Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 2: Todesursache Nummer 1 – Die ischämische Herzerkrankung. Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Vorbeugung (Prävention) auch schon in jungen Jahren (Herzinfarkt, Thrombose, Embolie)

Hallo Ihr Lieben,

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Lebensfreude bewahren ist eines der wichtigsten Faktoren, um jung zu beleiben…

kommen  wir heute zum zweiten Teil unserer Serie, in der es um nichts Geringeres geht, als darum, wie wir unser Leben, so gut es eben geht, beschützen können… Schließlich
haben wir nur dieses eine!

Das Problem, dass sich im Laufe unseres Lebens ergibt, ist, dass  sich alles an unserem Körper mehr oder weniger abnutzt. Bei manchen Strukturen ist das nicht weiter tragisch – schließlich können wir uns zum gewissen Grad regenerieren. Schlimm ist es jedoch bei den Gefäßen, den  ,,Straßen“ in unserem Körper, auf denen Sauerstoff, Nähr-, Signal-, Abwehr- und Botenstoffe transportiert werden. Verstopfen die ,,Hauptverkehrsstraßen“, die unseren Herzmuskel versorgen, kann es unter Umständen kritisch, ja, lebensbedrohlich werden…

Fallbeispiel

Karl ist ein leidenschaftlicher Fußballspieler. 27 Jahre ist er jung. Steht kurz vor dem Aufstieg in die Nationalelf. Mama Grete ist mächtig stolz auf ihn, obwohl sie eigentlich gar nichts von Fußball versteht. Aber der Trainer hat ihr erzählt , wie talentiert ihr Sohn ist. Welche Mutter hört das nicht gerne! Aber heute hat sie ein komisches Gefühl. Möchte ihn irgendwie gar nicht aus dem Haus lassen.  ,,Mama, stell dich nicht so an, es ist doch nur ein Freundschaftsspiel!“, lacht Karl noch beim Weggehen… ,,Hätte er mal besser auf mich gehört“ – so wird Grete später schmerzlich an diesen Moment zurückdenken!

Die gegnerische Mannschaft ist eher schwach aufgestellt. Karl trippelt los. Kaum Widerstand von der gegnerischen Mannschaft. Da, sein Kumpel Ole steht günstig rechts vor dem Tor. Eine Deckung nicht in Sicht! Karl nutzt den Moment, ihm den Ball zu zuspielen – und dann passiert es!  Als er den Ball trifft, schießt es wie ein Stromschlag durch seinen Körper. Er geht sofort zu Boden. Der Schmerz ist unmenschlich, so stark, dass ihm buchstäblich die Luft zum Schreien wegbleibt. ,,Das wars dann!“ schießt ihm noch durch den Kopf, dann wird er ohnmächtig…

Der Arzt am Spielrand hat seinen Blick in diesem Moment bei Ole, als er den Ball souverän ins Tor schießt. Jubel… Ole sieht sich nach Karl um, der ihm den Ball so grandios zugespielt hat. Da entdeckt er ihn – am Boden liegend! er schreit, doch seine Scheie gehen unter in dem Jubel. Er rennt zu Karl und findet ihn leblos. Er rennt zum Spielfeldrand, ein paar Sekunden später ist der Arzt bei Karl. Er reanimiert minutenlang. Die Zeit verrinnt. Kostbare Zeit. Doch schließlich gelingt es ihm, den Spieler zu reanimieren. der Notarzt ist ein alter Fuchs. Als er das EKG sieht, ist ihm die Sache klar.  Da der Spieler immer wieder instabil wird, führt er noch vor Ort eine sogenannte Lyse durch, auch wenn er weiß, dass das bei  manchen seiner Kollegen auf Widerstand stößt. Aber er weiß auch, dass Karl keine andere Chance hat. Der Notarzt  hat schon zu viele unter seinen Händen sterben sehen. Er spürt genau, wann es kritisch um einen Menschen steht. Die Lyse bessert Karls Zustand tatsächlich. Die EKG-Veränderungen verschwinden noch im Krankenwagen. Ja, es war ein Infarkt. Keine akute Herzschwäche durch etwa eine Herzmuskelentzündung oder angeborenen Erregungsleitungstörungen, wie sie auch für so junge Menschen typisch sind… Er muß die EKG Streifen gut aufheben, sonst glaubt ihm das keiner!. Aber auch die Laborveränderungen zeigen klar, was geschehen ist…

Wieso soll ich mich schon als (relativ) junger Mensch mit diesem ,,Kram“ auseinandersetzen?

Nein, häufig ist es natürlich nicht, in jungen Jahren einen  Herzinfarkt zu bekommen. Aber durchaus möglich.  An der Universität  Laval in Zusammenarbeit mit dem kardiologischen Institut in Québec  wurde eine Studie mit 168 junge Männer und Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren, die keine Risikofaktoren für Herz-Erkrankungen hatten, durchgeführt.  Familiäre Krankengeschichte, Body-Mass-Index (BMI) , Bauchumfang,  Fettablagerungen rund um die Organe im Brust- und Bauchbereich und Zustand der Halsschlagader wurden überprüft. Die Ergebnisse verwunderten den Leiter, Dr. Eric Larose, dann doch:,, Vor allem junge Menschen, die aussehen wie das blühende Leben, zeigten ein bedenkliches Maß an Arteriosklerose!“

Natürlich dauert es in der Regel Jahre, bis die Gefäße ihre Schädigungen nicht mehr kompensieren können, deshalb möchte ich hier keine Horrorszenarien an die Wand malen. Fest steht aber, dass in jungen Jahren die Weichen für viele Erkrankungen, die sich dann im Alter manifestieren, gelegt werden!

Risikofaktoren für einen Herzinfarkt

Deshalb möchte ich Euch  etwas über die Risikofaktoren bei der Entstehung von Gefäßveränderungen erzählen.  Diese sind  für die Todesursache Nr. 1, dem Herzinfarkt verantwortlich , und auch die Todesursache Nr.2, der Schlaganfall,  ist darauf zurückzuführen.

Bereits 1948 wurde mit der sogenannten Framingham-Herz-Studie begonnen, bei der  die Bevölkerung der Stadt (Framingham,Massachusetts) auf Ursachen und Risiken der koronaren Herzkrankheit (KHK) und der Arteriosklerose untersucht wurden. 1979 wurde die PROCAM-Studie mit 40000 Teilnehmer gestartet, bei der sich 9 Risikofaktoren zur Entstehung eines Herzinfarktes, die zum Teil miteinander in Verbindung stehen, herauskristallisiert haben.

1. Alter

2. Geschlecht

3. hohes LDL- Cholesterin

4. Rauchen

5. zu wenig HDL-Cholesterin

6. zu hoher systolischer Blutdruck

7. familiäre Belastung

8. Diabetes mellitus

9. bestimmte Neutralfette (Triglyceride) im Blut

Um das Risiko zu berechnen, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, kann man nun den sogenannten  PROCAM-Index bestimmen lassen und zusätzlich eine Gefäßuntersuchung der Halsschlagader durchführen lassen, um dann entsprechende (Gegen-) Maßnahmen ergreifen!

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Ernährung, Bewegung , weg mit der Fluppe und ein zufriedenes Leben sind die Hauptpfeiler eines langen Lebens…

Wie entstehen die Veränderungen in der Gefäßwand ?

Auch darüber, wie Atherosklerose in der Gefäßwand genau entsteht, hat man in den letzten Jahren  neuen Erkenntnissen gewonnen, die für das Verständnis und die Entwicklung von Therapien von elementarer Bedeutung sind. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das als  ,, schädlich“ bekannte LDL-Cholesterin… Aber seht selbst, wie das Übel seinen Lauf nimmt!

  1. Eine Plaque entsteht

Unten seht ihr einen Ausschnitt im Inneren der Gefäßwand im Querschnitt. Überschüssige LDL-Fett Partikel lagern sich im Inneren der Gefäßwand an. Die Zellen der Gefäßwand (Endothelzellen) verändern sich so, dass spezielle weiße Blutkörperchen in das Innere einwandern und zu Freßzellen (Makrophagen) werden. Außerdem werden Entzündungsmediatoren und Immunbotenstoffe gebildet. Die Makrophagen fressen jetzt die LDL-Zellen auf und füllen sich so mit Fett. Sie heißen jetzt wegen ihres Aussehens Schaumzellen…

Herzinfarkt, Schlaganfall, Gefäßerlrankung
Die Bilder stammen übrigens aus einem Heft der Zeitschrift ,,Spektrum der Wissenschaft“ Dossier 3/2003 (www.spektrum.de Moderne Medizin).

2. Die Plaque wächst

… Eine sogenannte Plaque ist entstanden, die sich ausdehnt. Über dem Kern mit den Makrophagen bildet sich eine faserige Kappe durch die Entzündungsmediatoren. Letztere bringen nämlich die glatten Muskelzellen dazu, bis unter die Endothelzellen zu wandern und dort eine alles verklebende faserige Matrix als Begrenzung zur Blutbahn zu bilden.

Im Inneren laufen weiter verschiedenste Vorgänge ab, so stellen Schaumzellen abbauende Enzyme, Entzündungsmediatoren und Gewebsfaktor her…, die dazu führen, dass die Matrix geschwächt wird…

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Die Bilder stammen übrigens aus einem Heft der Zeitschrift ,,Spektrum der Wissenschaft“ Dossier 3/2003 (www.spektrum.de Moderne Medizin).

3. Ein Gerinnsel entsteht

… und schließlich aufreißen kann.  Ein Gerinnsel entsteht und schlagartig läuft die Gerinnungskaskade ab.

Manche sogenannte Tromben lösen sich wieder auf und der Riss vernarbt wieder, allerdings wird dadurch der Plaque größer.

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Die Bilder stammen übrigens aus einem Heft der Zeitschrift ,,Spektrum der Wissenschaft“ Dossier 3/2003 (www.spektrum.de Moderne Medizin).

4. Es kommt zu einem Infarkt

Wenn das Gerinnsel zu groß wird, blockiert es den Blutfuss und Teile des nachfolgenden Gewebes werden nicht mehr ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt. Im weiteren stirbt das Gewebe ab. Ein Herzinfarkt hat stattgefunden.

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Die Bilder stammen übrigens aus einem Heft der Zeitschrift ,,Spektrum der Wissenschaft“ Dossier 3/2003 (www.spektrum.de Moderne Medizin).

Wie kommt es zu einer Embolie?

Des weiteren besteht auch die Möglichkeit, dass sich der Thrombus ablöst und mit dem Blutstrom weitergespült wird, um dann an andere Stelle ein Gefäß zu verstopfen. Das nennt man dann ,,Embolie“. Sie kann auch durch andere Partikel, die ins Blut gelangen, z.B. Gewebsteile bei Operationen oder durch Luftblasen, ausgelöst werden!

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Die Bilder stammen übrigens aus einem Heft der Zeitschrift ,,Spektrum der Wissenschaft“ Dossier 3/2003 (www.spektrum.de Moderne Medizin).

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch kurz erwähnen, dass es verschiedene Arten von Plaques gibt. Zum einen gelbe (weich und cholesterinreich) und weiße Plaques(hart und fibrös). Zum anderen stabile und instabile (=vulnerable ) Plaques Gegensatz zur stabilen Plaque besitzt sie nur eine dünne Faserkappe über dem lipidhaltigem Gewebeareal. Diese dünne Kappe kann aufreißen, was als Plaqueruptur bezeichnet wird.

Welche Rolle spielen Entzündungsprozesse?

Entzündungsprozesse dienen ja normalerweise der Berkämpfung von Infektionen. Es gibt Indizien, dass manche Mikroorganismen wie Herpes oder Clamydia Preumonia (Atemwegsinfekte) eine Arteriosklerose induzieren oder verschlimmern können.  Dafür spricht auch die signifikante Erhöhung des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (CRP) bei Patienten, die besonders gefährdet sind, einen Herzinfarkt oder Schlagandall zu erleiden.

Auch wenn man noch keinen direkten Beweis gefunden hat, hält man es für möglich, dass auch eine Entzündung an andere Stelle durch Fernwirkung diese Gefäßschäden mit auslösen oder verschlimmern könnten. Dabei machen sich die Entzündungsmediatoren  über die Blutbahn ,,aus dem Staub“ und schädigen anderswo vielleicht schon vorgeschädigte Gefäße …

Die Rolle des ,,guten“ HDL mag auch auf einen entzündungshemmenden Effekt zurückzuführen sein, weil es neben Cholesterin auch entzündungshemmend wirkt und Enzyme beherbergt, die oxydierte Lipide abbauen.

Vielleicht ist ja für die gute Schutzwirkung von Aspirin (Inhaltsstoff: Acetylsalicylsäure) neben dem gerinnungshemmenden auch der anti-entzündliche Effekt mit verantwortlich.

Weitere gerinnungshemmende Medikamente in Tablettenform, die eingesetzt werden, sind übrigens auch folgende Stoffe:

Inhaltsstoff: Ticlopidin Präparate: z.B. Desitic Iopidin Tbl. Tiklyd Tbl.

Inhaltsstoff: Trapidil Präparate: z.B. Rocornal Tbl.

Inhaltsstoff: Clopidogrel Präparate: z.B. Plavix Tbl..

Ist es möglich, die Folgen eines nicht optimalen Lebenswandels wieder umzukehren, oder läßt sich der bereits begonnene  Prozess nur hinauszögern?Was kann man gegen die Gefäßverengungen und drohenden Thrombosen aktiv tun?

Studienergebnisse haben gezeigt, dass unter Therapie mit Lipidsenkern (Statinen) und genaue Einhaltung der LDL Richtwerte Plaques in der Gefäßwand tatsächlich wieder kleiner werden können! (http://dgk.org/daten/Erbel_Statement.pdf).

Wichtig ist, die Risikofaktoren genau im Auge zu behalten und zu behandeln (Lipidsenker, Blutdrucksenker) auch wenn sie keine subjektiven ,,Probleme“ machen. Ebenso müssen eventuelle Rhythmusstörungen behandelt oder kontrolliert werden… Gesunde Ernährung und ein entsprechender Lebenswandel (nicht rauchen, Bewegung, …) sind selbstverständlich auch sehr wichtig ! Zusätzlich gibt man z.B. bei bestehender ,,koronarer Herzerkrankung“, d. h. Plaques wurden in den Koronararterien nachgewiesen, zusätzlich Gerinnungshemmer wie ASS 100. Sie machen das Blut fließfähiger, d.h. es gerinnt nicht so schnell an den Plaques und hemmt Entzündungen (siehe Text).

Je nach klinischem Bild als Hinweis auf Gefäßerkrankungen des Patienten setzt man unterschiedliche Diagnoseverfahren ein. Dann besteht die Möglichkeit, neben der medikamentösen Therapie, das Gefäß mittels eines dünnen Drahtes, der in das Gefäß vorgeschoben wird, es aufzudehnen und unter Umständen eine Stütze (Stent) einzubauen, damit es nicht wieder zusammen geht (Angiographie, Angioplastie, Stentimplantation). Geht das nicht mehr, macht man einen Bypass. Dabei legt man das Gefäß operativ frei und baut einen ,,Umgehungskreislauf“ ein. Dadurch kann das Blut wieder frei fließen..

Zusammenfassend zu diesem Thema läßt sich sagen, dass  man sich, liegt einem etwas an seiner Lebensspanne, ruhig einmal mit dieser Risikoliste auseinandersetzen sollte. Bei der nächsten Blutuntersuchung, die ansteht, kann man die ,,Risikowerte“ ja einmal mitmachen lassen, auch, wenn man eventuell vielleicht sogar etwas dazuzahlen muss. Man kann sein Geld schließlich für weitaus Schlechteres investieren!

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Geht die Sonne auf oder unter? Wie das für Euch ist, könnt Ihr (noch) frei entscheiden!

Was dem folgen sollten, sind Taten! Allerdings weiß ich, dass viele von Euch sowieso schon sehr gesundheits-bewußt sind – schaut einfach, wo Ihr noch was tun könnt und wenn schon alles im ,,Grünen Bereich“ ist, ist das natürlich umso besser!

Falls Ihr den ersten Teil verpasst habt, klickt einfach untern drauf:

Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 1: Warum altern wir und was kann man dagegen tun?

Als nächstes geht es dann weiter mit dem 3. Teil unserer Anti Aging -Reihe

Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 3: Gestagen, Östrogen, Testosteron, DHEA – Hormonsubstiution für ein langes Leben?

Nächste Woche bin ich die ganze Woche auf der Fashion Week. Wenn Ihr Lust habt, und mich ein wenig virtuell begleiten möchtet, schaut einfach einmal  bei Instagram ´rein, da werde ich schauen, dass ich Euch jeden Tag ein kleines ,,Schmankerl“ poste. Ihr gelangt übrigens auch auf dem Computer hin, wenn ihr rechts auf das Bild klickt!

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine fröhliche, gesunde Woche!

Eure Nessy!

Verfasst von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog ,,Salutary Style" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

10 Kommentare zu „Medizin: Forever Young / Anti Aging – Teil 2: Todesursache Nummer 1 – Die ischämische Herzerkrankung. Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Vorbeugung (Prävention) auch schon in jungen Jahren (Herzinfarkt, Thrombose, Embolie)

  1. Liebe Dr. Nessy, Du hast alles sehr verständlich beschrieben, was ich wirklich begrüße. Kann ich das so interpretieren, dass man jederzeit anfangen kann die Auswirkungen eines nicht optimalen Lebenswandels wieder umzukehren, oder lässt sich der bereits begonnene nur hinauszöger? Kann man etwas gegen die Gefäßverengungen und drohenden Trombosen aktiv tun?

    1. Lieber Arno! Studienergebnisse haben gezeigt, dass unter Therapie mit Lipidsenkern (Statinen) und genaue Einhaltung der LDL Richtwerte Plaques in der Gefäßwand tatsächlich wieder kleiner werden können! (http://dgk.org/daten/Erbel_Statement.pdf). Wichtig ist, die Risikofaktoren genau im Auge zu behalten und zu behandeln (Lipidsenker, Blutdrucksenker) auch wenn sie keine subjektiven ,,Probleme“ machen. Ebenso müssen eventuelle Rhythmusstörungen behandelt oder kontrolliert werden… Gesunde Ernährung und ein entsprechender Lebenswandel (nicht rauchen, Bewegung, …) sind selbstverständlich auch sehr wichtig !Zusätzlich gibt man z.B. bei bestehender ,,koronarer Herzerkrankung“, d. h. Plaques wurden in den Koronararterien nachgewiesen, zusätzlich Gerinnungshemmer wie ASS 100. Sie machen das Blut fließfähiger, d.h. es gerinnt nicht so schnell an den Plaques und hemmt Entzündungen (siehe Text). Je nach klinischem Bild als Hinweis auf Gefäßerkrankungen des Patienten setzt man unterschiedliche Diagnoseverfahren ein. Dann besteht die Möglichkeit, neben der medikamentösen Therapie, das Gefäß mittels eines dünnen Drahtes, der in das Gefäß vorgeschoben wird, es aufzudehnen und unter Umständen eine Stütze (Stent) einzubauen, damit es nicht wieder zusammen geht (Angiographie, Angioplastie, Stentimplantation). Geht das nicht mehr, macht man einen Bypass. Dabei legt man das Gefäß operativ frei und baut einen ,,Umgehungskreislauf“ ein. So, das war die Ergänzung aus meinen Erfahrungen – 9 Jahre Kardiologie. Hoffe, ich konnt Dir helfen, herzliche Grüße, Nessy

      1. Ganz tolle Antwort. So müsste es mal jeder Arzt erklären. Zum Glück hab ich nie geraucht und mich, bis auf meine Jugend, meistens gesund ernährt, aber Deine Infos sollten jedem Mut machen, dass es nie zu spät ist anzufangen auf sich zu achten. Ich wünsche dir einen launigen Tag liebe Nessy 🙂

  2. Auch hierfür herzlichen Dank. Sehr interessant und vor allem sehr verständlich geschrieben! Da bei uns in der Familie Bluthochdruck weit verbreitet ist (auch bei sehr schlanken Personen), achte ich seit einiger gezwungenermaßen vor allem auf den RR (kleines Messgerät für zu Hause) und natürlich auch auf die Ernährung/Bewegung (mal mehr, mal weniger). Ich ahne nämlich, dass ich genau jetzt (wobei 44 fast schon ein bisschen spät ist) die Weichen für das stelle, was später ist. Blöd nur, wenn man eine „Weißkittelhypertonie“ hat und der RR schon ungesünde Höhen erreicht, wenn ich die Praxis nur betrete. ;D

    Bin sehr gespannt auf den 3. Teil deiner Serie. Da gehen die Meinungen ja auch weit auseinander von „wir nehmen alles mit der Nahrung auf“ bis „die Böden sind ausgelaugt“. 😉

    LG Anna

    (Hoffe, dass mein Kommentar ankommt? Der letzte zur Fashionweek ist wohl im Spam gelandet.)

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