Medizin: Haarausfall – Therapien und neue Erkenntnisse im Überblick

Wie bei allen medizinischen Artikeln empfehle ich immer, sich vom Arzt des Vertrauens behandeln zu lassen und alle Therapiemöglichkeiten vor Anwendung mit ihm zu besprechen, da ich hier nur allgemeine Tipps geben kann. Trotz sorgfältiger Recherchen kann ich keine Garantien für die Wirksamkeit und Richtigkeit der beschriebene Therapien übernehmen! Ich schildere hier Produktnamen, stehe mit den Firmen aber in keinerlei Bezug.

Hallo Ihr Lieben!

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Oh ja,  das ist es … Aktuell nicht für mich, denn, Gott seis gedankt, ich persönlich habe für mich nie darüber nachgedacht und bei Göttergatte hat mich nie gestört, dass er langsam aber sicher quasi oben aus den Haaren herauswächst…!

Aber natürlich haben mich Patienten häufig mit diesem Problem konfrontiert – wie mit so vielen anderen Dingen eben auch … !

Aber was mir hier auf diesem Blog passiert ist, hat mir erst klar gemacht, wie dringlich dieses Problem für viele tatsächlich ist! Denn so etwas ist mir noch nie passiert, aber es zeigt mir, wie falsch ich doch die Prioritäten manchmal einschätze… Aber von vorne! Vor glaube ich, etwa zwei Wochen (ich hoffe, es waren nicht doch drei… ) erhielt ich die Anfrage, ob ich nicht einmal etwas über Haarausfall schreiben könne.

– Sicher doch! Gerne sage ich bei so etwas zu, ist es doch eigentlich schnell geschrieben, dachte ich!  Also habe ich mich, abgesehen von meiner  Erfahrung zu dem Thema in der Praxis, wo hormoneller Haarausfall nicht selten ist, auch in der neuen Fachliteratur schon einmal eingelesen, weil ich ich Euch  natürlich eventuelle Innovationen  nicht vorenthalten möchte … Außerdem habe ich ein kleines Video gedreht, das allerdings nicht zu meiner Zufriedenheit ausgefallen ist, weil es schlicht zu dunkel war… Und im nachhinein betrachtet auch zu nichtssagend, mit anderen Worten, nicht zu veröffentlichen – wie leider etwa zehn  andere Videos auch, aber ich habe den richtigen ,,Dreh“ anscheinend einfach noch nicht raus…

Dann kam jedenfalls das Methadon-Thema(Medizinwoche  und zwischendrin mochte ich auch die Mode-Affinen und die, die mehr an meiner Person interessiert sind, als an echten Infos, nicht enttäuschen!

Aber dieses Thema scheint  doch für einige von absoluter Priorität zu sein!  Denn gestern erhielt ich sowohl einen (wirklich traurigen ) Anruf, dass die Dame nun schon soo lange auf das Thema warten würde, als auch eine ein wenig barsche Mail, dass man ja wohl dem Internet nicht trauen könne, nur mir und, ach ja, ich solle jetzt mal ,,Butter bei de Fische“ machen – die Haare würden jeden Tag weniger … Soweit, so gut aber ein hübsches Bild  war auch anbei mit  ja, einem markantes Männergesicht, aber … äh …  Haare? Eher ein Jean-Luc Picard-Look, würde ich sagen. Sorry, mein lieber Freund, aber um das gleich vorwegzunehmen! Mit den Axel Schröder Locken wird das in diesem Leben nix mehr! Ich empfehle in so einem Fall, die drei flaumigen Etwas-Dinger (und das ist jetzt nicht abschätzig, sondern wirklich wohlwollend gemeint) zu entfernjeen und selbstbewußt den Blick aufs Haupt freizugeben! Im Winter kann ja eine coolen Kopfbedeckung das Haupt erwärmen…

Okay, zugegeben, ich gehe natürlich völlig falsch an das Thema heran! Wie wahrscheinlich viele von uns, die dieses Problem NICHT haben! Denn Haare sind für die Psyche nun einmal weit mehr als wärmende Kopfbedeckung! Ehrlich gesagt, wäre ich, wenn ich so drüber nachdenke, ohne meine Haare auch ganz schön ,,down“! Denn ich mag sie einfach! Und so geht es nun einmal vielen von uns!

Klar, dass man alles tun möchte, dass es möglichst lange möglichst viele bleiben! Da tröstet es auch nicht, wenn ich sage, dass zumindest mir bei Männern mangelndes Haupthaar überhaupt nix ausmacht. Denn es geht in erster Linie nicht darum, was andere denken, sondern in diesem Fall wirklich erst einmal um den Haarträger selbst!

Deshalb parliere ich jetzt auch nicht weiter herum, sondern fange nun endlich auch an, etwas Licht ins Dunkle zu bringen…

Die verschiedenen Fälle von Haarausfall und deren Prognosen

1. Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)S1420004 (2)

Dieser tritt bei 80% der Männer und 20% der Frauen auf und wird durch das Erbgut weitergegeben, wobei der Anteil des weiblichen Erbgutes stärker zum Tragen kommt. Manchmal ist er mit der sogenannten Trichodynie, einem Schmerz der Kopfhaut verbunden und manche Menschen leiden sehr darunter, was sogar zu Depressionen führen kann.

Als ursächlich gilt eine erblich bedingte  Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Dihydrotestosteron. Dabei werden die Wachstumszyklen manchmal schon ab dem Alter von 20 Jahren kürzer, die Ruhephasen des Haarzyklus länger und die Haarwurzeln schlechter durchblutet.

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Es kommt zum Haarausfall, 

bei Männern im Bereich der Geheimratsecken und später im gesamten Stirn- und Oberkopfbereich.

Bei Frauen beginnt es im Bereich des Scheitels. Dort werden  die Haare immer dünner, die Kopfhaut scheint durch und immer mehr Haare fallen aus, bis schließlich am Oberkopf kaum noch Haare vorhanden sind…

Bei dieser Form des Haarausfalles kann man ursächlich nichts ändern, nur die Symptome bekämpfen.

Prognose:

Durch Behandlung läßt sich diese Form des Haarausfalles je nach Beginn der Behandlung, wenn man Glück hat, tatsächlich verzögern oder sogar stoppen. Allerdings setzt das eine konsequente, lebenslängliche Behandung voraus.

2. Sekundärer Haarausfall (Hypotrichose/Alopezie):

In Zeiten von psychischem und körperlichem Stress kann es sein, dass die Haare zeitweilig schlechter wachsen, dünner werden und auch gehäuft ausfallen. Dabei ist ein Ausfall von 70-100  Haaren am Tag noch normal. Hypotrichose bedeutet einfach, dass relativ wenig Haare vorhanden sind. Darüber hinausgehender Ausfall wird als Haarausfall (Alopezie) bezeichnet. Auch davon gibt es verschiedene Unterformen.

Behandelt man die Ursache, werden die Haare im günstigsten Falle auch wieder besser wachsen… Denn es ist logisch, dass der Körper in Zeiten des Mangels als erstes seine Haare vernachlässigt und sie später, wenn der Mangel/ die Ursache behoben wurde, wieder besser versorgt. Allerdings ist das nur dann möglich, wenn der Haarausfall noch nicht zu lange Zeit bestanden hat und die Haarfollikel an sich noch nicht zerstört wurden.

Solche Phasen können vorliegen…

  • In Zeiten hormoneller Umstellungen wie Pubertät, nach einer Geburt (während der Schwangerschaft wachsen die Haare oft sehr gut, danach  fallen sie dann wieder etwas vermehrt aus) und Wechseljahre,
  • bei Fehl- und Unternährung (z.B. bei Diäten) , Mangel an Eisen, Selen Zink
  • bei vermehrten Blutungen (Eisenmangel)
  • bei Belastungen des Organismus durch z.B. Erkrankungen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen), Unfällen, Operationen,
  • bei Einnahme von manchen Medikamenten wie Chemotherapeutika (Aromatasehemmer), Betablocker (Blutdruckmedikament), Statine (gegen Fettstoffwechselstörungen), Methylphenidat (gegen ADHS) , Retinoide (Vitamin A-Derivate z.B. zur Hautbehandung), manche Hormone bzw. auch Threostatika (Medikamente, die die Schilddrüse hemmen)
  • Aufnahme toxische Substanzen wie Schwermetalle, Thallium, Cadmium  und Blei
  • Jahreszeitliche Schwankungen des Haarwachstums .So kann es auch im Frühjahr und Herbst zu vermehrtem Haarausfall, der sogenannten ,,Mauser“, kommen. Diese Form, die dem Fellwechsel bei Tieren ähnelt,  ist durch die Umstellung des Organismus, den Jahreszeiten entsprechend, bedingt.
  • Belastungen der Kopfhaut (und damit der Haarwurzeln) und Haare durch aggressive haarkosmetische Behandlungen (Färben, Dauerwellen, heißes Fönen, ondulieren,…)Auch die falsche Pflege mit zu scharfen Shampoos oder ungeeigneten Bürsten oder Kämmen können die Kopfhaut austrocknen und im Extremfall zu schuppenden, blutenden, eitrigen Sekundärinfektionen führen, die eine Abbrechen und/oder eine im Extremfall dauerhafte Schädigung (Vernarbung) der Kopfhaut führen
  • Entzündliche Erkrankungen (Infektionen) der Kopfhaut mit Parasiten (Läuse, Milben, Flöhe)
  •  durch Bakterien/Viren oder Pilze mit Einbeziehung der Kopfhaut, z.B. Syphillis, Karbunkel, Wundrose oder Gürtelrose direkt oder durch starken Juckreiz ausgelöst
  • mechanische Zerstörung der Haarfollikel durch z.B. Unfälle, Verbrennungen oder Verätzungen.
  • Es gibt auch Fälle, bei denen sich keine Ursache des Haarausfalles finden

 

3. Haarausfall durch angeborenen Ursachen

z.B.  die totale Haarlosigkeit (Hypotrichosis congenita)  bei  seltenen Syndromen ( das Dermotrichie.Syndrom, die Mukoepitheliale hereditäre Dysplasie, das KID-Syndrom, …)

Verschiedene Muster des sekundären Haarausfalles:

2.1.  Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)

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Dies ist die häufigste Form des sekundären Haarausfalles. Dabei ist die gesamte Kopfhaut  betroffen. Die Haare werden insgesamt dünner und gehe für eine Weile vermehrt aus.Ursächlich können, wie oben beschrieben, Zeiten vermehrter Belastung des menschlichen Organismus  sein. Es .

2.2. vernarbender Haarausfall:

Durch unterschiedliche Krankheitsbilder (siehe oben) wurden die Hautschichten und damit die Haarfollikel irreversibel zerstört. Ursächlich könen Verätzungen, Verbrennungen oder Verletzungen sein, aber auch Pilzerkrankungen der schwere bakterielle Infektionen.  Nachdem die Follike zerstört sind, kann man sie nicht mehr retten. In so einem Fall bliebe höchstens die Haartransplantation von gesunden Haararealen…

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)S1420001 (2)

Diese Erkrankung betrifft ca 1,4 Mio der Deutschen. Bei 65 % der Betroffenen kommt es zu einer glatt begrenzten, runden Stelle auf dem sonst behaarten Kopf.

Bei den restlichen 35% bilden sich weitere kahle Flecken, wobei es auch sein kann, dass manche Flecken wieder verschwinden, während neue entstehen.

Meist bilden sich diese Veränderungen spontan nach ca 6-8 Monaten wieder zurück. Sie können aber auch über Jahre persistieren oder immer weiter, bis zur kompletten Haarlosigkeit, auch der Körperbehaarung und der Augenbrauen führen.

Die Ursache hat man leider noch nicht erkannt. Man vermutet Autoimmunprozesse. Eventuell findet eine Triggerung durch die bereits bei 2. geschilderten Ursachen (physischer und psychischer Stress) statt.

Eine sehr seltene Unter-Form dieses  Haarausfalles tritt im Alter zwischen 30 und 55 Jahren bei der Frau auf. Es ist die Allopecia areata atrpicans Pseudopelade Broca. Es kommt zu kleinen, haarlosen Arealen geröteter, fleckiger Haut.

Besondere Behandlungsformen bei kreisrundem Haarausfall:

Hier gibt es viele alternativmedizinischen Therapieansätze, die in meinen Augen keinen genügenden Wirksamkeitsnachweis erbracht hätten, als dass ich sie hier aufführen wollte.

Da das Immunsystem wohl fehlgeleitet ist, scheint mir ein Therapieversuch nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt evtl. mit Kortisonpräparaten gerechtfertigt, wenn  eine behandelbare Entzündungsursache (Keime, Parasiten,..) ausgeschlossen wurde!

Unterstützende Maßnahmen, wie untern geschildert, sind sicherlich nicht schlecht! Aber oft verschwindet der Spuk, wie gesagt, auch wieder von alleine…

 

Diagnosestellung bei Haarausfall:

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Kommt ein Patient mit Haarausfall, gibt es oft einige Anhaltspukte, die die Ursache des Haarausfalles erkennen lassen. Nur in seltenen Fällen wird man nicht wenigstens eine Vermutung über die Ursache abgeben können!

Der Arzt achtet auf folgendes:

1. Wie lange besteht der Haarausfall, wie ist das Verteilungsmuster auf dem Kopf, fanden belastende Ereignisse (Geburt, Krankheiten, psych. Belastungen,…) statt, die evtl. ursächlich sein könnten?

2. Gibt es Anhaltspunkte für entzündliche Veränderungen bzw. Hautveränderungen?

3. Durchführung eines sogenannten Trichogrammes. Dabei wird bei  60-100 Haaren untersucht, die vorher ausgerissen werden, ob sie sich in der Wachstumsphase (norm. ca 80%), Übergangsphase  (ca.15-20%) oder Ruhephase befinden. So sieht man, ob der Haarzyklus vielleicht verkürzt ist, wenn wenig Haare in der Wachstumsphase zu finden sind.

4. Alternativ  gibt es auch den sogenannten TrichoScan, ein computergestütztes Analyseverfahren zur Bestimmung der Haardichte und des Haarwurzelstatus. Dabei  wird ein ca. 16 – 20 mm durchmessendes betroffenes Kopfhautareal abrasiertund eingefärbt, danach eine Aufnahme erstelltund so die Haardichte bestimmt..

5. Evtl. führt man dann noch eine Hautbiopsie durch, oder aber entnimmt nur ein Schabsel der Kopfhaut, ggf. mit einigen Haaren, woran man Untersuchungen auf entzündliche Veränderungen, Der Haarstruktur  oder Parasiten durchführen kann.

6. Laboruntersuchungen: Blutbild, Hormone (Testosteron, Progesteron, Östrogen, LH, FSH, DHEA, ) Schilddrüsenhormone und -Werte,  Leberwerte. Entzündungsparameter, Eisen, Folsäure, andere B-Vitamine, Ferritin, Transferrin, Zink,  Selen, Kupfer, ….bei Verdachtsfällen weitere Untersuchungen )(Infektionskrankheiten, erbliche Erkrankungen…)

Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall

1. Ursache, wenn möglich behandeln

Natürlich muss je nach gefundener Ursache, wenn möglich,  beseitigt werden. Wenn eine behandelbare Erkrankung , Entzündung oder Mangelerscheinung vorliegt, z.B. die Schilddrüse nicht richtig arbeitet, ein Eisenmangel besteht, die Hormone aus dem Ruder gelaufen sind oder sonstige erkennbare Mißstände im Organismus bestehen, müssen diese  adäquat behandelt werden!  Falls Kratzeffekte mit vorhanden sind, sollten diese vermieden werden (indem man z.B. Handschuhe trägt und gegebenfalls je nach Grunderkrankung,  auch topisch mit einem entsprechendem Medikament behandelt).

Neue Erkenntnis:  Erste gute Ergebnisse bei eine Kühl-Therapie der Kopfhaut während  bestimmter Chemotherapen (bei Krebs-Patienten), die normalerweise zum Haarverlust führen. Durch eine Kühlhaube konnte tatsächlich die Haarbracht bei Patienten erhalten werden!

2. Wie sieht die richtige Pflege aus?

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Auch hier muß man natürlich Besonderheiten bezüglich der Ursache beachten. Meist sind die Haare aber relativ dünn und empfindlich. Gerubbel mit dem Handtuch, wie es Männer gerne praktizieren, sollte also vermieden werden! Die Haare sanft ausdrücken und danach eine  Bürste mit abgerundeten Borsten verwenden, die die Durchblutung steigert und das Haar gut durchkämmt,  aber nicht reizt und ziept. Wenn es ein Kamm sein soll, muß er von guter Qualität sein und keine scharfen Grade haben. Holzkämme laden sich nicht elektrisch auf und haben meist keine scharfen Kanten und liegen außerdem angenehm n der Hand!

Es gibt Shampoos gegen Haarausfall (z.B. Plantur 21, oder 39), die Koffein und/oder Ingwer enthalten und spezielle Stoffe, die die Haare dicker wirken lassen. Diese können einen positiven Effekt haben, man darf aber keine Wunder von ihnen erwarten! Wichtig ist es, die Kopfhaut auf keine Fall durch zu viele Tenside oder scharfe, alkoholhaltige Haarwässer auszutrocknen. Lieber ein Babyshampoo oder eine andere milde Zubereitung verwenden. Apotheken und Reformhäuser habe oft besonders verträgliche Rezepturen und können individuell beraten!

Kleiner Tipp: Do-it-yurself Haarspülung: : 2 Eßl Apfelessig, 1 Handvoll Brenesselblätter oder einige Lavendelrispen – was die Natur hergibt, auch getrocknet, 1Liter handwarmes Wasser, 10 min ziehen lassen, dann sanft einmassieren und gut mit lauwarmem Wasser ausspülen …

Es gibt Fachleute, die auf die entzündungshemmende und beruhigende Kamille schwören. Wenn man nicht gerade allergisch ist, ist die Anwendung sicher nicht schädlich. …

Begleitend (wenn nicht sogar die Ursache) sollte die Ernährung optimiert werden. Denn es ist klar, dass man die besten Voraussetzungen schaffen möchte, damit die Haare wieder sprießen …

1. Ernährung

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Bei ,,Haaren“ denken wir natürlich an erster Stelle an Spurenelemente (z.B.  Zink, Selen, Eisen), Kieselsäure,… sowie an B-Vitamine  (z.B. Folsäure, Biotin). Aber auch Omega-3 Fettsäuren und auch die fettlösliche Vitamine E, D,K und A sind gerade auch für den Haaraufbau wichtig!

Dabei gibt es natürlich von der Industrie schon fertig zusammengestellte ,,Haarvitamine und Spurenelemente“, deren Einnahme man aber mit dem Arzt besprochen werden sollten!

Tolle Lebensmittel für die Haare sind auch Nüsse, Kürbiskerne, Leinsamen, Chia Hülsenfrüchte, schwarze Johannisbeeren, aber auch grüne Gemüse wie Spinat und Broccol i und vieles mehr…

Ein kleiner Tipp ist ein selbst zusammengestelltes Müsli mit Haferkleie, Leinsamen, Nüssen, Chia-Samen, das die haare und Nägel mit den wichtigsten Nährstoffen abereits am Morgen versorgt….

2. Gezielte Zusatzstoffe

Manchmal sind auch spezielle  Zusatznährstoffe sinnvoll! Denn sogar mit einer ausgesuchten Ernährung schaffen wir es nicht immer, unseren Bedarf ausreichend zu decken.  um genügend Nährstoffe bei bestimmten Bereichen, bei denen ein Mangel aufgedeckt wurde, zu bekommen.16908283_126775491070106_1284338849505345536_n(2)

So wird es von manchen Medizinern, die auch alternative Heilmethoden anwenden, bei Verdacht auf Einlagerungen toxischer Stoffe diese mit z.B. Chlorella, welches in der Lage ist, Schadstoffe zu  binden und unverändert wieder auszuscheiden, kurmäßig anzuwenden. Spirulina hingegen ist reich an B Vitaminen und mehreren tausend Mikronährstoffen. Nicht nur für die Haare, sondern auch zur allgemeinen Stärkung des Organismus ist es empfehlenswert. Auch viele andere schreiben sich auf die Fahnen, positive Effekte zu haben. Sicher gibt es auch zu vielen eine gute Studienlage, aber ich möchte mich heute doch auf wenige gute Mittel beschränken, da ich sonst ein Buch von 100 Seiten füllen könnte und  auch wenn sie eine gute Ergänzung darstellen – per se wirklich Haare sprießen lassen können,  kaum welche! dies vermögen nur Medikamente…

3. Medikamente gegen Haarausfall:

Steroid 5-alpha Reduktase-Hemmer

3.1. Die Wirkstoffe  Minoxidil  (z.B. in Regaine), Finasterid und  Alfatradiol (in Pantostin,  L-Cranell)

hemmen das  Enzym, welches die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron fördert. Dadurch kommt es zu einem deutlich besseren Haarwachstum. Wieso? Wie ja bereits erwähnt, geht man davon aus, dass bei erblichen Haarausfall eine Überempfindlichkeit gegenüber Dihydrotestosteron besteht, wobei die Wachstumsphase (Anaphase) verkürzt ist. Bei Hemmung wird sie wieder länger….Diskutiert wird außerdem eine Hochregulierung von IGF1 durch diese Stoffe.

 

Die Lösungen werden meist lokal mit einem speziellen Auftragssystem einmal am Tag einmassiert. Der Nachteil ist, dass diese Substanzen wirklich ein Leben lang angewendet werden müssen, denn kaum hört man auf, beginnt auch der Haarausfall wieder… Und wenn die Haare bereits ausgefallen sind,  ist es unsicher, ob das Wachstum des Haares nocheinmal angeregt werden kann.

 

3.2. Methylsulfonylmethan (MSM)

Auch  (MSM), oral eingenommen, wird für die Behandlung des Haarausfalls eingesetzt. In einer Studiekam es innerhalb von 6 Wochen zur Reduktion des Haarausfalls und Anregung des Haarwachstums bei allen Teilnehmern. Es ist eine organische Schwefelverbindung – auch als Dimethylsulfon bekannt – die die Produktion von Keratin unterstützt und somit die Haarfollikel zu stärken vermag.

3.3. Früchte der Sägepalme

Eine weitere ,,Entdeckung “ auf dem Haarwuchsmarkt sind die Früchte der Sägepalme (z.B. in Prostata forte, Prostagutt). Auch sie sollen durch eine Hemmung des Dihydrotestosteron wirken,  welches ja für dem verkürzten Haarzyklus verantwortlich ist. Tatsächlich hat eine Untersuchung durch das Fachmagazin The Journal of Alternative and Complementary Medicine ergeben, dass die tägliche Einnahme  das Haarwachstum positiv beeinflusst.

CAVE: Bei einer Einnahme  der 5-alpha Reduktase Hemmer als Tabletten, aber auch schon lokal, kann es zum Auftreten von Nebenwirkungen kommen, die gerade die Männer nicht schätzen dürften … Deshalb Anwendung , Kontraindikation etc. bitte genau mit dem behandelnden Arzt absprechen!

4.Weitere Stoffe, die sich positiv auf das Haarwachstum auswirken sollen: Ingwer und Coffein

Es gibt noch verschiedene Stoffe, die den Stoffwechsel und die Durchblutung anregen, was sich auch günstig auf die Versorgung der Haarwurzel auswirken kann …

So, das ist im Großen und Ganzen das, wie wir in unserer Praxis bei Haarausfall vorgehen und was die aktuele Datenlage hergibt (natürlich ohen Garantie auf Vollständigkeit). Allerdings ist der Haarausfall bei einem Großteil unserer Patienten hormonell bedingt und wird deshhalb auch meist durch eine adäquate Therapie auf diesm Gebiet mit unterstützenden Maßnahmen behandelt! Andere, schwerere Formen überweisen auch wir zum Dermatologen, der der richtige Ansprechpartner ist. Mittlerweile gibt es auch spezielle ,,Haarbehandlungszentren“, die sich, neben unter beschriebenen Zusatzbehandlungen vor allem dem relativ kunstvollem Haarersatz verschieben haben.

In diesen Zentren werden auch noch

5. spezielle Lichttherapien und Ampullen-Massagen

angeboten, oft mit oben beschriebenen Wirkstoffkombinationen.

Bei der Licht-Therapie  handelt es sich z.B. umlangwwellige Infrarotlichter, die die Durchblutung und damit die Haarwurzeln zum Wachstum anregen sollen, aber auch andere Wellenlängen kommen zum Einsatz. Ob das etwas bringt, kann ich nicht beurteilen… Wundermeldungen habe ich aus diesen Reihen jedenfalls noch nicht vernommen. Gerne könnt Ihr mir aber darüber (und natürlich auch über alles, was ihr zu diesem Thema sagen wollt) ) in die Kommentare berichten …

 

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Entspannung ist vielleicht einer der wichtigsten Punkte bei der ganzen Sache! Denn Haarausfall ist selten ein Kampf, der entgültig gewonnen werden kann! Lediglich beim sekundären Haarausfall  kann man unter der Beseitigung der Ursachen manchmal eine Reversibilität erreichten!Vielleicht trägt eine gewisse Coolness nicht nur dazu bei, dass man sich weniger verrückt macht, sondern dass das Immunsystem einen Gang zurückschaltet und die Haare ,,wie von selbst“ wieder sprießen läßt“

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine tolle Zeit – mit oder ohne Haare,

Eure Nessy

Verfasst von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog ,,Salutary Style" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

Ein Kommentar zu „Medizin: Haarausfall – Therapien und neue Erkenntnisse im Überblick

  1. Ich hatte auch über Monate starken Haarausfall und war deshalb bei meinem Hausarzt, der Gynäkologin und dem Hautarzt. Durch Behandlung mit Minoxidil und Vitamin B12 sprießen die Haare nun wieder!
    Schönen Sonntag wünscht dir
    Reni

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