Medizin: Zecken – Jahr 2018 – News und Fakten zum eigenen Schutz!

Hallo Ihr Lieben!

,,Mist!“ dachte ich gestern, als ich die Bescherung sah, als Svea zu mir kam. Seit drei Tagen fühlte sie sich so richtig schlapp, hatte Kopfschmerzen und schaffte es nicht einmal mehr, mit dem Hund mehr als zehn Minuten Gassi zu gehen!

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Als ich sie untersuchte, war mir die Diagnose sofort klar. So klassisch und einfach ist es wirklich selten. Der Zeckenkopf steckte an einer nicht ganz jugendfreien Stelle sogar noch. Aber es hatte sich bereits eine ordentliche Schwellung und Rötung gebildet, die sich  in typischer Weise ausbreitete, der ,,Borreliose – Halo“… Die Diagnose war klar! Sie hatte sich eine Infektion  der häufigsten durch Zecken übertragbare Erkrankung in Deutschland eingefangen! Zwar konnte sie sie nicht einmal mehr an einen Zeckenbiß erinnern, aber auch das ist nicht ungewöhnlich. Eine ungestörte Zecke kann wochenlang saugen und sich dann irgendwann von selbst vom Acker machen oder durch Kleidung oder unbewußt im Schlaf abgestreift werden, was bei Svea wahrscheinlicher war!

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Sveas Befund mit der sogenannten Wanderröte, fachsprachlich als Erythema migrans  bezeichnet!

Übrigens können Zecken  nicht nur  Überträger der sogenannten Lyme Borreliose sein, sondern auch die Frühsommermeningoenzephalitis und bei Menschen seltener die Babesiose, Ehlichiose und Anaplasmose übertragen.

Dabei möchte ich kurz auf die gefährliche

FSME (Frühsommermeningo-enzephalitits)

eingehen! Denn neu ist in der Tat, dass sie sich nicht mehr nur auf Risikogebiete des Südens Deutschlands beschränkt, sondern dieses Jahr in fast allen Bundesländern Fälle entdeckt wurden! Insofern ist ein Schutz umso wichtiger! Für Hochrisikopersonen, die sich viel im Wald und auch Wiesen aufhalten, kann eine FSME Schutzimpfung auch in manchen nördlicheren Gebieten sinnvoll sein!

Verlauf: Nur bei 10-30% der Infizierten bilden sich Symptome aus!

Stadium 1: 2-20 Tage nach Infektion
anfängliche Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, evtl. ist damit alles überstanden.

Stadium 2Bei 70% kommt es nach einer Woche zu einem zweiten Fiebergipfel mit Kopfschmerzen und Erbrechen, bei neurologischer Mitbeteiligung des zentralen Nervensystems Hirnhautentzündungszeichen mit sehr starke Kopfschmerzen, steifer Nacken, Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, psychischen Veränderungen , Lähmungen am Körper,…

Diese schweren Formen heilen selten und meist nur unvollständig aus. Kinder und Jugendliche haben insgesamt eine bessere Prognose als Erwachsene.

Behandlung: Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht! Es muß also symptomatisch behandelt werden!

Lyme Borreliose:

Je nah Gebiet sind bis 35 Prozent aller Zecken von Borrelienbakterien befallen, dabei kommt es nach einem Zeckenbiss bei 1,5 bis 6 Prozent der Betroffenen zu einer Infektion durch die Borrelien!

Verlauf: Stadium 1: Nach Tagen bis Wochen

Wanderröte

  • Schwäche
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Fieber
  • Lymphknotenschwellungen
  • Bindehautentzündung

Stadium 2: wenige Monate nach dem Zeckenbiss

  •  grippeähnliche Symptome und/oder
  •  Neuroborreliose.
  • Hirnhaut- und Nervenwurzelentzündung mit
  • Schmerzen,
  • Lähmungen und
  • neurologische Ausfälle
  • Entzündung einzelner Körpernerven, sog. periphere Neuropathie, Bsp.  Gesichtsnerv lähmen (sog. Fazialisparese) mit einseitig herabhängenden Mundwinkel
  • Befall des Herzens (Herzmuskel- / Herzbeutelentzündung)
  • Befall der Augen können sich entzünden, etwa die mittlere Augenhaut (sog. Uveitis).
  •  Hauterscheinung (Lymphadenosis cutis benigna). Anschwellen der Haut, sie bildet mehrere zentimetergroße, rot-bläuliche Flecken (v.a. an Ohrläppchen, den Brustwarzen und am Hodensack)

Stadium 3: Monate bis Jahre nach dem Zeckenbiss

  • Lyme-Arthritis schubweise oder chronisch verlaufende Gelenkentzündung – dabei können ein einzelnes Gelenk (Monoarthritis) oder gleichzeitig mehrere Gelenke betroffen sein (Oligoarthritis). (v.a. Kniegelenke)
  • Schmerzen der Sehnen und Muskeln
  • manchmal wird Haut an den Händen und Füßen sehr dünn und bläulich (sog. Acrodermatitis atrophicans Herxheimer)
  • manchmal zusätzliche Beteiligung des Nervensystems
  • Selten Lähmung Teile des Körpers (Paresen)

Behandlung:

Antibiotisch, Stadium 1 oral mit

  • Doxycyclin,
  • Amoxicillin oder
  • Cefuroxim.In fortgeschrittenen Stadien: Intravenöse  Antibiose über 3-4 Wochen mit Cephalosporinen (z.B. die Wirkstoffe Ceftriaxon, Cefotaxim)

Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, können also sehr ernst verlaufen!

Zecke, Blutsauger, Vollgesaugt

Grund genug, sich näher mit den winzigen Krabbeltierchen zu beschäftigen, die seltsamerweise bei uns wesentlich weniger Ekel auslösen, als die für uns in unseren Breiten meist ungefählicheren Spinnen. Aber schließlich ist es lebenswichtig, diese ,,Viecher“ zu entfernen und mit einer Panikattacke würde man sich da doch etwas im Weg stehen …!

Deshalb habe ich in Folgenden die wichtigsten Fakten aufgeschrieben, die es Euch ermöglich, Euch richtig zu schützen und im ,,Fall der Fälle“ eines Zeckenstiches richtig zu handeln!

1. Wann und wie muss ich mich vor einem Zeckenstich schützen?

Da die Zecken umso aktiver sind, je wärmer und je feuchter es ist, ist

  • ein Schutz bei jedem Gang in die Natur wichtig! Auch in Stadtparks lauern die kleinen Biester! 

Am besten zieht man

  • festes Schuhwerk und Strümpfe an, in hohem Gras auch lange Hosen,

wobei sich hierüber die Fachleute streiten. Denn geschützt von der Dunkelheit können die Krabbler nach oben klettern, um sich das schönste Plätzchen zu suchen. Für Zecken sind das Stellen mit dünner, etwas feuchter Haut, wie Leistenbeugen, Kniekehlen, Achselbeugen oder hinter den Ohren. Übrigens sind Zecken diesbezüglich wählerisch und krabbeln oft stundenlang herum, bevor sie ,,den schönsten Ort“ finden.

Anmelden, Schutzkleidung, Obligatorisch, Körperliche
vielleicht doch ein wenig übertrieben ….
  • Entsprechende Schutzlotionen und – sprays

bieten außerdem einen guten Schutz. Dieser wurde von der Stiftung Warentest für 14 verschiedene Produkte untersucht. Am besten schnitten Stoffe mit dem Wirkstoff Ircardin ab (Autan, Anti Brumm, Zeckito classic und andere) ab, am schlechtesten die,  deren Wirkung auf Eukalyptusöl beruhten. Da die wirksamen Mittel auch Nebenwirkungen bis hin zu Nervenschäden haben, sollten sie nur gezielt eingesetzt werden.

Autan familiy Care  mit Aloe vera enthält Ircardin in nicht ganz so hoher Dosierung und muss deshalb auch schon nach 3-4 Stunden erneuert werden, während das normale Autan 6-8 Stunden wirksam ist. Allerdings ist es für empfindliche Haut besser geeignet, da es zusätzlich pflegt und Feuchtigkeit spendet!

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Am wichtigsten sind der Schutz der Arme und Beine, wenn man sich ins Gras setzt. Aber auch die andere Stellen wie Leisten und Brustfalten nicht aussparen. Allerdings darf man diese Mittel auch nicht mit Schleimhäuten in Berührung bringen!

Hilft der Verzehr von Knoblauch gegen Zecken und anderen Insekten? Nein, Untersuchungen haben kaum Wirkung gezeigt!

2. Zeckenentfernung! Wie gehe ich vor?

  • Ein Zeckenstich sollte möglichst frühzeitig erkannt werden!

Denn je früher man eine Zecke entfernt, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Keimübertragung. Allerdings ist eine frühe Entfernung der Zecke keine Garantie, dass es nicht zu einer Infektion kommt!

Deshalb ist es wichtig,

  • sich nach jedem Aufenthalt in der Natur nach ihnen abzusuchen,

um die Zecken zeitnah entfernen zu können!

  • Ein geeignetes Mittel zur Entfernung sollte in jedem Haushalt parat liegen.

Dies können  spezielle Pinzetten, Zeckenkarten (ähnlich einer Kreditkarte mit einer entsprechenden Einkerbung), Zeckenhaken oder ähnliche Gerätschaften sein. Für weitere Infos einfach draufklicken (Produktlinks/Werbung).


Wichtig dabei ist,

  • die Zecke möglichst nah an der Haut zu greifen.

Da die Zecke kein Gewinde hat, steht überall geschrieben, dass man sie auch nicht drehen muß. Beim Greifen der Zecke sollte man sie nicht unnötig lange quetschen oder reizen, da sie sonst vermehrt infizierten Speichel abgeben kann!

Die Zecke sollte in einer verschlossenen Plastiktüte in der Gefriertruhe aufgehoben werden, damit man bei einer späteren Infektion eventuell feststellen kann, ob die Zecke infiziert war.

Allerdings führt die Untersuchung der Zecke vielleicht zu einer Erhöhung  der Indizien, allerdings kann es auch gut sein, dass, wenn diese Zecke keine Keime enthält, eine andere unbemerkte Zecke diese enthalten und übertragen hat und andererseits muss eine infizierte Zecke nicht zwangsläufig auch eine Krankheit übertragen !

3. Was mache ich, wenn der ,,Kopf“ noch steckt?

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Shootings in der Natur bergen immer das Risiko unerwünschter Gäste in den Klamotten

Bereits in der Überschrift ist ein kleiner Irrtum eingebaut! Denn die Zecke hat gar keinen richtigen Kopf, sondern das, was wir meinen, sitzt am sogenannten Capitulum  und es handelt sich um die Mundwerkzeuge. Außen sitzen zwei Sinnesorgane, die viergliedrige Taster (Palpen) Zentral sitzt der Stechrüssel, Hypostom genannt und auf dessen Oberseite sitzen die beiden Cheliceren, die die Haut des Opfers aufritzen, bevor der Saugrüssel mit seienn Widerhaken eingestochen wird!

Es kommt trotz größter Sorgfalt vor, dass das Hypostom bei einem Entfernungsversuch  stecken bleibt. Eigentlich muss man dann gar nichts getan werden. Denn die Zecke ist tot und bevor man lange herumfummelt und die Haut dabei noch mehr verletzt, benetzt man das Ganze mit etwas Desinfektionsspray und wartet darauf, dass sich die Zeckenreste von selbst verabschieden, was nach ein paar Tagen der Fall sein dürfte.

4. Muss ich zum Arzt?

Jein. Wer die Zecke entfernt hat und keinerlei Entzündungsreaktion zeigt, muß

  • nicht unbedingt zum Arzt. Wenn sich aber eine
  • deutliche Rötung an der Einstichstelle zeigt (bevor man daran herummanipuliert hat), oder
  • Symptome wie deutliche Absgeschlagenheit, Fieber, Konjunktivitis oder ähnliches auftreten, sollte zur Sicherheit den Arzt aufsuchen.

Dieser wird ggf. einen Bluttest durchführen und eine Antibiose anraten, im Annschluss oder auch schon währenddessen empfielt sich eine Symbioselenkung mir einer erneuten Keimansiedlung, damit die Abwehr im Darm gestärkt bleibt!

Falls Unsicherheiten auftreten, kann ggf. auch die Zecke untersucht werden. Allerdings habe ich das erst einmal erlebt, denn, egal, wie das Ergebnis ausfällt, Sicherheit hat man dadurch nicht

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Auch m Wald und auf hohen Wiesen fühlen sich Zecken natürlich besonders wohl! eine Beschriftung ein

5. Kann man gegen Zecken impfen?

Nein, das klappt nicht! Man kann aber gegen die sogenannte Frühsommermenigoenzephalitis , eine virale Erkrankung, impfen, die ja vom Verlauf sehr schwer sein kann! Dies sollte man, wenn man gefährdet ist, unbedingt tun. Es gibt nur wenige Gebiete in Deutschland, in denen der Erreger nioch nicht in Zecken gefunden wurde. Am besten fragt ihr Euren Arzt, ob eine Impfung für eEuch sinnvoll ist, oder ob Euer Gebiet (noch) verschont ist, worauf ich mich allerdings nicht unbedingt verlassen würde. Ich glaube nicht, dass sich Zecken an Grenzverläufe halten!

So, das waren die wichtigsten Facts rund um die kleine Krabbelviecher! Diesmal wünsche ich mir, dass Ihr die Tipps wirklich nie braucht!

Wenn Ihr trotzdem noch Fragen habet, fühlt Euch freu mir zu schreibenj

Und jetzt wünsche ich Euch einen wirklich wunderschönen ersten Mai und bei einer zunftigen Maiwanderung keine kleinen Krabbelviecher…

Alles Liebe, Eure Dr. Nessy

Verfasst von

Anti Aging - Jung bleiben von außen und innen mit einfachen, aber effektiven Tipps, ist das, was die erfahrene Medizinerin Euch zeigen möchte und selbst mir Herz, Witz und Verstand vorlebt. Auf Ihrem Blog gibt sie nicht nur viele aktuellen Erkenntnisse weiter, sondern lädt Ihre Leser auch ein, an ihrem Leben mit Familie, Haus , Pferd und Hund teilzuhaben und öffnet für die Fashionistas unter Euch auch dann und wann Ihre Kleiderschränke ...

2 Kommentare zu „Medizin: Zecken – Jahr 2018 – News und Fakten zum eigenen Schutz!

  1. 🙂 Ich habe letzten Monat gerade wieder meine FSME-Impfung gehabt – nun habe ich für die nächsten paar Jahre wieder Ruhe. Ich finde es wichtig sich impfen zu lassen, insbesondere, wenn man viel draussen ist.
    Liebe Grüße
    Claudia 🙂

    1. Liebe Claudia! Damit bist Du ein tolles Vorbild! Danke, dass Du hier so offen darüber geredet hast, weil es zeigt, wie wichtig es ist! Alles Liebe, Nessy

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