Medizin – Aus aktuellem Anlaß: Statement zur ,,Cholesterin-Lüge“

Hallo Ihr Lieben!

Vorneweg: Wer nicht viel Zeit hat, kann auch abkürzen und gleich zu meinem Fazit an der mit * gekennzeichneten Stelle springen, zudem ich nach ausführlicher Recherche  gekommen bin. Im Folgenden geht´s zur interessanten ,,Langversion“, in der die Hintergründe erklärt werden! In jedem Falle wünsche ich euch viel Spaß und ein paar gute Erkenntnisse…

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Lust auf einen kleinen Abendspaziergang?

Sohnemann ist mit meiner Mutter auf Reisen und weilt gerade  in einem Burgschlösschen,

Töchterchen entdeckt die Welt in Bali, Göttergatte brütet am Schreibtisch über seinem Vortrag, den er morgen vor erlauchtem Publikum halten wird…

Kurzum, Tiere alle versorgt, niemand da, dem ich eine Stulle schmieren könnte, meine Blogpost ist auch schon geschrieben. Und auf was kommt die sonst so beflissene Nessy da Abwegiges? Richtig! Schlumperklamotten an, Chai latte gekocht, Kissen  ins Bett gestopft und – Glotze an!

,,Hach, das Leben ist manchmal so richtig schön!“ denke ich bei mir, während ich  muckelig in meinen bauschigen Kissen liege und nach der Fernbedienung greife…

Im Fernsehen bin ich auf eine Dokumentation über die Cholesterin-Lüge gestoßen…

Beim Durchzappen sehe ich plötzlich ein interessantes Gesicht. Leicht ergraut schon, etwas untersetzt auch… der französische Wissenschaftsjournalist Dr. Dominique Dupagne mit einem Ausdruck in den Augen, der nahelegt, dass hier jemand zwar durchaus sympathisch, aber auch auf leicht sarkastische Art für seine eigene Überzeugung vor die Kamera tritt… Was beschäftigt diesen Mann bloß so? Gebannt starre ich auf die Glotze bis auch ich kapiere, dass es einmal mehr wieder  um die große Cholesterinlüge geht, von einem Professor Walter Hartenbach mit großem Erfolg in einem Buch aufgearbeitet und 2012 auf den Markt gebracht!img_7872-5

,,Nein! Die gibt´s doch gar nicht!“ Dachte ich bis jetzt eigentlich, eher ein wenig belustigt, wenn wieder einmal irgendeine ,,Flachliteratur“ diese Sau durchs Dorf getrieben hat! Aber der Mann da auf dem Bildschirm sieht irgendwie tatsächlich aus, als ob er glauben würde, was er sagt. Das sollte ich mir vielleicht wirklich einmal anhören! Auch was ich gelernt habe, muß nicht immer zwangsläufig richtig sein! Natürlich kräuselt sich mir die Stirn ein wenig … Denn, sich mit Irrtümern auseinanderzusetzen, gleich, welche Seite Schluß-endlich Recht behält, bedeutet kritische Arbeit, viel Arbeit – und in meinem Falle tagelange Literaturrecherche…

Seufz -Also fangen wir an – lassen wir unseren gesunden Menschenverstand wieder einmal ein bißchen arbeiten und geben wir beiden Seiten eine Chance…

Was ist die Meinung der Gegener der Cholesterin-These ?

,,Man braucht (LDL-) Cholesterin im Körper nicht zu senken, es ist nicht schädlich für den Menschen!“

Auszüge aus der Dokumentation auf Arte über die Cholesterin-Lüge

(Nachzusehen hier: Cholesterin, der große Bluff?)

Der Mensch bräuchte Cholesterin für die Hormone, für die Mitochondrien, ja einfach für den Ablauf  immens vieler Prozesse im Körper. Okay, denke ich, soweit bin ich bei dir, mein besorgter, nicht mehr ganz junger Freund! Aber was hat das nun mit der Cholesterinlüge zu tun? Seine ergraute Eminenz klärt mich jedoch rasch auch hierüber auf: Die Cholesterin-Studien, um die es hier ginge, seien von Ancel Keys, der sie veröffentlicht hatte, manipuliert worden.img_7866-2

Sie seien eng mit den beauftragenden Pharma-Firmen verknüpft und ein paar bekannte Namen fielen. Er dozierte auch über die in seinen Augen manipulierte 7-Länder Studie, in der die teilnehmenden Länder nur danach ausgewählt worden seinen, ob eine enge Korrelation zwischen Fettkonsum und kardialen Todesfällen bestünden hätte oder nicht.

Deshalb habe man zum Beispiel Frankreich nicht berücksichtigt. Und überhaupt! Hätte man alles größeren Länder mit einbezogen, hätte man zeigen können, dass kein Zusammenhang zwischen Fettkonsum und Cholesterinspiegel im Blut bestehen würde…

Bei dem nächsten Punkt kann ich den Klägern nur zustimmen, wie der eifrige Leser meiner medizinischen Artikel in der Zwischenzeit gemerkt haben dürfte: Ein Problem für unseren Körper stellt der große Zuckerkonsum und damit der stark schwankende Insulinspiegel dar. Das ist etwas, was er anscheinend nicht ab kann! Und prompt zeigt sich, dass auch auf der schönen Insel St. Helena die KHK (koronare Herzkrankheit) – Rate hoch war! Und das, obwohl auf dieser Insel wenig fettes Fleisch konsumiert wurde, dafür aber leider viel Kohlenhydrate!  Da half es anscheinend auch nicht sonderlich, dass die Bewohner im Zeitraum der Untersuchung der 60er  Jahre sich viel bewegt haben! Es gab  in der Vergangenheit dort nämlich kaum Autos!

Okay, im Hin- und her und Wirrwarr der Argumente kann hier wirklich niemand etwas dagegen sagen, wenn wiederum diese Daten richtig sind, wovon ich jetzt einfach einmal ausgehe. Auch, wenn man sich auch hier davor hüten muß, wieder einmal alle Kohlenhydrate über einen Kamm zu scheren…img_7869-5

Aber kommen wir zu einem weiteren Punkt in der Fernsehdokumentation:   Es sei ein Unding, Cholesterin in ein gutes und ein schlechtes zu unterteilen. Das es an sich wasserunlöslich ist, wird es für den Transport im Blut an ein Protein gebunden.  So entsteht zum einen das LDL, welches als Transportkomplex Cholesterin zu den Zellen, die es benötigen, hinbringt und HDL, welches Cholesterin von dort abholt, wo es eben nicht gebraucht wird! Wenn man über die Tatsache hinweg sieht, dass es noch andere solcher Verbindungen gibt, habe ich auch dagegen bis hierher nichts einzuwenden…

Nun kommt aber die Kritik der Cholesterin-Lügen-Verfechter: Wenn doch beide im Organismus gebraucht würden, könne man doch nicht hingehen, das eine als ,,schlecht“ verteufeln und das andere nicht! – Ähm… Lasst uns doch zu Ende denken, Freunde der Sonne (Sorry, das war sarkastisch)! Es geht doch hier um ein Ungleichgewicht zwischen quasi Zufuhr und Abfuhr. Zugegeben ist an dieser Stelle nicht so ganz klar, woraus es resultiert… Aber dazu später mehr. Fassen wir erst einmal, nach 83 Minuten Medizinjournalismus vom Feinsten, das Fazit zusammen:

These der Vertreter, dass  es eine Cholesterinlüge gibt:img_7934-2

Die Damen und Herren kommen zu folgender Aussage, die den bisher als wahr geltenden Zusammenhang zwischen dem Cholesterinwert und der Gefahr für die Gefäße und das Herz durch Thrombenentstehung stark in Frage stellt, wenn teilweise nicht gar negiert:

Ihre Aussage:

,,Cholesterin ist allenfalls ein schwacher „Risikomarker”, und ein kausaler Zusammenhang zwischen den Cholesterinwerten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann nicht festgestellt werden. Die tatsächlichen Risikofaktoren für solche Krankheiten sind viel mehr Bewegungsmangel, Zuckerkonsum, Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht!“

Hier geht es natürlich um den ersten Teil dieser Aussage! Dass die Risikofaktoren auch die anderen genannten sind, hat ja niemand in Frage gestellt…!

Unzureichende Argumentationsrunde

Nach Ausstrahlung des Filmes wird,  wie es so üblich ist, gleich eine Diskussionsrunde gestartet, in der ein Herr hauptsächlich mit auch neueren Studien argumentiert, in der ein ganz klarer Zusammenhang gezeigt würde… Der Vertreter oben genannter These indes weigerte sich schlichtweg, auf gravierende Fragen der Moderatorin einzugehen mit den Worten, dass die Frage falsch gestellt sei Allerdings sagte er auch nicht warum… Den neueren Studien, in denen extra auf ein exaktes Vorgehen geachtet wurde, glaubt er indes einfach nicht!img_7852-3

Kinder – und dieser Ausdruck ist mit Absicht gewählt – also: Kinder, so geht das nicht! So könnt Ihr doch nicht über ein so wichtiges Thema reden! Da geht es doch nicht darum, wer am Schluß das Bonbon bekommt, sondern, wie wir unsere Patienten anhand der vorhandenen Fakten richtig behandeln!

Da ist es nicht dienlich, wenn der eine behauptet, der Himmel sei grün, der andere, er sei was weiß ich wie!

Versuch, die Dinge möglichst objektiv zu beurteilen:

Spaß beiseite. Kommen wir nun zu den Fakten und benutzen unseren gesunden Menschenverstand!

Wie ein Thrombus entsteht, wissen wir in groben Zügen! Hierüber habe ich übrigens einen Artikel geschrieben mit vielen schönen Bildern, die das Ganze erklären. Dies könnt Ihr also hier nachlesen. Auch diese Erklärung liefert natürlich nicht die Einblicke in die Auslöser und großen Zusammenhänge, um die es hier unter anderem geht. Im großen und Ganzen ist dieser  reine Ablauf am Gefäß gut beobachtet und dokumentiert, wenn auch in Wirklichkeit noch um einiges komplexer...img_7859-4

Wir kennen zwar die  Risikofaktoren

(Bewegungsmangel, Diabetes mellitus, Rauchen, Bluthochdruck  und eben auch – und dafür gibt es klare Studien – zuviel  – LDL im Blut) , aber was letztendlich den Ausschlag für diese Geschehnisse, die im menschlichen Körper ablaufen, gibt, können wir leider noch nicht bis in alle Einzelheiten erklären!

Natürlich ist nicht ,,nur“ ein Überschuß des LDL-Cholesterins im Blut verantwortlich!

Was wir wissen, ist, dass die Arteriosklerose  vielmehr durch die Reaktion auf die Schädigung der Innenwand der Herzgefäße (Endothel) entsteht. Dabei kommt es in den Arterienwänden zu einer Vermehrung der Leukozyten, Fibroblasten und Muskelzellen, woraus letztendlich der Plaque resultiert… Er engt das Gefäß ein. Aber auch das ist noch nicht das eigentliche Übel! Sondern die Ruptur, die zu einem Blut-Gerinnsel führt, welches letztendlich das Gefäß verschließt…

Deshalb lautet die nächste Frage doch:

Wie kommt es zu dieser Schädigung in der Innenwand?

Ist die Ursache eine kleinen Verletzung der Gefäßwand, oder eine starke Belastung, etwa durch den Bluthochdruck? Oder ist die Lage an einer Stelle, an der das Blut leichter ,,verwirbelt“, etwa an Gefäßgabelungen verantwortlich?

Oder auch eine Entzündung direkt des Gefäßes oder auch an irgendeiner Stelle im Körper, die zur Freisetzung bestimmter Entzündungsmediatoren im Blut führt, die wiederum das Ganze fördert –

Wir wissen es zugegeben nicht  ganz genau! Es ist aber doch eigentlich mehr als wahrscheinlich, dass mehrere der genannten Faktoren eine Rolle spielen, da sich für alle Argumente ja irgendwelche Anhaltspunkte ergeben!

Also kommen wir von der Komplexität der Ursachen zurück zu unserer Cholesterin-These!

Was sichtbar ist, wenn man ein Plaque unter dem Mikroskop ansieht, ist der Lipidkern. Auch klar ist, dass LDL eine doch deutliche Rolle bei diesem Prozeß spielt. Die Leber wiederum kann eigentlich gut regulieren, indem sie eigentlich nur soviel LDL bildet, wie sie braucht. Anscheinend gibt es ber Situationen, in denen diese Regulation nicht richtig funktioniert, sprich, zuviel LDL gebildet wird. Die Fragen, die sich mir stellen sind nun:

Hat die Plaquebildung etwas mit einem LDL-Überschuß zu tun?

Ja, den es ist nachweisbar! Allerdings ist es so –  und da sind sich alle einig –  dass die Fettablagerungen, die durch den Überschuß entstehen, nicht das Problem sind , sondern die Plaques, die sich im Inneren der Gefäßwand bilden,.. (siehe oben). Und auch die können sich zurückbilden! Erst die Plaqueruptur führt zu einer wirklich gefährlichen Situation. Dann tritt nämlich Blut aus, das in dem Gefäß die Gerinnungskaskade auslöst, woraus wiederum ein Gerinnsel entsteht, das dann das betreffende Gefäß oder, wenn es weggespült wird, ein anderes Gefäß verstopfen kann.

Wie kommt es, dass  die Leber (vielleicht ja auch nur scheinbar?) zuviel LDL produziert? Benötigt sie es vielleicht doch an anderer Stelle, oder gibt es sonstige Faktoren, die den Regulationsmechanismus behindern oder stören?img_7877-3

Diese Frage fand ich bei meinen Recherchen  leider nicht direkt beantwortet, obwohl sie doch ein wichtiger Punkt  bei unserer Argumentation ist!  Wie oben beschrieben, wissen wir natürlich, dass Cholesterin bei vielen Prozessen im Stoffwechsel im Körper eine Rolle spielt! So steigt Cholesterin bei Stress an, da dann ja mehr Cortisol gebildet werden muß, wahrscheinlich  auch bei Hormonmangel , da es ja auch Ausgangstoff vieler Hormone ist… Das würde ja auch zeitlich passen, da ältere Meschen häufiger unter einem zu hohen Cholesterin leiden! Hat das damit zu tun?  Hierrüber ist aber noch viel zu wenig bekannt! Denn die andere Seite ist doch auch die: Wenn man das Cholesterin mit Gewalt senkt, kommt es dann eventuell zu einem Mangel an anderer Stelle? Klar ist aber jedenfalls auch, dass bei recht hohen Cholesterin-Werten die Sterblichkeit steigt! Auch wenn gerade das ja in Frage gestellt wird. Allerdings kann man nicht so naiv sein und Studienergebnisse, die über 50 Jahre unter unterschiedlichsten Bedingungen gesammelt wurden, alle als ,,vom Establisment getürkt“ ansehen…

Denn die  wichtigste Frage, die wir uns hier stellen, muß doch lauten:

Kann man diesen Vorgang der erhöhten Sterblichkeit (sprich, das Auftreten einer Plaqueruptur) durch den Einsatz von Lipidsenker (Statine) aufhalten?

Wir wissen aus der Gesamtbetrachtung der Studienergebnisse und dem Vergleich verschiedener ethnischer Gruppen sehr wohl, wie  unwahrscheinlich es ist, dass generell ein hoher Fettkonsum alleine den Cholesterinwert in die Höhe treibt. Dies könnte nur dann der Fall sein, wenn das Ansteigen der Werte auch vom Fett, welches verzehrt wird, abhängig ist. Und auch dafür haben wir viele Anhaltspunkte, wie ich an anderer Stelle bereits berichtet habe!

Die Verfechter der Lügen-Theorie bringen an dieser Stelle gerne das Beispiel der Massai ins Spiel. Dieser afrikanische Stamm isst hauptsächlich Fleisch und  trinkt  etwa 3 Liter fettreiche Schafsmilch  pro Tag. Trotzdem haben sie sehr niedere Cholesterin-Werte  (etwa 160mg/dl) und leiden so gut wie nicht an koronaren Herzkrankheiten.

Das ist natürlich schon bemerkenswert! Kommt das etwa daher, weil sie sich soviel bewegen, dass sie kein überschüssiges Cholesterin bilden? Cholesterin ist j der Ausgangsstoff vieler anderen Substanzen, die der Körper benötigt. Haben die Massai etwa durch ihre Lebensumstände einen erhöhten Bedarf an einem oder mehreren dieser Stoffe? Oder aber haben sie einen Schutzmechanismus, der sie vor zu hohem Cholesterin schützt? Alles Möglichkeiten, die allerdings nichts an der Aussage ändern, dass zu hohes Cholesterin, welches das die Massai ja eben nicht haben im Blut dem Organismus (zusammen mit anderen Faktoren, auch das haben wir uns gerade klar gemacht) Schaden zufügen kann… Es ist also KEIN Argument gegen Statine!

Das sich eine Cholesterinsenkung durch Statine, aus welchem Grund, sei einmal dahingestellt, an sich  positiv auswirken, ist wirklich mittlerweile in vielen Studien zum Ausdruck gekommen.img_7865-2

,,Die sind alle gefälscht“, ist für mich, wie schon gesagt, ehrlich kein Argument, sogar, wenn ich nicht ausschließen kann, dass pekuniäre Hintergründe in Einzelfällen bei der Auswertung vielleicht eine Rolle gespielt haben  können.  Die Masse an Studien seit Jahrzehnten ist einfach erdrückend, die Beweise für den Benefit von Cholesterinsenkern liefern.

Studienbeispiel/Literaturangabe vieler weiterer guter Studien, die den Nachweis der Wirksamkeit von Statinen geliefert haben!

Deshalb nehme ich einmal die 4-S-Studie (Scandinavian Simvastatin Survival Study in Lancet: Vol. 344, S. 1383 ff., 1994). In ihr  wurde eindeutig nachgewiesen, dass Cholesterinsenkung durch ein Statin (CSE-Hemmer) zu einer dramatischen Verminderung der Infarktgefährdung und/oder einer Verbesserung der Überlebenschancen von Patienten mit koronarer Herzkrankheit führt. Hartenbach und Co. ignorierten dieses eindeutige Ergebnis und behaupteten einfach, dass diese Studie diese Ergebnisse nicht geliefert hätte. Wenn Ihr Euch die Mühe machen wollt, diese Studie nachzuschlagen, seht Ihr, dass das einfach nicht stimmt! Und es handelt sich um 4444 Patienten, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden.

Übrigens könnt Ihr hier den genauen Studienablauf und noch einige weitere gute Studien genau nachlesen. Schaut bitte auf  S. 21 des Artikels auf die rechten Seite, dort findet Ihr das Genannte!

Wirkung des Cholesterinsenkers

Allerdings ist es natürlich auch so, dass Cholesterinsenker nicht nur Cholesterin senken! Sie wirken auch entzündungshemmend  in den Herzkranzgefäßen, und stabilisieren die Plaques, deren Aufbrechen zu einem Herzinfarkt führt, was natürlich auch eine Senkung der Herzinfarktrate bedingt!

* Zusammenfassung und Fazit für uns:img_7880-4

Die Frage, auf die ich hier zurück kommen möchte ist, was wir nun mit unserem Wissen anfangen sollen und wie wir uns nun verhalten sollen. Im Folgenden schreibe ich meine EIGENEN ÜBERLEGUNGEN NIEDER! Sie beruht nicht immer auf gängiger Lehrmeinung, deshalb übernehme ich auch keine Verantwortung ! Gerne könnt Ihr mir in den Kommentaren Eure eigenen Überlegungen zu diesem Thema schreiben. Bitte seht allerdings von Anschuldigungen, unfairen Äußerungen und Behauptungen wie:  Der Himmel ist trotzdem grün! ab, damit eine gute Diskussion aufkommen kann!

  •  So führt hoher Fettkonsum nicht zwangsläufig zu einem Anstieg der LDL- Werte im Blut (Bsp. Massai) , wenn andere Faktoren dies verhindern, bzw. der Regulationsmechanismus der Leber gut klappt! Fettkonsum ist also nicht per se schädlich!  Allerdings müssen dann alle anderen Faktoren deutlich in Schach gehalten werden, zudem könnte die Art des Fettes eine Rolle spielen.
  • Es sind viele Faktoren ursächlich für die Gefäßveränderungen, die letztendlich zu Gesundheitseinschränkungen bis hin zu Infarkten und Tod führen, nicht nur Cholesterin!
  • In Fertigprodukten sind versteckte Fette und Zucker. Also ist es in jedem Fall sinnvoll, solche Produkte zu vermeiden und möglichst frisch zu kochen! Ich weiß, immer komme ich wieder mit diesen alten Binsenweisheiten…aber es ist halt so!img_7849-4
  • Über Fette generell gab es viele Studien, auch der Zusammenhang mit Gefäßerkrankungen ist, wie wir gesehen haben, wirklich nicht von der Hand zu weisen! So erhöht besonders der Verzehr von GlycerinEstern der trans-Fettsäuren, gibt es keine ausreichenden Gegenregulatoren, den Gehalt von LDL-Cholesterin im Blut. (labor&more 05/07 S. 48, Verlag Succidia AG, Darmstadt.) Deshalb eine einfache Regel: Möglichst Butter, kaltgepresste Öle und ungehärtete Fette verwenden, den Fettkonsum so einschränken, dass kein Übergewicht resultiert – die Energiebilanz im Auge behalten, weil Fett viel Energie liefert! 
  • Übrigens ist widerlegt, dass das Eigelb den Cholesterinspiegel erhöht, weil es gleichzeitig ausgleichende Stoffe enthält. Auf der anderen Seite enthalten Eier viel Eiweiß, Lecithin und B-Vitamine,  der Körper, gerade bei wenig /keinem Fleischkonsum sehr gut gebrauchen kann!
  • Welche natürlichen Gegenregulatoren  eines Cholesterinüberschußes gibt es? Natürlich ein erhöhter Verbrauch  der Fette durch Bewegung. Da aber Cholesterin Ausgangsprodukt auch der Gallensäuren (die auch für die Fettverdauung verantwortlich sind) und  Hormone, allen voran des Cortiols ist, kann ein Ausgleich auch durch Mehrproduktion/erhöhter Bedarf an diesen Stoffen unter Umständen den Überschuß ausgleichen.
  • Last not least: Wenn in meinem Blut ein hohes LDL und niederes HDL festgestellt wird, der Ausgleichsmechanismus der Leber also, aus welchen Gründen auch immer, gestört zu sein scheint – muß ich dann Statine einnehmen oder nicht?  Man ,,muss“ natürlich gar nichts!  Aber die ganzen Studien, die das nun einmal belegen – und die auch logisch erscheinen, möchte man die aufgrund seiner eigenen Gesundheit ignorieren? Auch bei mir waren die Cholesterinwerte, in Zeiten, in der meine Gesundheit generell recht angeschlagen waren,  erhöht. Allerdings war meine Ernährung in jener Zeit auch ziemlich ungesund. Also bin ich wieder jeden Abend nach draußen gegangen, egal welches Wetter war und habe aufgehört, lauter ungesunden Mist zu essen, ohne auf mein sonntägliches Stück Käsekuchen zu verzichten… Die Werte waren bald wieder fantastisch! Allerdings würde ich, wenn die Versuche, LDL zu reduzieren, fehlschlagen würden, oder die Werte bedrohliche Ausmaße annehmen, in jedem Fall Medikamente nehmen. Sogar Hartenbach würde in diesem Fall eine Lipidapharese (bei der die Fette aus dem Blut in einer Art Dialyse gefiltert werden) durchführen…
  • Wieso es dann nicht erst einmal (wenn die Werte noch nicht so bedrohlich sind) mit Statinen versuchen?

Mein Ausblick

Also, Ihr sehr, absehen von dem Verdacht von ein wenig Mogelei auf beiden Seiten sind die Unterschiede in vielen Teilen der Diskussion gar nicht soo gravierend, schon gar nicht spektakulär!

Der Schulmedizin täte es gut, wenn sie die Zusammenhänge des Cholesterins im Körper – die ja sogar  zum Großteil bekannt sind, in ihrer Wirkung noch genauer in Relation setzen würden. Wie hängen Hormone, Gallensäuren, LDL, HDL und die anderen Cholesterinverbindungen  zusammen? Welche Feed Back-Mechanismen gibt es da? Wieso versagt die Leber bei der Regulation von HDL und LDL in manchen Fällen ihre Dienste, in anderen gelingt ihr das trotz hohem Fettkonsums mühelos?

Für die Kritiker der Cholesterinbekämpfung wäre es wichtig, zu überlegen, wie eine gute Studie aussehen könnte, mit der man unbekannten Zusammenhänge, für die ja auch sie keine Erklärung liefern, auf die Spur kommen kann. Auch kann und soll man natürlich Kritik üben, wenn man feststellt, dass der Studienaufbau, wie etwas in der 7 Länder  Studie vermutet wird, nicht ,,sauber“ ist! Aber der Vorwurf an das ,,Establishment“  aus den 60ern ist ganz klar heute so nicht mehr haltbar! Zwischenzeitlich habe sich noch viele andere Wissenschaftler mit diesem Thema auseinandergesetzt und die Ergebnisse kann man nicht einfach mit Sarkasmus wegwischen! Das ist genauso verwerflich, wie es ist, Studienergebnisse gewollt in die falsche Richtung zu lenken!

So, meine Lieben, kommen wir zum Schlussatz – Sorry, dass ich immer wieder auf die gleichen Sätze zurückkomme, aber das zeigt mir, wie einfach doch alles im Grunde ist…img_7858-5

Eine ausgewogene Ernährung mit frischen, saisonalen Produkten mit viel Obst und Gemüse und viel sorgsam Selbstgemachtes, wenig Alkohol, wenig Süßigkeiten und Weißmehlprodukte, dazu jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Bewegung an frischer Luft, ein gutes soziales Umfeld, möglichst ohne Rechthabereien und Streit, sondern mit gegenseitiger Unterstützung und Freude am Leben – gepaart mit einem aufmerksamen Arzt, dem man durchaus auch einmal vertrauen kann, sind die besten Voraussetzungen für ein glückliches, langes Leben….

So wünsch´ ich ein fröhliches Wochenende für alle, die es bis hierher geschafft haben, aber auch für die ,,Überflieger“ im doppelten Sinn, Eure Nessy

Verfasst von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog ,,Salutary Style" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

31 Kommentare zu „Medizin – Aus aktuellem Anlaß: Statement zur ,,Cholesterin-Lüge“

  1. Toller und sehr ausführlicher Bericht! Ich hab Gott sei dank keine Probleme mit Cholesterin aber vllt kommt das noch! Interessant das die Massai wenig haben bei der Nahrung aber vllt liegt es daran, dass alles natürlich ist und sie ja viele km zurücklegen müssen! Alles liebe und ich freu mich auf mehr so Berichte! Babsi

  2. Wenn ich Dich in meiner Nähe hätte, wäre ich froh. Dann wüsste ich auf jeden Fall, welche Ärztin ich aufsuchen würde. Du sprichst mir aus der Seele. Ich mag solche Besserwisser nicht.

    Da ich aus eigener Erfahrung sprechen kann bin ich 100% davon überzeugt, dass man mit der richtigen Ernährung und ausreichend Bewegung viel dazu beitragen kann, um den LDL-Wert zu senken und den HDL-Wert zu erhöhen. Habe es Schwarz auf Weiß. Warum sollte ich Medikamente schlucken, wenn meine Adern völlig glatt sind und es keine Ablagerungen gibt?

    Fett ist nicht gleich Fett. Es ist ein unterschied, ob man viel fette Salami isst oder fetten Lachs mit Omega 3 Fettsäuren, gutes Olivenöl oder andere gute Fette zu sich nimmt wie Walnüsse.

    Liebe Grüße Sabine

  3. Hallo Nessy,

    meine Cholesterinwerte sind immer irgendwie erhöht, egal, wie dick oder dünn ich grade bin. Bei einer Reha wurden mir dann entsprechende Tabletten von einem Arzt verordnet und ein anderer Arzt meinte aber, so schlimm sei es nicht und ich brauch die nicht. Ok, letzteres war mir erstmal lieber.

    Nun haben mein Mann und ich letztens überlegt, ob cholesterinsenkende Lebensmittel wie Becel-Margerine z.B. wirklich funktionieren oder ob sie eher schädlich sind, wenn man nicht ganz genau seine Werte weiß?

    Liebe Grüße,
    Moppi

    1. Liebe Moppi! Da gibt es ja aktuell die Prozesse mit Becel. Diesen Margarinen werden sehr hohe Mengen an Pflanzensterinen zugesesetzt. Nun gibt es unterschiedliche, gegensätzliche Studien dazu, weshalb ich Dir abraten muß. Ist der Cholesterinspiegel dauerhaft über 220 mg/dl, bzw. LDL über 160 mg/dl, würde ich zu Statinen greifen. Aber ich würde Dir anraten, dies wirklich mit einem Arzt Deines Vertrauens zu besprechen, der Deine kKrankenakte genau kennt. Ich kann hier ja nur allgemeine Empfehlungen geben.
      Aber hohe Cholesterinwerte scheinen,und das ist wirklich gut, auch in neueren Studien belegt, wirklich schädlich zu sein. Aus der traditionell chinesischen Medizin kommt ein bis dto. relativ unbekanntes Lebensmittel, das die Cholesterinproduktion in der Leber hemmen soll: das Rote Reismehl (fermentierter Reis) durch den enthaltenen Wirkstoff Monachol. Das könnte man versuchen, da die Studien auch vielversprechend scheinen. Aber Sicherheit kann ich Dir diesbezüglich auch nicht geben. Könnte man nur vielleicht als Alternative überlegen wenn die Werte grenzwertig sind. Viele Grüße, Nessy

  4. Ich würde medizinische Artikel doch nie abkürzen Dr. Nessy 😉 Glaubensfragen zu beantworten ist per se schwer und die Cholisterin-Frage gehört bestimmt zu diesen Gebieten. Tatsächlich wurde der verträgliche und akzeptable Wert in den 70er Jahren gesenkt und so kamen viele Menschen auf einmal in den Genuss einen überhöhten Wert aufzuweisen. Die Kritik, welche ich an den meisten Studien in dieser Richtung habe sind, dass es immer um Hochrechnungen geht und für mich die Parameter nie weit genug gesteckt sind. Woran das liegt kann ich natürlich nicht sagen, aber wissenschaftlich gesehen, ist das für mich ein Versäumnis. Du hast es auch in Deinem Artikel angesprochen. Warum gibt es in Afrika Stämme, die damit kein Problem zu haben scheinen? (es gibt noch andere Völker die sogar bei Fettleibigleit keine negativen gesundheitlchen Werte haben). So wie bei Laktoseintolleranz, die in Deutschland tatsächlich nur 15 % der Bevölkerung betrifft, in Skandinavien nur 2 %, in Japan und China allerdings 98 %, liegt die Vermutung nahe, es handelt sich ebenfalls um genetische Voraussetzungen. Es wäre also sinnvoll, die Herkunft einer Testperson und den genetischen Pool zu bestimmen aus dem er stammt, um diese Parameter abzugleichen, denn es ist durchaus denkbar, dass bestimmte genetische Marker gesundheitliche Probleme verhindern und andere eben nicht. Was auf keinen Fall schaden kann und da bin ich 100 % bei Dir ist, auf möglichst viele zusätzliche Inhaltsstoffe zu verzichten, denn der Nutzen zum Aufwand ist wirlich verschwindend gering, auch wenn es leichter wirkt eine vorgefertigte Packung aufzureißen. Übrigens sollte eingefleischte Müsliesser oder auch Veganer, immer einen prüfenden Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Bei Müsli ist sehr oft extrem viel Zucker enthalten, gerne in verschiedene Kategorien aufgeteilt und in veganen Produkten befindet sich häufig allerbilligste Fette (z.B. Palmöl) und andere Zusatzstoffe, denn irgendwie müssen diese Produkte ja auch am heimischen Herd funktionieren.

    1. Lieber Arno! Ein sehr guter Kommentar! Gerade diese Zusammenhänge müssen in meinen Augen untersucht werden. Genetik ist sicherlich auch ein Faktor, aber als sehr wichtig sehe ich auch die Untersuchung eines erhöhten Cholesterinbedarfs als Ausgangsstoff für andere Stoffwechsevorgänge (Hormone, Entzündung, Stress…?) neben der Evaluierung der Ernährung (Gleichgewicht der Zufuhr und des Verbrauchs, Qualität?) sowie die Beachtung der in sehr seltenen Fällen vorkommenden angeborenen Stoffwechseldefekte… Leider treffen wir immer wieder auf das gleiche Problem: Hohe Fettwerte mit Fettsenker zu behandeln (was ja tatsächlich, wie wir wissen, eine Senkung der Sterblichkeit bedeutet) ist relativ einfach, zu mehr langt es bei unserem Medizinsystem leider nicht… Aber zumindest Studien sollte es für die Untersuchung der Zusammenhänge geben. Leider werden diese ja fast nur von der Industrie durchgeführt. Darüber wird zwar immer gejammert, andererseits sind diese wahnsinnig teuer und sind wir ehrlich – ohne der Unterstützung der Pharma-Firmen hätte es viele der Fortschritte so nie gegeben. Unser Gesundheitssystem gibt ja realtiv wenig Studien in Auftrag… Dazu fällt mir ein, dass der Gesundheitsminister da ja auch recht eigene Vorstellungen hat! Oder kann man Hermann Gröhe allen Ernstes rechtgeben, wenn er dafür plädiert, Demenzkranke als Versuchskaninchen zu benutzen? Sorry, Politik sollte hier eigentlich außen vor bleiben, aber -ist doch so… Grüßle, Nessy

      1. Ja, der liebe Herr Gröhe. Ich würde ja gerne sehen wie er seine eigenen Eltern der Wissenschaft übergibt, aber bleiben wir besser seriös. Du hast natürlich Recht Dr. Nessy. Die Pharmaindustrie investiert das Geld und sucht sich damit auch die Forschungsgebiete aus und die liegen in den Sektoren, mit denen später das eingesetzte Kapital und einen Gewinn erwirtschaften können. Ich finde die Summen, die wir in Forschung und Bildung stecken einfach lächerlich angesichts der Gelder die der Krankensektor jährlich kostet, denn einfach immer nur die Auswirkung zu behandeln ist kurzsichtig und die meisten Menschen schlucken lieber eine Pille, als sich umzustellen. Es kann also noch lange dauern bis diese Volkskrankheiten besser behandelt werden können und wir den menschlichen Körper besser verstehen.

      2. Zur aktuellen Studiensituation: Genau diese Studien, über die Du berichtest, wurden ja auch von mir beschrieben – Masai! 😉 , wobei es noch eine Eskimo-Studie gibt mit ähnlichen Ergebnissen! Mittlerweile haben wir eine sehr gute Studienlage (allein in meinem Link sind noch einmal einige Studien dazu ausführlich beschrieben). Als Reaktion auf die Kritik der Länder-Auswahlen wurden ja auch die demografischen Unterschiede nun genauer herausgearbeitet. In der Framingham-Studie haben wir auch Langzeitstudien, die seit 1948 , mittlerweile schon teilweise in der 2. Generation, laufen! Für mich gilt mittlerweile als erwiesen, dass bei hohem Cholesterinspiegel die Sterblichkeitsrate erhöht ist (bei den Massai war der Lipidspiegel ja eben trotz hohem Fettkonsums nicht erhöht!) Aber was ich mir wünschen würde und was noch kaum untersucht ist, ist die Ursache des erhöhten Cholesterinspiegels insbesondere in Verbindung mit dem erhöhten Bedarf des Cholesterins als Ausganssubstrat anderer Verbindungen im Körper. Die Behandlung eines zu hohen Cholesterins könnte dann zum Beispiel in der Substitution von Hormonen liegen, wenn dort ein Ungleichgewicht vorliegt. Vielleicht kann auch eine generelle Dysfunktion im Feed Back Mechanismus der hypothalamischen-hypophysären Achse ursächlich sein… Möglichkeiten gibt es viele! Gute Nacht, Nessy

      3. Liebe Dr. Nessy, Du hast die Grenzen meines medizinischen Wissens überschritten, ich musste google bemühen, bin aber wieder im Bilde. Danke für die präzise Antwort!

      4. Hallo Du Nachteule! Ein Ritterschlag von Dir! Dankeschön! Es freut mich sehr, dass meine bescheidenen Sätze Dein Wissen tatsächlich einmal herausgefordert haben… Have a wonderful day, Nessy

      5. Liebe Nessy, Du könntest uns dauernd alle übertrumpfen, aber genau Deine für uns vereinfachte Darstellung macht diese Artikel so interessant, deshalb finden Deine Themen auch so viel anklang und …, selber Nachteule 😉

  5. ausführlich und sehr gut geschrieben.
    selbst ärzte brauchten jahre um herauszufinden das mein cholesterin vererbt ist. und zum glück habe ich eine ärztin die wie ich der meinung ist, wir (besonders frauen?) brauchen cholesterin. ich drücke es zwar mit sterine aber nur bis zu einem gewissen wert.
    toller beitrag! danke!
    LG

    1. Danke Dir für Dein tolles Lob! gerade bei Frauen kann ich mir vorstellen, dass Dysfunktionen in den Wechseljahren (Östrogenmangel) das Cholesterin durch feedback-Mechanismen in die Höhe treiben. Je nach hormoneller Situation kann man eventuell durch eine Harmonisierung auch den Cholesterinspiegel beeinflussen! Viele Grüße, Nessy

  6. Ich kriege auch immer einen Koller wenn es auf das Thema kommt. Ich weiß das es 2 Werte gibt. Einen guten und einen schlechten. Irgendwann hat mir ein Arzt gesagt das ich ungewöhnliche hohe Werte vom guten Cholesterin habe. Warum ich aber auch leicht erhöht Werte beim schlechten habe weiß kein Mensch. Dabei ernähre ich mich wirklich sehr gesund.
    Lg Petra

    1. Die ,,Normwerte“ sind recht stramm festgesetzt, insofern ist es unwahrscheinlich, dass Dir durch minimal erhöhte Werte des LDL, wenn das HDL auch relativ hoch ist, Schaden entsteht! Ich finde es toll, dass Du Dich diszipliniert ernährst – denn das ist es, wenn man sich auf Gesundes beschränkt! Wobei sich ja schon die Geister streiten, was eigentlich gesund ist. Obwohl es da einen ganz einfachen Tipp gibt: Frag einfach Deinen gesunden Menschenverstand! Aber Du wirkst so jugendlich und hast so eine tolle Haut – mit Sicherheit hast Du nichts Gravierendes falsch gemacht! Alles Liebe – auf die nächsten 50 Jahre… Nessy

  7. Vielen Dank liebe Nessy, ich gebe mir weiterhin Mühe 😉 Sehen wir uns denn im Januar zur Fashion Week wieder? Ich würde mich freuen. Lass uns dann vorher noch ein paar Dinge beprechen.
    LG Petra

    1. Liebe Petra, leider klappt das bei mir nicht, da die Praxis ihren Tribut fordert und ich mir keine freie Woche leisten kann, da ich so schon zu wenig Termine habe! Und ehrlich gestanden, bin ich niemand, der es genießt, bei Minusgraden in hohen Schuhen und optisch dem Michelin-Männchen gleichend über die Fashion-Week zu stolpern. Aber für den Sommer habe ich mir das wieder vorgenommen! Wenn Du möchtest, können wir dann gerne manches gemeinsam unternehmen. Wobei ich immer auch Pausen brauche, weshalb ich auch im Sommer wieder, wenn möglich, in einem Hotel mit Wellness-Abteilung absteige, das fußläufig zum Haupt-Ort der großen Showen liegt. Auch weiß ich natürlich nicht, ob ich wieder für alles, was mich interessiert, Karten oder Einladungen bekomme, Du weißt ja, wie schwierig das ist! … Aber ich bin sehr gespannt darauf, was Du wieder zu berichten hast, bestimmt laufen Deine Vorbereitungen schon auf Hochtouren! Alles Liebe, Nessy

  8. 🙂 Liebe Nessy,
    das ist ja mal wieder ein durch und durch ausführlicher Bericht.
    Ich habe (bisher) zum Glück kein Problem mit den Cholesterin-Werten gehabt und hoffe, dass es auch weiterhin dabei bleibt.
    Schönen Abend und ganz liebe Grüße 🙂

  9. Hallo,

    ich habe die Sendung auch gesehen und finde einfach, dass dieses Thema so unglaublich kontrovers diskutiert wird, dass man manchmal am eigenen Verstand zu zweifeln beginnt..

    Jedenfalls, den Punkt, den ich noch anmerken wollte: Zum Thema Statine – du schreibst, dass deren senkende Wirkung nachgewiesen ist durch zahlreiche Studien. Darüber habe ich auch gelesen und mir Berichte von Meta-Studien (z. B. durch das Cochrane Institut) angesehen, wo es meistens um eine Risikoreduktion von 30% geht. Dabei werden meist relative Risiken verwendet, die absolute Risikoreduzierung jedoch ist sehr gering. Dem gegenüber stehen z. T. massive Nebenwirkungen und ggf. auch Langzeitfolgen. Auch habe ich mehrfach gelesen, dass mit Statinen zwar die Herzinfarktrate gesenkt wird, aber nicht die Gesamtmortalität.

    Dieser Aspekt schien mir der Vollständigkeit halber noch wichtig zu erwähnen.

    1. Hallo Katinka! Danke für Deine konstruktiven Kommentar! Du hast natürlich Recht, dass man alle Daten mit Vorsicht genießen muss! Ich habe mir deshalb diese Metaanalyse auch nocheinmal angesehen (18 randomisierte kontrollierte Studien mit 19 Studienarmen, insg. 56.934 Patienten, die zwischen 1994 und 2008 durchgeführt wurden) und das Ergebnis ist schon, zumindest der Endaussagen, eindeutig. Zur Beurteilung dieser Studie heißt es in der offiziellen Veröffentlichung des Cochrane Institutes:,,… Die Gesamtsterblichkeit sowie HKE-Ereignisse mit und ohne Todesfolge konnten durch den Einsatz von Statinen vermindert werden…“ und ,, Die Einnahme von Statinen hat nicht zur Erhöhung des Risikos von ernsten unerwünschten Wirkungen wie Krebs. Statine sind wahrscheinlich eine kostenwirksame Maßnahme in der Primärprävention.“ Das Statine die Fette generell zu senken vermögen, habe ich in 9 Jahren als Ärztin in der Inneren Medizin selbst beobachten können und an dieser Tatsache hege ich tatsächlich keinen Zweifel. Es geht ja auch ehe
      r darum, ob der Patient von der Einnahme einen Benefit hat! Hier muß man in meinen Augen sehr genau abwägen! Als Nebenwirkungen sind z.B. Verwirrtheit, Muskelschmerzen, Leberproblemen und akute Niereninsuffizienz beschrieben worden. Zum anderen hat man die Vorgabe, ab welchem LDL- Wert diese Stoffe verordnet werden sollen, drastisch vermindert, nämlich von 170 auf 130 ,dann auf 100 und jetzt werden Rufe auf 70 mg laut! Das ist natürlich wirklich , sorry, Quatsch!
      Als veranwortungsvolle Ärztin geben ich älteren, gesundheitllich angeschlagenen Patienten mit einer bereits verminderten Abwehrlage sicher keine Statine, auch nicht, wenn die Niere oder Leber bereits Probleme machen! Bei ansonsten relativ gesunden KHK Patienten mit Werten über 160 halte ich diese Maßnahme aktuell (noch) für sinnvoll, achte aber begleitend auf weitere Maßnahmen der Risikoreduktion.
      Dass Statin-Langzeiteinnahme tatsächlich zu Folgeschäden führen, hat sich aus meinem Datenmaterial nicht ergeben. Auch da wäre es nett, wenn Du mir die Studien nennen könntest, dann würde ich meinen Artikel um diese Infos ergänzen! Alles Liebe, Nessy

      1. Hallo!

        Mit den Studien selbst kenne ich mich schlecht aus, auch mit deren Interpretation, da ich nicht „vom Fach“ bin. Ich habe aber viel über Studienergebnisse gelesen und bin auch auf kontroverse Ergebnisse gestoßen bzw. auf das, was ich schon meinte, das mit der relativen Risikoreduktion:

        „Nach den Berechnungen der Autoren senken die Statine das absolute Sterberisiko von 9 auf 8 pro 1000 Personen-Jahre“
        Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44346/Cochrane-kritisiert-Statine-in-Primaerpraevention

        Oft geht es ja darum, dass eigentlich alle pauschal ab einem gewissen Wert oder Alter Statine einnehmen sollen. Aber es gibt dazu offenbar sehr konträre Meinungen, deine scheint mir zumindest irgendwo in der Mitte zu liegen (Statine: ja, wenn nötig und der Nutzen überwiegt), das finde ich gut.

        Dass die Statine tatsächlich wirken, indem sie die Blutfettwerte senken, den Eindruck habe ich auf jeden Fall auch, ich habe aber auch gelesen, dass die existierenden Studien dazu zwar eine Korrelation zwischen Cholesterin und KHK herstellen können (so auch die Framingham-Studie), dass es jedoch für eine Kausalität keine Evidenz gibt.

        Studien kann ich dir leider nicht nennen, deshalb schrieb ich ja z. B. auch „ggf.“ Langzeitfolgen (weil man es vielleicht noch gar nicht weiß).

        Natürlich glaube ich nicht alles, was ich lese, aber ich versuche durch das Lesen vieler Quellen ein umfassendes Bild zu bekommen (daher bin ich auch auf deine Seite gestoßen) 🙂

        Wenn ich sowas: http://news.doccheck.com/de/blog/post/3635-senkung-des-ldl-und-erhoehung-des-hdl-cholesterin-schuetzt-nicht-vor-herzinfarkt/
        oder sowas: https://m.morgenpost.de/web-wissen/gesundheit/article209375241/Ist-gar-nicht-das-Cholesterin-Schuld-an-Gefaessverkalkung.html
        lese, dann werde ich eben nachdenklich… Was hältst du davon?

        Viele Grüße

      2. Liebe Katinka! Super, wie Du Dich für die Sache interessierst!
        Die Cohrane-Geschichte wird übrigens klarer, wenn man sieht, dass Deine Informationen auf einer Veröffentlichung des Ärzteblatt 2011 veröffentlicht hat, beruhen, als die Cochrane Studie noch nicht abgeschlossen war! 2013 hat das Institut ein entgültige Statement herausgegeben, auf das ich mich berufen habe ( http://www.cochrane.org/de/CD004816/statine-zur-primarpravention-von-kardiovaskularen-erkrankungen )

        Ob Cholesterin überhaupt KHK begünstigt, habe ich ja in meinem Text schon beleuchtet. Dazu muss man wissen, wie KHK überhaupt entsteht. Das habe ich auf meinem Blog auch schon relativ genau, wie ich finde auch für den Laien gut verständlich, erklärt ( https://salutarystyle.com/2016/06/22/medizin-forever-young-anti-aging-teil-2-todesursache-nummer-1-die-ischaemische-herzerkrankung-neue-erkenntnisse-zur-entstehung-und-vorbeugung-praevention-auch-schon-in-jungen-jahre/ ) Letztendlich begünstigen Fettablagerungen im Gefäß tatsächlich die Entstehung von koronarer Herzerkrankung, das ist unbestritten. Allerdings geht dann die Geschichte noch weiter und was letztendlich den Supergau auslöst, ist die Plaqueruptur, die durch viele Faktoren begünstigt wird. Die Sache mit dem ,,guten“ und ,,bösen“ Cholesterin hingegen ist nicht so ganz eindeutig, Das wurde ja in dem Film und jetzt auch bei Dochcheck mokiert. Alles Liebe, und bleibe gesund! Nessy

    1. Liebe Katinka! SChön, dass Du auf meine Seite gefunden hast! Sorry, dass es etwas schwierig ist… Aber gerade aus Vereinfachungen entstehen oft Fehler. Und bei diesem Artikel ging es mir auch darum, diese Zusammenhänge einmal aufzuzeigen! Alles Liebe, Nessy

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