Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 3: Gestagen, Östrogen, Testosteron, DHEA – Hormonsubstiution für ein langes Leben?

Hallo Ihr Lieben,

auch wenn ich für Euch noch interessante  (ja, auch Promi-) Facts von der Fashion Week in petto habe, vergesse ich doch auch nicht meine Leser, die an der Anti-Aging Geschichte interessiert sind. Da ich mich in letzter Zeit viel mit der Materie beschäftigt habe, mich mit Menschen, die auch sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet haben, ausgetauscht habe und die neuesten Veröffentlichungen auf meinem Schreibtisch liegen, lasse ich Euch natürlich daran teilhaben. ,,Firlefanzereien“ habe dabei keinen Platz … sondern Fakten und meine ehrliche Meinung.

Zunahme der Lebenserwartung, Einschränkung durch Lebenswandel…

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Die Natur hatte mit Anti Aging eigentlich kein Problem…

In den letzten 150 Jahren hat die Lebenserwartung kontinuierlich zugenommen und ist heute etwa doppelt so hoch wie damals – auch ohne ,,Wunderpillen“. Sind wir uns darüber im Klaren: Wir sind eine Wohlstandsgesellschaft und die Hauptübeltäter der Todesursachen sind in unserer Lebensführung zu suchen, die Krankheiten wie koronare Herzerkrankung, Diabetes mellitus Typ II und Bluthochdruck begünstigt, worüber ich ja schon ausführlich berichtet habe.

… Einschränkung durch physiologischen Hormonmangel

Die zweite ,,Ursache“ des Alterns und der Triggerung oben genannter (Alters-) Erkrankungen liegt in einem Nachlassen der Hormonaktivität begründet. Allerdings wird diese unumstößliche Tatsache leider gerne auch einmal unter den Tisch gekehrt. Warum? Weil der Einsatz von künstlichen und falsch dosierten Hormonen leicht negative Effekte haben. Wir hatte vor kurzer Zeit eine Patientin in der Praxis, die zwar mit natürlichen Hormonen  ,,total  biologisch“ behandelt worden war, leider aber so großzügig  dosiert, dass sie einen drastisch erhöhten Hormonwert mit entsprechenden Nebenwirkungen und starker Einschränkung des Allgemeinbefindens aufwies.

Mißverständnis bei der Interpretation von Studienergebnissen schränkten Hormonsubstitution in der Vergangenheit deutlich ein

Die Studienergebnisse der WHI Studie 2002, die die Hormonersatztherapie bei Frauen  in doch sehr üblem Licht dastehen ließen, taten ihr Übriges, um diese Erkenntnis nur ja nicht zu sehr in das Bewußtsein unserer lieben Patienten dringen zu lassen…

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... bis der Mensch kam und sich einmischte…

Was allerdings bei der Auswertung damals nicht ausreichend betont wurde, war die Tatsache,  dass die Damen bei dem Beginn ihrer Hormonersatztherapie im Durchschnitt bereits 63 Jahre alt waren und etwa zur Hälfte schon deutliche Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen aufwiesen! Eigentlich sinnvoll wäre es natürlich gewesen, dann anzufangen, wenn die nachlassende Produktion der eigenen Hormone an Beschwerden wie Hitzewallungen, Müdigkeit etc. deutlich erkennbar geworden wäre, wie es meist ab dem Alter von Anfang/Mitte 50 der Fall ist.

Dabei  zeigte sich, dass bei diesem späten Therapiebeginn eine erhöhte Anzahl an unerwünschten Folgen in Bezug auf das Herz Kreislauf-System ausgelöst werden konnten. Das wiederum kommt am ehesten daher, dass dann die Gefäße durch den Hormonmangel schon so geschädigt  sind, dass sich nun bei hormoneller Behandlung eher Plaques (siehe letzten Beitrag dieser Reihe) lösen können.

Die so insgesamt negativen Ergebnisse hatte die Fachwelt erschrocken, weshalb sie fortan ihre Empfehlungen deutlich restriktiver formulierte. So hatte die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie in ihren Leitlinien dazu aufgefordert, nur dann Hormone zu substituieren, wenn die Frauen unter deutlichen klimakterischen Beschwerden leiden würden und nur solange und soviel, wie es eben unbedingt von Nöten wäre.

Wie und mit welchen Hormonen das am besten zu bewerkstelligen ist, habe ich für Frauen ja, wie Ihr wisst, bereits in  dem Artikel ,, Frauenthema Wechseljahre – (k)eine Chance? “ erklärt. Im Wesentlichen gilt dieser Artikel genauso auch heute noch, weil ich mich bereits damals ausführlich mit den verschiedenen Hormonen und deren Verabreichung beschäftigt hatte, woran sich ja nichts geändert hat.

Entwarnung durch die Autoren

Ich möchte Euch aber nicht vorenthalten, dass sich vor kurzem zwei der maßgeblich beteiligten StudienautorInnen JoAnn E. Manson und Andrew M. Kaunitz im März dieses Jahres in einem Artikel des New England Journal of Medicine zu Wort meldeten und dieses Ergebnis (endlich) relativierten, als sie gesehen hatten, zu welcher (Fehl-) Interpretation ihre veröffentlichten Ergebnisse geführt hatten. Sie schrieben:

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Gerne und viel bedient er sich – bis heute bereits nur noch wenig  übrig geblieben ist…

,,Der Nutzen einer Ersatzbehandlung übersteigt bei weitem die wesentlichen Risiken. Nimmt man aus den Daten nur die Gruppe der Frauen zwischen 50 und 59 Jahren bei Beginn der Therapie heraus, kann bei ihnen neben einer nachhaltigen Beseitigung der Hormon-Mangel – Symptomen auch eine geringere Zahl an Knochenbrüchen, eine Senkung der Erkrankungsrate an Diabetes und an Todesfällen allgemein festgestellt werden und bei der Untergruppe bei einer alleinigen Östrogentherapie sogar einer Senkung der Brustkrebsrate. Eine Hormonersatztherapie sollte im Idealfall sofort nach dem Eintreten der Wechseljahre erfolgen…“

Das klang natürlich ganz anders als die Ergebnisse vorher… Nun ist natürlich die Frage , was sich dadurch geändert hat! In unserer Praxis sind wir dazu übergegangen, Frauen, die bereits Ende 50 sind und/oder Risiken aufweisen (Fettsucht, Rauchen, Diabetes, bereits Gefäßerkrankungen…) und eine Hormontherapie wünschen, eine Ultraschall/Doppler – Untersuchung der Halsschlagader durchzuführen. Erkennt man bereits eine Verdickung oder gar Plaques, sehen wir von einer Hormontherapie ab.

Warum nicht einfach Substitution für Alle?

,,Nun,“ werden manche jetzt fragen, ,,wenn das so ist, wieso substituiert man dann nicht einfach allen Frauen Geschlechtshormone, wenn sie in die Wechseljahre kommen?“

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…deshalb ist es auch für uns ist es höchste Zeit, nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch das unserer Umwelt zu (be-)schützen…

Die Überlegung ist theoretisch natürlich stimmig. Aber praktisch sieht das schon wieder ganz anders aus… Erstens, weil das immer noch die Entscheidung der Frau ist. Und warum in alles in der Welt sollte sie, wenn sie wirklich keine Beschwerden verspürt, ihrem Körper Hormone zuführen, nur weil in ihrem Körper ein Prozess abläuft, der sich seit Beginn der Evolution genau so heraus kristallisiert hat?  Haben wir im geringsten eine Idee davon, warum der Körper seine hormonelle Funktion reduziert? Ist das wirklich Teil eines Kamikazeplans (etwa, um vor Überbevölkerung zu schützen) oder möchte der Körper den Menschen dadurch vielleicht sogar vor irgendwelchen Erkrankungen schützen und so lange wie möglich gesund erhalten? Haben wir bei unseren Studien denn alle Körperfunktionen gemessen? Oder haben wir womöglich auch andere Aspekte nicht bedacht? Dass biologisch gesehen, eine Geburt  bei älteren Frauen nicht unbedingt sinnvoll ist, auch weil sie doch den jüngeren bei der Aufzucht ihrer Kinder helfen sollen und natürlich für ein eigenes Kind vielleicht nicht bis zu dessen Adoleszenz genügend Kraft haben, erscheint mir zudem logisch. ,,Gott würfelt nicht!“ gilt vielleicht auch bei dieser Problematik? Das alles wissen wir noch nicht genau.

Aber auch hier gibt es Wahrscheinlichkeiten. Und, sind wir ehrlich, wie hoch war denn die Lebenserwartung  noch vor 150 Jahren? Eben! Die Frauen haben das Klimakterium oft gar nicht mehr erlebt. Übrigens auch keine Krebserkrankungen. Der Grund liegt in dern eigentlich doch hervorragenden Lebensbedingungen, die wir trotz allem heute nun mal in weit größerem Maß haben als früher. Deshalb müssen wir uns jetzt eben auch für unser verlängertes Leben Strategien überlegen! Jedem steht es frei, das zu tun oder eben nicht…

Nicht nur die Geschlechtshormone spielen beim Alterungsprozeß eine Rolle…

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… Denn unser Leben kann nur dann gut und lange bestehen bleiben, wenn auch das unserer Umwelt bestehen bleibt! 

Dazu kommt, dass abgesehen von diesen teils ethischen Fragen auch die physiologische Sache trotz allem komplexer ist, wie sie auf den ersten Blick scheint! So ist das hormonelle System ist ein großer Regelkreis, dessen ,,Ober-Chef“ im Hypothalamus sitzt.  Er wirkt über die ,,Unterschaltzentrale“, die Hypophyse, hemmend oder aktivierend auf einzelne ,,Abteilungen“ ein. In der Schilddrüse wird auf den den Zellstoffwechsel, in der Nebenniere auf den Elektrolyt- und Glucosehaushalt sowie auf die Immunstoffe und schließlich in den Geschlechtsorganen (Hoden und Eierstöcke) auf die Fortplanzung und einer Menge anderer Dinge eingewirkt. Diese verschiedenen Regelkreise beeinflussen sich auch gegenseitig, zudem spielen, wie wir wissen, auch die Lebensweise und Umweltfaktoren eine Rolle.

Nur das optimale Zusammenspiel kann eine Jungerhaltung des Organismus bewirken!

In speziellen Anti-Aging Praxen werden nun  in der Tat die Hormone im Blut gemessen und was fehlt, ersetzt.  Dabei werden neben Sexualhormone  auch Schilddrüsenhormone, Kortikoide etc. bestimmt! Der ein oder andere Mangel tritt dabei  schon zu Tage…

Aber auch das ist wieder etwas problematisch. Warum? Weil die Hormonausschüttung oft einem speziellem Tagesrhythmus unterliegt, der  bei der Wertebestimmung, neben einigen anderen Faktoren beachtet werden muß. Und die andere frage ist ganz klar: Wie sollen denn die Normwerte aussehen? Wie ,, jung“ sollen sie sein?

Hormonsubstitution auch bei Männern?

Kommen wir zu der Frage, die doch einen guten Teil meiner Leserschaft interessieren dürfte: Leiden denn Männer überhaupt an einem Hormonmangel? Sie habe doch keine  Wechseljahre, oder etwa doch?

Jein! Den Schutz der Gefäße, den Frauen durch ihre Östrogene genießen, haben Männer von vorne herein nicht in dem Maße. Deshalb neigen sie in der Regel früher zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dafür ist der Rückgang ihrer männlichen Hormone nicht so plötzlich wie bei Frauen und ihr Organismus kommt in der Regel ganz gut damit klar. So starke Beschwerden wie manche Frauen haben sie in der Regel deshalb nicht. Aber auch sie merken, wenn auch schleichend, vielleicht ein Nachlassen der Muskelkraft, des Denkvermögens und eine dünnere Haut. Auch kann es vorkommen, dass das beste Stück manchmal etwas träger ist… Ebenso kann ein veränderter Fettstoffwechsel  auf einen Testosteronrückgang hinweisen…

Die Frage stellt sich nun: Kann man auch bei  Männern die Hormone substituieren?

Nun kenne ich einige Kollegen, die klammheimlich ihr Testosteron als Gel oder Spritzchen im Badezimmerchrank  haben… und was in Fitness-Studios passiert, möchte ich eigentlich auch nicht wissen!

Aber davor warnen! Überdosierungen und unsaubere Präparate können nicht nur das Agressionpotential ins Unangenehme steigern, die Haut verschlechtern, den Blutdruck nach oben schießen lassen und die Tumorentstehung von z.B. Prostatakarzinomen fördern, sondern  sogar Todesfälle auslösen!

Deshalb mein Ratschlag, liebe Männerwelt: Wenn Ihr auf diesem Gebiet der Hormonsubstitution tätig werden möchtet, was Euch niemand verwehren möchte sucht Euch einen erfahrenen Urologen/Andrologen, der sich mit Beschwerden und  Laborbestimmungen gut auskennt – und Euch gewissenhaft helfen wird!

Ob ich mir als ,,Jungbrunnen“ Testosteron zuführen würde, wenn ich ein Mann wäre?

Da gilt für mich das Gleiche wie als Frau: Wenn ich in einem Alter ab etwa 45/50 Jahren fühlen würde, dass ich ,,schwächer“ und antriebsloser, (als Frau) unter Hitzewallungen leiden würde, obwohl  ich ja (dann hoffentlich auch noch) sehr auf eine gesunde Ernährung und Bewegung achte, dann würde ich mich zu einer hormonellen Substitutionstherapie entscheiden. Allerdings würde ich nicht nur diese Werte, sondern auch andere Hormon-  und sonstige wichtige Laborparameter im Auge behalten und eine Optimierung auf allen Ebenen anstreben.

Nutzt vielleicht  DHEA?

Als letztes komme ich in diesem Zusammenhang noch zu einem anderen Stoff, der durch die Medien geistert und auch im Internet gerne gekauft wird, weil er in den USA als rezeptfreies Nahrungsergänzungsmittel eingestuft wird.  Die Rede ist von dem allseits beliebten Pro- Hormon Dehydroepiandroston (DHEA)!

Es ist das am häufigsten vorkommende Steroidhormon im menschlichen Körper und die Vorstufe sowohl für die männlichen Sexualhormone (Androgene) als auch für weiblichen Sexualhormone (Östrogene). Bei uns in Deutschland wird es in der evidenzbasierten Medizin nur im Klimakterium der Frau oder nach Ovarektomie oder Strahlenkastration oder als Off – Label Anwendung bei Nebennierenrindeninsuffizienz eingesetzt. Allerdings kann bei Gabe kein konstanten Blutspiegel an Testosteron erreicht werden. Dass es den Energieverbrauch der Zellen senken könne, damit deren Lebensdauer erhöht würde, wie postuliert wurde, konnte  in keiner fundierten Studie nachgewiesen werden, genausowenig wie ein lebensverlängernder Effekt. Leider haben sich also die Hoffnungen in diesen ,,Zauberstoff“ nicht erfüllt! So muß man leider klar sagen, dass der Einsatz von DHEA als Anti-Aging-Medikament  nach heutigem Wissensstand nicht empfehlenswert ist! (O. T. Wolf: Effects of Dehydroepiandrostone (DHEA) Replacement on Cognitive Performance in Humans: Four Placebo Controlled Double Blind Studies. Verlag Cuvillier, 1998, ISBN 3-89712-062-3.), (Hochspringen Dehydroepiandrosteron – DHEA und DHEA-S (PDF; 37 kB). Abgerufen am 2. Oktober 2014.), (Hochspringen DHEA-Gabe als Anti-Aging-Medizin bei gesunden Männern und Frauen (PDF; 83 kB). IGEL-Helfer, Institut für Allgemeinmedizin Frankfurt, Stand 28. August 2006)

Zu guter Letzt…IMG_5077

Schade, werdet Ihr denken, wieder kein Zaubermittelchen, dass Nessy für uns gefunden hat! Nein. Aber zumindest braucht Ihr kein schlechtes Gewissen haben, wenn Ihr Hormone substituieren wollt, das ist doch auch schon einmal was! Als Frau muß man sich nicht mehr mit Wechseljahresbeschwerden quälen, die bis zu 12 Jahre andauern können. Mittlerweile hat man auch Erkenntnisse, welche Hormone am besten für das Klimakterium geeignet sind und auch die Männerwelt darf sich bei Problemen zu einem seriösen Arzt aufmachen, um eine Hormontherapie für sich in Anspruch zu nehmen. Aber auch hier gilt: Nicht zulange warten und die Risikofaktoren (siehe letzten Beitrag dieser Serie) bitte schon vorher im Auge behalten…

Ich habe nun doch noch zwei Beiträge zu dieser Serie vorgesehen und da werdet Ihr sehen, dass doch noch ein bisschen was ,,geht“ in Sachen ,,Unterstützung der Jugendlichkeit“!:

Forever Young/Anti Aging Teil 4: Spirulina, Selen, Maca, Reishi Pilz, Selen und andere ,,Wunderpillen“ – sinnvoll oder Humbug?

und dann noch:

Forever Young/Anti Aging Teil 5: Biologische Möglichkeiten der Verjüngung – kann man die Zellalterung aufhalten?

Bisher erschienen:

Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 1: Warum altern wir und was kann man dagegen tun?

Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 2: Todesursache Nummer 1 – Die ischämische Herzerkrankung. Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Vorbeugung (Prävention) auch schon in jungen Jahren

Versucht einfach, die Welt jeden Abend ein bißchen besser zu hinterlassen, wie Ihr sie an Morgen vorgefunden habt, dann ist schon viel erreicht!

Alles Liebe, Eure Nessy!

 

Veröffentlicht von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog "happinessygirls" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

14 thoughts on “Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 3: Gestagen, Östrogen, Testosteron, DHEA – Hormonsubstiution für ein langes Leben?

  1. Liebe Nessy, danke für deine umfassende Info bezügl. der Wechseljahre und Co.
    Hormone nahm ich zu Beginn, die ich im Laufe kurzer Zeit wegen meiner Bedenken durch homöopathische Medi ersetzte – da besserten sich allmählich meine Beschwerden.
    Ich schwitze jetzt allerdings schon seit 10 Jahren und hoffe, dass ich die „Geschichte“ bald hinter mir habe.
    Herzliche Grüße
    Ellen

  2. 🙂 Liebe Nessy,
    mir ergeht es ähnlich wie Ellen (nur noch nicht ganz so lange). Die Hitzewallungen gehen mir gewaltig auf die Nerven. Akupunktur hat mir z.T. geholfen, bis die Ärztin meinte ich dürfe keinen Stress haben. Hahaha, das bringt mein Job so mit sich.- Aber auch das wird irgendwann mal vorbei gehen. ich versuch’s positiv zu seh’n.
    Herzliche Grüße und eine schöne Woche noch 🙂

    1. Hallo Ihr Lieben! Ehrlich gesagt ist ja genau das bei den Studien herausgekommen: Wenn man früh genug anfängt, überwiegen bei einer richtigen Hormonsubstitution die positive Effekte bei weitem und dann müsste keine Frau mehr leiden! Was mich ärgert, ist diese Verunsicherung und das Unwissen, die dazu führen, dass viele Frauen ihr Leben mit reduzierter Lebensqualität verbringen müssen! Natürlich ist auch die Hormonsubstitution mit einem gewissen Aufwand verknüpft, aber dafür gehen die Hitzewallungen fast schlagartig weg. Mein Tipp: Lass Dir ein Risikoprofil mit einer Doppleruntersuchung der Halsschlagader, Blutwerten, Anamnese und Gewicht erstellen und besprich dann mit Deiner Ärztin, welcher Weg für Dich am besten geeignet ist! Dieses Profil ist sowieso in diesem Alter wichtig, weil man ja doch eine ganze Menge tun kann, um die Voraussetzungen für ein gesundes Leben zu optimieren! Ich drücke Dir die Daumen, dass Du bald adäquate Hilfe erhälst. Übrigens sind auch in meinem Artikel über die Wechseljahre noch einige Tipps enthalten, die Dir vielleicht weiterhelfen, falls Hormone für Dich nicht das Richtige sind. Alles Liebe, halt´die Ohren steif, ich wünsch´Dir das Allerbeste, Nessy

  3. Schöner Beitrag liebe Nessy. Finde ich immer wieder interessant. Als ich in die Wechseljahre kam, waren die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch nicht so weit. Mir wurde die Pille verordnet, die ich nie vertragen konnte. Der Schuss ging dann auch nach hinten los. Ich habe mir mit Orthomol Femin durch die Jahre geholfen. Die Wirkung hat ein bisschen gedauert, hielt aber an. Nehme immer noch 1 Tabl. am Tag davon. Hormone habe ich immer abgelehnt. Aus besagten Gründen.

    Liebe Grüße Sabine

    1. Liebe Sabine, danke für Dein Feed Back! Auch ich halte viel von der Orthomol Reihe, weil sie wirklich nach den neuesten Erkenntnissen aufgebaut ist!
      Heute haben wir Pillen wie z.B. Zoely, die sehr gut verträglich sind und auch noch bis in die Wechseljahre hinein gegeben werden können. Aber auch ohne Pille haben wir eine ganze Reihe an Möglichkeiten, wie man das Leben erträglicher gestalten kann! Der Übergang ,,am Wechsel“ muß in jedem Fall mit viel Feingefühl erfolgen… Ich empfehle bei Beschwerden , wenn kein erhöhtes Risiko vorliegt, ein Östrogen Gel oder Pflaster, da sich gezeigt hat, dass die transdermale Aufnahme eines ,,natürlichen“ Östrogens am schonensten ist, dazu eine Progesteron Kapsel täglich. Die Periode bleibt dann meist ganz weg und Empfängnisschutz ist kein Thema mehr! Hitzewallungen/Gedächtnisstörungen auch nicht! Und eine junggebliebene Frau kann sich über ihren neuen Lebensabschnitt freuen, der ja noch so viel für sie bereithält, was Du ja mit Sicherheit bestätigen kannst! Dir alles Liebe!

  4. Ein toller und sehr hilfreicher Artikel. Herzlichen Dank! Den werde ich – gemeinsam mit den Büchern von C. Northrup, die ich sehr, sehr lesenswert finde – bei Bedarf noch mal durcharbeiten.

    Nur schade, dass du nicht gleich eine Liste mit guten Ärzten parat hast, die da ähnlich fit sind wie du. Denn ich schwöre dir, dass die Ärzte, zu denen ich mit deinem Bericht gehen würde, heillos überfordert wären und genervt abwinken würden. Die rollten ja schon genervt mit den Augen, als ich in meiner streng veganen Phase den Eisenwert checken lassen wollte – und da habe ich noch nicht mal was von Vit. B(12), Zink, Selen oder Calcium gesagt. 😉 Verstehe ich ja einserseits. Wenn jeder Patient „so viel Stress machen würde“ und so genaue Vorstellungen hätte, wäre es halt anstrengend und würde wohl von der Kasse auch nicht bezahlt werden. Aber andererseits ist es halt auch ätzend, mal eben „im Vorbeigehen“ durchs Behandlungszimmer geschleust zu werden.

    LG Anna

    1. Liebe Anna, von dieser Richtigstellung bzgl. der WHI Studie müsste eigentlich jeder Gynäkologe gelesen haben, weil sie in allen Gyn-Zeitschriften veröffentlicht wurde, die wir abonniert haben. Für die Ärzte ergibt sich daraus eigentlich auch keine große Änderung ihres Tuns. Wie gesagt, bei Risikopatientinnen überprüfen wir mittels Ultraschall die Intima Media Dicke der Halsschlagader. Das ist eine einfach zu erlernende Untersuchung, die atherosklerotische Veränderungen der Gefäße aufzeigen kann. Diese Untersuchung tut nicht weh, ist einfach und schnell durchführbar und man sieht, ob vielleicht sogar weitere präventive Maßnahmen nötig sind. Wenn alles ok ist, kann man auch Hormone einsetzen. und Warum dein Arzt mit den Augen gerollt hat, als Du den Eisenwert bestimmen lassen wolltest, kann ich mir denken: Eigentlich sagt er nämlich nicht viel über einen etwaigen Mangel aus, sondern nur, ob Du in den letzten Tagen etwas Eisenhaltiges gegessen hast oder nicht,aber das weißt Du ja auch ohne Labormessung. Zu Bestimmung eines Eisenmangels ist der Ferritin-Wert besser geeignet. Ferritin ist das Eisen-Speicher-Protein. Er sagt, ob die Eisenspeicher leer oder voll sind. Der Hämoglobin (enthält Eisen!) -Wert zeigt an, wieviel Sauerstoffträger in Deinem Blut sind,er sinkt in der Regel erst dann wenn die Speicher leer sind oder z.B. eine starke Blutung vorliegt. Laborwerte werden von der Kasse natürlich nur bezahlt, wenn ein Hinweis auf ein Mangel vorliegt. noch ein Tipp: Ca. 80% der Menschen haben einen Selen /Zink/Vit D3 Mangel… Alles Liebe, Nessy

  5. Liebe Dr. Nessy, ich weiß Deine Kompetenz als unsere Privatdozentin sehr zu schätzen und nehme mir immer ruhige Zeit um jedes Wort zu lesen. Ich bedanke mich für die wirklich verständliche Beschreibung und bin nun ein ganzes Stück schlauer. Ich wünsche Dir einwunderbares Wochenende 🙂

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