Gesundheit: Die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs: Was gibt es Neues?

Hallo Ihr Lieben,

da in letzter Zeit die  HPV-Impfung (gegen das „Human Papilloma-Virus“), die seit 2006 auf dem Markt ist, wieder in die Schlagzeilen geraten ist, wollte ich hier einmal in Kürze das Wichtigste dazu erzählen. Wie immer gilt: Dieser Artikel ersetzt nicht das ärztliche Gespräch und die Untersuchung. Ich übernehme keine Haftung, auch nicht für die verlinkten Inhalte.  Empfehlungen können individuell auch abweichen, hier habe ich mich bemüht, Euch den aktuellen Stand darzulegen, damit Ihr einen Überblick bekommt. Unten habe ich die wichtigsten Quellen angegeben, da hier von vielen Studien die Rede ist und Ihr sie gerne nachlesen könnt. Mir liegt am Herzen, dass gerade bei so einem wichtigen Thema keine  Fehlinformationen oder ironisch-sarkastische Hetzreden in die ein oder andere Richtung die Runde machen.

Leider kann man diese Impfung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend bewertet werden, die Daten geben aber Grund zur Hoffnung und manche anfänglichen Befürchtungen konnten durch Studien, in die einige Tausend Frauen eingeschlossen wurden, schon wieder ausgeräumt werden. Deshalb haben sich die Kommissionen genau überlegt, was sie wem empfehlen. Da nicht jeder Arzt jede Studie kennen kann, gibt es Richtlinien, die gute Empfehlungen geben.Wichtig finde ich trotzdem, sich ständig zu informieren und möglichst viele Informationen in seine Entscheidungen einzubeziehen.

Nicht jede Infektion mit genitalen HPV-Typen löst Krebsvorstufen aus. Die meisten Infektionen werden durch das Immunsystem frühzeitig erkannt und bekämpft. In bis zu 20% der Fälle kann es jedoch zu langwierigen Infektionen kommen, die wiederum zu Krebsvorstufen und schließlich zu Krebs führen können. Die Übertragung der Viren erfolgt hauptsächlich über Sexualkontakt, aber auch eine Ansteckung durch Schmierinfektionen im Genitalbereich kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Das Infektionsrisiko steigt mit der Zahl der Sexualkontakte und der Sexualpartner.

Es gibt eine Impfung, die nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) Mädchen im Alter von 9-14 Jahren verabreicht werden soll (verteilt auf 2-3 Impfdosen), um damit das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs sowie der Feigwarzenerkrankung, die auch durch Untergruppen dieses Virus ausgelöst werden können, zu reduzieren. Wenn dies versäumt wurde, sollte bis zum 17. Lebensjahr (einen Tag vor dem 18 Geburtstag) nachgeimpft werden. Eine vorherige Testung , ob HPV Viren schon vorhanden sind, wird nicht routinemäßig durchgeführt. Falles eine Infektion bestehen würde, wäre sie im schlimmsten Fall nicht mehr wirksam, kann aber eventuell noch Schutz gegen andere Untergruppen bieten. In Einzelfällen kann aber diese Testung durchgeführt werden. Gegenanzeigen für die Impfung müssen beachtet werden. Deshalb muß der Arzt vor der Impfung über Erkrankungen und Allergien informiert werden. Die Impfung soll im Liegen erfolgen, da manche Mädchen zu Kreislaufreaktionen („Schwarz vor Augen werden“) neigen, wenn sie eine Spritze bekommen.

Es gibt zwei Wirkstoffe:Cervarix® und Gardasil®. Beide wirken gegen die beiden  Hochrisiko-HPV-Typen HPV 16 und HPV 18. 70 % der Karzinome sollen durch sie ausgelöst werden. Gardasil® wirkt außerdem noch gegen die „genitalen Feigwarzenerreger“ HPV 6 und HPV 11. Zugelassen, aber nicht vor 2016 verfügbar ist Gardasil 9®, ein Impfstoff gegen insgesamt neun HPV-Typen, es kommen 31, 33, 45, 52 und 58 dazu. Es gibt insgesamt sehr viele Sub-Typen. Durch die Kreuzimmunität wirken die Impfstoffe wohl auch teilweise gegen die anderen Typen, sodass der Schutz höher ist. Mindestens 12 können zu Krebs führen. Die Typen, gegen die geimpft wird sind die, die am häufigsten für die Erkrankungen verantwortlich sind. Geimpft wird mit leeren virusähnliche Hüllen, die der körpereigenen Abwehr ein „echtes“ Virus vortäuschen. Deshalb kann durch den Impfstoff keine Erkrankung hervorgerufen werden.

Die Erfahrungen bis jetzt haben gezeigt, dass sie relativ nebenwirkungsarm ist und im Allgemeinen gut vertragen wird. Die Patienten, die ich betreute, beklagten in Einzelfällen grippeähnliche Symptome, die nach wenigen Tagen verschwunden waren. Auch traten um die Einstichstelle Rötungen und/oder Schwellungen und/oder Schmerzen im Arm auf, die aber auch relativ schnell wieder verschwanden.  Natürlich findet in dem Körper eine Abwehrreaktion statt. Dies ist ja gewünscht, damit sich Antikörper bilden können. In der Literatur wird bis zu schwerwiegenden Nebenwirkungen, bis zu Todesfällen berichtet. Allerdings treten Erkrankungen und Todesfälle auch ohne Impfung auf. Es ist also immer schwierig, einen Zusammenhang zu beweisen. Alle aufgetretenen Symptome müssen aber im Beipackzettel vermerkt sein, deshalb erschrecken viele beim Lesen.

Um Hinweise über die echten Nebenwirkungen zu bekommen, schaut man, ob in einer Gruppe, die ein Scheinmedikament bekommt, die Nebenwirkungsrate höher oder niedriger oder gleich ist. Genauso passiert das mit dem Wirkungsnachweis. Es gibt nun bei beiden Untersuchungen schwankende Daten. So ist es nach meiner Einschätzung in Einzelfällen schon möglich, dass einmal schwere Nebenwirkungen durch die Impfung ausgelöst werden können. „Keine Wirkung ganz ohne Nebenwirkung“ gilt eigentlich für recht vieles, nicht nur in der Medizin. Allerdings ist der Nutzen nach den aktuellen Daten vor allem, wenn man früh genug impft, weit höher. So eine Erkrankung  ist kein Zuckerschlecken und kann zum Tode führen.

Zum Wirkungsnachweis ist Folgendes zu sagen: Die ersten Ergebnisse waren sehr gut, bis zu 100 %  wurden die Zellveränderungen, die Vorstufen von Krebs sein können, verhindert. Bei den „schwereren Stufen“  waren die Daten bei Weitem nicht so gut. Aktuelle Daten sprechen von 17%. Wieso ist das so? Ganz einfach, es wird noch nicht lange genug geimpft, um die Auswirkungen auf Karzinome abschließend beurteilen zu können, da es Jahre bis Jahrzehnte dauert, bis sich aus den Vorstufen auch wirklich Krebs entwickelt.

Auch Männer, Jungen und ältere Mädchen und Frauen können sich impfen lassen. Dies wird aber nur empfohlen, wenn noch keine Ansteckung erfolgt ist. Statistisch ist die Erfolgsrate umso höher, je jünger die Patienten sind. Von den allgemeinen Krankenkassen werden die Kosten in der Regel aber nicht übernommen. Trotzdem lohnt sich ein Nachfragen, übrigens empfiehlt sich das auch bei Privatkassen. Hier wird je nach Vertrag bezahlt

In Deutschland kostet eine Impfdosis der aktuell verfügbaren Impfstoffe 156,38 Euro (Stand 7/2015). Für die komplette HPV-Impfung mit bis zu drei Einzeldosen muss man also für den Impfstoff rund 470 Euro zahlen. Hinzu kommen Gebühren für die ärztliche Beratung, die Verordnung und die Impfung selbst.

Wichtig ist, dass die Impfung keinen umfassenden Schutz bieten kann, sondern nur das Risiko einer Erkrankung vermindert. Es gibt auch noch viele weitere sexuell übertragbare Erkrankungen, gegen die sie nicht schützt (z.B. HIV). Das heißt, es ist trotzdem sehr wichtig, die  Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und sich zusätzlich zu schützen!

Quellen:

Und andere…

Ich wünsche Euch eine Woche mit vielen schönen Momenten, Eure Nessy!

Veröffentlicht von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog "happinessygirls" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

3 thoughts on “Gesundheit: Die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs: Was gibt es Neues?

    1. Danke für deinen Kommentar. Es macht Mut, dass Deine Krankenkasse die Impfung bis 26 Jahren bezahlt. Leider tun das nicht alle… Viele liebe Grüße, Nessy

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