5.Teil Berlin-Special Medizin: Neuigkeiten vom Deutschen Krebs-Kongress DKK 2016 – Ein Überblick

Hallo Ihr Lieben,

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heute kommt das lange angekündigte Kongress-Special. Es ist ein wenig schwierig, die hoch komplexen Neuerungen so zu erklären, dass Ihr Euch etwas darunter vorstellen könnt. Aber das ist nun einmal eine Herausforderung, der man sich stellen muß, wenn man schon A sagt…

Das ZIEL ist bei allen Unterfangen, die vorgestellt wurden, das Neuauftreten von Erkrankungen (Inzidenz) durch vorbeugenden Maßnahmen (Prävention) zu verhindern. Außerdem ist man bestrebt, bösartigen Erkrankungen und deren Vorstufen immer früher zu erkennen, um eine möglichst baldige effiziente Behandlung zu erreichen und so eine Verbesserung der Prognose zu erzielen….

Hierbei sind eklatante Fortschritte im Bereich der zielgerichteten, personalisierten Therapien und bei der molekularen Diagnostik zu verzeichnen. 

Die ,,Translationale Onkologie“ bildet einen eigenen  Teil des Kongresses, bei der es um  die Umsetzung neuer  Forschungsergebnisse  des molekularen Verständnis zur Entstehung bösartiger Erkrankungen in für Patienten relevante diagnostische und therapeutische Konsequenzen geht.

Bei der Entwicklung von personalisierten Immuntherapien  wird das gentechnische Muster des Tumors genutzt, um individuelle Therapiepläne zu erstellen. Eventuell tragen die Entwicklung gendiagnostischer Marker zur rascheren Entwicklung neuer Arzneimittel bei.  Die wichtigsten Treibermutationen, die einen Tumor triggern, damit er sich entwickelt, sind heute schon bekannt. Das macht aber nur Zehn Prozent der Tumorerkrankungen aus. Nun geht es um diejenigen Mutationen, die funktionierende Gene außer Kraft setzen und dadurch die Stoffwechsellage entgleisen lassen, was zum Auftreten der restlichen Neuzig Prozent der Tumorerkrankungen führt.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse sind verschiedene Technologien zur Diagnostik und  Behandlung von Tumorerkrankungen entwickelt worden. Hier gibt es nun zum Beispiel gentechnisch maßgeschneiderte Immunzellen, die sogenannten CART-Zellen  oder Immun-Checkpoint-Inhibitoren. Letztere muß man sich so vorstellen, dass der Tumor normalerweise die körpereigene Armee, die T-Zellen, an der Bekämpfung von den bösartigen Zellen hindert. Diese ,,Bremse“ der körpereigenen Abwehr wird durch die neuen Medikamente gelöst, sodass der Körper sich besser gegen den Tumor verteidigen kann.

Ein weiteres  Beispiel ist die molekulare Charakterisierung von Tumorproben durch sogenannte ,,Omnics-Technologien“. Dabei wird  der Tumor auf molekularer  Ebene genau untersucht und dadurch  Kenntnisse über seine Funktion und Dynamik gewonnen um Therapien entwickeln zu können. Ein weiteres Vorgehen sind sogenannte ,, Liquid Biopsies“. Dabei werden die im Blut zirkulierenden, wenn auch bei soliden Tumoren sehr wenig vorhandene Tumorzellen (CTC) untersucht. Sie sind Ausgangspunkt von Rezidiven und Metastasierungen. Dadurch kann man sich teilweise die invasiven Biopsien (Gewebe-Entnahmen) ersparen, eine einfache Blutprobe genügt.

Um die neuen Erkenntnisse aus der Forschung in den Klinikalltag zu integrieren, wird auch über die Umsetzung eines neuen Krebsplanes und die Chancen durch neue Gesetze diskutiert. Ein Problem dabei stellen, wie sollte es anders sein,  die Finanzen dar!

Ein weiterer Teil des Kongresses wird auch der Förderung und Karriereplanung von Nachwuchsmedizinern gewidmet.

So, dass war nun ein Überblick im Schweinsgalopp über die Themen… Aber was ist für Euch wichtig?

Bei der Behandlung von Tumoren werden, wie oben beschrieben, neue Therapiekonzepte entwickelt. In manchen Kliniken werden  Studien mit den neuen Erkenntnissen durchgeführt. Dabei wurden die Therapien vorher schon eingehend erforscht. Nur dann dürfen neue Verfahren an Menschen durchgeführt werden, darüber entscheiden entsprechende Kremien. Die Teilnahme an Studien ist natürlich freiwillig. Sie bedeuten neue Therapieoptionen für den Patienten, die bei Erfolg zu festen Bestandteilen von Therapien werden können. Der Arzt wird aber jeden Patienten engehend über alle Möglichkeiten der Behandlung informieren.

Bei manchen Tumoren  haben sich kürzere Bestrahlungszeiten bei höheren Strahlendosen als sinnvoll erwiesen.

Die Ärzte wurde auch noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig zur Verringerung der Gebärmutterhals – Krebsrate die HPV-Vorsorge Impfung ist und dass es traurig ist, dass durch Nicht/Fehl-Aufklärung immernoch so viele Frauen an diesem Krebs erkranken.

Ein weiteres Beispiel der Einsetzbarkeit neuer Technologien ist die des fortgeschrittenen Hautkrebses (Melanom). Bei der Behandlung scheint ein modifizierter Herpes -Virus  (T-VEC) eine Verbesserung der Therapie zu bedeuten. Er wird in die Lymphknotenmetastasen injiziert, tötet diese ab und setzt die Bestandteile frei, wodurch das körpereigene Immunsystem angeregt wird…

Jetzt gibt es, wie oben geschildert, die Möglichkeit, durch Blutuntersuchungen  das Risiko für eine Krebserkrankung zu bestimmen, indem man das Genom bestimmen kann. Diese Möglichkeiten sind aber noch relativ teuer und z.T.  auch ethisch problematisch. Deshalb wird es nur bei ganz speziellen Fragestellungen durchgeführt und die Kosten werden oft nicht von der Kasse übernommen. Wenn aber in der Familie  viele Menschen an Krebserkrankungen erkrankt sind (z.B. Brustkrebs) kann man diese Möglichkeit der Testung ruhig einmal mit seinem Arzt durchsprechen.

Hier noch einmal die wichtigsten Daten zur ,,Gesetzlichen Krebsfrüherkennung“:

Für den Mann ab 35 Haut, ab 45 äußere Genitalien – Prostata, ab 50 Rektum, Mastdarm, ab 50-55 Dickdarm und Papierstreifentest, ab 55 alle 10 Jahre Darmspiegelung.

Für die Frau ab 20 innere und äußere Genitalien, ab 30 Brust, ab 35 alle 2 Jahre Haut, ab 50 Rektum, ab 50-55 Dickdarm und Papierstreifentest, ab 50-60 alle 2 Jahre Mammographie, ab 55 alle 10 Jahre Darmspiegelung oder alle 2 Jahre Stuhltest.

Was kann man nocht tun?

Wichtig ist, seinen Körper regelmäßig auch selbst auf Veränderungen zu untersuchen. Neben Lympknotenverdickungen (Leistengegend, Achselhöhlen, am Hals), die unabhängig von einem Infekt bestehen bleiben, sollte man (v.a.Frau) sich einmal im Monat, am besten unter der Dusche, die Brust kreisförmig  oberflächlich wie auch systematisch in der Tiefe abtasten. Beim Abtrocknen kann man dann gleich die Haut mitbeurteilen und zwar auch an Stellen, an denen man keinen Fleck vermutet wie hinter den Ohren und in Hautfalten…

Hierbei gilt für die potentielle Bösartigkeit von Hautveränderungen die ABCD-Regel:

  • A: Asymmetrie (Flecken, die nicht gleichmäßig rund oder oval sind, gelten als auffällig.)
  • B: Begrenzung (Die Begrenzung des Muttermals sollte scharf sein. Bei verwaschener Begrenzung ist dagegen Vorsicht geboten.)
  • C: Color (Weist das Muttermale mehrere Farbtöne auf, sollte es vom Hautarzt kontrolliert werden.)
  • D: Durchmesser (Muttermale, die größer als fünf Millimeter sind, sollten beobachtet werden.)
  • E: Entwicklung (Besondere Beachtung sollte Muttermalen geschenkt werden, die sich in einem der vier oben genannten Punkte verändern.)

Hier habe ich Euch Beispiele bösartiger Hautveränderungen skizziert, wie sie auch auf dem Kongress gezeigt wurden:

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    Malignes Melanom
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    Basalzellkarzinom
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    Plattenepithelkarzinom

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    So, damit bin ich auch schon am Ende meines kleinen Überblickes angelangt, ich hoffe, er hat Euch soviel Spaß wie mir gemacht! Ihr könnt mir gerne schreiben, welche Themen Euch noch interessieren! Falls ich dazu etwas sagen kann und möchte, werde ich sie gerne aufgreifen!

 

Nun wünsche ich Euch eine wunderschöne Ostern-und Frühlingszeit! Genießt Euer Leben und denkt an die schönen Dinge,  die man wertschätzen sollte…

Life´s too short to be angry…

Eure Nessy

P.S.: Meine Informationen stammen aus den Eindrücken, die ich auf dem Kongress gewonnen habe, aus Übersichtsartikeln und den Postern, die ausgestellt waren. Wer an speziellen Quellen interessiert ist, kann sich gerne an mich oder direkt an die Deutsche Krebsgesellschaft (7500 Einzelteilnehmer, 24 Fachgesellschaften) wenden, deren Ziel eine evidenzbarierte Medizin mit interdiszipinarer Zusammenarbeit und die Ausarbeitung von Qualitätsstandards ist. (www.krebsgesellschaft.de)

Überblick über alle Berlin-Specials:

1. Teil Berlin ist eine Reise wert... Auf der Suche nach Berlins “neuer” Seele…

Eindrücke von Berlin, Taxifahrer, Hilton-Hotel, rund um Checkpoint Charlie, Mauerbesichtigung, „Mall of Berlin“

2. Teil Berlin Promi-Special: Harald Glööckler-Events…

Am 26.2.2016 war ich zum Ladies-Day in den wahrlich pompöösen Glööckler Store eingeladen. Für mich ein Anlaß, mich mit Phänomen Harald Glööckler einmal näher zu befassen…

3. Teil Berlin Promi-Special: Zu Gast beim „Dschungelkönig“ Peer Kusmagk im Restaurant „La Raclette“         

Auch der Besuch bei Peer Kusmagk war etwas ganz Besonderes, wenn auch ein Kontrastprogramm zu der Modeboutique von Herrn Glööckler. Bei flackerndem Kaminfeuer unterhielten wir uns in rustikaler, gemütlicher Atmosphäre mit einem erstaunlich offenen, unpretentiösen Peer und genossen am Tischgrill mit Holzkohle geschmolzenen Käse…

4. Teil Berlin Fotoshooting in der Mall of Berlin: Schminken und Posieren inmitten des neuen Einkaufscenters 

Zwischen Kongress, Besichtigungen und Meetings blieb auch noch Zeit für ein Shooting …

5. Teil Berlin Medizin-Special:  Neuigkeiten vom Deutschen Krebs-Kongress DKK 2016 – ein Überblick 

Die Krebstherapien und -erkenntnisse  haben in letzter Zeit erstaunliche Fortschritte gemacht. Hier berichte ich Euch, was im Einzelnen herausgefunden wurde…

So… Ihr dürft also schon ein wenig gespannt sein und ich hoffe, dass „für jeden etwas“ dabei sein wird und mir der Spagat aus Lifestyle, Soziales, Medizin und Mode wieder gelingen wird!

Nun viel Spaß beim Lesen! Habt eine wunderschöne Woche, Eure Nessy

Verfasst von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog ,,Salutary Style" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

12 Kommentare zu „5.Teil Berlin-Special Medizin: Neuigkeiten vom Deutschen Krebs-Kongress DKK 2016 – Ein Überblick

  1. Uuuuubs, ein echt hartes Theama für die K-Woche, aber danke, dass Du die bösen Sachen wenigstens gezeichnet hast, die sehen nämlich im Originalbild wirklich unappetitlich aus. Durch meine Tätigkeit für den Verein leukämie und tumorerkrankter Kinder in Marburg kenne ich die Forschung ziemlich gut und weiß, dass manche dieser Therapien nicht für Kleinkinder geeignet sind und auch da schon immer zwischen Krankenkassen, Krankenhäusern und Eltern um Geld gerungen wird. Viele Menschen wissen nicht, wie häufig auch Kinder betroffen sind, weil solche Erkrankungen in den meisten Köpfen nur für Erwachsene vorstellbar sind. Wer da mal Gutes tun will und kann, hat die Möglichkeit sich als Sandfrau/ mann in den Kliniken zu bewerben und Abends den Kindern Geschichten vorzulesen. Das kostet nur nichts, sondern macht auch selber glücklich. Eine kuschelige Osterwoche liebe Nessy 🙂

  2. Auch als medizinischer Laie sind deine Erklärungen gut nachvollziehbar.
    Falls mich immer wieder befremdet, sind die altersbedingten Möglichkeiten zur Vorsorge, die die Kassen bezahlen. Ich war neulich zum Screening, das darf ich bis 69 nutzen, danach zahlt die Kasse es nicht mehr . Wenn ich mit 70 Brustkrebs bekomme, habe ich Pech, oder?

    Ich grüße dich herzlich,
    Anna-Lena

    1. Liebe Anna-Lena, so ist es. Bist Du älter und hast eine erhöhte familiäre Erkrankungsrate, würde ich regelmäßig zur Ultraschalluntersuchung gehen, auch wenn das die Kasse nicht bezahlt und bei Unklarheit röntgen. Bei irgendwelchen Auffälligkeiten oder Beschwerden bezahlt die Kasse ja alle Untersuchungen. Man sagt, je älter die Frauen sind, umso langsamer wächst der TU , aber für mich ist das auch kein echtes Argument! Liebe Grüße, Nessy

      1. Ich habe wegen familiärer Vorbelastungen (Großeltern und Tanten) schon sehr früh auf solche Untersuchungen bestanden und sie auch bekommen.
        Ob Alterskrebs oder nicht, das brauchen wir so dringend wie ein Loch im Kopf, oder?
        Mit Vorsorgeuntersuchungen bin ich sehr genau, im Fall des Falles möchte ich mir selber keinen Schludrian vorwerfen müssen.

        Auf die Gesundheit 🙂 .
        Liebe Grüße
        Anna-Lena

  3. Super geschrieben, liebe Nessy. Bei der Liquid Biopsie hab ich sofort überlegt ob man das nicht zur Früherkennung nutzen kann. Immer dumm wenn es teuer ist und es ethisch problematisch ist. Was ich jetzt nicht so ganz nachvollziehen kann, wo das Problem ist.
    Sehr interessant finde ich die von Dir beschriebene Behandlung des Melanoms durch das Herpes-Virus.
    Super Sache, wenn das echt funktioniert.
    Toll auch Deine Zeichnungen. Sieht man super, auf was es ankommt.
    Ganz liebe Grüße und frohe OStern, Tina

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