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Die Patientenfrage: Myome der Gebärmutter: Ausführliche Übersicht und neue Therapien /aktuelle Warnung vor hormoneller Therapie mit UPA!

Hallo Ihr Lieben!

Da ich immer einmal wieder Anfragen zur Behandlung von Myomen  habe, möchte ich Euch heute einen kurzen Überblick zu dem Thema geben, denn immerhin ist etwa jede vierte Frau von diesen muskulären Wucherungen der Gebärmutter betroffen. Denn auch hier entwickelt sich die Medizin rasend schnell! Neue Verfahren sind auf dem Vormarsch, eine davon schon wieder vom Markt …  Übrigens sind diese fast immer gutartig, zu einer Entartung zum sogenannten ,,Leiomyosarkom“ kommt es, je nach Literaturangabe, gar nicht bis ,,unter 1%“ … Dennoch ist es wichtig, diese  ,,Dinger“ auf alle Fälle im Auge zu behalten ..medical-appointment-doctor-healthcare-40568

Aber zurück zu Euren Fragen! Exemplarisch habe ich eine Frage herausgesucht, die ich gestern von einer Leserin, nennen wir sie ,,A. „, erhielt (Frage gekürzt und verallgemeinert):

,,Ist es möglich, zur Behandlung zweier großer Myome im Alter von über 40 Jahren und regelmässiger Menstruation Hormone einzunehmen, um die Wucherungen verkleinern?“

 

Natürlich ist diese Frage schlecht pauschal zu beantworten, denn es gilt, wie so oft mein allseits gefürchtetes ,,Jein“! Denn das hängt von einer Reihe von Fakten ab, die sicherlich nicht nur A. interessieren!

Deshalb  zeige ich Euch hier  die einzelnen Möglichkeiten, die es gibt, auf!

Welche für Euch am geeignetsten ist, müßt Ihr dann mit Eurem Gynäkologen herausfinden! Auch übernehme ich selbstverständlich keine Haftung oder Garantien für die aufgezeigten Therapieoptionen…

Fragen, die vor der Therapie von Uterusmyomen abgeklärt werden müssen:

A) Anamnestische Abklärung

  • Welche Einschränkungen/ Beschwerden hat man durch die Myome?

Davon hängt ab, ob und in welchem Umfang überhaupt eine Therapie eingeleitet werden sollte!

Je nach Lage und Größe hat die Betroffene überhaupt keinen Einschränkungen, Menstruationsbeschwerden, Probleme beim Schwanger-Werden,  während der Schwangerschaften und während der Geburt (da kann das Myom kann z.B. ein Hindernis darstellen), Problemen bei der Verdauung (durch Druck auf den Darm) und beim Wasserlassen bis hin zu starken Schmerzen ….

  • Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand?

Natürlich gibt es eine Reihe von Kontraindikationen, die gegen die einzelnen Möglichkeiten der Behandlung sprechen (s.u.) , dementsprechend sucht man gezielt eine der Möglichkeiten aus!  Probleme der Behandlungen können z.B. bei deutlichem Übergewicht, schweren Allgemeinerkrankungen  oder Herz-Kreislauf und Gefäßerkrankungen auftreten.

  • Besteht ein Kinderwunsch/Schwangerschaft?

Die ist deshalb so wichtig, weil man vor einer Schwangerschaft, je nach Myomlage und -größe, versuchen wird, es entweder in seiner Größe zu verringern oder gar operativ zu entfernen. Man kann sich vorstellen, dass, je nach Lage, schon die Befruchtung und oder die Einnistung des befruchteten Eis Probleme bereiten kann. Auch während der Schwangerschaft oder unter der Geburt kann ein großes Myom hinderlich sein!

  • Gibt es in der Familie auch Myome?

Man weiß, dass Myome vererbbar sein können Aus dem Verlauf der Erkrankung bei Verwandten kann man evtl. wertvolle Hinweise auf den Verlauf bekommen. Es gibt Myome, die wachsen schneller oder früher als andere …

Übrigens treten sie meist im Alter von ca. 35 bis 50  Jahren erstmals auf und bilden sich meist nach der Wechseljahre nach und nach zurück.the-uterus-2947707__340

Links seht Ihr die Lage der Gebärmutter im Körper. Je nachdem, wo die Myome in oder an der Gebärmutter liegen, können sie zu deutlichen Problemen führen. Die gelben Strukturen sind die Eierstöcke, im Seitbild sieht man vor der Gebärmutter die Blase, dahinter den Darm.

 

 

B) Körperliche Untersuchung

Meist wird mittels

  1. Tastuntersuchung und
  2. Vaginal-Ultraschall,
  3. Abdominal-Sonographie (Ultraschall vom Bauch aus) manchmal auch mittels
  4. Hysteroskopie (Untersuchung der Gebärmutterhöhle mit einer Optik durch die Scheide),
  5. Laparoskopie (Untersuchung mit einer Optik durch die Bauchhöhle),
  6. Computertomographie oder
  7. Magnetresonanztomographie (MRT) …

das Ausmaß und die Lage der Myome festgestellt. Dabei kann die Größe von winzig bis kindskopfgroß variieren.

Außerdem gibt es

verschiedene Arten von  Myomen:

  1. Intramural (in der Gebärmutterwand)
  2. Subserös (an der Außenwand des Uterus)
  3. submuköse Myom (an der inneren Gebärmutterwand, wölbt sich in die Gebärmutterhöhle)
  4. gestieltes submuköses Myom
  5.  Myoma in statu nascendi (wölbt sich aus dem Muttermund heraus)
  6. intraligamentäres Myom (wächst seitlich der Gebärmutter in die Bänder hinein)

Ihr seht also, das ist also alles nicht ganz so einfach …

Auch im Falle von A. müsste man diese Fragen also klären, bevor man ihr eine für sie optimale Behandlungsmethode empfehlen könnte …

Schauen wir uns also an, was es überhaupt für Möglichkeiten gibt!

Behandlungsformen von Myomen:IMG_5422

1. Abwarten, ,,Tee trinken“ und beobachten… 

Wenn die Myome klein sind, kein Kinderwunsch vorliegt und keine oder kaum Beschwerden verursachen ist das durchaus eine probate ,,Behandlungsmethode“! Bei nur gelegentlichen, eher leichteren Beschwerden, wie sie manchmal bei Myomen unter der Periode auftreten, können auch konservative Mittel wie grüner Tee, Akupunktur, Wärme oder auch die Gabe krampflösender Schmerzmittel Abhilfe schaffen. Hier hat sich beispielsweise eine Kombination aus Butylscopolamin (krampflösend) und/oder einem Schmerzmittel vom nicht-steroidalen Typ wie  Paracetamol (Handelsname zum Beispiel Buscopan  plus), Naproxen (Handelsname zum Beispiel  Dolormin) oder Ibuprofen  bewährt.  Aber auch eine entspannende Bewegungstherapie kann guttun …

(Falls A. keine Beschwerden hat, wäre dies durchaus eine Möglichkeit! Denn die Wahrscheinlichkeit einer Entartung ist mit unter ein Prozent so gering, dass eine Beobachtung ausreicht. Dann müsste sie quasi, abgesehen von gelegentlichen Kontrollen (in Absprache mit ihrem Gynäkologen) überhaupt nichts machen, denn in dem Moment, wenn ihre Hormone sinken, was wahrscheinlich in Bälde der Fall sein wird, werden auch die Myome langsam kleiner werden…)

2. Hormonelle ,,Schrumpfung “ der Myome

Da der Myomwachstum durch Hormone beeinflusst wird, gibt es verschiedene hormonelle Möglichkeiten, diese zum Schrumpfen zu bringen. Allerdings werden die Frauen dadurch in künstliche Wechseljahre versetzt, warum die Nebenwirkungen auch ähnlich sind. Außerdem muss man vor jeder Therapie die Kontraindikationen prüfen!

Myom der Gebärmutter durch Hormone verkleinern und behandeln

Östrogene fördern das Wachstum von Myomen. Deshalb treten Myome grundsätzlich während der geschlechtsreifen Lebensphase einer Frau auf. Mit den Wechseljahren bilden sich die Myome aber meist automatisch zurück, da die Eierstöcke ihre Östrogenproduktion beenden.

Wenn die Patientin also kurz vor der Postmenopause steht, wurde bis vor nicht allzu langer Zeit eine Hormontherapie in Betracht gezogen, um somit die Zeit bis zum natürlichen Stillstand der Eierstöcke zu überbrücken! Hier war UPA die Nummer Eins!

2.1. UPA (Ulipristalacetat, Handelsname Esmya), einem selektiver Progesteron-Rezeptor-Modulator

Primär zeigte sich auch ein guter Erfolg des seit 2012 für die Behandlung von Gebärmuttermyomen zugelassenen Medikamentes. Ab 2013 konnte die Therapie mit UPA sogar wiederholt werden. Es handelt sich um die weltweit erste oral verabreichte Wirksubstanz gegen Wucherungen des Uterus.

Allerdings liegen seit kurzem Hinweise auf  Fälle von schwerer Lebertoxizität unter der Einnahme vor. So mussten mittlerweile vier Frauen im Zusammenhang mir der Einnahme von UPA Leber-transplantiert werden!

Deshalb wurden nun alle Gynäkologen dazu angehalten, dieses Medikament nicht neu zu verschreiben und bei Patientinnen, die es erhalten, genau auf die Leberwerte zu achten!

Da manche Frauen das Medikament aber noch einnehmen und ich nicht ausschließen kann, dass es nicht noch einmal rehabilitiert wird, wie das manchmal der Fall ist, belasse ich es erst einmal in dieser Auflistung …  obgleich ich zum aktuellem Zeitpunkt davon abrate!

Dabei hatte sich alles so gut angehört … UPA blockierte nämlich die  Progesteron-Rezeptoren nur in der Gebärmutter und blockiert oder verzögert den Eisprung der Frau! UPA wurde einmal täglich über einen Zeitraum von zwölf Wochen eingenommen und führte zum Stopp der Uterusblutungen und zum  Schrumpfen des Myoms!

Es wurde vor der Menopause während einer Dauer bis zu drei Monaten täglich eine Tablette mit fünf Milligramm Ulipristalacetat verabreicht. Dennoch kam es auch unter diesem Medikament zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit , Bauchschmerzen und viele andere auf.

2.2. GnRH-Analoga (künstliche Gonadotropin Releasing Hormon-Analoga zur Absenkung der körpereigenen Hormone)

können die Myome und die Gebärmutter verkleinern, indem sie die Hormonspiegel der Frau  auf das Niveau in der Postmenopause senken. Deshalb leiden viele Frauen unter  oft deutlichen Nebenwirkungen (Hitzewallungen, Hauttrockenheit, Stimmungsschwankungen, Schwitzen…). Auch Veränderungen im Körper entsprechend der Menopause sind zu erwarten. So wird die Haut oft trockener und dünner und auch der Knochenstoffwechsel vermindert sich. Der Libido kann zurückgehen und die Leistungsfähigkeit kann sinken, um nur einige Beispiele zu nennen. Ihre Anwendung ist  deshalb auf sechs Monate beschränkt.

Abgesehen von den Nebenwirkungen ist diese Möglichkeit eher mit Vorsicht zu genießen, da die Myome nach Absetzen gerade bei jüngeren Frauen oft wieder wachsen. Ist die Frau schon in den Wechseljahren oder kurz davor, kann diese Möglichkeit in Einzelfällen als Überbrückung genutzt werden, bis die Hormone natürlicherweise weit genug absinken, dass die Myome durch Entzug des Östrogens von selbst kleiner werden.

Allerdings ist man davon heute davon weitgehend abgekommen.  GnRH-Analoga werden aber noch bei der Operationsvorbereitung zur präoperativen Myomverkleinerung  eingesetzt.

Das Medikament wird als Depot Präparat gespritzt (alle vier Wochen oder alle drei Monate).

Myome in der Schwangerschaft können natürlich nicht damit behandelt werden. Dadurch, dass in dieser Zeit Progesteron auf dem Vormarsch ist, werden die Myome zwar während der Entwicklung des Feten  nicht wachsen, können aber trotzdem zu Beschwerden und Problemen führen. Wenn möglich, wird man schon vor der Schwangerschaft überprüfen, inwieweit Myome hinderlich sein könnten und diese entsprechend behandeln.

Um auf die Frage von A. zurückzukommen: Eine hormonelle Therapie mit UPA wäre in meinen Augen obsolet. Die weitere Behandlung würde sehr stark von den vorhandenen Beschwerden und den sonstigen Gegebenheiten  abhängen, die sie mit ihrem Frauenarzt besprechen müsste!

Wenn sie starke Beschwerden von ihren großen Myomen her hat, ist eine alleinige Behandlung mit GnRH-Analoga und damit die Unterdrückung der eigenen Hormone und der vorzeitige Eintritt in die Wechseljahre wahrscheinlich nicht ausreichend, um in Bälde eine Besserung zu erfahren. In diesem Falle müsste  abgeklärt werden, ob eine Operation oder minimal-invasive Therapie in Frage käme und ob eine präoperative Verkleinerung durch GnRH Analoga  sinnvoll ist.

 

2.3. Gestagene

können leider nur verstärkte Blutungen abschwächen, wirken aber, isoliert gegeben, wenig bis nicht auf die Verkleinerung der Myome.

 

2. Neue, minimal-invasive Verfahren

2.1. Myom-Embolisation

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Bei diesem sehr anspruchsvollem Eingriff  mit einem Krankenhausaufenthalt von ein bis zwei Tagen führt der Arzt einen  Katheter durch die Leistenarterie ein. Dann wird er bis in die Gebärmutter zu den die Myome versorgenden Arterien vorgeschoben. In diese werden kleine Kügelchen (Mikropartikel) gezielt bis zum Gefäßverschluss eingespritzt. Dadurch wird die Blutversorgung der Myome gehemmt und sie verkleinern sich, im Idealfall ohne dass  Die Gebärmutter Schaden erleidet. Hierdurch kommt es innerhalb eines Jahres zu einer Verringerung der Myomgröße auf etwa 10% der Ausgangsgröße.

Dieses Verfahren wird schon mit gutem Erfolg durchgeführt und ist auch für Patientinnen mir vielen oder mehrere sehr große Myome gut geeignet!

Die Nachteile sind, dass dieses Verfahren nur von erfahrenen Radiologen durchgeführt werden kann und unklar ist, ob die Myome nicht wieder auftreten können, besonders, wenn es sich um eine jüngere Patientin handelt!

Es gibt neuerdings noch ein anderes Verfahren, das auch durchaus hoffnungsvoll ist, die

2.2. MRgFUS  („Magnetic Resonance guided Focused Ultrasound Surgery“ )

Bei diesem Verfahren wird mit fokussiertem Ultraschall gearbeitet, der über eine Magnetresonanztomographie (MRT) gesteuert wird. Mit seiner Hilfe kann nicht nur das Myom gut sichtbar gemacht werden, sondern auch Temperaturveränderungen  gezeigt werden. Bei diesem Verfahren wird dann vom Ultraschallgerät große Hitze (ca 100 Grad Celcius) freigesetzt, die gezielt Gewebe zerstören kann (Thermablation). Punktgenau wird das Gewebe zerstört, ohne das gesunde Nachbargewebe zu schädigen. Allerdings dauert das Ganze oft vier Stunden oder länger. Eine Vollnarkose ist nicht nötig, lediglich eine leichte Beruhigungsspritze kann verabreicht werden.

Diese Methode ist allerdings nicht für sehr große Myome geeignet, oder solche, die ungünstig liegen.  Auch wenn es sich um mehrere Myome handelt, ist ihnen mit dieser Methode oft nicht gut beizukommen .

Dennoch hat dieses neue Verfahren viele Vorteile, vor allem ist es sehr schonend! Natürlich ist es auch sehr aufwändig, deshalb wird die Zukunft zeigen, ob es sich durchsetzt! Ähnlich verhält es sich mit der

2.3. Radiofrequenzablation von Myomen

Dieses Verfahren eignet sich für mittels Ultraschall gut zugängliche Myome und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Arzt sucht den Myomknoten auf und positioniert die Spitze eines Metallröhrchens, dass mit dem Ultraschallkopf verbunden ist, neben dem Myom, wo als nächstes Metalldrähte in das Myom hineingefahren werden. Dann beginnt  die Radiofrequenzablation, wobei Energie das Myomgewebe verödet, was etwa drei Minuten pro Myom dauert.  Auch tiefer im Gewebe sitzende Myome können unter Schonung der Gebärmutter behandelt werden.

3. Operative Myomtherapie

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Machen Myome verursachen starke Probleme und es ist nicht zu erwarten, dass sie sich in relativ absehbarer Zeit ausreichend durch hormonelle Therapie/Wechseljahre zurückbilden können und bei denen  auch  die minimal-invasiven Methoden nicht unbedingt sinnvoll sind.

Dann müssen sie operiert werden. Je nach Lage und Größe es allerdings notwendig sein, im Vorfeld mit einer hormonellen Therapie eine Verkleinerung zu erwirken. Die Operation ist dann häufig einfacher. Je nach Status der Kinderwunschplanung wird man dabei versuchen, die Gebärmutter zu erhalten.

Ist die Familienplanung jedoch abgeschlossen, kann es, je nach Ausmaß der Beschwerden, auch einmal das Sinnvollste sein, die Gebärmutter zu entfernen. Denn das ist die sicherste Möglichkeit, dass keine Myome mehr wachsen. Auch das Problem der starken Blutungen, die oft Nebenwirkungen ungünstig wachsender Myome sind, wird so dauerhaft gelöst. Dabei werden die Eierstöcke erhalten, sodaß die hormonelle Funktion weitgehend erhalten bleibt, die Frau also nicht durch die Operation in die Wechseljahre kommt!

Abhängig von der Größe, Anzahl und dem Sitz der Myome können die Eingriffe über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), einen Bauchschnitt (Laparotomie) oder durch die Scheide (transvaginal) erfolgen.

Kommen wir als erstes zu der Möglichkeit, unter Erhalt der Gebärmutter die Myome zu entfernen. Dieses Verfahren nennt man

3.1. Myomenukleation unter Erhalt der Gebärmutter

Dann wird versucht, das/die Myom(e) aus dem umliegenden Gebärmuttergewebe herauszuschälen, was eine oft langwierige Operation ist. Dabei kann es zu einem deutlichen Blutverlust kommen, da die Gebärmutter gut durchblutet ist. Mit modernen Methoden ist diese Komplikation jedoch auch überschaubar.  So bedeutet diese Möglichkeit oft die einzige Option für Patientinnen mit großen Myomen und noch bestehendem Kinderwunsch, die Gebärmutter zu erhalten.

Der Chirurg kann die Myome entfernen, indem er sie aus dem umliegenden Gewebe herausschält (Myomenukleation). Da die Gebärmutter erhalten bleibt, wird dieser Eingriff von Frauen mit noch bestehendem Kinderwunsch bevorzugt. Der Nachteil ist auch bei diesem Verfahren, dass die Myome in bis zu 15 Prozent der Fälle erneut wachsen. Ob eine Myomentfernung überhaupt vorgenommen werden kann, hängt stark von der Lage und der Größe des Myoms ab.

3.2. Hysterektomie (Entfernung der gesamten Gebärmutter )

Dies kann insbesondere bei Vorliegen vieler Myome und abgeschlossener Familienplanung sinnvoll sein. Die Entfernung der Gebärmutter ist unter allen Therapiemöglichkeiten die einzige, mit der Myome dauerhaft geheilt werden können.

Klassischerweise wurde die Gebärmutter samt ihren Myomen lange Zeit durch einen

Bauchschnitt (Laparotomie)

entfernt.

Dies ist nur noch dann indiziert, wenn die Gebärmutter sehr groß ist oder Komplikationen vorliegen, zum Beispiel schon Voroperationen und/oder Entzündungen stattgefunden haben, denn dann ist mit Verwachsungen zu rechnen. Auch, wenn die Operation, zum Beispiel bei schlechtem Allgemeinzustand und/oder anderen Erkrankungen relativ schnell erfolgen soll, kann diese Möglichkeit angezeigt sein.

Ansonsten kann dieser Eingriff heutzutage in manchen Fällen komplett durch alleinige

Bauchspiegelung (Laparoskopie)

erfolgen. Dabei werden zuerst die Strukturen und Gefäße abgesetzt und dann der Uterus zerkleinert (Morcellement) Das Verfahren heißt dann:

TLH (Totale laparoskopische Hysterektomie)

Wenn die Myome zu groß sind, kann man einen vaginalen Eingriff auch mit einer Bauchspiegelung kombinieren. So werden bei einer Gebärmutterentfernung durch die Scheide zuerst die große Myome ,,von oben“ verkleinert, sodaß sie mit der Gebärmutter durch die Scheide entfernt werden können.

Der Eingriff heißt dann

,,Laparoskopisch assistierte Hysterektomie“.

Ich habe Euch diesen Verfahren relativ ausführlich geschildert, weil sie in der Praxis tatsächlich relativ häufig durchgeführt werden und es wichtig ist, so wenig belastend wie möglich vorzugehen!  Dennoch ist jede Operation  ein relativ invasiver und endgültiger Eingriff, der gut überlegt sein will!

Und damit bin ich auch am Ende meines kleinen Überblickes angelangt! Ich hoffe, ich konnte Euch doch einige Infos mitgeben und wünsche Euch von Herzen, dass Ihr, falls Ihr Euch gerade darüber Gedanken macht, die richtige Therapie für Euch findet!

Alles Liebe und eine gute Gesundheit, Eure Nessy

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Literatur zum Thema

GnRH-Analoga:

Myomembolisation:

MRgFUS  („Magnetic Resonance guided Focused Ultrasound Surgery“ ):

Radiofrequenzablation:

 

 

 

Verfasst von

Anti Aging - Jung bleiben von außen und innen mit einfachen, aber effektiven Tipps, ist das, was die erfahrene Medizinerin Euch zeigen möchte und selbst mir Herz, Witz und Verstand vorlebt. Auf Ihrem Blog gibt sie nicht nur viele aktuellen Erkenntnisse weiter, sondern lädt Ihre Leser auch ein, an ihrem Leben mit Familie, Haus , Pferd und Hund teilzuhaben und öffnet für die Fashionistas unter Euch auch dann und wann Ihre Kleiderschränke ...

6 Kommentare zu „Die Patientenfrage: Myome der Gebärmutter: Ausführliche Übersicht und neue Therapien /aktuelle Warnung vor hormoneller Therapie mit UPA!

  1. Deine Beiträge sind wirklich immer sehr lehr- und hilfreich. Ich hatte auch einmal eines war damit unter Beobachtung, musste aber nichts gemacht werden.
    LG Petra

  2. Wow. ich bin mächtig beeindruckt. Ich speichere mir diesen Artikel weg, hoffe, dass ich ihn nicht so bald nochmal lesen muss. Und komme ggf, (je nach Aktualität) nochmals auf Dich und Dein Fachwissen zu… im Sinne von, „steht das noch“!.
    ICH danke Dir. LG Sunny

    1. Liebe Sunny! Wow! So ein tolles Lob, da ist mein Tag gerettet! Danke Dir! Mich freut immer, wenn meine Leser die Artikel lesen, ohne eigentlich ,,direkt betroffen“ zu sein!
      Denn, ehrlich gesagt, an diesen Artikeln liegt mir viel! So blöd das klingt, aber ich aktualisiere auch meine anderen Artikel von Zeit zu Zeit … weil ich auch eine relativ große,,stumme Leserschaft“ habe, die meinen Blog quasi als Nachschlagewerk benutzt. Manchmal fasse ich auch alte Artikel zusammen und/oder ergänze diese, wie mein relativ großes Wechseljahres-Thema! Es ist unfassbar, was für Quatsch teilweise propagiert wird. Dem versuche ich, entgegenzutreten, was ich dadurch erreiche dass ich aus direktem Praxisbetrieb und vielen persönlichen Erfahrungen profitieren kann, viele Kongresse besuche und meine Kenntnisse oft durch das Studium der medizinischen Orginal-Literatur erweitere … Bla blumm! Jedenfalls wünsche ich Dir tolle, gesunde Ostern! Alles Liebe, Nessy

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