Medizin: Interessante Frage zu den intrauterinen Verhütungssystemen: Gold – / Silber – Spirale versus Kupferball ( ,,normales “ IUP, Hormonspirale, Kupferkette, ,,Pille“ …)

Hallo Ihr Lieben!img_2247-1

Gestern erreichte mich eine Frage, die gerade die Frauen im empfängnisfähigem Alter interessieren dürfte, weshalb ich diesen Kommentar auch als Ergänzung zu meinem Artikel, den ich über den Kupferball geschrieben habe,  veröffentliche. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir, wenn die angekündigten Artikel noch etwas warten müssen!

Die Frage der Leserin lautete, welches der  o.g. Verhütungssysteme nun das Beste sei!

Die Neuentwicklungen der Spiralen, die es ja auch in verschiedenen Größen gibt, werden zunehmend auch für junge Frauen interessant, die noch nicht geboren haben! Zwar ist die ursächliche Komplikationsrate der neuen Systeme geringer, unerwünschte Nebenwirkungen wie Infektionen können aber nie ganz ausgeschlossen werden, weshalb Spiralen normalerweise z.B, für junge Mädchen nicht ausdrücklich empfohlen sind.

Kommen wir als erstes zur Goldspirale (z.B. GoldLuna®85),

die auch zum heißumkämpften Markt der intrauterinen  Systeme dazugekommen ist. Es handelt sich um eine Spirale, die aus einem flexiblen Polyethylenrahmen, Kupfer und Gold besteht.

Es gibt sie in 2 Größen: Mini: 24 mm  x  30,04 mm und Normal: 31 mm x 33 mm.

Laut Hersteller wird durch das Zusammenwirken von Gold und Kupfer der Spirale neben der üblichen mechanischen Wirkungsweise ein zusätzlicher elektrochemischer Schutz erzeugt, der die Spermien in ihrer Beweglichkeit hemmt und die Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass sich kein Ei einnisten kanm. Dies ist allerdings auch bei den Kupferspiralen ohne Gold der Fall. Ob dieser Effekt durch das Gold signifikant erhöht wird, istnoch nicht hinreichend geklärt!

Durch den Ionenaustausch der beiden Metalle soll das Risiko von Irritationen und Entzündungsreaktionen, gerade auch während und nach dem Einsetzen minimiert werden und

die Verträglichkeit gegenüber herkömmlichen Kupferspiralen, die häufig stärkere Monatsblutungen und Regelbeschwerden auslösen, höher sein.

Nur die Goldspirale kann anscheinend eine Wirkung gegen Pilze und Bakterien vorweisen, trotzdem kann es natürlich immer noch zu Entzündungen kommen. Schließlich ist ja eine Verbindung von der Vagina zur Gebärmutterhöhle da, während normalerweise der Gebärmutterhalskanal, außer während der Periode, mit einem Pfropf verschlossen ist!

Sie ist auch als sehr sicher (Vergleichbar mit der Pille)  einzustufen mit einem Pearl-Index von unter 1 . Das heißt, dass weniger als eine Frau von hundert innerhalb eines Jahres trotz korrekt gelegter Goldspirale schwanger wird. Allerdings ist das bei den anderen intrauterinen Systemen ähnlich!

Auf dem Markt gibt es auch Silberspiralen!

Bei ihnen wird mit den gleichen Vorteilen geworben! Modelle der Silber-Spirale sind die Folgenden: Silverlily, T-AG 380 short IUP, T-AG 380 standard  IUP
In der Bezeichnung der Modelle der Kupfer-Silber-Spirale findet man teilweise die Ergänzung mini oder short. Die Mini oder Short-Modelle  sind für Frauen mit einer kleinen Gebärmutter konstruiert worden. Da noch keine ausreichenden Studienergebnisse vorhanden sind, haben sie in Deutschland auch noch keine große Verbreitung gefunden!

Kommen wir zum

Kupferball.

Bei ihm möchte ich ergänzend zu meinem bereits geschriebenen Artikel 

MEDIZIN: DAS NEUESTE, HORMONFREIE VERHÜTUNGSMITTEL – DER VERHÜTUNGSBALL ( KUPFERBALL, IUB , INTRAUTERINBALL , ÄHNLICH DER VERHÜTUNGS – SPIRALE ) IST NUN AUCH IN DEUTSCHLAND ZUGELASSEN!

über die Abstoßungsrate berichten:

Aktuell wird eine neue Studie mit 200 Frauen in Österreich durchgeführt, um den Kupferball auch in Zukunft zu optimieren. Gynial-Gründer Rudolf Wessely: „Bei der Erstentwicklung – dem Kupferball mini – hatten wir in Österreich nach den Einzelberichten der Ärzte und den folgenden internen Berechnungen nach einem Jahr eine Expulsionsrate von knapp 7 Prozent. Bei der Weiterentwicklung – dem Kupferball midi – liegt diese nun nach einem vollen Jahr bei nur mehr 1,7 Prozent.“. Dies entspricht weitgehend anderen intrauterinen Verhütungssystemen.

Orginal-Literatur dazu:

1.) Berechnungsbasis: Verkaufszahlen und geschätzte Insertionen im Verhältnis zu gemeldeten Expulsionen (inkl. entfernte dislozierte Kupferbälle). Stand 31. Jänner 2016.
2.) Madden T, McNicholas C, Zhao Q, et al. Association of age and parity with intrauterine device expulsion. Obstet Gynecol 2014;124: 718-26.
3.) Sivin I, el Mahgoub S, McCarthy T, et al. Longterm contraception with the Levonorgestrel 20 mcg/day (LNG 20) and the Copper T380Ag intrauterine devices: A fi ve-year randomized study. Contraception 1990; 42: 361-78.

Vorteil Kupferball gegenüber allen T-Spiralen:

Es findet eine geringere Reizung der Gebärmutterwand statt, deshalb wird postuliert, dass auch die Schmerzen und Schmierblutungen weniger sind. Zudem ist die Durchstoßungsrate der Gebärmutter geringer bzw. nicht vorhanden (zumindest habe ich noch keinen Fall dokumentiert gefunden). Natürlich ist die geringere Reizung auch insofern gut, da diese wiederum Entzündungen begünstigen kann, die so verhindert werden…

Zwar hatte man anfangs das Problem mit dem Ausstoßung  mit dem kleinen Kupferball (siehe oben), durch eine leichte Vergrößerung (Midi-Größe) hat sich das aber relativiert. Intrauterin jedoch liegt er sehr gut in der Gebärmutter, auch wenn sich diese z.B. beim Verkehr oder der Blutung zusammenzieht. So kann er nicht, wie die T-Spirale, aus einer Ecke herausrutschen, sodaß eine Einnistung in dieser Ecke möglich werden könnte.

Kurz ansprechen möchte ich in diesem Zusammenhang auch

die Kupferkette (z.B. GyneFix®129 ):

Hierbei handelt es sich um eine Kupferkette, die, nachdem sie in die Gebärmutter eingeführt wurde, oben in ihr befestigt wird. Die Vorteile sind ähnlich denen des Kupferballes, da praktisch keine Reizung, wenn sie einmal liegt, der Gebärmutterwand /Schleimhaut stattfindet: Rückenschmerzen, Krämpfe und Bauchschmerzen bleiben laut der Anwenderinnen mit GyneFix® aus.Es gibt aktuell GyneFix® 200 mini mit vier Kupfergliedern und GyneFix® 330 mit 6 Kupfergliedern.

Der Vorteil gegenüber dem Kupferball ist, dass die Abstoßungsrate durch die Befestigung sehr gering ist.

Die Nachteile sind aber durch eben jene Befestigung begründet: Das Legen ist, trotz schmaler Einführhülse durch die Befestigung ggf. doch etwas schmerzhaft. Zum zweiten ist die Perforationsgefahr (Durchstoßung) erhöht, da die Verankerung in der Gebärmuttermuskulatur stattfindet. Der dritte Nachteil ist die manchmal etwas erschwerte Entfernung, wobei es in seltenen Fällen auch zur Verletzung der Gebärmutter kommen kann!

Dazu kommen noch die Minispirale,

die ich Euch auch schon im folgenden Linkvorgestellt habe – einfach anklicken:

NEUES VERHÜTUNGSMITTEL : MINI – SPIRALE „JAYDESS“ ** AUCH FÜR MÄDCHEN, DIE NOCH NICHT GEBOREN HABEN / A NEW CONTRACEPTION METHOD ALSO FOR YOUNG LADIES SUITABLE: THE IUP SKYLA…

Sie kann auch bei jungen Frauen, de noch nicht geboren haben, zum Einsatz kommen kann, dann die

herkömmliche Kupfer-Spirale ( Flexi T 300® (T-Form) (5 Jahre) 29.95 € z.B. Femena Cu 375® (5Jahre) 20.47 € z.B. Nova-T®200 (5 Jahre) 41.84 € z.B. T-Safe Cu 380® A/QL (10 Jahre) die ihre Wirkung durch freigesetztes Kupfer entfaltet. Dadurch kommt es zu einem veränderten Millieu un die Spermien werden unbeweglich,

und die Hormonspirale (Mirena®191,69€), die ein Gestagen enthält, das hauptsächlich lokal wirkt und die Schleimhaut am Wachstum hindert, wodurch der Schleimverdickt bleibt und die Spermien schlechter einwandern können und schlechter beweglich sind. Dadurch ist die Periode schwächer oder bleibt weg. In der Wirkung ist auch sie sehr sicher.

Beide finden  bei Frauen, die schon geboren haben, durchaus ihre Indikation! Der Vorteil liegt bei der Kupferspirale im extrem günstigen Preis ( unter 50 Euro +  Einlage ca 100-200 Euro), bei der Hormonspirale bei der sehr guten Verträglichkeit, die Periode wird schwächer oder bleibt ganz aus!

Natürlich gibt es noch sehr viele andere Verhütungssysteme, die ja auch in Betracht kommen können, wie die oralen Kontrazeptiva (,,Pillen“) in verschiedenen Varianten oder die natürlichen Methoden wie  die Barrieremethoden (z.B. Kondom, Caya) oder auch die Bestimmung der unfruchtbaren Tage ...Jede davon hat auch heute noch ihre Berechtigung bei bestimmten Patientinnen und sollten ruhig bei seinen Überlegungen mit einbezogen werden!

Was kann man zusammenfassend sagen und wie kann man oben gestellte Frage denn nun beantworten?

Welches System für welche Frau am sinnvollsten ist, kann leider so pauschal nicht beantwortet werden!

Dies ist abhängig von:

  • Alter : Gebärmutter noch im Wachstum?
  • Bereits geboren: Herkömmliche Spirale u.U. gute Wahl!
  • Noch nicht geboren: ,,kleinere“ Systeme, die geringeres Infektionsrisiko haben, sind vorzuziehen . Dennoch gibt es eine, wenn auch relativ geringe, aber doch vorhandene  Gefahr der Unfruchtbarkeit durch eine Infektion -z.B. durch  die Verklebung der Eileiter
  • Anatomische Gegebenheiten : (s.o.) wie Lage und Größe der Gebärmutter Die Spirale muß mit Form und Größe der Gebärmutterhöhle zusammenpassen, sonst kann es zu Fehlstellungen oder Expulsion (Ausstoßen) kommen, was nicht selten der Grund für eine ungewollte Schwangerschaft ist.Literatur zur Bedeutung der Größe u.a. gibt es übrigens in dieser Studie:
  • NEUIGKEITEN ÜBER INTRAUTERINPESSARE ZUR ENTWICKLUNG DER IUP-GRÖSSE MINI
  • individuelles Beschwerdebild (Neigung zu Infektionen, Neigung zu verstärkten, schmerzhaften Blutungen, Kinderwunsch, positive Wirkung von hormonellen Systemen, z.B. auf die Haut bei unreiner Haut  kann orales Kontrazeptivum besser sein)
  • Kosten: da in der Regel Kosten ab 20 Jahre für die Verhütung selbst getragen werde müssen, möchten manche Frauen schon Kosten soweit möglich einsparen!
  • individuelle Erfahrungen und Erkenntnisse der  Gynäkologen: Der Arzt hat oft Systeme, mit denen er die meisten Erfahrungen hat und die er besonders gerne einbaut. Es kann durchaus sinnvoll sein, darauf Rücksicht zu nehmen, denn die Systeme sind durchaus zum Teil fast gleichwertig und dann ist es am besten,  sich einen Gynäkologen zu suchen, der am meisten Erfahrung mit dem gewünschten System hat bzw. auf die Meinung/Fähigkeit des Arztes, dem man vertraut, zu hören!

Also…

Sehr geehrte Frau X!

Sie schwanken zwischen Kupferball und  Gold Luna. Die Vor- und Nachteile habe ich nun ausreichend erläutert. Beide Systeme können durchaus in Frage kommen und keine der beiden ist ,,besser“ oder ,,schlechter“!

Es kann sein, dass sie mit beiden hoch zufrieden wären oder aber bitter enttäuscht, wenn irgend etwas vorkommt, was auf gut deutsch,,blöd“ ist, wie übermäßige Schmerzen bei der Einlage, Verrutschen oder Verlust des Systems, Schmerzen oder gar Schwangerschaft!

Besprechen Sie das individuell mit Ihrer Ärztin und freuen Sie sich darauf, das wahrscheinlich alles gut klappen wird und wir heute die Möglichkeit haben, auf so relativ unkomplizierte und schonende Art zu verhüten!

Falls sie Angst vor den Schmerzen bei der Einlage haben, besprechen Sie, ob es Möglichkeiten der Schmerzlinderung gibt.

Wichtig ist, die Kontrolltermine einzuhalten, weil sich die Systeme, wenn sie sich denn verabschieden, dies meist relativ am Anfang (innerhalb der ersten Wochen) tun!

Man kann auch anfangs das Fädchen etwas länger lassen, sodaß Sie es ggf. tasten können und es später dann kürzen!

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen! Obwohl ich die Informationen sorgsam zusammengetragen habe bzw. sie auf meinen Erfahrungen beruhen, sind sie wie immer ohne Gewähr! Auch soll diese kleine Zusammenstellung auf keine Fall das ärztliche Gespräch mit Ihrem Arzt des Vertrauens ersetzen, da nur er Sie gut kennt und einschätzen kann! Auch die Preisangaben sind nur grobe Anhaltspunkte,,die sich geändert haben können!

Bleibt mir, Euch allen eine wunderschöne Woche zu wünschen! Welcher Artikel nun als nächstes komme? Muss ich schauen – es bleibt jedenfalls spannend!

Bleibt gesund! Eure Nessy

 

Verfasst von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog ,,Salutary Style" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

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