Medizin: Frauenthema Wechseljahre – (k)eine Chance?

Wechseljahre – keine Chance zu entkommen, aber eine Chance, ohne viel Leiden durchzukommen…

zzzyklusNein liebe Frauen, soweit gehe ich nicht, wenn Ihr denkt, ich wolle Euch die Wechseljahre als ein ganz tolles Projekt verkaufen, aus dem viele Vorteile hervorgingen… Es gibt meines Erachtens nur zwei Vorteile, und die sind, erstens: danach nicht mehr verhüten zu müssen und zweitens: das Ausbleiben der monatlichen Blutung.

Allerdings führen die körperlichen und seelischen Veränderungen des Klimakteriums nicht selten dazu, daß man über sich und sein Leben nachdenkt, da hinzukommt, dass es auch häufig in die Zeit des äußeren Umbruchs fällt (Kinder gehen aus dem Haus, man wird vielleicht  Oma, im Job hat man oft alles erreicht…).  Diese Reflektion wird von vielen im Nachhinein als „ Chance“ bezeichnet -“ Ich habe mir klargemacht, was bisher falsch gelaufen ist und habe endlich den Mut gefaßt, etwas zu verändern, mehr für mich zu tun, mein Leben mehr zu genießen, die Zeit besser zu nutzen für Dinge, die mir wichtig sind…„.

Es gibt  auch Frauen, die gar keiner Hilfe bei „dem Wechsel“ bedürfen. Die auf mein vorsichtiges Nachfragen hin nur lächelnd antworten sie hätten kaum oder nur wenig Probleme, die sie gut ertragen könnten …und danach kommt oft gleich die berechtigte Frage, ab wann man mit dem Verhüten Schluß machen könne… Um es  vorweg zunehmen (und weil für Euch Frauen, die Ihr zu dieser Gruppe gehört, außer dieser Frage eigentlich nur der Abschnitt über Ernährung wirklich relevant ist…), wenn die Regel (ohne Hormone einzunehmen) ein Jahr weg geblieben ist, ist es höchst unwahrscheinlich, schwanger zu werden.

So, nun für die restlichen Frauen, die Beschwerden haben oder einfach optimal informiert sein wollen…

Die ganze  (Wechseljahres-) Geschichte:

Bei manchen schon mit 35 Jahren bei anderen um die 40,  wenn man noch gar nicht an die Wechseljahre denkt, beginnen sie ganz leise – mit der  sogenannten Prämenopause – die Eierstöcke fangen ein wenig zu „schwächeln“ an, das Gelbkörperormon Progesteron sinkt dann und wann etwas ab, der Eisprung bleibt manchmal aus, der Zyklus verkürzt sich… Bei manchen tritt das sogenannte „Prämenstruelle Syndrom“ (PMS) auf, bei dem man gegen Ende des Zyklus gereizt ist und die Brüste spannen….

Zwischen 45 und 55 sinkt auch der Östrogenspiegel deutlich ab  und es ist da: das Klimakterium. Für wenige unmerklich, für manche unerträglich können eine Reihe von

Beschwerden auftreten:

Klimax vor Behandlung

  • Hitzewallungen
  • Stimmungsschwankungen / schlechte Laune / Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Libidoverlust (mangelndes Interesse an Sex)
  • Harninkontinenz (Urin kann nicht mehr immer gehalten werden)
  • Abgeschlagenheit / Müdigkeit/Denkstörungen
  • Gewichtszunahme…

 

 

Die endgültigen Menopause (Periode bleibt ganz weg) tritt dann im Durchschnitt mit 51 Jahren auf, auch das ist  individuell verschieden, bei sehr schlanken Frauen in der Regel früher, bei Raucherinnen später. Mit der Postmenopause (durchschnittlich mit 70 Jahren, auch hier gibt´s große Schwankungen) ist die Umstellung des Körpers vollzogen, die Hormone  haben sich auf einem niedrigerem Niveau eingependelt.

Im folgenden möchte ich Euch nun die gängigsten

Behandlungsmethoden des klimakterischen Syndroms

vorstellen. Die hängen natürlich von individuellen Gegebenheiten, Risiken und von der Intensität der Beschwerden ab, deshalb sollte insbesondere auch die Hormontherapie in die Hände Eures Gynäkologen gelegt werden.

1. Die konventionelle Hormon-Ersatz-Therapie (HET):

Hier werden die fehlenden Hormone dem Körper wieder zugeführt. Dies ist die wirkungsvollste Behandlung. Wie kaum etwas anderes schafft sie, die oben genannten Symptome gut zu behandeln, die Haut bleibt frischer, das Denken fällt leichter (was mir einige Patientinnen tatsächlich bestätigt haben) das Osteoporoserisiko sinkt, das Urinhalten klappt wieder besser, … kurzum – der Alterungsprozeß verlangsamt sich… eine Schutzwirkung bezüglich koronarer Herzerkrankung wurde zwar in Studien gezeigt, trotzdem wurde, wegen einer anfänglichen Erhöhung des Neuauftretens, die HET nicht zur Vorbeugung empfohlen.

Trotz dieser offensichtlichen Vorteile ist sie aber wegen ihrer Nebenwirkungen gerade in letzter Zeit in Verruf gekommen und sollte laut Richtlinien nur dann angewandt werden, wenn wirklich starke Beschwerden vorliegen, keine Kontraindikationen da sind und dann nicht länger als fünf Jahre. Schaut man s

ich im Internet ein wenig um, strotzt es nur so von Verteufelungen… Ok, springe ich zunächst auf den Zug auf und berichte was passieren kann…

Nebenwirkungen der konventionellen HET:

Insgesamt wird die Hormongabe in den Wechseljahren sehr gut vertragen. Die Frauen fühlen sich oft schlagartig besser. Die Nebenwirkungen sind insgesamt relativ selten. Wenn sie aber auftreten, können sie mehr oder weniger belastend sein. Deshalb habe ich bei den gravierenden Nebenwirkungen (wie Brustkrebs) die Häufigkeiten dazu geschrieben, damit jede Frau für sich entscheiden kann, ob sie das Risiko eingehen will oder nicht.

  • Störung der Monatsblutung (wenn sie noch da ist),  wie Schmier- und Zwischenblutungen, schmerzhafte oder verstärkte Blutung und Ausfluß, Gebärmutterpolypen, es auch zu einem Wieder-Auftreten von Blutungen
  • Verschlimmerung von Geschwülsten der Muskelschicht der Gebärmutter (Leiomyomen),
  • Bauchschmerzen, Erbrechen, Verstopfung und Durchfall
  • Auftreten von Gallenwegs/blasenerkrankungen
  • Kopfschmerzen, Migräne und Schwindel
  • Brustschmerzen, Vergrößerung der Brust, gutartige Brusttumore
– Zunahme des Brustkrebs-Risikos (Mamma-Karzinom):

Hier hat die Auswertung von über 50 Studien ergeben, dass ohne Anwendung von Arzneimitteln zur Hormonersatzbehandlung etwa 45 von 1000 Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren eine Brustkrebsdiagnose zu erwarten haben. Es wird geschätzt, dass bei Frauen im entsprechenden Alter mit gegenwärtiger oder früherer Hormonersatzbehandlung bei 5-jähriger Behandlungsdauer 1 bis 3 zusätzliche Fälle pro 1000 auftreten, bei 10jähriger Behandlungsdauer 3 bis 9 und bei 15jähriger Behandlungsdauer 5 bis 20 . Unabhängig vom Alter der Frauen bei Beginn einer Hormonersatzbehandlung ist die Zahl der zusätzlichen Brustkrebsfälle ungefähr gleich (Luzuy Genf 2007).

– Zunahme des Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom):

Neuauftreten in Deutschland 27 pro 100.000 Frauen, bei Frauen mit alleiniger Östrogen-Substitution steigt das Risiko um das 2-fache, allerdings bei Verhütung mit Östrogenen und Gestagenen nur um das 0,3 bis 0,5- fache(Jens Einenkel, Leipzig 2012) . Dies erklärt sich dadurch, dass Gestagene schützend auf das überschießende Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumshyperplasie, die zu Krebs führen kann) wirkt. Deshalb gibt man auch Frauen, die die Gebärmutter noch haben, immer ein Gestagen dazu. Das Risiko ist also heutzutage wahrscheinlich wesentlich geringer als das doppelte Risiko.

– Zunahme des Eierstockkrebses (Ovarialkarzinom):

Neuauftreten innerhalb von 5 Jahren war bei Frauen ohne HET 2,2 pro 1000 Frauen, bei Frauen mit HET 2,6, d.h. es kommt zu einem  zusätzlichen Fall bei 2500 Benutzerinnen.
(Literatur: 1. Million Women Study Collaborators. Ovarian cancer and hormone replacement therapy in the Million Women Study. Lancet 2007 May 19; 369:1703-10 und 2. Lacey JV Jr et al. Menopausal hormone therapy and ovarian cancer risk in the National Institutes of Health–AARP Diet and Health Study Cohort. J Natl Cancer Inst 2006 Oct 4; 98:1397-405)

– Zunahme des thrombembolischen Risikos (d.h. Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie)

um das 2-3 fache ( Hulley S,et al (1998) Randomized trial of estro- gen plus progestin for secondary pre- vention of coronary heart disease in postmenopausal women. Heart and Estrogen/progestin Replacement Study (HERS) Research Group. JAMA 280(7):605–613)

Allerdings hat die HET ja auch eine protektive Wirkung (s.o.)

Kontraindikationen gegen eine Hormonersatztherapie:

  • schwere Lebererkrankungen (cholestatischer Ikterus, Lebertumore)
  • hormonabhängige Tumore (Brustkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs… oder Zustand danach)
  • schwer einstellbare arterielle Hypertonie
  • thrombembolische Erkrankungen bei Störungen des Gerinnungsstatus mit Thromboseneigung -ungeklärte uterine Blutungen und Sichelzellanämie, Z.n. Infarkten/Embolien
  • evtl. schwere Migräne

Möglichkeiten der Hormontherapie:

1a Sequenzielle Hormontherapie:

Hierbei kann es noch zu einer Blutung kommen. Sie wird dann durchgeführt, wenn ein Abbluten der Gebärmutterschleimhaut noch gewünscht ist. Hier gibt es verschiedene Schemata.

Z.B. werden  den ersten 10-12 Tagen des Zyklus ausschließlich Östrogene verabreicht, in der zweiten Hälfte (10- 12 Tage) zusätzlich auch ein Gestagen. Danach kann eine Östrogenpause (6-7 Tage) folgen, in denen es meist zu einer Blutung kommt. Es gibt aber auch Präparate mit östrogenhaltigen Tabletten für die folgenden Tage, um einen immer gleichbleibenden Östrogenblutspiegel zu gewährleisten.

1b Kontinuierliche, kombinierte Hormontherapie

Viele Frauen wünschen jedoch keine Blutung mehr. Dann kann durchgängig ein kombiniertes Östrogen-Gestagen-Präparat eingenommen werden. Bei Zustand nach Gebärmutterentfernung kann auch eine reine Östrogengabe ausreichend sein.

Hat man aber noch eine Gebärmutter, sollte man im Intervall  einmal eine Ultraschall-Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut durchführen (die man allerdings nicht von der Kasse bezahlt bekommt). Fängt sie an, sich aufzubauen ist es besser, sie durch eine Einnahme Pause abbluten zu lassen, da sich sonst eine sogenannte „Hyperplasie“ bilden kann, die sich im schlimmsten Fall zu Krebsvorstufen/Krebs entwickeln kann.

Applikationsformen von Hormonen:

zzhetHormon- Tabletten können verschieden zusammengesetzt sein, die  Dosierung ist gut zu erhöhen, verringern oder die Behandlung beenden.

Pflaster und Gele wirken über die Haut. Das Pflaster muss man  ein bis zweimal wöchentlich auf die Haut kleben, Gele werden täglich aufgetragen.

Östrogen-Nasenspray wendet man bis zu viermal täglich an. Auch hier ist eine gute Variabilität der Dosierung möglich.

Bei  Beschwerden nur  in der Scheide wie Trockenheit, Brennen oder Juckreiz kann man östrogenhaltige Vaginaltabletten, -zäpfchen, -creme benutzen.

 

2. Die Modifizierte Hormnonersatztherapie mit natürlichen Hormonen:

zzrimkusNeu aufgekommen ist in letzter Zeit die Diskussion um die „Natürliche Hormontherapie nach Rimkus„, die zwar ähnlich der konventionellen Therapie ist , aber doch  kleine, entscheidende Änderungen aufweist. Dabei werden ausschließlich dem menschlichen Körper identische Hormone, mit Zink und Kupfer kombiniert (um die Enzymtätigkeit zu unterstützen), verwendet. Deshalb soll sie keine gravierende Nebenwirkungen (wie die Therapie mit leicht veränderten Hormonen, die aktuell Standard ist) haben. Leider fehlen standardisierte Studien, so daß keine offiziellen Empfehlungen gegeben dürfen. Ich hatte das Vergnügen, mich mit Dr. Rimkus einen Abend lang unterhalten zu dürfen. Er hat nach jahrzehntelanger Anwendung in seiner Praxis tatsächlich nie dererlei Nebenwirkungen festgestellt… und die Frauen haben sich laut seiner Aussage immer sehr wohl gefühlt. Deshalb gibt es mittlerweile einige Ärzte, die nach dem  Schema behandeln, ich habe nur von guten Ergebnissen gehört….

Aus diesen Gründen habe ich mich entschieden, hier diese Methode etwas genauer vorzustellen, meine Aufgabe ist es ja, möglichst umfassend zu informieren…

Hier wird im Präklimakterium  bei noch gutem Östradiol-Spiegel natürliches Progesteron  vom 7.-29. Zyklustag  genommen, danach 6 Tage Pause gemacht,dies führt dazu, dass durch Umwandlung der Östrogen in Progesteronrezeptoren  an der Gebärmutterschleimhaut die Blutung mit der Zeit ganz wegbleibt.

Fehlt auch Östrogen, wird biphasisch (sequenziell) behandelt (7.-17. Tag nur Östradiol, dann 12 Tage kombiniert, dann 6 Tage Pause.

In der frühen Menopause  wird 22 Tage kombiniert, dann 6 Tage Pause gemacht. Bleiben mehr als 3 Monate die Blutungen weg, kann auf die Pause verzichtet werde (Pause immer nötig, wenn Blutungen auftreten, wenn die Blutung vorher länger als ein Jahr weggeblieben ist, muß natürlich weiter abgeklärt werden, es könnte sich etwas Krankhaftes dahinter verbergen!

Möchte man die ältere Frau behandeln, beginnt man ganz langsam (mit der viertel oder halben Dosierung) und steigert dann langsam (Kontinuierliche Behandlung).

An der Stelle möchte ich betonen, dass ich von Herrn Rimkus keinerlei Zuwendung für diese Information erhalte, sondern nur bestrebt bin, alle Optionen aufzuzeigen!

 3. Nicht-hormonelle Behandlungsmethoden

Auch da gibt es verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie erhöhen auch nicht in dem Maße die Krebs – und Thromboserisiken, da sie selber keine „echten“ Hormone sind. Allerdings muß man auch hier auf mögliche Interaktionen und Nebenwirkungen achten.

3a  Pflanzliche Stoffe  zur Unterstützung der hormonellen Funktion  und Behandlung der Symptome

Isoflavone, Soja, Rotklee, Cimifuga, Nachtkerze und Ginseng, Dong Quai, Yamswurzel, Hopfen, Mönchspfeffer oder Frauenmantel, Salbei, Bockshornklee,…die man in Form von  Tabletten, Kapseln und Tees zu sich nimmt, können Wechseljahresbeschwerden auch zumindest lindern.

Im Folgenden möchte ich häufig eingesetzte Wirkstoffe kurz in ihrer Wirkungsweise vorstellen:

Durch Mönchspfeffer (agnus castus)  wird  die Progesteronfreisetzung stimuliert (zu Beginn der Wechseljahre sinkt ja als erstes der Progesteronspiegel) und ein anderes Hormon, das Prolaktin, gebremst (inhibiert). Es wird jeden Tag genommen und wirkzstabilisierend auf den Zyklus und dem prämenstruellen Syndrom (Brustspannen/Unwohlsein zu Ende des Zyklus vor der Periode). Präparate werden schon bei prämenopausalen Bechwerden eingesetzt.

Sibirische Rhabarberwurzel: Die östrogenartige Wirkung von Raponticin wurde in Studien nachgewiesen. Allerdings wird durch Raponticin nur ein Teil der Östrogenrezeptoren, die Östrogen-Beta-Rezeptoren*, aktiviert. Ein anderer Teil, die Östrogen-Alpha-Rezeptoren, werden dagegen nicht angesprochen. Raponticin wird deshalb auch als „selektiver Östrogenrezeptormodulator“ bezeichnet abgekürzt SERM. Dieser Mechanismus wurde von Forschern der Universität Dresden nachgewiesen, deren Studie 2007 im „Journal of steroid biochemistry and molecular biology“ veröffentlicht wurde. Wird dann eingestzt, wenn auch der Östrogenspiegel erniedrigt ist, ebenso

Cimifuga (Traubensilberkerze,), es ist das einzige Phytoöstrogen, das zur Behandlung nach Brustkrebs zugelassen ist, Zu den Inhaltstoffen gehören Triterpenglykoside, Phenolsäuren, Flavonoide, Tannine und flüchtige Öle. Die Wirkungsweise kommt durch östrogenähnliche Eigenschaften , Wirkungsweise auch als SERM (siehe oben). Die letzte Übersichtsarbeit der Cochrane Gesellschaft aus dem Jahre 2012 steht den bisherigen Erkenntnissen und der Wirkung von Cimcifugapräparaten bei menopausalen Beschwerden eher verhalten gegenüber, andere Studien zeigten aber eine gute Wirksamkeit.

zztee Salbei-Tee: Studien sind mir zwar nicht bekannt, jedoch wird es seit Jahrhunderten mit Erfolg angewandt, den Frauen tut er gut – er wirkt  gut bei Schweißausbrüchen, stärkend auf das Nervensystem, löst Verkrampfungen, verhilft zu Ausgeglichenheit und Entspannung und behebt chronische Ermüdungserscheinungen. Je nach Bedarf am Abend trinken oder auch über den Tag verteilt.

Frauenmantel-Tee: Er enthält auch Phytoöstrogene , soll hormonell ausgleichend in den Wechseljahren wirken, zur Lockerung des Beckenbereichs beitragen und bei Menstruationsbeschwerden getrunken werden.

 

(*Die Alpha-Rezeptoren werden für die Entstehung von Brustkrebs und Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich gemacht, während die Beta-Rezeptoren Einflüsse haben auf:

  • ZNS (z. B. die Wärmeregulation)
  • Knochenstoffwechsel
  • Vaginalepithel
  • Herz-Kreislaufsystem
  • Urogenitalsystem
  • Beschwerden der Wechseljahren)

3b Sonstige Medikamente, die bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden

Auch Synthetische Medikamente können bei Wechseljahrsbeschwerden hilfreich sein.

Hier wären unter anderen, insbesondere bei mittleren bis schweren Depressionen, die selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmer, Fluoxetin, Paroxetin und Venlafaxin  zu nennen. Allerdings ist ihr Einsatz in der Praxis eher selten. Wenn man aber trotz intensiver Bemühungen mit Gesprächen und pflanzlichen Mitteln (z..B. Johanniskraut…) nicht weiterkommt oder das Krankheitsbild zu schwer ist, können sie der Patientin eine echte Hilfe sein und wieder neuen Lebensmut verschaffen.

Die Arzneistoffe Raloxifen und Tibolon gehören auch in die Gruppe der SERM´s (selektiver Östrogenrezeptormodulator) und werden bei Osteoporose eingesetzt,

Je nach Symptomen werden bei besonders schmerzhaften Blutungen auch die Schmerzmittel Ibuprofen, Paracetamol, Butylscopalamin (wirkt besonders gut krampflösend) und Metamizol eingesetzt.

Spezielle Nahrungsergänzungsmittel für die Zeit der Hormonumstellung mit abgestimmten Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen,… unterstützen den Körper in seinen Funktionen, gerade auch, wenn die Ernährung nicht ganz ausgewogen ist.

So, nun seid ihr über die Fakten informiert. Trotzdem ist vielleicht die Unsicherheit bezüglich der Frage geblieben:

Soll man nun die gut wirksamen Hormone, die aber Nebenwirkungen haben, nehmen oder nicht? – Entscheidungshilfe

Die Richtlinien (siehe oben) sprechen klare Worte – nur wenn unbedingt nötig… Aber auf die Vorteile einfach so verzichten? Die Frage, zugegeben, wiegt schwer…  Mein Vorschlag wäre der: Wenn es soweit sehr Ihr, ob sich überhaupt Beschwerden einstellen.

Keine Beschwerden

Wenn nicht – Gratulation! Besprecht mit Eurem Frauenarzt, ob man vielleicht ein Labor bezüglich Mangelerscheinungen machen könnte (das muß man leider selber bezahlen, zeigt einem aber, wo man in etwa steht), damit man seine Ernährung (dazu später noch mehr) optimieren kann und z.B. seinen Calciumspiegel, der leider bei 80% der Patientinnen zu nieder ist, ggf. mit Tabletten ausgleichen kann, damit das Osteoporose-Risiko  nicht erhöht wird. Auch Sport in Maßen und einfach  „fröhliche Dinge „machen ist wichtig, damit man gesund und fit bleibt.

Leichte Beschwerden

Sind die Beschwerden nur leicht, kann man auch oft ausreichend mit pflanzlichen Mitteln, arbeiten(s.o.).

Mittlere-Schwere Beschwerden:

Sind die Beschwerden nicht in den Griff zu bekommen, sollte man sich nicht scheuen, sofern keine Kontraindikationen vorliegen, zur Hormonersatztherapie zu greifen. Laßt Euch individuell beraten und vergesst nicht, Euch regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Es kann auch sein, dass die Beschwerden, die anfangs stark schienen, unter Behandlung rasch abklingen, oder umgekehrt, sodaß eine individuelle Anpassung erfolgen muß…

Was passiert mit dem Körper während der Wechseljahre und wie kann ich ihn unterstützen?

Haut: Klimax nach BehandlungDie Haut am ganzen Körper wird zunehmend trockener und dünner. Während der Wechseljahre kann es aber auch gelegentlich durch Hormonschwankungen  zu Unreinheiten kommen. Der Körper ist für ein Mehr an individueller Pflege dankbar. Fett und Feuchtigkeit sind dabei bei trockener, spannender Haut wichtig. Zusätzlich sollte auf ausreichend Sonnenschutz verwendet werden, damit sich keine Pigmentflecken bilden. Auch die Vaginal-Schleimhaut kann sich trocken anfühlen. Hier gibt es auch eine Reihe spezieller Cremes und Gele. Die Frauen empfinden oft unterschiedliche Produkte als angenehm. Die eine verträgt am besten einfaches Fett wie Vaseline, die andere bevorzugt ein feuchtigkeitshaltiges Gel. Zu beachten ist in dem Zusammenhang, dass Fettcreme ggf. die Zuverlässigkeit eines Kondomes herabsetzen kann.

Aggressive Waschcremes sollten vermieden werden. Bei Verwendung eines Makeups nicht übertreiben – zu dunkles Makeup setzt sich in den Fältchen ab und betont sie noch. Zu reichliche Verwendung von Puder trocknet die Haut oft aus und läßt sie maskenhaft wirken. Wenn man gepflegt mit einem leichten Makeup eine fröhliche Ausstrahlung bewahren kann, wirkt man viel jünger, als die überschminkte, auf „jung“ getrimmte Haut. Nie habe ich das Bild Gustav von Aschenbachs in dezzxr wunderschönen Visconti-Verfilmung des Thomas-Mann Klassikers „Tod in Venedig“ vergessen – Clownähnlich geschminkt um jünger zu erscheinen, will er der pathologischen Liebe zu einem Jungen nachhelfen… nicht nachmachen!

Haare: Sie werden oft dünner und sollten so wenig wie möglich strapaziert werden . Zusätzlich vertragen sie auch eine sanfte Pflege in Form vom Kuren und Ölen.

Gewicht: Oft kommt es in den Wechseljahren zu einer Gewichtszunahme, obwohl davor lange das Gewicht konstant war und man nichts an seinen Essgewohnheiten geändert hat… Aber mit dem verlangsamten Stoffwechsel sinkt auch der Energiebedarf…

Hier ist eine Ernährung , die eine ausreichende Nährstoffzufuhr bei möglichst wenig „leeren“ Kohlehydraten gewährleistet, sinnvoll. Neben Obst und Gemüse ist auch etwas hochwertiges, nicht zu fettes Eiweiß und Eisen gut (z.B. aus magerem Fleisch, Soja und Getreideprodukten wie  Quinoa und Kichererbsen), damit die Muskeln nicht abbauen und ausreichend roter Blutfarbstoff, der für den Sauerstofftransport notwendig ist. Auch Calcium ist wichtig (Milchprodukte), zusammen mit Vitamin D, das nur an der Luft gebildet werden kann gut gegen Knochenabbau.(Testen lassen, ggf. als Tabletten..).Wer Fisch mag, hat hier einen tollen Eiweißliferant, Seefisch enthält u.a. Jod und wertvolle Fettsäuren. Auch bei Jod gilt – wichtig für die Schilddrüse, auch hier ist die Testung sinnvoll (s.o). Toll ist auch die leichte mediterrane Küche oder Wokpfannen, in denen das Gemüse nur kurz mit wenig Fett knackig angebraten wird….Ab und zu ein wenig unbehandelte Nüsse knabbern – tut auch dem Gehirn gut…Es gibt auch eine Anti-Aging Ernährung, die besagt, dass man sich unterkalorisch ernähren soll, weil das bei Ratten zu einer signifikanten Verlängerung des Lebens geführt hat… wem´s Spaß macht…Allerdings sind meines Wissens bis jetzt noch keine Studien dazu an Menschen veröffentlicht worden – wenn doch, gebt mir Bescheid!

Auch leichter Sport ist empfehlenswert. Sucht Euch etwas, das Euch Spaß macht, vielleicht mit anderen zusammen. Sonntags ziehen in unserer Gegend immer Die Walking-Frauen durch die Wälder – fröhlich schwatzend ohne dass man den Eindruck haben, dass sie sich überanstrengen. Ein Hund tut auch wahre Wunder. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, erfüllt er es mit fröhlichem Gebell und zwingt einen an die frische Luft….Wenn wir beim Sport sind , möchte ich auch die Beckenbodengymnastik, die ich auf alle Fälle auch vorbeugend durchführen würde, ansprechen. zzeinkaufDie Muskeln, die trainiert werden sollen, sind die, mit denen man den Harnstrahl anhalten würde.  zzbbSie kann man unmerklich, z.B. wenn man in einer Warteschlange steht, anspannen.. 20x hintereinander, immer wenn man „Zeit “ hat, helfen schon viel um die Durchblutung in dieser Region zu fördern und die Blasenfunktion und eine andere, lustvollere… zu unterstützen. Es gibt natürlich noch viele anderen Übungen , z.B. auf den Rücken legen, die Beine anstellen, das Becken nach oben anheben, dabei die Wirbelsäule und Podex anspannen und abwechselnd die Beine nach vorne strecken. Oder sich auf die Seite legen und das obere Bein nur ein wenig nach hinten oben anheben und 20 sec. halten, dann die andere Seite… Dabei wird gleichzeitig die Bauch-Beine-Po-Region trainiert, der das auch nicht schadet…

Wenn man sich unsicher ist, kann man auch eine zeit lang unter professioneller Anleitung trainieren. Das macht Spaß und der innerer Schweinehund läßt sich besser überwinden…

Wichtig ist auch, das man die

„Psychohygiene“

nicht vergißt. –Be happy again – heißt es auch  in den Wechseljahren – da innere und äußere Veränderungen oft zusammentreffen komme ich nun noch einmal zu der „Chance, Neues zu beginnen, sich über Altes klar werden„, über die ich schon am Anfang dieses Artikels geredet habe. Wichtig ist, sich, auch, wenn man sich nicht „so gut fühlt“, was eben in dieser Zeit manchmal vorkommt, klarzumachen, dass es weitergeht.

zzoldiebandMan sollte überlegen, was einem wirklich etwas bedeutet. Ja, man hat die Chance, Dinge, für die nie Zeit war, jetzt zu tun . Alte Wünsche können zum Teil jetzt erfüllt werden, wo es ruhiger ist und man vielleicht auch über bessere finanzielle Möglichkeiten verfügt, die aber gar nicht unbedingt für alles nötig sind. Schön ist natürlich, wenn man eine Familie hat, in der man sich wohl fühlt – da ist einem selten langweilig… Aber es gibt auch sonst reichlich Möglichkeiten…  Ich rede nicht nur von Bewegung, am besten an frischer Luft… obwohl das ja auch ein Anfang ist…

Vielleicht möchte man ein Instrument spielen lernen – mein Vater hat im Alter noch mit Kontrabass spielen angefangen und macht mittlerweile bei Konzerten mit – er ist über 70 Jahre alt. Meine Mutter leitet eine Herzsportgruppe und hat viel Freude dabei. Vielleicht möchtet Ihr auch gerne reisen – durch das Internet hat man z.B. bei Couchsurfing die Möglichkeit, an vielen Orten der Welt umsonst zu übernachten. Wer mag, kann auch Leute bei sich übernachten lassen. Das finde ich klasse und zu zweit dürfte sich auch die „Gefahr“ dabei merklich verringern. Aber man lernt neue Leute kennen und kann dadurch seinen eigenen Horizont erweitern. Mode ist auch etwas, was Spaß machen kann und wenn das Äußere stimmt, fühlt man sich innerlich wohler….Möglichkeiten gibt es viele, oft macht es auch mit Mehreren mehr Spaß und oft findet man auch Erfüllung darin, etwas wirklich Sinnvolles zu tun. Ehrenamtliche Tätigkeiten in Tierheimen oder Krankenhäusern zeigt einem, wie wichtig man für andere sein kann. Als ich Patientin war, habe ich mich über die Hilfe der „grünen Damen“ (ehrenamtliche Krankenhausmitarbeiterinnen, die den Kranken helfen, wenn sie z.B. etwas brauchen…)sehr gefreut.

Zur inneren Ruhe und Augeglichenheit sind viele Frauen von Yoga begeistert: Es kann helfen, die körperlichen Beschwerden in den Hintergrund treten zu lassen und das Innere von „Psychomüll“ zu berfreien, wie mir eine Patientin erzählte. Ich wollte Euch diese bildhafte Aussage nicht vorenthalten…

OLYMPUS DIGITAL CAMERAZu guter letzt noch ein Tipp: Auf keinen Fall sollte man seine Energien in Ärger über Menschen und Dinge, die man nicht ändern kann , vergeuden , dazu ist die Zeit zu kostbar. Denkt immer daran: Es ist nicht Eure Aufgabe, die Welt der Anderen nach Euren Maßstäben verändern zu wollen, sondern Ihr seid ein Teil der Welt und lebt in Ihrem Fluß. Macht Euch klar, was die Welt Euch schon alles gegeben hat und seid dafür dankbar, auch wenn es mal nicht so rund läuft. Wenn Ihr mit Euch in Einklang seid und zufrieden mit dem, was Ihr tut, ist dieser Teil der Welt schon besser…

Verfasst von

Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog ,,Salutary Style" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

4 Kommentare zu „Medizin: Frauenthema Wechseljahre – (k)eine Chance?

    1. Liebe Frau Baehr, diesen Artikel habe ich, wie Sie sicher beim Durchlesen bemerkt haben, auch schon gelesen, er ist sehr gut geschrieben. Dass Sie sich so informieren, finde ich klasse.
      Mit herzlichen Grüßen, Agnes Wagner

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