Kate Middleton ist´s, Michelle Hunzicker ist´s – nur ich werd´ nicht schwanger !

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Tipps und Tricks zum Schwangerwerden

Hanna hatte alles geplant. Zuerst die Ausbildung zur Bürokauffrau in einem gut situierten, mittelständischem Betrieb, dann wurde sie auch noch übernommen. Als sie sich dann in den neuen Abteilungsleiter verliebte, schien das Glück perfekt. Nach einem halben Jahr folgte die Hochzeit nach einem super romantischen Heiratsantrag im Heißluftballon… Das war jetzt zwei Jahre her. Obwohl das Kinderzimmer in dem neuen Reihenhäuschen längst liebevollst eingerichtet war, tat sich in dieser Beziehung -im wahrsten Sinne des Wortes – nichts!!!

Clearblue – Berechnungen, Vitamine, Spermiogramme, Eileiterdurchspülung, Clomifen-Therapien – ohne Ergebnis. Und dabei konnte der Gynäkologe noch nicht einmal sagen, woran es lag. Alles schien eigentlich in Ordnung  zu sein. Aber selbst die dreimonatige Mönchspfeffer-Behandlung blieb ohne Erfolg. Hannas Freundinnen redeten von „Psyche“, die Schwiegermama von „schlechten Genen“, denn in Ihrer Familie gab´s da nie Probleme. Hanna war verzweifelt. Lust auf Sex hatte sie schon lange nicht mehr. Eisprung ja, Eisprung nein, Follikelanzahl  und Größe, Hormonstatus und zuletzt sogar Spritzen zur Auslösung des Eisprungs bestimmten ihr Leben. Sie hatte auf gut Deutsch gesagt, keinen Bock mehr und als Ihr Liebster mit der obligatorischen Champagnerflasche ankam („heute ist doch der 13. Zyklustag“) sprang sie aus dem Bett, zog den Jogginganzug an und verließ mit einem Türenknallen das Schlafzimmer.

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Hannas weiterer Werdegang ist schnell, wenn auch etwas ungewöhnlich erzählt: Sie zog sich von ihrem Partner erst einmal etwas zurück. Dieser gab sich sehr viel Mühe, seiner Frau zu zeigen, wie wichtig SIE für ihn war. Obwohl die beiden keinen Sex mehr hatten, entwickelte sich die Beziehung, ganz langsam, in eine neue Richtung, die von gegenseitigem Verständnis und neuen Erfahrungen, die nichts mit dem Kinderwunsch zu tun hatten, geprägt war. Bei dem nächsten gynäkologischen Kontrolltermin war plötzlich von Kinderwunsch keine Rede mehr. Auf mein vorsichtiges Nachfragen gab sie an, das Ganze habe ihre Beziehung doch sehr belastet und sie habe es gar nicht gemerkt.

Erst jetzt habe sie ihren Partner richtig kennengelernt und sie sei einfach nicht für Kinder geeignet,  weil sie nur so ein tolle Beziehung mit der Verwirklichung ihrer Ziele Leben könne. Ein Kind hätte sie, das habe sie jetzt begriffen, nur daran gehindert. Deshalb sei alles gut so wie es sei. Außerdem,  sie schmunzelte, müsse sie ja nicht verhüten… was das ganze noch vereinfache. Umso erstaunter war ich, als ich beim Routine-Ultraschall ein kleines weißes Pünktchen umhüllt von schwarzem Fruchtwasser in der Gebärmutter entdeckte! Das Kind hieß übrigens Damian (=göttliche Kraft, Schicksal) und war trotz der Ansage,  die kurz vor seiner Entdeckung gemacht wurde, ein absolutes Wunschkind…

So oder so ähnliche Geschichten kommen in der Praxis immer häufiger vor, oft mit nicht so positiven Ausgang wie bei der Geschichte von Hanna  bis hin zur Zerstörung der Beziehung. Aber wie kann man dem entgegenwirken?

In Deutschland bleiben ca 12-15%der Ehen ungewollt kinderlos, in 30% liegen die Ursachen bei der Frau, in 30% beim Mann in 30 % sind beide beteiligt und in 10 % kann die Ursache nicht geklärt werden.

Egal ob eine sogenannte

primäre Sterilität vorliegt (d.h. trotz Kinderwunsches wird die Frau innerhalb eines Jahres nicht schwanger),

– eine sekundäre Sterilität vorliegt (d.h., die Frau war schon einmal schwanger, kann aber dann länger nicht mehr schwanger werden) oder eine

Infertilität (Schwangerschaft tritt ein, kann aber nicht ausgetragen werden) vorliegt,

führt der Arzt eine Reihe von Untersuchungen durch (auch der Mann muß selbstverständlich untersucht werden) und dann wird er – je nach Untersuchungsergebnissen in Absprache mit dem Paar eine geeignete Behandlung vorschlagen. Unter Umständen kann eine Schwangerschaft sehr schnell eintreten, insbesondere dann, wenn die Ursache des Nicht-Schwangerwerdens relativ einfach war.

In anderen Fällen, insbesondere, wenn schwerwiegender krankhafte Veränderungen vorliegen, kann es länger und komplizierter sein, bis das Wunschkind in der Wiege liegt. Manchmal muß man sich auch damit abfinden, dass eine Schwangerschaft gar nicht (mehr) möglich ist, vielleicht bleibt ja dann der Weg über eine Adoption oder eine Pflegekind…

 URSACHEN VON INFERTILITÄT

  • Veränderungen des Vaginalsekrets oder des Zervixschleims
    • Immobilisierung der Spermien z.B. durch zu niedrigen pH-Wert des Vaginalsekrets
    • Beeinträchtigung der Überlebensfähigkeit und Beweglichkeit der Spermien z.B. durch veränderte Beschaffenheit des Zervixschleims (siehe auch: Kremer-Test)

Diese und auch andere Punkte wird man der Reihe nach durchgehen und wenn notwendig, behandeln.

Auch wenn primär erst einmal nicht klappen will, so kann man doch einiges unternehmen, um das Eintreten einer Schwangerschaft zu unterstützen.

1. Das optimale Alter, schwanger zu werden liegt zwischen ca 20 und 25 Jahren, danach dauert es statistisch gesehen länger, bis man schwanger wird. Natürlich spielen auch noch viele anderen Faktoren eine Rolle..

2. Eine optimale Lebensführung mit mäßigem Sport zur Förderung der Durchblutung, mit einer guten, ausgewogenen Ernährung beider Partner und Regelmäßigkeit von Schlaf und Ernährung kann eine Schwangerschaftsentstehung begünstigen. Hormone reagieren oft im zeitlichen Verlauf („circandianer Rhythmus“, z. B. beim Kortison). Die Hormone beeinflussen sich gegenseitig. Diese  Theorie ist  zwar ein wenig langweilig, trotzdem erzähle ich Euch etwas darüber, damit Ihr eine  Vorstellung bekommt, wie das mit dem Schwanger-werden klappt.

Ovarieller Regelkreis: Hormonelle Störungen können bereits eine Ursache der Unfruchtbarkeit sein.

In dem Regelkreis mit den Stationen Hypothalamus – Hypophyse – Ovarien sind mehrere hormonale Signale eingeschaltet. Vom Hypothalamus ergeht eine hormonelle „Botschaft“ an die Hypophyse die diese anweist, ebenfalls Botenstoffe auszusenden, deren Adressat die Ovarien sind. Im Zuge der Eizellreifung werden vom Follikel Hormone wie insbesondere Estradiol gebildet, die die oberen Zentren über den Fortgang der Follikelentwicklung informieren. Damit schließt sich der Regelkreis.

Der Hypothalamus (Teil des Mittelhirnes)-  ist die übergeordnete Schaltzentrale im Gehirn, er reguliert Wasser-, Salzhaushalt und Blutdruck und hält unsere Körpertemperatur konstant und regelt die Nahrungsaufnahme. Er beeinflußt unser Sexualverhalten und bestimmt, wann wir schlafen und wann wir wach sind. Außerdem ist er ein wichtiges Steuerorgan innerhalb des Hormonsystems, denn er reguliert, wann welche Menge eines Hormons gebildet wird. Deshalb ist er auch für die ganze Regulation des weiblichen Zyklus verantwortlich. Er  setzt pulsatil das sogenannte GnRH (Gonadotropin-Releasing Hormon) frei, das wiederum andere Hormone stimuliert. Daneben wird übrigens auch Dopamin freigesetzt, welches hemmend auf den HVL (=Hypophysenvorderlappen) wirkt, es verhindert die Freisetzung von Prolaktin.

Die Hypophyse  ist eine Umschaltstation für die Signale aus dem Hypothalamus :  Durch das vom Hypothalamus kommende GnRH  wird FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon -fördert den Eisprung und die Gelbkörperbildung) auch pulsatil aus dem HVL freigesetzt, ebenso Prolactin – die Empfänger sind die Eierstöcke bzw. die Hoden, die Schilddrüse und die Nebennierenrinde (man sieht, dass viele Vorgänge ineinandergreifen).
In dem Regelkreis mit den Stationen HypothalamusHypophyseOvarien sind mehrere hormonale Signale eingeschaltet. Vom Hypothalamus ergeht also eine hormonelle „Botschaft“ an die Hypophyse die diese anweist, ebenfalls Botenstoffe auszusenden, deren Adressat die Ovarien sind. Im Zuge der Eizellreifung werden vom Follikel Hormone wie insbesondere Estradiol gebildet, die die oberen Zentren über  den Fortgang der Follikelentwicklung informieren.

  • – Die  Ovarien (EIerstöcke): In ihnen sind jeweils pro Zyklus nur einige bestimmte Strukturen an der Eizellreifung beteiligt. Das sind die heranwachsenden Eizellen und Zellen, die die Eizelle umhüllen. Sie werden zusammen als Follikel bezeichnet.
  • Es gibt verschiedene Ursachen der Ovarialinsuffizienz, die durch Hormonentnahme von 5 Hormonen zwischen dem 3. und 7. Zyklustag  einfach erfaßt werden können (FSH, LH, DHEAS, Prolactin, Testosteron) und die dann dementsprechend behandelt werden können.
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Wie die Düfte zweier Menschen zusammenpassen müssen, so kann es auch zu einer Spermienunverträglichkeit kommen, bei der sich Antikörper gegen sie bilden und eine Befruchtung nicht stattfinden kann…

 Die normale Menstruationszyklus dauert ca. 28 Tage (+/-3-5 Tage), die Blutungsdauer ca 3-5 (-7) Tage. Der Eisprung (Ovulation) findet am 14. Zyklustag statt. Die Blutung markiert Anfang und Ende des Zyklus. Für einen Zyklus mit Eisprung ist ein biphasischer Verlauf typisch. In den ersten 12-14 Tagen(Follikelphase) kommt es zum Aufbau (Proliferation) der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Die  sog. Basaltemperatur ist morgens bei dem Aufstehen um 36,5 Grad C und steigt um den 14. Tag typischerweise an. Deshalb kann man durch Messen Temperatur  schon Aussage über den Eisprung bekommen. Danach schließt sich die Corpus-luteum Phase an, die mit 13-14 Tagen in der Regel stabiler als die Follikelphase ist. Kommt zur Zyklusmitte Progesteron hinzu kommt es zur sekretorischen Transformation. Das Absinken der Hormone löst die menstruelle Blutung aus. Die normale Menstruation ist also eine Progesteronentzugsblutung.

WICHTIG ZUR EMPFÄNGNIS SIND NEBEN DER THEORIE FOLGENDE DINGE:

1. Das Führen eines Zykluskalenders mit Eintrag der Blutungstage und Temperaturkurve gibt Auskunft über groben Zeitpunkt des Eisprunges. Wichtig ist die Tatsache, dass das Ei nach dem es gesprungen  ist, nur wenige Stunden befruchtungsfähig bleibt, die Spermien sind bis zu drei Tagen „haltbar“. Das bedeutet wiederum, dass das traute Beisammensein VOR dem Eisprung sinnvoller ist als danach (z.B. 11.-13. Zyklustag).

2. Günstig ist es, nach der „Happy Time“ noch ein wenig liegen zu bleiben. Wenn möglich, das Becken leicht erhöht gelagert. Grund?  Die Spermien sollen ja nicht gleich wieder nach draußen laufen sondern nach innen…

3. Über Alter und Lebensführung haben wir schon gesprochen, aber auch das Ambiente ist wichtig. Wir wollen es ja möglichst schön haben… andererseits soll das Ganze auch keinen Zwangcharakter haben… Sex nach Kalender kann schließlich ganz schön nerven. Deshalb lieber einmal verzichten, als Streß aufkommen zu lassen… Ob das Essen (Austern…) als Aphrodisiakum wirkt, weiß ich als Gynäkologin ehrlich gesagt nicht sicher. Das gemeinsame Kochen vorher ist aber bestimmt lustig…

Sicherlich habe ich hier nur wenige Punkte angesprochen und man könnte über dieses Thema unendlich viel schreiben. Trotzdem habt Ihr sicherlich einige Anhaltspunkte bekommen. Wichtig ist das Vermeiden von Stress und dass  der Spaß nicht verloren geht.

Wenn es nicht klappen will, ist es sowieso ratsam, Euren Gyn aufzusuchen, der die zum Teil schon angesprochenen Untersuchungen mit Euch durchführt und Euch dann individuell beraten kann, damit bald der Klapperstorch ins Haus fliegt!

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Verfasst von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog ,,Salutary Style" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

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