund zur Hoffnung auf die Möglichkeit einer weiteren Behandlungsoption bei ausgewählten Tumorerkrankungen!“

Der Progesteronmetabolismus

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 Dr. Cristoph Milczynski aus Mainz 

Nach diesem äußerst interessanten und praxisnahem Vortrag, stärkten sich die Teilnehmer in der verdienten Mittagspause, um dann für den nächsten Beitrag wieder fit im Vortragsraum zu erscheinen …

Unter dem Vorsitz von Dr. Bernd Ost  erklärte Dr. Cristoph Milczynski aus Mainz  den interessierten Zuhörern in umfassender, pragmatischer Weise den Progesteron – Metabolismus. Progesteron ist eines des wichtigsten Geschlechtshormone,  das Zyklus, Schwangerschaft und Wechseljahre der Frau im Zusammenspiel mit Östrogen und anderen Hormonen nachhaltig beeinflusst.

Nach diesem detaillierten Vortrag wurde nun, vom Publikum gespannt erwartet, unter Anwesenheit der Medien, der

Forschungspreis  Komplementärmedizin vom Vorstand der NATUM an Frau Dr. Claudia Friesen aus Ulm für ihre neunen Erkenntnisse über das Medikament Methadon in der Karzinombehandlung verliehen!

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Dr. Claudia Friesen

Vor etwa 10 Jahren fiel der Chemikerin die apoptotische (abtötende) Wirkung des bis dato in der Schmerztherapie und beim Drogenentzug angewandten Methadons auf Krebszellen erstmals auf. Seitdem arbeitete sie unermüdlich an der Erforschung der Wirkungsweise des Methadons auf diesem Gebiet. Parallel machte übrigens auch der Palliativmediziner Dr. Hilscher (siehe oben), ähnliche Entdeckungen und stützte damit die These von Friesen.

In der Laudatio von  Dr. Steffen Wagner hieß es, dass viele Medikamente dadurch entdeckt worden sind, dass sie ursprünglich für eine andere Indikation benutzt worden waren, wie zum Beispiel Minoxidil. Dies war ursprünglich ein Medikament gegen Bluthochdruck, wobei aufgefallen war, dass die Patienten, die es einnahmen, plötzlich wieder mehr Haare bekamen … Seitdem ist es das Medikament auf dem Markt, welches  bei Haarausfall am besten  wirksam ist!

Ein Problem bei Methadon sei, dass das Patent abegelaufen sei und es daher relativ billig sei. Für die Pharmaindustie lohne es sich aktuell deshalb kaum, Studien durchzuführen

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Im Anschluß an die Laudatio ergriff Frau Dr. Friesen selbst das Wort und zeigte noch einmal eindrucksvoll die Wirkweise von Methadon auf die Krebszelle und stellte auch einige sehr positive Krankheitsverläufe  durch das Medikament vor.

Für sie war wichtig, noch einmal herauszustellen, dass weitere Studien auf den Weg gebracht werden müssten, damit Tumorpatienten mit bestimmten Karzinomen, die auf Methadon ansprechen würden, eine zusätzliche Chance zusätzlich zur bisherigen Chemotherapie bekämen.

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Und damit ging diese schöne Vortragsreihe unter kräftigem Applaus mit Sekt und Häppchen zu Ende …

Natürlich konnte ich hier nur einen groben Eindruck vermitteln, was die ,,Medizinische Woche“ zu bieten hat. Dehalb habe ich unten noch einige interessante Links zusammengestellt.

Bis bald auf der ,,Medizinischen Woche“!

Es grüßt Sie herzlich, Ihre Nessy Wagner

 

Interessante Links zum Thema

NATUM: Startseite mit vielen wichtigen Infos und Angeboten an komplementären Fortbildungsveranstaltungen mit Schwerpunkt Gynäkologie

 

Wer sich für die kommende Veranstaltung der  Medizinischen Woche BadenBaden vom 31. Okt. 2018, 09:00 bis 04. Nov. 2018 noch anmelden möchte, kommt hier zur Homepage.

Diesjähriges Programm der NATUM

amSonntag, 04.11.2018

09:00 – 13:00 Uhr

Kongresshaus, Sitzungsraum 13 (3. OG)

Gemeinsame Stellungnahme der NATUM zu Methadon bei Tumorpatientinnen.

04.08.2017: Nach zahlreichen Medienberichten über die antitumorale Wirksamkeit von Methadon …
>>> Artikel lesen

 

Autorin Dr. med. Agnes Wagner, Vorstandsmitglied NATUM

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(Fachärztin für Innere Medizin, Notfallmedizin, sowie Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Herausgeberin des Medizin- und  Modeblogs Salutary Style, laufend aktuelle medizinische News sowie Artikel unter anderen zur medizinischen Woche und Methadon)

 

2 Kommentare zu „Natum-Artikel: Medizinische Woche Baden-Baden Oktober 2017 – Rückblick Vortrags-Tagung NATUM

  1. Ein toller Beitrag Dr.Nessy. Sehr interessant finde ich die Lymphgeschichte und die Mikrochirurgie. Tolle Sache. Geht das auch nach Jahren noch? zu operieren?
    Toll auch die dokumentierte Heilung durch Chemo plus Methadon. Spannend fibde ich such immer wenn man zufällig feststellt, dass ein Medikament auch etwas anderes, vielleicht sogar besser bewirkt, als das wofür es entwickelt wurde. Mir fällt da nur Spiropent ein.Husten und die Wehenhemmung.
    Danke auch für die vielen anderen Verfahren, wir haben viele in der Praxis früher angewendet im Rahmen der TCM. Leider geht das nicht mehr. Ich fand das oft sehr spannend.
    Liebe Grüße Tina

    1. Liebe TIna! Danke für Deinen tollen Kommentar! Zu Deiner Frage: ,,Sag niemals nie…“ Das hängt natürlich von vielen Faktoren ab, eben wie die Möglichkeiten anatomisch sind, auch Lymphgefäße zu verpflanzen. Allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit natürlich, je länger der Abfluß gestört ist. Wobei das sowieso eine ziemlich fitzelige Angelegenheit ist…Alles Liebe, Nessy

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