Frauenthema Unreine Haut : Ursachen, optimale Ernährung, Pflege, Hormontherapie

Hilfe meine Haut ist fettig und picklig – was kann ich tun?

Akne„Hallo, ich heiße Lieschen Müller und bin 15 Jahre alt. Ich habe ganz doofe Pickel und fette Haut, vor allem an Stirn, Nase und Kinn, sogar auf dem Rücken und im Ausschnitt. Meine Haare sind auch fettig und strähnig…

Ich war bei einer Hautärztin, die hat mich untersucht, mir eine Salbe und Waschlotion verschrieben und mich dann zu Ihnen geschickt – ach ja, wo ich grad´bei Ihnen bin – meine Periode kommt auch, wann sie will….“

So oder so ähnliche Anliegen haben viele Mädchen, die zu mir kommen und es deutet auf ein typisches Krankheitsbild hin, dessen Ursache zumeist in einem hormonellen Ungleichgewicht (Testosteronüberschuß) in den ersten Jahren der Geschlechtsreife (Pubertät) zu finden ist. Solche Hormonunregelmäßigkeiten können aber auch in anderen Phasen des Lebens wie zum Ende der Geschlechtsreife (Klimakterium) auftreten.

Allerdings kommt es bei den meisten Mädchen irgendwann in der Pubertät zu einem oder mehreren Symptomen (etwas unreine Haut, leicht fettende Haare , Stimmungsschwankungen und Blutungsunregelmäßigkeiten) . Sie sind primär auch nichts Schlimmes sondern zeigen an, dass sich der Körper hormonell zur Geschlechtsreife umstellt. Oft helfen schon allgemeine Maßnahmen (siehe unten) aus, um die Symptome soweit zu lindern, dass man damit gut leben kann. Wenn man mit sich zufrieden ist, sollte man sich nicht von außen zu Maßnahmen bringen lassen, die man nicht möchte, sondern selbstbewusst dazu stehen. Wenn man sich jedoch im Alltag davon deutlich belastet fühlt und darunter wirklich leidet, oder die Ausprägung so stark ist (viele eitrige Pickel und Pusteln), dass man eine spätere Narbenbildung befürchten muss, sollte man behandeln. Dies ist heute meist so schonend möglich, dass kaum relevanten Nebenwirkungen auftreten.

Deshalb bringt man bei diesen Fällen das hormonelle Ungleichgewicht mit Hilfe von Hormongaben wieder ins Gleichgewicht. Dies geht am einfachsten, wenn man eine Pille verschreibt, die bestimmte Wirkstoffe (je nach Ausprägung und Verträglichkeit Ciproteronacetat oder Chlormadinonacetat oder Dienogest, sowie Ethinylestradiol) enthält. Allerdings gibt es auch Frauen, für die die Pille nicht geeignet ist (z.B. bei erhöhtem Thromboserisiko). Deshalb muß man zum Frauenarzt gehen, wenn man eine Pille verschrieben bekommen möchte, da er bei der Beratung die individuelle (Kranken-) Geschichte, die körperlichen Untersuchungsbefund und die Lebensumstände mit einbeziehen kann.

Es gibt neben dem hormonellen Ungleichgewicht weitere Faktoren, die die unreine Haut und obige Symptome begünstigen:

Übermäßige Hitze, „falsche Reinigung“, (zuviel Reiben/Rubbeln, scharfe Reinigungsprodukte) führen dazu, dass die Haut überreagiert, indem sie mehr Fett produziert. Wenn die Schutzschicht zerstört ist, kommt es zudem eher zu Entzündungen. Ob Stress unreine Haut begünstigt, ist nicht belegt, ebenso wenig wie zu wenig Schlaf. Wenn aber das Immunsystem angegriffen ist, kann sich die Haut auf alle Fälle nicht mehr so gut regenerieren. Auch Übergewicht, Rauchen, Ernährung und Vererbung können sich ebenso wie manche Medikamente oder Krankheiten negativ auswirken.

Was kann ich bei unreiner Haut sonst noch machen?

Natürlich muss die man o.g.. negativen Faktoren soweit wie möglich reduzieren.

Hier möchte ich zuerst noch einmal auf die Ernährung eingehen. Forscher haben herausgefunden, dass die Lebensmittel, die den Insulinspiegel schnell hoch ansteigen lassen die Talgproduktion fördern. Man nennt sie Lebensmittel mit einen „hohen glykämischen Index“, wobei ein Wert bis 55 als nieder gilt, ab 70 als hoch. Allerdings kommt es natürlich auch auf die Menge an, die man davon zu sich nimmt.

Gut für die Haut sind natürlich auch Lebensmittel, die eine optimale Nährstoffzusammensetzung haben.. Dabei muß man aber aus dem Ganzen keine Geheimwissenschaft machen, sondern sich eigentlich nur an die Grundsätze einer gesunden Ernährung halten,, wobei man seine eigenen Vorlieben durchaus berücksichtigen kann und sollte, nur die Menge dieser Lebensmittel sollte unter Umständen angepasst werden…

Beispiele für gesunde Lebensmittel: Gemüse ( Broccoli, Spargel…) nicht zu süßes Obst (Beeren„ Granatäpfel, Äpfel, Feigen,…), (nicht zu viele) Nüsse, Sojaprodukte (auch-milch), Vollkornprodukte (wobei zuviel Kohlehydrate in jeder Form nicht gut sind) , Seefisch (z.B. Lachs,…) zum Trinken Mineralwasser, ungesüßte Tees, Fruchtschorle…..

Beispiele für ungesunde Lebensmittel: Süßigkeiten (Milchschokolade, Bonbons,…) Softdrinks, Kartoffelchips, Cornflakes, Weißbrot (einfache Kohlehydrate mit hohem GLX-, aber auch zuviel komlexe Kohlehytrate), Schweineschmalz, fette Wurst, Eigelb (die letzten drei haben einen hohen Gehalt an Arachidonsäure, was sich durch Förderung von Entzündungsreaktionen auch ungünstig auf die Haut auswirkt), sowie auch scharfe Gewürze und zuviel Salz …

Ungesund
ungesund – wenig
Gesund
gesund – viel

Ein weiterer Faktor ist die optimale Pflege. Je nach Schweregrad der unreinen Haut reicht eine darauf abgestimmte Hautpflegelinie, die meist fettarm, leicht desinfizierend und astringierend wirkt.

Ist die unreine Haut stark ausgeprägt, gehört sie in die Hände eines Dermatologen, der je nach Ausprägung Spezialprodukte (Keratolytika wie Azelainsäure, Antiphlogisika, Antiseptica und Retinoide) zur Anwendung bringt.

Das morgendliche und abendliche Reinigungsritual beinhaltet

  1. das Waschen mit einer abgestimmten Waschcreme oder-lotion oder Gesichtsseife. Alkalische Seifen oder rückfettende Produkte sollten vermieden werden. Danach sollte die Haut gut mit lauwarmen Wasser gespült werden, dabei nicht rubbeln, dann sanft mit einem Handtuch abtupfen.
  2. Klären mit einem Gesichtswasser auf einem Wattepad. Es wirkt je nach Produkt desinfizierend, astringierend und nimmt die letzten Reste von Schmutz auf.
  3. Pflegen mit einer fettarmen Lotion, die schützt und Feuchtigkeit spendet.

Einmal in der Woche kann man ein  Peeling machen, dass die abgestorbenen Hautschüppchen entfernt und die Poren gründlich reinigt. Auch hier gibt es sehr wirkungsvolle Spezialprodukte. So wird die Haut durch sogenannte „Enzym- oder Fruchtsäure-Peelings oder durch Gel-Masken, die nach dem Trocknen auf der Haut eine Folie bilden und abgezogen werden, nicht unnötig mechanisch gereizt.  Im Gegensatz dazu gibt es (Körner-)Peelings, die durch das Rubbeln die Haut wieder anregen, Fett zu produzieren. Generell gilt, Peelings nicht auf bereits gereizter oder entzündeter Haut anzuwenden.

Wer sich mit Makeup wohler fühlt, kann dies mit Einschränkungen ( zwischenzeitlichen „Auszeiten“, damit sich die Haut auch erholen kann und nicht, wenn die Haut stark entzündet ist!) auch benutzen, Hierbei sollte man aber bedenken, dass die Poren nicht verstopfen und Spezialprodukte verwendet werden. Am besten lässt man sich diesbezüglich in einer Drogerie oder Apotheke beraten. Es gibt auf diesem Sektor mittlerweile recht raffinierte Produkte – z.B. kann man Rötungen mit einer grünen Foundation neutralisieren. Die Farbe der Grundierung sollte eher etwas heller als zu dunkel gewählt werden, Ränder sind zu vermeiden. Das Makeup sollte insgesamt leicht und frisch wirken, ein mattierendes Finish kann überschüssiges Fett auch über Tag aufsaugen… Wichtig ist das abendliche Reinigungsritual (s.o.).

Ich möchte noch kurz auf die Pflege von fettigen Haaren eingehen, die ja oft zusammen mit dem Hautproblem auftreten: Durch Hormongabe wird das Problem auch deutlich besser werden. Man kann die Haare mit Shampoos gegen fette Haar ruhig so oft waschen, wie es nötig ist. Dabei gilt auch hier: Lauwarm spülen und nicht stark rubbeln, damit die Talgproduktion nicht noch angeregt wird. Zwischenzeitlich kann man auch mit Trockenshampoo überbrücken. Es bewirkt außerdem, dass der Ansatz nicht so schnell nachfettet und zusammenfällt. Ein guter Schnitt, der nicht ewig gestylt sein muss sondern sich am natürlichen Fall der Haare orientiert, ist ideal. Strähnchen oder eine leichte Aufhellung trocknen die Haare etwas aus, was in diesem Fall auch ganz positiv sein kann – aber bitte nicht zur Superblondine mutieren – wenn man mag, maximal ein bis zwei Nuancen heller färben, damit die Natürlichkeit erhalten bleibt…

keine Akne

+Wenn Ihr diese Ratschläge beherzigt, wird Eure Haut bald kein Problem mehr sein. Allerdings dauert es oft einige Zeit (Wochen bis Monate), bis die Bemühungen wirklich anschlagen. Es kann auch immer mal zu Rückschlägen kommen, wenn Ihr nicht ganz konsequent seid oder auch, obwohl Ihr alles richtig gemacht habt (wenn Ihr z.B. krank werdet oder Medikamente nehmen müsst,…). Verzweifelt dann nicht sondern macht einfach weiter. Und als weiterer Trost: Meist wird die Haut wieder von selber besser, wenn sich die Hormone erst wieder eingespielt haben….

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Ich bin jemand, der meist positiv und neugierig durchs Leben spaziert. Mich fasziniert das Alltägliche wie auch das Besondere und ich bin dankbar, mich mit den schönen Dingen des Lebens wie mit meiner Familie, Pferden und Hunden, Natur und Medizin beschäftigen zu dürfen. Ich bin eine kleine Fashionista und schreibe und zeichne gerne .. Diese Themen lebe ich auch auf meinem Blog "happinessygirls" aus... Hello, I´m a girl with lot´s of interests: Not only fashion, beauty and lifestyle but also family, animals, medicine , writing, reading and riding.

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